In der Folge werden die Preise des Ladestroms als kompliziert und intransparent beschrieben und auch sonst höre ich öfter ähnliche Aussagen.
Ich fahre seit einem halben Jahr elektrisch und finde die Preisgestaltung sowohl einfacher als auch transparenter als beim Tanken und frage mich, ob viele abgeschreckt sind, weil es schlicht anders funktioniert als an der Tankstelle, oder ob es in der Frühphase der Elektromobilität komplizierter war (war es bestimmt) und sich der „Mythos“ gehalten hat.
Einfachkeit: Es gibt zwar hunderte Ladetarife, aber für die allermeisten kommen doch nur wenige in Frage, nämlich die, die Ladesäulen in der Nähe der Wohnung und an häufig gefahrenen Langststrecken/häufig besuchten Orten liegt. Dort entscheidet man sich für passende Tarife, schließt sie ab, speichert sie im Navi und braucht sich erst wieder darum zu kümmern, wenn sich etwas ändert (bspw. neue Ladesäulen oder neue Gewohnheiten). Das ist sicher ein höherer Initialaufwand als beim Verbrenner, dafür sind die Preise zeit- und ortsunabhängig, das heißt jedes Nachdenken über höhere Benzinpreise vor Feiertagen und an der Autobahn fällt weg. In meiner näheren Umgebung kannte ich nach einer Weile die für mich passenden Säulen und bei weiteren Strecken plant das Navi die Ladestops bei meinen bevorzugten Anbietern. Das gibt es für Tankstellen meines Wissens nach nicht, dort muss ich selbst überlegen, wann und wo ich am günstigsten tanke.
Transparenz: Wenn ich einen Tarif abgeschlossen habe, weiß ich, was ich an den entsprechenden Ladesäulen bezahle. Ja, die Preise stehen nicht unbedingt an der Ladesäule dran, und wenn, dann viel kleiner als an der Tankstelle, aber dafür ändern sie sich nicht täglich. Das Navi kennt die Tarife zuverlässig, bei Tankstellen haben die Preisanzeigen in diversen Apps öfter nicht gestimmt und ich habe die echten Preise erst gesehen, wenn ich schon an der Tankstelle war. Ich könnte mit dem Elektroauto auch schon eine längere Fahrt in den Sommerurlaub planen und wüsste jetzt schon mit ziemlich großer Sicherheit, wann ich wo für welchen Preis laden kann, das ist beim Verbrenner auch eher nicht möglich.
Beides ist natürlich vom Navi (im Auto oder auf dem Smartphone) abhängig, aber gibt es wirklich so viele, die auf unbekannten Strecken ohne Navi unterwegs sind?
Ich stimme absolut zu, dass es wünschenswert ist, dass man ohne Registrierung einfach mit Karte zahlen kann, so wie es beispielsweise bei Aldi funktioniert. Aber dem würde ich noch etwas Zeit geben, da sich das Ladenetz noch im Aufbau befindet. Da finde ich es nachvollziehbar, dass Betreiber über Tarife mit Grundgebühr oder zumindest Registrierung etwas Planungssicherheit haben wollen.
