Bedenke, dass es sich um Aktivisten handelt.
Weniger aktivistische Organisationen und Prominente handeln im Sinne ihrer Reputation, Aktivisten hingegen handeln entsprechend ihres Gewissens. Unter Aktivisten hat man deshalb häufig Aktivismus-Überschneidungen, daher: ziemlich viele Umweltschutz-Aktivisten sind auch z.B. Menschenrechts-Aktivisten oder LGBTQI-Aktivisten. Das ist relativ normal.
Bei einem hierarchisch organisierten Verband wie Greenpeace oder sogar der „Letzten Generation“ ist es relativ einfach, über die Führungspositionen und Beschlüsse der Gremien dafür zu sorgen, dass sie sich nur auf „ihren“ Bereich konzentrieren und sich nicht zu umstrittenen anderen Punkten äußern. Bei einer Graswurzelbewegung wie FFF, die ja geradezu darauf basiert, dass jeder mitmachen können soll und es keine zentralen Strukturen gibt, ist es dann eben vor allem eine Frage des Zufalls, wer die Kontrolle über „den Twitter-Account“ hat bzw. welcher Twitter-Account von den eigenen Mitgliedern, aber auch der Öffentlichkeit und den Medien als legitimes Sprachrohr der Bewegung wahrgenommen wird.
Anders ausgedrückt:
Es müssen keine komplexen Absichten / Motivationen dahinter stecken. Es kann gut sein, dass die Leute, die aktuell den Twitter-Account betreuen, da „so reingerutscht“ sind, weil sie z.B. als erste einen Account aufgesetzt haben, der eine entsprechende Reichweite erzielen konnte. Die Frage ist nun eher: Wie geht FFF damit um, wenn sich rausstellt, dass die Leute, die den Twitter-Account betreuen, eine eigene Agenda verfolgen, die für die Bewegung möglicherweise schädlich sein könnte?
Und die Frage ist auch wieder komplex, es fängt schon damit an, ob es überhaupt realistisch ist, dass „vernünftigere Kräfte“ Zugriff auf diesen Account bekommen und man denjenigen, die jetzt problematisch geworden sind, die Kontrolle entziehen kann. Das hängt dann sehr davon ab, wer die Zugangsdaten hat, unter wessen Credentials der Account bei Twitter registriert ist, ob die problematischen Personen bereit sind, zu kooperieren usw. usf. Denn - falls überhaupt für die Betroffenen sinnvoll möglich - eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen, wird ewig dauern.