Dass Medien- und IT-Kompetenzen wichtig sind und bereits in der Schule vermittelt werden sollten, steht außer Frage.
Ob iPads, die erfahrungsgemäß die meiste Zeit mehr zum spielen als zum lernen einladen (ich arbeite als Schulbegleiter), dafür die richtigen Geräte sind finde ich fraglich.
Dass Schüler*innen mit Keynote und Pages damit dann auch schon komplett auf das Apple Ökosystem eingeschossen werden finde ich bedenklich. (Ich denke da dürften selbst Ulf und Philip als affine Apple Nutzer mir zustimmen.)
Nun stellt sich mir die Frage ob die Mittel, die nun bald mehr zur Verfügung stehen sollten (zum Beispiel aus dem Startchancen Programm) gut in iPads investiert sind oder ob es dafür sinnvollere Verwendungsmöglichkeiten gäbe.
Als Vater und jemand der sich schon lange immer wieder mit dem Thema Bildung finde ich Tablets als Ergänzung im Rahmen vom lernen eigentlich ziemlich gut.
Ich sehe auch die Gefahr, dass Schüler hier auf ein System, z.B. das Apple Ökosystem eingeschossen werden nicht wirklich. Genutzt werden solche Tablets in der Regel ja nicht vorwiegend mit Keynote und Pages sondern es werden in erster Linie spezifische Lernapps genutzt.
Da durch den Lehrermangel bedingt spezifische Förderung zu kurz kommt und kurzfristig auch nicht mehr Lehrer möglich sind finde ich solche Apps gerade auch als Unterstützung für Schüler die z.B. bei einem Thema Nachholbedarf haben durchaus hilfreich.
Am Ende ist es aber natürlich auch eine Frage des Einsatzes und wie dieser im Rahmen eines Gesamtkonzepts erfolgt.
Es ist möglich einzustellen, dass keine Spiele auf das Schulipad geladen werden können. Durch Lernapps mit einem gameifizierten Konzept wäre es aber z.B. denkbar, dass gamingaffine Kinder und Jugendliche zum Lernen animiert werden bei denen andere Unterrichtskonzepte wenig Motivation hervorrufen.
Edit:
Es darf natürlich nicht so sein, dass das Tablet lediglich Bücher und Hefte 1:1 ersetzt. Dann wäre der Nutzen wohl eher gering.
Da hast du vermutlich Recht, dass es stark auf die spezifische Nutzung ankommt, die sich von Schule zu Schule durchaus drastisch unterscheiden kann.
Diese spezifischen Lernapps gibt es aber sicherlich auch für Windows, Android und ggf. auch unter Linux. Warum finden sich diese Geräte, die wahrscheinlich sogar deutlich günstiger in der Beschaffung wären, nur äußert selten in Händen der Lernenden?
Kommt stark drauf an. Ihr Tablet ist für meine Große, derzeit Q1, also Klasse 12, eine tolle Hilfe. Sie hat eines mit Stift und erledigt ihre Hausaufgaben darauf. Da die Schule Teams nutzt, laden zahlreiche LuL Unterrichtsinhalte, Aufgaben, Übungen und dergleichen dort hoch und stehen auch für Fragen außerhalb der normalen Unterrichtsstunden zur Verfügung. Ach ja, und Hausaufgaben werden darüber abgegeben - oder können es zumindest, die Geräte sind privat angeschafft und keine Pflicht, auch wenn die Schule auch einige Leihgeräte zur Verfügung stellt. Und schon die sinnvolle Notizapp macht richtig Laune. Bei Ihr zuschauen hat mir den Anstoß gegeben, mir auch ein Tablet mit Stift zu kaufen, bloß um mein Notizbüchlein zu ersetzen.
Die jüngeren (Klassen 6 und 9) lernen gelegentlich mit den Klassensätzen Schul-Ipads, dürfen private Geräte aber nicht nutzen. Den Ansatz finde ich ganz gut. Wenn es nach mir ginge, dürfte die Nutzung von Tablets noch etwas früher „hochgefahren“ werden als erst in der Oberstufe.
Mit Betonung auf „lediglich“, denn das ist ein Aspekt, der noch sträflich fehlt. Schulbücher (und Taschenrechner) sind ein dermaßen kartellartig vergebener Markt, bei dem künstlich Geld gescheffelt wird, das ist irre. Alle paar Jahre bringen die Verlage neue Bücher heraus, die sich nur minimal verändert haben, und verdienen gutes Geld damit, weil die Schule die klassenweise kaufen müssen und die Eltern dann die dazugehörigen Übungshefte entweder kaufen müssen oder es ihnen nahegelegt wird.
Die Rucksäcke der Kinder sind immer noch viel zu schwer, obwohl wir doch eigentlich alles notwendige Wissen aller Jahrgänge, Schulsysteme und Bundesländer im Handy in der Hosentasche mit uns nehmen könnten. Warum kriegen wir es nicht hin, mal ein paar Experten mit der Erstellung eines Schulbuch zu beauftragen und das Ergebnis dann open source bereit zu stellen. Meinetwegen kann das dann auch noch ein Verlag als Dienstleistung drucken, für jüngere Jahrgänge, aber das würde den Preis pro Buch von 20-30€ auf 1-5€ senken, für die Druckvariante. Und da open source wäre es auch verbesserbar. Es wäre also mal schön, wenn das, was Du hier als „lediglich“ bezeichnest, mal wirklich erarbeitet wird.
Weil iPads schlicht eine gute Usability haben, leicht konfigurierbar sind, langlebig sind und Apple im Gegensatz zu Android wesentlich mehr Wert auf Privacy legt. Android ist für mich als Schuklsoftware ein No Go. Linux setzt wiederrum zu viel Fachwissen vorraus und das scheitert in Schulen schon bei Standardsoftware.
Wieso ist das schlimmer als sie auf das Microsoft Monopol einzuschießen? …
Das hängt dann wieder von der Schule und der IT dort ab, wie diese konfiguriert werden. Wenn man natürlich keine Fachleute oder schlicht keine Lust hat, die iPads passend einzurichten mit einem richtigen zentral gesteuerten Geräte und Softwareverwalktungssystem, liegt das Problem nicht am Gerät, sondern der Fehler liegt bei der konfigurienden Person. 100% wird man da eh nie erreichen, aber Blöcke gibt es ja auch schon lange obwohl Käsekästchen und Co gespielt wurden.
Die Rechteverwaltung ist wohl auf Ipads mit Abstand am einfachsten. Man darf ja nicht vergessen, dass die Lehrer die sich damit befassen müssen das zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit tun.
Also sowohl zu meiner Schulzeit als auch an den Schulen wo ich ein wenig Einblick habe werden neue Bücher nicht angeschafft bloß weil es ein Update des Buches gibt sondern sie werden solange der Zustand akzeptabel ist immer weiter verwendet solange bis der Lehrplan geändert wird und ein Buch nicht mehr zum neuen Lehrplan passt.
Ich nehme an weil es dafür letztlich genau die Expertise benötigt die eben die Verlage haben. Der Verlag macht ja in diesem Rahmen schon mehr als nur das Buch am Ende zu drucken. Und es ist auch durchaus gut, dass es nicht pro Fach und Klasse nur ein Buch gibt, sondern eine gewisse Konkurrenz.
Ich sehe, obwohl ich ein Android und Windows Typ bin, bei iPads folgende Vorteile:
Einheitliche Plattform die gut zentral administriert werden kann.
Sehr gute Hardware und Software.
Wenn man ein iPad für um die 300€ kauft, hat man immer ein vernünftiges iPad. Im Android oder Windows Bereich kannst du vielleicht 20€ sparen, hast dann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Elektroschrott.
Wenn du mir in diesem Punkt ja anscheinend Recht gibst wäre Linux, bzw. de-googled Android die beste und günstigere Wahl.
Das Problem der einfacheren Bedienung für die LuL sehe ich. Alleine deswegen weiterhin Monopole (bzw. einen Dipol?!) zu unterstützen fühlt sich für mich trotzdem falsch an.
iPads oder allgemein Tablets finde ich eine gute Idee. Allerdings finde ich das private anschaffen schwierig. Zum einen weil es eine zwei Klassengesellschaft innerhalb der Klasse gibt. Jene die es sich leisten können und die Armen Kinder ohne Tablet. Zum anderen kann dann gerade nicht durch die Lehrer zentral die Tablets verwaltet werden. Welche Software ist erlaubt, oder allgemein die Tablets für Zeitraum x sperren weil die Kinder sie gerade nicht nutzen sollen.
Ob iPad, Android oder Microsoft tablets ist eigentlich egal. Im Rahmen einer zentralen Verwaltung sind die alle ziemlich gleich, sollte die zentrale Infrastruktur einmal richtig eingerichtet sein. Es muss halt nur einheitlich sein innerhalb einer Schule. Auch preislich gibt sich ein iPad mit den anderen nichts, insofern die gleiche Qualität geboten werden soll. iPad 9 kostet grob das gleiche wie ein Samsung s6 lite. Aber das hier soll ja kein Android vs Apple Thread werden!
Wichtig ist wie immer bei diesen Themen, dass nicht nur die Anschaffung durch irgendeine Einmalfinanzierung getätigt wird, sondern die jeweiligen Schulträger in ihren Haushalten die Mittel haben, um Personal bereitzustellen, was die Wartung / Nutzbarkeit der Geräte sicherstellt. Die Betreuung von IT Geräten war in der Vergangenheit in vielen Schulen oft der größte Stolperstein.
Z.B. die App Anton. Eine Lernapp die auch innerhalb der Schule verwendet wird. Diese hat ein Konzept mit Belohnungen und Spielen. Mein kleiner Sohn kann nun alle aus Sachen aus der ersten Klasse, dadurch erhält er schnell Münzen und kann spielen. Hat er alles durch, erstellt er sich einen neuen Account. Auf einem Schul iPad ist die Bildschirmzeit nicht begrenzt.
Browserbasierte Spiele müssen nicht geladen werden. Auch hier können Kinder einfach spielen.
Aus meiner Sicht ist deine Anschaffung von iPads erst sinnvoll, wenn ich auch die Lehrkräfte und die Infrastruktur drumherum ertüchtigt habe. Nur Tablets zu kaufen greift viel zu kurz, klingt aber natürlich hervorragend für eine Schule.
An unsere Schule wird von der 5. bis zur 9. Klasse ein Apple iPad zur Verfügung gestellt, ab der 10 muss ein Tablet selbst beschafft werden. Es wird wohl nicht ein Android werden
Meines Wissens ist es möglich das während des Unterrichts nur eine bestimmte App genutzt werden kann. Somit wäre auch das Öffnen eines Browsers nicht möglich.
Das wäre tatsächlich Quatsch, aber ich sehe z.B. durchaus Schulen die z.B. mehrere Sätze Tablets haben die sich Lehrer dann auch ganz gezielt holen können. Und auch IPad Klassen wo die Lehrer sehr gezielt mit diesem Mittel umgehen.
Der Wert jeden Lernmittels wird im Wesentlichen durch die Art des Einsatzes bestimmt. Da unterscheiden sich iPads nicht von Schulbüchern oder Rechenschiebern.
Unsere Grundschule setzt iPads gezielt für zeitlich begrenzte Arbeit alleine oder in Kleingruppen ein. Mein Sohn (I-Kind) nutzt zudem ein eigenes iPad für Kommunikation (als Hilfsmittel). Das klappt beides im großen und ganzen gut – solange die Lehrkräfte das iPad konzeptionell richtig einbinden.
Einfach nur Tablets im Klassenraum auslegen und das beste hoffen ist natürlich ein Rezept für eine Katastrophe.
Sehe ich kaum eine Gefahr, auch weil Keynote und Pages (und andere Office-Apps von Apple) nur sehr locker in das Apple-Ökosystem integriert sind. Der „walled Garden“ von Apple entfaltet eigentlich erst seine volle Sogwirkung, wenn es um Kommunikation (iMessage) und an den iCloud-Account gebundene Funktionen (Cloud Speicher, Synchronisation von App-Inhalten und Fotos) geht.
Verstehe mich bitte nicht falsch: Ein iPad ist ein ganz wunderbarer Talker! Gegen diesen Einsatz möchte ich überhaupt nichts sagen.
Klar: iMessage und iCloud binden deutlich stärker an den walled Garden als Apples Office Produkte, ich würde allerdings argumentieren dass allein der Einsatz von Apple Geräten schon starken Einfluss auf die späteren Kaufentscheidung der SuS haben kann. Das fängt dann beim Benennen von Funktionen die nahezu identisch auch auf anderen Platformen verfügbar sind an (airDrop, appleTV).
Meines Erachtens nach sehr billige Werbung für das Apple Ökosystem in der Schule. Mich würde da brennend interessieren, warum das in diesem Fall als in Ordnung angesehen wird und in vergleichbaren Szenarien mit anderen Produkten ein absolutes No-Go ist.
In der eigenen Schulzeit wird man es kaum erleben, weil normalerweise neue Lehrwerke ab gewissen Jahrgängen eingeführt werden, sich also „einschleichen“.
Ich bin aber seit vielen Jahren in der Schulpflegschaft, und da wird zwar nicht jährlich das Lehrwerk gewechselt, aber eben schon oft genug, dass etwa alle ein bis zwei Jahre die Schulkonferenz die Einführung eines neuen Schulbuchs beschließt. Dabei wird durchaus von der Schule spitz gerechnet, die haben ganz bestimmt keine Euros übrig. Es werden meist Lehrwerke „ausgemustert“, deren Bestand ohnehin in die Jahre gekommen ist. Dennoch muss jedes Buch einzeln teuer gekauft werden.
Die Verlage haben die Expertise gehabt. Die Lehrwerke stehen ja, aber eben im Urheberrecht der Verlage, so dass sie sie - leicht überarbeitet - immer wieder neu verkaufen können. Und die Autoren der Lehrwerke sind, denke ich, normalerweise auch keine Festangestellten der Verlage - kann mich da aber irren.
Wäre jedenfalls sicher machbar, diese Expertise aufzubauen/einzukaufen, und ein Open Source Lehrwerk zu schaffen. Oder meinetwegen sechszehn, wir haben ja Föderalismus. Konkurrenz ist super, aber da Open Source auch etwas weniger notwendig. Wenn das in einer Art Wiki-Format vorläge, könnte man das ja Wiki-artig verbessern. Oder bei substanzieller Kritik „forgen“ und massiv verbessern und selbst das bessere nutzen/durchsetzen. Und die Verlage oder Druckereien dürfen ja auch noch verdienen, nur nicht am Inhalt, sondern am Druck und der Dienstleistung.
Die Alternative wären (falls man den Anspruch hätte, mal irgendwas richtig anzufassen) eine umfangreiche techbische Schulung aller Lehrkräfte. Deren Motivation für sowas ist normalverteilt, zusätzlich gibt der Träger bzw. Das land an der stelle meiner Erfahrung nach ungern Geld aus. Ich verfluche insbesondere Pages auf dem Ipad jedes mal, wenn ich das nutzen muss und ganz allgemein ist meine Nutzungserfahrung mit meinem ersten Apple Gerät auch ziemlich abschreckend. Aber das oben genannte ist schon ein ziemlich „guter“ Grund im real existierenden Schulsystem, fürchte ich.
Bei uns dürfen Tablets nur genutzt werden, wenn die in der app classroom sind, damit kann ich als Lehrkraft den SuS quasi auf den Bildschirm schauen und ggf. Auch die Nutzung sperren, wenn sich jemand digital irgendwo rumtreibt, wo er nicht sein sollte.