Ich würde für Deutschland in den Krieg ziehen, wenn Überreiche Steuern zahlen

Der Bundestag hat am Freitag, 19. Dezember 2025, einen Antrag der Linken mit dem Titel „Steuerprivilegien für höchste Erbschaften streichen“ nach einstündiger Aussprache abgelehnt. In namentlicher Abstimmung votierten 47 Abgeordnete für den Antrag, 507 Abgeordnete stimmten dagegen.
Was soll ich dazu noch sagen, es fällt mir schwer. Mein Leben aufs Spiel setzen, ja bitte. Steuern zahlen die gerecht richtig und nicht einmal merklich sind in dem Leben der Betroffenen. Ihr seid doch crazy ^^
Ich weiß ihr beleuchtet dieses Thema auch aber Bundestag sagt du musst ggf sterben sonst unsolidarisch aber Steuern ne lieber nicht.

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Ich verstehe die Idee und unterstütze auch den Vorschlag für eine gerechtere Steuer.
Moritz Neumeier hat das Thema mal gut zusammengefasst finde ich

Aber (und das ist nur meine Meinung) ich würde schon dafür kämpfen, dass wir die Debatte überhaupt führen können. Die Alternative wäre ja dass solche Vorschläge schon gar nicht mehr in de Bundestag kommen, sofern es den dann überhaupt noch gibt

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Das, was aus Russland kommt, ist deutlich ungerechter als zu geringe Erbschaftsteuern.
Allerdings solltest du das Land nicht aus Loyalität zur korrupten CDU verteidigen. Wenn es für dich nichts bringt bzw. dir das Risiko zu hoch ist, habe ich vollstes Verständnis, wenn du gehst. Wir sollten jedoch keinen Applaus erwarten, wenn wir zurückkehren. Und falls wir nicht zurückkehren, wohin und wie weit gehen wir dann eigentlich?

Für jeden Soldaten an der Front, brauch es drei bis fünf Menschen, die seinen Einsatz ermöglichen.

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Ich denke da wird es ehr zu Ausgrenzung ubd wohl auch Anfeindungen kommen. Ich denke wir werden sehen wie das läuft, wenn junge Ukrainer irgendwann wieder kommen. Ich denke herzlich wird das nicht und das muss ich für mich sagen finde ich auch richtig.

Mit der Logik lässt sich alles zerreden. “Anderen geht es noch viel schlechter” Rhetorik hilft wirklich nicht weiter, generell stehen wir auch nicht vor der Übernahme durch Russland.

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Da ich mit der Rhetorik angefangen habe antworte ich auch mal.
Es ging mir eher darum einen Konterpunkt zur „dafür kämpfe ich nicht“-Rhetorik zu setzten. Denn da gild das gleiche Argument, irgendwas findet man immer. Deshalb geht es nicht darum etwas zu finden was schlimmer sein kann sondern das gute im Status Quo zu sehen was es zu verteidigen wert ist und um das gute im selbstverständlichen zu sehen muss man die „es könnte schlimmer sein“-Rhetorik anwenden.

@WhoDat hat absolut recht, nicht für Ruhm und Ehre oder Vaterland oder CDU. Ich würde eher sagen für das recht die CDU auch wieder abwählen zu können

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@LiveSlow geht es dir in diesem Thread eigentlich darum eine ernsthafte Bedingung für einen Wehrdienst zu setzten. Oder eher darum mit einem solchen pitch druck für Reichen- und Erbschaftsteuer zu erhöhen.
Das Ziel wäre für weitere Diskussion nicht unwichtig, zumal die Wehrbereitschaft in diversen anderen Threads behandelt wurde

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Was meinst du mit Krieg ziehen? Wehrdienst ja nicht sondern den wirklichen Kriegsfall? Ich kann den Impuls verstehen, und denke auch, dass die Steuerpolitik ungerecht ist. finde die Knüpfung der beiden Punkte aber nicht richtig.

Aus deiner Sicht sicher provokante Frage: Was hat die Wehrpflicht mit der Steuergerechtigkeit zu tun?! Auch Erben reicher Menschen müssen sich mustern lassen. Jeder hat das gleiche Recht zu verweigern. Somit sind diese Menschengruppen arm und reich vor diesem Gesetz doch gleich behandelt?

Ich würde die Frage der Erbschaftssteuer eher an Dinge knüpfen, die damit was zu tun haben Abschaffung Feiertage, schärferes Bürgergeld, Steueränderungen die unten mehr treffen, Schuldenaufnahme, etc. Wenn jeder finanziell belastet wird, dann ist es als Gesellschaft gerechter/tragbarer.

Zudem finde ich, dass man sehr viel in Deutschland hat was dieses Land sehr lebenswert macht, vergleiche bitte dazu die möglichen Fluchtloptionen im Kriegsfall.

Auch davon auszugehen, dass es in jedem Fall ein Land gibt dass Mio Flüchtlinge aus der EU aufnehmen würde, halte ich für fraglich. Finde die Annahme an dich schon schwierig in der Realität.

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Man könnte es verknüpfen indem man die These aufstellt das Überreiche auch überproportional von der Friedensdividende profitiert habe.
Wie gesagt, man könnte es, ich bin auch ken Fan davon das so zu vermischen

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Ich finde den Zusammenhang zwischen Steuergerechtigkeit und Militarisierung ziemlich offensichtlich. Die letzte Regierung ist am Haushalt zerbrochen. Nur einen Tag nach der Wahl wurde die Schuldenbremse für Aufrüstung abgeschafft. Nur Aufrüstung alleine hilft herzlich wenig, wenn die Bevölkerung nicht auf Krieg eingestellt ist. Und hierzu dient m.E. die allgemeine Wehrpflicht. Sie zwingt die breite Bevölkerung, sich mit dem Szenario eines Krieges auseinanderzusetzen.

Für die Aufrüstung stehen also unbegrenzt Mittel zur Verfügung. Gleichzeitig werden Mittel für soziale Träger gekürzt, das Bürgergeld wird abgeschafft, Sozialabgaben werden steigen, das ehem. 9€-Ticket wird erneut teurer, es wird diskutiert Pflegegrad 1 abzuschaffen, die Krankenkassen streichen Leistungen, in der Entwicklungshilfe werden Gelder gekürzt.. um nur spontan einige Punkte zu nennen. Eine Vermögensteuer wird weiterhin nicht kommen und auch ein Jens Spahn wird weiterhin Fraktionsvorsitzender bleiben.

Edit: Warum wird die große Mehrheit ohne nennenswertes Vermögen zur Kasse gebeten, die kleine Minderheit mit großem Vermögen jedoch verschont?

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Wow vielen Dank für die Beteiligungen.
Jeder hat ja hier einen guten Punkt gemacht, stimmt auch alles.
Ich bin mir nicht sicher ob diese Betrachtung nachvollziehbar ist:
Mir geht es um Solidarität das ist glaube ich auch die Verbindung der beiden Punkte.
Ein Staat kann von seinen Bürgern nur dann das äußerste Maß an Solidarität verlangen – bis hin zur Bereitschaft, das eigene Leben zu riskieren –, wenn er selbst Solidarität konsequent, fair und symmetrisch organisiert. Genau daran scheitert Deutschland.
Solidarität zeigt sich im Alltag in vielen Formen: Steuern zahlen, soziale Beiträge leisten, anderen helfen, Verantwortung übernehmen. Diese Solidarität wird von allen erwartet – insbesondere von Menschen ohne Vermögen, ohne Macht, ohne Ausweichmöglichkeiten.

**Wenn jedoch im selben System Milliardenerbschaften kaum oder gar nicht besteuert werden, entsteht ein fundamentales Ungleichgewicht:
Solidarität wird eingefordert, aber nicht eingefordert von allen.

Eine moderate Besteuerung sehr großer Erbschaften:**

  • verändert das Leben der Betroffenen kaum

  • gefährdet niemanden

  • stärkt dauerhaft die Solidargemeinschaft

Dem gegenüber steht die Erwartung an junge Menschen:

  • Leib und Leben zu riskieren

  • dauerhaft körperliche oder psychische Schäden zu erleiden

  • im schlimmsten Fall zu sterben

**Das Missverhältnis ist nicht erklärbar, nicht rechtfertigbar und nicht moralisch vermittelbar.

Ein Staat, der den Mut junger Menschen einfordert, aber den Besitz der Mächtiger schont, instrumentalisiert Solidarität, statt sie zu leben.
Er macht aus Pflicht ein moralisches Druckmittel – und aus Ungleichheit ein strukturelles Prinzip.**

Die unausgesprochene Botschaft lautet dann:

”Dein Leben ist verhandelbar – unser Vermögen nicht.”

Das ist ein sehr komplexes moralisch und schwer messbares Thema aber ich glaube man sollte jetzt verstehen wie ich das meine.

Frohe Weihnachten ^^

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Ich glaub du hast das falsch verstanden. Im Krieg verteidigst du nicht die Politik der CDU, sondern unsere Kultur und Werte. Dass es im Detail Ungerechtigkeiten bei der Steuererhebung gibt, ändert nichts daran, dass wir eine solidarische, freie Gesellschaft haben. Die ist es wert verteidigt zu werden.
Wenn jeder aufhört sich solidarisch zu verhalten, sobald ihm irgendwelche Gesetze nicht passen, dann macht keiner mehr was für irgendwen.

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Ich würde allen deinen Punkten zustimmen. Aber der Zusammenhang zwischen Wehrdienst und Steuern finde ich weiter nicht klar gegeben.

Wer sagt dir, dass sich reiche nicht auch am Wehrdienst und der Verteidigung des Landes beteiligen?

Ich stimme allen euren Punkten zu in Bezug auf Solidarität. Klar, sie müssen finanziell aktuell nicht einstecken. Aber das ist für mich was anderes als die Wehrpflicht. Man kann hier immer noch verweigern und anders dem Land helfen.

Anders: Auch ohne die Wehrpflicht Thematik sollte das Thema der sozialen Ungerechtigkeit behoben werden.

Ich finde @LiveSlow hat einen Punkt.

Warum sollte ein heute 18-jähriger, aus einer vergammelten Schule kommend und ohne Aussicht auf eine bezahlbare Wohnung, oder ein auskömmliches Einkommen, sein Leben für die Erben von den Würths oder Klattens dieser Gesellschaft riskieren?

Das denke ich nicht, die reichen Erben könne sich ein Attest zur Ausmusterung kaufen, oder viel besser: eine Offizierslaufbahn einschlagen und sich einen halbwegs sicheren Job in der Bundeswehr organisieren. Nach dem Krieg lassen die sich dann mit Lametta behangen als Helden feiern.

Ich bin Jahrgang 81 und zur hälfte Pole. Ich hab die Volksrepublik Polen mitgemacht. Auch aus meinen verklärten Kindheitserinnerungen kann ich rekonstruieren, dass es dort echt Scheiße war.
Aber wenn ich heute durch die ärmeren Viertel meiner Stadt gehe und sehe wie die Menschen dort leben, muss ich Euch leider sagen, dass der Unterschied zur Volksrepublik Polen in den 80ern nicht wirklich groß ist.

Nimm die Hälfte der Autos von der Straße, lass die Spielplätze noch ein bisschen mehr vergammeln und ersetzte alle Heizungen durch Kohle-Öfen samt Feinstaubbelastung. Fertig.

Wenn ich an meinen Sohn denke, dann kommt noch eine weitere Ungerechtigkeit hinzu. Er wird voraussichtlich in eine Schule gehen, in denen die Hälfte der Kinder keinen Deutschen Pass haben werden. Wenn er dann irgendwann fertig ist, dann kann die Hälfte seiner Freunde direkt studieren, oder chillen, während er noch ein Dienstjahr anhängen musss. Auch irgendwie unfair.

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Mein Argument soll nicht sein: Es gibt Ungerechtigkeiten also bin ich auch" “ungerecht” nicht solidarisch
sondern:

**Die maximale Form von Solidarität (Lebensrisiko) setzt maximale Fairness voraus.
(oder wenigstens das Streben danach was in der Repräsentation des Volkes: *“****47 Abgeordnete für den Antrag, 507 Abgeordnete stimmten dagege”

Kleine Ungerechtigkeiten im Steuerrecht wären dafür irrelevant – systematische Schonung extremen Vermögens ist es nicht.*
Denn hier reden wir nicht über Detailfehler, sondern über eine bewusste politische Entscheidung, enorme Leistungsfähigkeit nicht in Verantwortung zu übersetzen.

Ich möchte nicht unterstellen dass Überreiche genau wie alle anderen (gerecht) den Wehrdienst nicht leisten würden, sondern zeigen, dass Solidarität politisch dort eingefordert wird, wo sie weh tut – und dort geschont wird, wo sie am leichtesten wäre.
Aber die soziale Ungerechtigkeit wird ja nicht behoben. Sie wird ja immer weiter ausgeprägt.

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Ich bin mir der mangelnden Wehrgerechtigkeit durchaus bewusst. Trotzdem ist das Einschlagen einer Offizierslaufbahn kein wirklicher stichhaltiges Argument im Kontext der Wehrpflicht: Eine Offizierslaufbahn entbindet nicht von der Wehrpflicht und geht mit einer noch längeren Verpflichtung für das Militär einher. Das Argument würde ich wenn überhaupt in einem konkreten Kriegsfall sehen, nicht aber im Kontext der Wehrpflicht.

Woran machst du das […] fest?

Das stimmt nicht. In Deutschland leben 12-14 Millionen AusländerInnen. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung Deutschlands sind das 15%. Selbst wenn du fälschlicherweise davon ausgehen würdest, kein Mensch mit Migrationshintergrund hätte einen deutschen Pass, wären das keine 50%.

Die Implikation, es wäre ein Vorteil keinen deutschen Pass zu besitzen, da man dann keinen Wehrdienst machen müsste, ist darüber hinaus auch an den Haaren herbeigezogen.

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Ich finde das Argument in der Diskussion überzeugender, dass

Jemand weniger Erbschaftssteuer zahlt als ich nur weil er mehr vererbt

Als

Ich würde die Freiheit (auch die eigene) der Demokratie nicht verteidigen, weil jmd weniger Erbschaftssteuer zahlt als ich, nur weil er mehr vererbt

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Wo gibt es denn eine Statistik, die die Lebensverhältnisse heutiger armer Viertel in Deutschland mit den Lebensverhältnissen von Białystok in den 1980er Jahren vergleicht? Wäre mal interessant zu lesen. Ich sprach von meiner persönlichen Erfahrung.

Ja schon, aber die sind nicht alle gleich verteilt. Ich sprach von meinem Stadtteil, den ich jetzt hier nicht nennen werde, aber es gibt ja genug Städte, die Statistiken nach Stadtbezirken führen. Essen zum Beispiel. Dort picke ich mir das „berüchtigte“ Nordviertel heraus:

  • 13 % Arbeitslose
  • 67 % Doppelstaatler und Nichtdeutsche
  • 31 % Bezieher von Sozialhilfe.

Wird ein junger Mann, der dort aufgewachsen aus voller Überzeugung für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt kämpfen? Können wir das von ihm verlangen?

Ich weiß, der breite Konsens lautet: Deutschland ist voll toll und viel besser als Leben in einer Russischen Besatzungszone, aber das trifft leider nicht für alle Regionen in unserem Land zu. 7,4 % der Kinder leben in Armut, 15,2% der Kinder sind armutsgefährdet Quelle: Materielles Wohlbefinden von Kindern | UNICEF klärt auf

Ich hab kein Verständnis für junge Männer die keinen Bock auf Dienst haben und im Zweifelsfall lieber fliehen.
Aber bei den jungen Männern die aus unseren vergessenen Vierteln kommen und 18 Jahre Armut und Perspektivlosigkeit hinter sich haben, da würde ich mich sehr schwer tun diese an die Front zu schicken.

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Was mich interessieren würde:
Wenn jemand sagt, in Deutschland ist es so schlecht, das er/sie es nicht verteidigen würde….würde der oder die denn ehrenamtlich tätig werden um die Situation in Deutschland zumindest punktuell zu verbessern?
Also besteht eine grundsätzliche Bereitschaft etwas für andere zu tun?

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