„Von mir aus“ auch, weil ich von Homöopathie nichts halte. Aber letztlich reden wir hier ja insgesamt darüber, wie unsere Gesellschaft aufgebaut sein sollte.
Einigkeit herrscht denke ich hier weitestgehend darin, dass der Staat und andere öffentlich-rechtliche Hoheitsträger (wie z.B. die Krankenkassen) Homöopathie weder direkt noch indirekt fördern sollten, was konsequenterweise bedeutet, dass Homöopathie tatsächlich nicht „Kassenleistung“ sein darf.
Alles darüber hinaus ist eine andere Diskussion, nämlich: Inwiefern ist Homöopathie gefährlich (ähnlich wie z.B. Sekten oder Verschwörungstheorien gefährlich sein können) und welche staatlichen Maßnahmen sind gerechtfertigt, um einer etwaigen Gefahr zu begegnen, gerade im Hinblick auf die dazu notwendige Einschränkung von Freiheitsrechten der Homoöpathie-Anhänger? Und hier werden wir vermutlich zu sehr unterschiedlichen Sichtweisen kommen.
Einigkeit dürfte weitestgehend darin bestehen, dass keine „Heilwirkungen“ ohne Wirknachweis behauptet werden dürfen. Fasst man dieses Prinzip extrem stark (dh. Heilwirkungen dürfen nicht einmal impliziert werden) ist man schnell bei einem Verbot der Homöopathie, fasst man es eher locker (wie aktuell) gibt es viele Grauzonen.
Absolut, es soll auch nicht um ein Verbot der Placebos gehen. Wichtig fände ich nur, dass nicht übermäßig mit den Placebos verdient wird. Denn Placebos sind nun einmal einfache Zuckerpillen, die in der Produktion nicht einmal ein Cent pro Stück kosten - und entsprechend günstig müssen diese daher auch, wenn sie von den Krankenkassen übernommen werden sollen, angeboten werden.
Weder Pharmaunternehmen, noch irgendwelche Schwurbler, sollten hier die Möglichkeit erhalten, mit Placebos groß Kasse zu machen, denn die üblichen Argumente der Pharma-Industrie, warum Medikamente so teuer sind („Forschung und Entwicklung“) greifen hier einfach nicht, weshalb auch die Preise für „Pharma-Placebos“ absurd sind. Wenn also jemanden Globuli als Placebo besser helfen, meinetwegen - aber dann darf das Gramm Globuli nicht mehr einen Euro kosten, sondern eher einen Cent. Dann kann man meinetwegen darüber diskutieren, einige wenige homöopathische „Medikamente“ spezifisch als Placebo aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit von Placebos ausnahmsweise zuzulassen und von den Kassen übernehmen zu lassen, aber wie gesagt in einem so engen Kosten-Rahmen, dass damit nicht allzu viel verdient werden kann…