… Ein Stundenlohn wird diskutiert, der keineswegs als Stundenlohn zu verstehen ist. Denn wir wissen bei Dienstantritt noch nicht einmal, ob wir heute einen einzigen Euro verdienen werden und heute ein Kind geboren wird. Wir wissen es auch für den nächsten und übernächsten Dienst nicht. Und die Betriebskosten laufen weiter und weiter. Und es werden Kreißsäle geschlossen, weil die Hebammen nicht in jeder Klinik angestellt werden. Ach wie schön dass zur Geburt ein bekanntes Gesicht zur eigenen Begleitung zur Verfügung stand und dennoch, ach wie akzeptabel eine Anfahrt von 50 km in eine Klinik, in der man keinen Menschen kennt und in der dann auch definitiv nicht 1:1 betreut wird, ist? Wir hatten es anders und die Möglichkeit auf einem anderen Weg Familie zu werden, aber ob andere Menschen diese Chance, unabhängig von ihrem Wohnort ebenfalls erhalten, ist trotzdem gleichgültig.Wir wollten und brauchten eine Anpassung unserer Abrechnungssätze die zuletzt vor sieben Jahren verhandelt und damals reduziert wurden. Ist Ihnen bekannt , dass Entlohnungssysteme in Verhandlungen an anderer Stelle , zum Beispiel in der Chemie,mit dem Endergebnis einer Reduzierung von 20-40 % endeten? Unabhängig, kann wohl auch bedeuten, dass es Unabhängig von den wahren Umständen thematisiert wird. Danke für Ihre Zeit.
Verstehe ich nicht wirklich…
Auch nicht den Zusammenhang
Ich vermisse hier ein klares Bekenntnis zur Senkung der Komplikationsrate/Mutter-Kind-Sterblichkeit, die in Deutschland ja leider relativ hoch liegt (wenngleich wir dazu keine guten Daten haben, s. Lückenhafte Statistik - Wenn Müttersterben unsichtbar bleibt | tagesschau.de ). Aus meiner Sicht muss der Kuschelfaktor hinter der Sicherheit zurückstehen, die Wehmut, die viele ergreift, wenn das Schließen kleiner Abteilungen bedauert wird, würde im Fall einer Fehlbehandlung ja auch schnell Empörung weichen.
Liebe queenapril,
Dein Beitrag gefällt mir insgesamt gut, jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass nur die Hebammen, die primär in der Wochenbettbetreuung freiberuflich arbeiten profitieren. Das hat, als Kontext für die anderen LeserInnen, damit zu tun, dass WB bisher pauschal abgerechnet wurde und erst mit dem neuen HHV nach Zeiteinheiten.
Für alle Hebammen, die freiberuflich (und außerklinisch) Vorsorge und Geburtshilfe machen, verschlechtert sich die Situation dramatisch. Genannt seien exemplarisch an dieser Stelle die geänderten Wochenend- und Feiertagszuschläge. Diese wurden auf irrationale Randzeiten gedrängt, was zum Beispiel die Arbeit am Samstag quasi zum normalen Werktag degradiert.
Hallo TitanEngineer,
ich habe den Quarksbeitrag noch nicht gesehen. Jedoch möchte ich sagen: wenn es bei alternativer Medizin um Dinge wie Yoga, Hypnose und Akupunktur geht, dann sind wir wohl im Konsens über die Wirksamkeit.
Sicherlich spielst du aber auch auf die Nutzung von Homöopathie etc. an. Ich lasse mich persönlich ungern auf die Diskussion über die Wirksamkeit ein, was aber Fakt ist: eine Hebamme, die mit Homöopathie arbeitet, verdient daran keinen Cent.
Hallo Johanna,
Danke, dass du über die Mitgliederverhältnisse der Verbände aufklärst, das lag mir auch schon auf der Zunge. Allerdings würde ich widersprechen, in meinem Umfeld arbeiten einige Hebammen freiberuflich in der Geburtshilfe und Vorsorge. Auch für die verschlechtert sich die Situation mit dem neuen Vertrag deutlich! Warum das Netzwerk zugestimmt hat, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Ich würde mutmaßen, dass es auch mit dem Streit mit dem DHV zu tun hat.
Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: LdN 457 - Hebammen - Hausgeburten
Als Beleghebamme und langjährige Lage-Hörerin bin ich grundsätzlich dankbar für die Thematisierung des neuen Hebammenhilfevertrags, von eurer Umsetzung jedoch irritiert, da eure Analyse der Problematik nicht gerecht wird.
Die Zahlen die ihr als Stundenlohn pro Betreuung nennt, sind leider nicht korrekt, teilweise niedriger, und lassen sich im HHV nachlesen.
Leider lässt eure Aussage, dass das vorherige System mit den Pauschalen ausgenutzt wurde und uns nun auch deshalb 20-30 % Lohneinbußen erwarten, vermuten, dass dies ausschließlich am Ausnutzen des Systems läge, was nun ja nicht mehr möglich ist. Tatsächlich wird dies aber eher die Ausnahme gewesen sein, üblich ist eigentlich, dass die Betreuung einer Gebärenden über Stunden auf ein und dieselbe Hebamme abgerechnet wird und auch uns Hebammen, die korrekt abgerechnet haben, entfallen nun 20-30 % des Lohns. Die Abrechnung im 5-min Takt mag daher sinnvoll erscheinen, um Tricksereien entgegenzuwirken, sorgt aber nicht nur für etwas mehr Bürokratie, sondern ist einfach wahnsinnig zeitintensiv. Das ist Zeit, die uns bei der Betreuung Schwangerer verloren geht. Man hätte andere Lösungen finden können.
Die Aussage des GKV-Spitzenverbands, dass gut organisierte Beleghebammenteams die 1:1-Betreuung gewährleisten und dementsprechend auch abrechnen können, ist anmaßend. Als freiberufliche Hebammen sind wir deutlich flexibler und haben für unseren Kreißsaal mit circa 3000 Geburten pro Jahr ein System geschaffen, in dem wir durch mehrere Rufbereitschaften 24/7 immer Kolleginnen hinzurufen können, wenn die Kreißsaal-Situation dies erfordert. Von dem Geld, das wir für die Betreuung einer Gebärenden erhalte, müssen wir aber auch diese Kolleginnen in Rufbereitschaft bezahlen. Wenn wir einmal keine Schwangere/Gebärende im Kreißsaal haben, dann sind trotzdem (bei uns) bis zu 6 Hebammen vor Ort oder in Bereitschaft, auch diese unplanbaren Ausfallzeiten finanzieren wir uns von dem Stundenlohn, den wir erhalten, wenn wir betreuen. Diese Betreuungssituation lässt sich in keiner Klinik mit angestellten Hebammen abbilden. Da ist man bei dieser Geburtenzahl zu dritt, manchmal zu viert und sobald jemand ausfällt eben mal nur zu zweit, egal ob gerade eine Gebärende im Kreißsaal ist oder zwölf. Diese Erfahrungen habe ich selbst als ehemalige angestellte Hebamme gemacht. Unser Wechsel in die Freiberuflichkeit war nicht nur ein Schritt, um unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern auch um die Versorgungssituation der Familien die wir betreuen menschlicher zu gestalten.
Ein weiteres Problem, welches ihr leider nicht ansprecht, ist, dass wir Teile der ambulanten Versorgung Schwangerer in der Klinik/Kreißsaal nun gar nicht mehr abrechnen dürfen, bei nicht rein geburtshilflicher Indikation (z.B. abnehmende Kindsbewegungen, Hellp-Syndrom, Infekte, etc.) sind wir nun raus, allerdings müssen wir diese Betreuung trotzdem leisten, da eine rein ärztliche Abklärung kapazitiv in den Kliniken nicht realisierbar ist und dementsprechend fatal enden könnte.
Leider schließt ihr aufgrund der Einschätzung des SMC zur geburtshilflichen Versorgung daraus, dass ein Kreißsaal-Sterben die Versorgung nicht gefährde. Allerdings geht es bei den Daten des SMC ja um die 100 kleinsten Kreißsäle, wenn ich das richtig verstanden habe. Sollten immer mehr Kliniken mit Beleghebammen ihre Kreißsäle aufgrund des neuen HHVs einschränken oder gar schließen müssen, so betrifft das ja auch die großen Kreißsäle, häufig Level-1 mit Maximalversorgung, dementsprechend hat die Einschätzung des SMC wenig mit der Problematik der Beleghebammen zu tun.
Wir Hebammen begleiten jeden in Deutschland geborenen Menschen zu Beginn des Lebens und kämpfen dafür, dies auch weiterhin unter menschlichen Bedingungen tun zu können. Keine von uns macht diesen Job nur wegen des Geldes, allerdings macht ihn auch keine aus reiner Nächstenliebe. Auch wir haben Fixkosten und ich bin es leid, als hochspezialisierte Fachkraft in einem systemrelevanten Beruf mit dieser hohen Verantwortung eine faire Bezahlung rechtfertigen zu müssen. Zwar sagt ihr, dass es gut sei, dass Hebammen von ihrem Beruf leben können, jedoch euer Fazit, dass wir doch weiterhin oberhalb des Existenzminimums verdienen würden …, impliziert, dass es in Ordnung sei, Menschen grundlos 20-30 % ihres Lohns zu streichen, solange sie davon dann trotzdem noch leben können.
Eine Klarstellung der Aussagen, gerade eures Fazits, halte ich für notwendig. Danke trotzdem für die entgegengebrachte Wertschätzung.
Ich gehe meinem Beruf mit Leidenschaft nach und kämpfe, nicht nur für uns Hebammen, sondern vor allem für die Gebärenden, die Kinder, die Familien und einen sicheren Start ins Leben. Wie lange ich das noch kann, weiß ich nicht.
Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: LdN 457 - Hebammen - Hausgeburten
Vielen Dank für diesen Beitrag.
Ich bin selber Gynäkologin und diese Aussagen kann ich zu 100% unterschreiben.In der Klinik, in der ich arbeite, waren die Hebammen Jahrzehnte eigenberuflich tätig und es gab nie einen Versorgungsengpass. Seit November sind „unsere“ Hebammen nun angestellt, weil sie dezidiert durchgerechnet haben, dass sich die Selbstständigkeit nun definitiv nicht mehr lohnt. Auch im Angestelltenverhältnis werden sie nun deutlich weniger verdienen, aber da viele diesen Beruf aus Leidenschaft ausüben und die Tätigkeit im Kreißsaal nicht aufgeben wollten, wurde dies nun zähneknirschend akzeptiert: immerhin hat man nun die Möglichkeit auch mal krank sein zu „können“ oder bspw. in Elternzeit zu gehen usw. …
Zu glauben, dass die Geburtenbetreuung allerdings im Angestelltensystem besser würde, ist eine Farce. Die Kliniken müssen Umsatz machen, Personal ist teuer und ob eine Frau unter der Geburt nun gut betreut (im Sinne einer nahezu 1:1 Betreuung) oder am Ende „nur“ ein gesundes Baby auf die Welt gekommen ist, die Frau sich aber völlig allein gelassen gefühlt hat und traumatisiert ist, ist für den Profit egal!
Ich schätze seit vielen Jahren euren Podcast und eure Recherchen und euer „Eintauchen“ in die Themen. Seit April wünsche ich mi, dass ihr endlich einmal „unser“ Hebammenthema anschaut und recherchiert. Und wie bitter enttäuscht bin ich jetzt, …kenne mich in dem Thema extrem gut aus, kenne die Zahlen und die Fakten und bin entsetzt, wie ihr sie darstellt.
Doch der Reihe nach, was sind die Fakten, bei denen ich um Richtigstellung bitte:
Danke für die Wertschätzung und Anerkennung von euch, insbesondere von Philip zu Beginn des Beitrags
-
„Hausgeburtshilfe ist ja Geschmacksache und medizinisch fragwürdig/unsicher“ > Das ist so nicht haltbar. Bitte bleibt auch hier eurem journalistischen Anspruch treu, euch an Daten, Fakten und Evidenzen zu halten: https://www.quag.de/quag/publikationen.htm Die flächendeckend durch QUAG e.V. durchgeführten (da Pflicht) Perinatalerhebungen zeigen beste Outcomes von außerklinischen Geburten in einem strukturierten Setting, wie wir es in Deutschland haben können. Bestätigt sogar der GKV-SV https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2019.jsp Im Klinischen Setting wird nach dem gleichen Katalog erhoben (nur gibt es da natürlich mehr Bereiche…) https://iqtig.org/downloads/auswertung/aj2025/pm-gebh/DeQS-RL_PM-GEBH_AJ2025_BUAW_V02_2025-08-15.pdf
-
Schiedsstelle/ verschiedene Hebammenverbände: > Eine Recherche oder Hintergrundinformation zu den einzelnen Verbänden und wen diese vertreten, hätte ich auf eurem journalistischen Niveau erwartet, statt der Erzählung „die Hebammen sind sich nicht einig“. 22.000 Hebammen sind sich durchaus sehr einig und sind Mitglieder im größten Verband, der auch ALLE Hebammeninteressen abbildet und vertritt (Beleghebammen, ambulant tätige Hebammen, Hebammen in den Frühen Hilfen, Hebammen in der Lehre und Forschung, Hausgeburtshebammen, Geburtshäuser, Hebammenpraxen, Angestellte Hebammen und Werdenden Hebammen/Hebammenstudent*innen). Diese Hebammen bzw. deren Vertreterinnen haben in den Verhandlungen und im Schiedsverfahren 1 Stimme. 1 weitere Stimme hat der BfHD (Bund freiberuflicher Hebammen) der nur 600 Mitglieder hat, hauptsächlich Hausgeburtshebammen (im DHV sind insgesamt natürlich trotzdem mehr Hausgeburtshebammen). Und 1 Stimme hat das Netzwerk der Geburtshäuser, das gerade mal 30 Mitgliedsgeburtshäuser hat (im DHV sind 80 Geburtshäuser Mitglied, insgesamt gibt es in Deutschland um die 120 Geburtshäuser). Ich hätte mir gewünscht, dass ihr dieses krasse Missverhältnis an Stimmen und Stimmverteilungen und damit die absurde Ausgestaltung einer Selbstverwaltung, die so nicht funktionieren kann ordentlich thematisiert. Konstruktiver Journalismus hätte das Potential, an dieser Stelle über eine andere Auslegung von §134a des SGB V nachzudenken.
-
„Franziska Roesser betreibt eine Firma“: Würdet ihr auch sagen, dass eine Praxis von mehreren Ärzt*innen betrieben eine Firma ist? Oder würdet ihr da von einer Praxisgemeinschaft oder Partnerschaft sprechen? Laut deren webseite sind die Hebammen des Hebammenankers eine Partner*innenschaft (PG).
-
„So ne Hebamme durfte maximal 3 Frauen betreuen“ > Das ist faktisch falsch: Eine Hebamme durfte lediglich 2 Gebärende parallel begleiten, eine dritte durfte nur für eine Stunde abgerechnet werden. (nämlich, bis eine weitere Kollegin aus der Rufbereitschaft hinzugezogen ist und diese dann übernimmt.)
-
„über 120€ pro Stunde, kein schlechter Stundensatz“ > Wie wir aus Punkt 4 nun wissen, konnte das nur in Spitzenzeiten und nur begrenzt so abgerechnet werden. Die Regel waren also eher 2 x 41€. Die Formulierung Stundensatz lässt auch die Vermutung zu, dass diese 120€ „durchlaufen“ als konstanter Satz zu jeder Stunde eines Diensts. Auch das ist nicht der Fall. Geburten und Aufkommen in einem Kreißsaal sind nicht linear, es gibt auch Stunden in denen gar keine Gebärende vor Ort ist. Dann ist der Stundensatz 0€. Oder wenn eine Beleghebammen einen Fortbildung besucht, dann ist der Stundensatz 0€ minus die Kosten der Fortbildung. Einen Stundenlohn oder Stundensatz einer freiberuflichen Hebammen gibt es in dem Sinne also nicht und es ist unseriös hier mit Zahlen zu argumentieren, die sich scheinbar mit regulären Stundenlöhnen z.B. in einer Anstellung oder mit Freiberuflern mit festen Stundensätze vergleichen lassen.
Danke für die Richtigstellung. Auch an alle anderen hier. Ich durfte unser jüngstes Kind just vor einem Monat mit Hilfe von Beleghebammen zur Welt bringen und bin sehr dankbar für ihre Arbeit und dass es durch ihre Organisation zu einer quasi 1:1 Betreuung kommen konnte.
Das bedeutet nicht, dass eine Hebamme unter Geburt stundenlang Händchen halten soll. Im Gegenteil ist es für die werdende Mutter ab und zu auch mal gut 10 Minuten alleine zu sein.
Es ist aber etwas anderes wenn eine Hebamme für sieben oder zwei Frauen gleichzeitig zuständig ist, und es ist das System der Beleghebammen das durch Rufbereitschaft sicherstellt, dass immer genug Hebammen pro gebärende Frau im Kreißsaal sind.
Bereits in einem anderen Threads schrieb ich deshalb folgendes:
edit: hier stand noch, dass meiner Meinung nach die Darstellung des neuen Hebammen-Hilfsvertrags in der Lage nicht richtig ist.
-
„Für die erste Frau gibt es statt 41€ jetzt 71€“ –> .. ist falsch. Da Beleghebammen immer nur 80% des im neuen Hebammenhilfevertrags angesetzten Stundesatzes (von eben 74€) bekommen, egal was für eine schöne 1:1 Betreuung sie machen, erhalten sie immer nur maximal 59€.
-
„Für eine intensive 1:1 Betreuung bekommt eine Hebamme jetzt einen sehr lukrativen Zuschlag“ > naja. Der „sehr lukrative“ Zuschlag ist in Bonus vom 101€ für einen (sehr rigide und praxisfern geregelten) Zeitraum von 4 Stunden. Er ersetzt im Grunde eine Geburtspauschale von um die 180€, die es im bisherigen Vertrag für jede Geburt gab. Es ist faktisch also einfach eine Kürzung, die für dieses vorgeschobene 1:1 Setting ein bisschen geringer ausfällt. Wisst ihr, ich und der DHV kämpfen seit Jahren für eine 1:1 Betreuung und die entsprechenden Stellenschlüssel. Eine 1:1 Betreuung braucht es nicht nur 2 Stunden vor der Geburt, sondern immer dann, wenn die gebärende Person sie braucht. Möglicherweise auch schon 5 Stunden vor der Geburt. Oder auch bei der Begleitung einer Fehlgeburt oder Todgeburt. Das berücksichtigt der neue Vertrag aber in keinster Weise. Eine 1:1 Betreuung ist kein Spaarmodel: Wenn ich diese sicherstellen möchte, dann muss ich nämlich genügend Personal (Hebammen) zur Verfügung haben, dass diese bei einem hohen Geburtsaufkommen tatsächlich 1:1 betreuen können und wenn weniger los ist, aber trotzdem „vorgehalten“ oder in Bereitschaft sind (und da dann auch einen Verdienst haben). Das ist bei der Feuerwehr oder beim Rettungsdienst z.B. auch so. Mit 101€ Pauschale und Kürzungen an allen andern Stellen, sind diese Vorhaltekosten unmöglich abzudecken. Der Vertrag verschlechtert so leider die Chancen auf einen 1:1 Betreuung.
-
„Die Krankenkassen wollen die Kosten dämpfen“: Alle alle alle Leistungen von freiberuflichen Hebammen (und da zählen die Beleghebammen ja dazu und auch der Sicherstellungszuschlag um den es später noch geht), die den gesetzlichen Kassen in Rechnung gestellt werden betragen gerade mal 0,28% des gesamten Topfes der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Bei knapp 700.000 Geburten im Jahr in Deutschland. Sorry, die freiberuflichen Hebammen sind nicht das Kostenproblem des Gesundheitssystems. Echt nicht.
-
„weil es … Tricksereien bei der Abrechnung gegeben hat“ > Das Beispiel mit den 3 Hebammen innerhalb einer Sunde, das ihr nennt war so bisher auch nicht möglich.
-
„Doppelabrechnungen“ > Doppelabrechnungen sind Betrug. Ihr stellt eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht. Ich sitze hier und heule, weil ich diesen Eindruck den ihr hier erweckt so unglaublich ungerecht und unzulässig finde. Abrechnungsbetrug ist Abrechnungsbetrug und geht gar nicht, aber eine ganze Berufsgruppe oder mindestens eine Untergruppe, nämlich die Beleghebammen dessen zu verdächtigen ist ein starkes Stück. Und damit implizit zu sagen, ALLE Hebammen haben es deshalb „verdient“ nun „stärker reglementiert“ zu werden. Die allermeisten Hebammen haben rechtschaffend und nach den vom GKV vorgegebenen (und übrigens penibel kontrollierten) Regelungen abgerechnet. Und die Regelung über diese Pauschalen war keineswegs eine, die immer zugunsten der Hebammen ausgefallen ist.
-
„Aber die Abrechnung muss digitalisiert werden, Digitalisierung ist im HHV auch vorgesehen“ > nein. Vorgesehen sind weiterhin (im Jahre 2025!) Quittierungsbögen aus Papier, die weiterhin per Post an die Abrechnungsdienstleister der Krankenkassen geschickt werden müssen. Und aus einem DIN a 4 Bogen bisher werden locker mal 4, weil wo bisher pro Leitung 1 Kreuzchen gereicht hat, nun bis zu 4 notwendig sind. Nun muss auch eine telefonische Beratung auf Papier quittiert werden.
-
„Es geht um die Stärkung der 1:1 Betreuung“ > faktisch ist das nicht der Fall und ein vom GKV vorgeschobenes Argument. Siehe meine Begründung unter Punkt 8. Thema Vorhaltekosten. Siehe auch hier: https://hebammen-bw.de/faktencheck-gkv-pressemitteilung/ und https://hebammen-bw.de/wp-content/uploads/Fakten-Check-ausfuehrlich.pdf
-
„Teams in kleinen Kliniken profitieren“: Ja diese Teams haben in der Regel die höchsten 1:1 Quoten und besten Zufriedenheitswerte der Betreuten Frauen und Gebärenden (und auch eine hohe Arbeitszufriedenheit der Hebammen). Können sich aber keine hohen Vorhaltekosten leisten und werden zudem massiv von den Streichungen der ambulanten Hebammen-Leistungen im neuen Hebammenhilfevertrag getroffen. (In allen Kliniken in D werden im Kreißsaal nicht nur Geburten begleitet, sondern alle Schwangeren, die eine Problematik haben die Betreuung oder der Abklärung bedarf: Blutungen, Plazentalösungen, vorzeitige Wehen, nachlassende Kindsbewegungen, Kontrollbedürftige Befunde aus dem ambulanten Setting wie z.B. Gynäkologischen Praxen.) Diese ambulanten Leistungen decken bislang in Beleggeburtshilfen logischerweise Beleghebammen ab. Die meisten dieser Leistungen konnten sie bislang mit den Kassen abrechnen, das ist mit dem neuen Vertrag nun gar nicht mehr möglich. Das bedeutet hohe Verdienstausfälle und Organisatorische Herausforderungen für die Kliniken: wer soll diese Leistungen dort nun erbringen? Spoiler: die Ärtz*innen allein können es personalschlüsseltechnisch nicht leisten und MTAs sind nicht dafür qualifiziert und ausgebildet. …
-
„Krankenkassen möchten eine Umorganisation hin zur 1:1 Betreuung.“ > Da bin ich nicht so sicher. Im Rahmen der Bezahlung von Geburten im angestellten System wird eine 1:1 Betreuung in keinster Weise gefördert oder finanziell belohnt. Hier sind 1:3 oder 4 Betreuungen die Regel. (Unvermeidbar durch die schlechte Vergütung von physiologischen Geburten)
-
„Abrechnungsdienstleister AHZ“ > ich nehme an ihr meint die AZH
-
„Es scheint attraktiver zu sein das Krankenhaus zu verlassen und ambulant zu arbeiten“ > ehrlich gesagt wissen wir (noch) nicht, was all die Hebammen die jetzt die Beleggeburtshilfe verlassen machen werden. Sicherlich werden manche nun ambulant arbeiten. Aber auch hier bleibt der Vertrag ja weit hinter der notwendigen Grundlohsummensteigerung seit 2018 zurück. Viele Hebammen (zumindest hier in Baden-Württemberg) verlassen den Hebammenberuf nun komplett und orientieren sich beruflich um. Bei ohnehin bestehendem Hebammenmangel (regional unterschiedlich stark ausgeprägt) verlieren wir also noch mehr Hebammen. Das ist keine gute Nachricht für die flächendeckende Versorgung von Familien.
-
„Die Vergütung soll 2026 evaluiert werden“ > woher habt ihr 2026? Der GKV spricht davon, dass erst Mitte 2027 alle Abrechnungsdaten vorliegen werden (auf Grund von Abrechnungsfristen) und erst dann ausgewertet werden kann. Fun Fact: in der Vergangenheit hat der GKV „seine“ Abrechnungsdaten nie transparent zur Verfügung gestellt.
„Es ist unklar, was für Auswirkungen der Vertrag für die Frauen und Kinder haben wird“ > In BW haben bereits heute 40% der ehemals 20 Beleghebammenteams aufgegeben. Zahlreiche Hebammen in BW bieten nun keine Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungskurse mehr an, da sie das unternehmerische Risiko auf Grund der neuen Regelung für versäumte Kursstunden nicht mehr tragen können. Kliniken, an denen die Hebammen nun angestellt werden, haben unglaublich viele freie Planstellen durch die Umstellung, weil nicht alle Hebammen in die Anstellung gehen und weil Stunden die bisher im Rahmen der Freiberuflichkeit keine Dienstzeiten waren nun vergütet werden müssen (Fortbildungen, Besprechungen, Supervision, Krankheit, Urlaub).
-
„Hebammen wollen nicht angestellt arbeiten wegen Arbeitnehmer*innenschutz“ > Hier wäre vielleicht ein Hinweis schön gewesen, wie belastend und ungesund Schichtdienst und Nachtarbeit insgesamt ist. (fun fact: der neue Hebammenhilfevertrag kürzt die Zuschläge für Nacht und Wochenendarbeit). Die meisten Hebammen haben aus dem Angestelltensystem ins Belegsystem gewechselt wegen der schlechten Personalschlüssel und weil sie dort so viele Gebärende gleichzeitig betreuen mussten (siehe Punkt 15). Konstruktiver Journalismus wäre hier nicht gewesen den Arbeitsschutz in Frage zu stellen, sondern bessere Arbeitsbedingungen und Stellenschlüssel (Stichwort Förderung 1:1 Betreuung) zu fordern.
-
„Wäre es dann schlimm, wenn Geburtskliniken wegfallen?“: Für BW kann ich das bejahen. https://hebammen-bw.de/ Bitte einmal genau diese Karte studieren, in BW hat schon eine große Zentralisierung stattgefunden. Insbesondere in „der Fläche“ und auf „dem Land“ können wir keinen einzigen Kreißsaal mehr verlieren. Insbesondere die Level 1 Kliniken (Maximalversorger) im Ländlichen Raum dürfen nicht verloren gehen. Bei uns sind in der Fläche 3 Level- 1-Häuser im Belegsystem organisiert. Die Geburtshilfe der Hebammenanker Hebammen aus Stralsund versorgt z.B. ganz Rügen mit. Schaut euch mal bitte die Landkarte an, was passiert, wenn die wegfallen werden.
-
„große Klinik = beste Versorgung“ > Studien zeigen eigentlich, dass je nach Risikogruppe die Steuerung der Versorgungslevel erfolgen sollte. So wie in erfolgreichen Gesundheitssystem wie z.B. Skandinavien. High Risk = Hohes Versorgungslevel, low risk = Hebammengeleitete Geburtshilfe. Durch die fehlende Steuerung in Deutschland (alle, auch low Risk Schwangere, gehen in die Hohen Versorgungslevel), stehen dort für die wirklich high risk Schwangeren zu wenig personelle Ressourcen zur Verfügung. Große Kliniken sind am weitesten von einer leitlinienkonformen 1:1 Betreuung entfernt https://www.iges.com/kunden/gesundheit/forschungsergebnisse/2020/hebammen/index_ger.html
-
… eine Stunde Anfahrt ist unzumutbar und geradezu gefährlich. Es geht ja nicht nur darum, dass es „unbequem“ ist Wehen im Auto zu haben – eine Aussage die übrigens sehr abwertend ist, für das was Gebärende leisten- es geht auch um die Erreichbarkeit von der nächsten Geburtshilfe im Fall von Notfällen. Bei einer Blutung z.B. wegen einer Placentalösung zählt jede Minute!!!
Kleine Korrektur: Als max. Anfahrtszeit für den größten Teil der Schwangeren soll 30-40 Minuten betragen.
25. Thema Haftpflichtversicherung: den Sicherstellungszuschlag gibt es nur für Geburtshaftpflichtversicherungen, für die Haftpflichtversicherung ohne Geburtshilfe gibt es von den Kassen keinerlei Erstattung
26. „Die Haftpflichtsumme wird nahezu vollständig erstattet“ > das stimmt nicht, 75% werden nach einem sehr umständlichen, bürokratischen und super analogen Antragsverfahren erstattet (und zählen dann als Einnahmen, die versteuert werden müssen). In der Regelung hierzu, ist keine Zahlungsfrist für den GKV festgelegt. Aktuell verzögert der GKV z.B. die Auszahlungen über ein halbes Jahr und mehr. Das heißt, diese Rückerstattung erfolgt mit großem zeitlichem Verzug. Und wenn ihr jetzt mal nicht von einem Wolkenkuckucksheim Umsatz von 10.000€ ausgeht, sondern von 3.000 – 6.000€, dann kann das sehr wohl eine existenzielle Belastung sein.
27. Vielen Dank aber, dass ihr mir 3.000€ netto gönnen würdet und das auch der Verantwortung angemessen fändet. Ist aber leider weit an der Realität vorbei.
28. „Damals mit der Haftpflichtproblematik haben die Hebammen auch schon so ein Drama gemacht, dass jetzt alles zusammenbricht und es ist nicht passiert“ > Das ist auch eine Form des von euch ja gerne zitierten Präventionsparadox: Es war nämlich so damals: Die Haftpflichtsummen sind exorbitant gestiegen (zur Orientierung: am Anfang meines Hebammenlebens 2008 haben ich pro Jahr 2.800€ gezahlt, heute sind es 14.000€) und obwohl das ja letztlich Ausgaben im Rahmen der Leistungserbringung (und nicht zu unserem persönlichen Vergnügen) sind, haben sich die Kassen geweigert, diese Kosten in den Gebühren (Hebammenhilfevertrag und so) zu berücksichtigen. Der damalige Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat dann eine Art Machtwort gesprochen und so entstand der Sicherstellungszuschlag. Hätten wir Hebammen damals nicht so ein „Drama“ gemacht und hätte es deshalb dieses (übrigens mittelgute Lösung) nicht gegeben, dann gäbe es viele Hebammen heute nicht mehr. Ich z.B. hätte meine Tätigkeit aufgeben müssen.
…
Ich bitte euch, um eine Richtigstellung in eurer nächsten Sendung. Insbesondre des Betrugsvorwurfs und der Suggestion, Hebammen könnten (wenn sie nur fleißig genug seien) 10.000€ Umsatz/ Mo machen.
Ich stehe gerne für Rückfragen und Gespräche zur Verfügung.
Schaut auch gerne mal auf diesem insta kanal vorbei: hebammenverband.bw
Vielen Dank euch für eure Arbeit, die ich seit Jahren sehr schätze!
Herzliche Grüße,
ruth
Hier kommt jetzt der Aspekt, bei dem mir eine Richtigstellen am aller aller wichtigsten ist:
- „Eine Hebammen macht … 8.000€ Umsatz (edit Mod.) im Monat, ach lass uns auf 10.000€ runden und immer von dieser Zahl ausgehen“ > wieder sitze ich heulend da und fühle mich sowas von falsch gesehen und verleumdet. Diese Beispielrechnung des GKV, die auf einen Umsatz von 8.000€/Mo kommt ist schon völlig unrealistisch und wird im Faktencheck des DHV sehr wohl widerlegt: Eine solche Beispielwoche gibt es einfach nicht. Siehe auch hier https://hebammen-bw.de/faktencheck-gkv-pressemitteilung/
Ihr rundet jetzt aber aus dem Bauch heraus (oder vielleicht vom Hören sagen von einzelnen Hebammen aus der Berliner Bubble) noch auf 10.000€ auf. …Ich spreche für 3300 Hebammen hier in BW, bin bestens vernetzt und habe selber bis März 2025 über 16 Jahre freiberuflich gearbeitet. Ich kenne keine Hebammen die jemals soviel verdient hat. Eine Hebamme die sich dumm und dusselig arbeitet kommt vielleicht in guten Monaten auf 7.000€ Umsatz, aber in Monaten, in denen sie krank ist oder Urlaub macht, auch auf gar keinen Umsatz. Der Jahresumsatz ist also großen Schwankungen unterworfen. Und die Realität ist leider auch, dass viele Hebammen, insbesondere die, die hauptsächlich Wochenbettenbegleiten Umsätze von gerade mal 2.000 – 3.000€ Umsatz erzielen. Und da wir hier von Selbstständigen Unternehmerinnen sprechen, sagt der Umsatz gar nicht so viel aus. Interessant (und für die Mehrheit eurer Hörer*innen, die eher angestellt sein dürften) wäre, das was nach der Einkommens-Überschuss Rechnung übrig bleibt (also der Gewinn). Oft geht da nämlich die Hälfe der Einnahmen an Kosten wieder ab. Und von dem, was da noch übrig bleibt gehen dann noch die kompletten Sozialabgaben ab. Selbst von 6.000€ bleibe da oft nur noch 2.000€ und weniger übrig. Ihr erweckt hier den Eindruck, dass Hebammen regelhaft 10.000€ verdienen und verdienen können. Das ist einfach nicht der Fall. Erschwerend kommt hinzu: wir sprechen von einem Beruf der überwiegend von Frauen ausgeübt wird, diese sind also in hohem Masse von Care-Arbeit betroffen und arbeiten daher seltener Vollzeit. Zusätzlich dazu ist der Hebammenberuf so ein krasser und belastender Beruf, dass die wenigsten Hebammen über einen längeren Zeitraum Vollzeit arbeiten können.
Von 8.000€ Umsatz träumen die allermeisten meiner Kolleginnen und ich. Wir sind extrem weit davon entfernt. Und es ist sehr verletzend, dass ihr diese Summen und mehr auf alle Hebammen verallgemeinert. . Fun fact: meine Bank räumt mir als Selbstständiger Person mit so einem kleinen Einkommen keinen Dispo fürs Girokonto ein. Die scheinen meine Finanzkraft anders als ihr einzuschätzen ; )
Hallo,
ich bin freiberuflich als Ärztin in einer kleineren Stadt tätig und betreue u. a. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft. Schon aus Sorgfaltspflicht raten wir Ärzte diesen Patientinnen zu einer Entbindung in einer größeren Einrichtung wie der Uniklinik, auch, wenn der Fahrtweg weiter ist.
Sollten jedoch die angesprochenen 100 Geburtsstationen schließen, müssten alle Beleghebammen mit ihren schwangeren Frauen diese weiten Wege fahren. Das heißt 40 Minuten Fahrweg in die Klinik, 12 Stunden-Schicht und danach wieder 40 Minuten zurück fahren.
Die Arbeit von Hebammen richtet sich nicht nach der Uhr. Sie müssen Tag und Nacht bereit sein, den schwangeren Frauen beizustehen, diese zu Hause bestreuen oder in die Klinik begleiten.
Das erfordert eine sehr gute Planung des eigenen Lebens, der eigenen Familie. Ich glaube, das das nur die wenigsten Menschen machen wollen.
Wenn ich bedenke, wieviel Miete in einigen großen Städten für das Büro und die Räumlichkeiten für Geburtsvorbereitungskurse gezahlt werden müssen, ein Auto unterhalten werden muss, denke ich nicht, dass 10000 Euro Umsatz pro Monat großzügig sind. Meines Erachtens ist das eher knapp bemessen.
Was mich aber mehr umtreibt ist, das es aus einspartaktischen Gründen der Krankenkassen 100 Geburtseinrichtungen weniger geben wird. Wo werden dann die zukünftigen Ärzte und Hebammen ausgebildet?
Es wird in allen stationären Bereichen deutlich weniger Ausbildungsplätze für Assistenzärzte geben.
Mein Sohn war 2018 ein Schuljahr in Großbritannien. Sein Gastvater musste an einem Nierentumor operiert werden. Das spezialisierte Krankenhaus befand sich 2-Autostunden entfernt. Er wurde privat hingebracht und musste nach 4 Tagen (frisch operiert) wieder abgeholt werden.
Ich denke nicht, dass wir diese „englischen“ Verhältnisse wollen. Natürlich sollten wir wirtschaftlich handeln und sparsam mit Ressourcen umgehen. Dafür gibt es aber viele andere Möglichkeiten, wie eine bessere Patientensteuerung oder eine Steuerung von Arzneimittelkosten oder eine Verschlankung der Krankenkassen.
VG Annett
Danke, dass ihr ein medizinisches Thema bearbeitet, und eines, das nicht in der Tagespolitik auftaucht. Ich denke aber bezüglich der Arbeitszeit und Schichtsystem muss das Thema differenziert betrachtet werden. In einem Kreißsaal mit Hochbetrieb, z.B. bei einee Klinik der Maximalversorgung, muss zwingend auch zum Schutz der Patienten eine maximale Arbeitszeit von 8 Stunden und ausreichend Ruhezeit zwischen den Schichten gewährleistet sein. In Kreißsälen mit niedrigem Arbeitsaufkommen können Hebammen gerne länger arbeiten. Ich kenne die genaue rechtliche Situation nicht, als Arzt auf einer Intensivstation kenne ich aber auch heute noch bis zu 24 Stunden Schichten - ein Teil wird als Bereitschaftsdienst deklariert und man findet durchaus auch Schlaf in dieser Zeit. Auf der Intensivstation des Maximalversorgers ist 8 Stunden für einen Arzt, auch für eine Pflegekraft, das absolute Maximum. Und so sehe ich das auch bei Hebammen und übrigens auch beim Rettungsdienst, 8 bis 12 Stunden ok (auch rechtlich möglich), von 24 Stunden würde ich mich persönlich lieber verabschieden.