Das Alleinstellungsmerkmal ist ja weiterhin der Klimaschutz. Das bedienen die übrigen Parteien kaum. Wer sich also Klimaschutz wünscht, wird eher Grün als Schwarz wählen. Wer allerdings in der chemischen Industrie oder in der automobilnahen Industrie arbeitet, wundert sich dann vielleicht doch über manche Idealo-Vision, die den eigenen Arbeitsplatz unsicherer zu machen glaubt. Beispielsweise, wenn Idealos darüber sinnieren, ob man energieintensive Industrie überhaupt in Deutschland haben sollte, oder ob man Verbrenner verbieten sollte, die Bürger absurderweise in großer Zahl aber weiterhin kaufen. Und da sprechen wir noch gar nicht über die gesellschaftspolitischen Konflikte. Dieser Wähler wird dann vielleicht doch eher schwarz wählen als Klimaschutz. Als Realo-nahe Person muss ich sagen, es nervt wenn die Chance Dinge verändern zu können, markigen Idealoworten geopfert wird.
Demnach leben knapp 60 % der Deutschen mindestens in Mittelstädten. Ich denke das verstellt den Blick. Der Mediandeutsche lebt in einer Kommune mit nur 30.000 Einwohnern. Das ist alles andere als urban.
Das deute ich doch gar nicht aus Cems Sieg allein. Ich habe eingangs mehrere erfolgreiche grüne Realos benannt, die ihre Partei zu Meilensteinen geführt haben. Von Idealos habe ich keine vergleichbaren Personalien im Kopf.
Dem widersprechen innerhalb der Grünen aber doch einige: Verbrenner-Aus, die Causa Palmer, die konservative Haltung zu Wirtschaft und Migration… Da sind Parteilinke und BW-Grüne sich nicht wirklich grün.