GKV, Private KV und Selbstzahler

Ich halte allerdungs für falsch diesen Systemfehler dann zu verteidigen, wie es regelmäßig passiert, wenn es um die GKV und dann zwangsläufig auch bald um die PKV geht. Dass Systemfehler, obwohl jeder sie als solche erkennt, weiter existieren, kann also nur mit dem Egoismus der Nutznießer begründet werden.

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Ich hab vor mittlerweile 3 Jahren gewechselt (als Beamter wird man finanziell ja quasi genötigt). Bin bei den gleichen Ärzten wie vorher und abgesehen von MRT-Terminen merke ich nichts von einer Sonderbehandlung. Wegen des ständigen Papierkrams wäre ich persönlich viel lieber in der GKV geblieben, aber da zahlt man als Beamter mehrere hundert € mehr pro Monat. Hatte ich an anderer Stelle schon geschrieben, dass hier mMn eine low-hanging fruit für einen Systemwechsel läge: wenn der Staat den Arbeitgeberanteil in der GKV übernehmen würde, würden weniger Beamte in die PKV wechseln und deren System dadurch schon erheblich unter Druck geraten, weil die kritische Masse an Versicherungsnehmern nur mit sehr einkommensstarken Personen schwerer zusammenzubringen ist. Dafür müsste man nicht mal sofort die Beihilfe streichen, dann könnte man die erwartbare Kritik aus versicherungsnahen Politikbereichen unter Verweis auf Wahlfreiheit ganz gut abwehren, denke ich.

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Exakt. Ich lese nie “don’t hate the player, hate the game. Ich habe dadurch über Jahrzehnte 100€ und mehr pro Monat gespart, bei besserer Leistung. Bei aller Liebe zur sozialen Gerechtigkeit, es wäre auf einer persönlichen Ebene unklug gewesen.”

Stattdessen heißt es (übertrieben): “Was wollt ihr, wir finanzieren das alles hier. Ohne uns lief nichts!”

Das gehört für mich zur Eigenverantwortung dazu. Ich bin eh dagegen, systemische Probleme zu individualisieren. Weder bei Klimaschutz noch im Gesundheitswesen.

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Ich kann dir nicht genau sagen, warum man das so regelt (außer dass das der PKV einen erheblichen Teil ihrer Geschäftsgrundlage sichert). In Hamburg zumindest wurde das mWn vor einigen Jahren geändert, aber wie da die Erfahrungen sind, habe ich nicht mitbekommen.

Ich hatte das bewusst und deutlich als anekdotischen Hinweis gekennzeichnet. Dass es systematisch zu Ungleichbehandlungen kommt, ist damit natürlich nicht widerlegt und wollte ich auch nicht bestreiten, nur aufzeigen, dass ich persönlich nicht soviele Vorteile wahrnehme, dass sich der bürokratische Mehraufwand, jede Rechnung einzeln überweisen und doppelt einreichen zu müssen, für mich persönlich wirklich lohnt. Ich würde lieber ganz normal in der GKV versichert sein, da hat es mir bisher hinsichtlich Behandlungen etc. nur an Stellen gefehlt, die auch in der PKV schwierig sind. Mein Eindruck ist deswegen, dass eine Gleichbehandlung mit der GKV durch den Dienstherren einige Übertritte in die PKV verhindern könnte.

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