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Stimmt, mit 21 war ich noch in der Frühphase meines Studiums. Ich bin wohl 1999 mit 29 gewechselt. Dotcom hat noch fleißig geblubbert, Informatiker waren gefragt und gut bezahlt, da hat’s für die damalige Schwelle gereicht. Da hab ich mich noch gesund und fit gefühlt, und Single war ich auch - das ist ja auch ein wesentlicher Punkt, die PKV will pro Nase, nix Familienversicherung.
Es kann gut sein, dass heute a) die Schwelle schwerer zu erreichen ist (von vielen politisch ja gewünscht) und b) die medizinische Diagnostik Fortschritte gemacht hat, so dass nun chronische Krankheiten schon früher erkannt werden, und damit dann aktenkundig sind.
Das ist sicher ein Aspekt, aber mMn nicht der einzige:
- bei der PKV habe ich eine Selbstbeteiligung, bei mir momentan 340€/a - nur der übersteigende Betrag wird erstattet; es gibt auch eine Beitragsrückerstattung eines Teils des ambulanten Beitragsteils bei Schadenfreiheit, die ggf. anreizt, die Kosten selber zu tragen.
- ich muss die Rechnungen und Medikamente zunächst selbst bezahlen, das wird manche Versicherte auch dazu bringen, zu hinterfragen, ob es das jetzt braucht, und/oder die Rechnungspositionen gründlich prüfen lassen. Es gibt ja jetzt aufgrund der ePA zumindest anekdotisch Berichte, dass bei GKV-Patienten gelegentlich überraschende (abrechenbare) Krankengeschichte enthalten ist, als Privatpatient sehe ich alles.
- zwischen Einnahmen und Leistungssumme liegen ja auch noch die Kosten des Systems. Es könnte durchaus sein, dass sich PKV da schlanker aufstellen als der Apparat, den die GKV aufgebaut hat - teilweise auch vom Gesetzgeber genötigt wurde aufzubauen, personell wie technisch. Andererseits sind ein Teil der PKV auch darauf aus, Gewinne zu erzielen; meine nicht, die ist ein V.V.a.G. (Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, ein bisschen wie eine Genossenschaft der Versicherten).