Familienförderung mal anders: Steuern und Abgaben erst ab der zwanzigsten Arbeitsstunde in der Woche

Deutsche sterben langsam aus, das ist keine Neuigkeit: Zahl der Geburten sinkt im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit - Statistisches Bundesamt, aber in den letzten Jahren verstärk sich der Effekt.

Ich bin 2020 Vater geworden und es ist hat mich überrascht wie sehr Kinder das Leben in ein davor und danach trennen und wie hoch der finanzielle und organisatorische Anspruch an Menschen mit Kindern gegenüber ohne ist. Daher überrascht es mich jetzt nicht mehr, dass sich viele gegen Kinder entscheiden.

Da meine Frau und ich beide berufstätig sind tut uns die mangelnde Zeit am meisten weh. Die anderen Minuspunkte will ich der Einfachheit halber ausklammern.

Was hieltet Ihr davon, wenn Steuern und Abgaben bei Eltern von Minderjährigen erst ab der 20 Arbeitsstunde in der Woche fällig werden?

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Wäre ich dafür wie für jede Entlastung für Familien. Wäre meiner Meinung nach überfällig da weit mehr zu entlasten.

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Und 1 Tag, nachdem das implementiert wird, haben alle Eltern einen Arbeitsvertrag über 20 Stunden mit gleichem Gehalt und 20 freiwilligen Überstunden (wenn sie das Geld brauchen) oder 80% vom momentanen Netto und 50% Arbeitszeit, wenn sie gut verdienen.

Da kann ich mir bessere Entlastungsmöglichkeiten für Familien vorstellen.

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Völliger Fehlanreiz für Arbeit. Danach alle nur noch auf 50% Teilzeit und wir machen den Laden dicht? (Überspitzung, aber Krankenhäuser, Pflege, etc. sind alle auf mehr und nicht weniger geleistete Arbeitsstunden angewiesen)

Der Fehler liegt darin zu glauben, dass sich Kinder mit zwei Vollzeitjobs vereinbaren lassen und die Fehlentwicklung liegt darin, dass man heute zwei Gehälter braucht, wo früher eins gereicht hat.

Ja, in meinem Modell würden die Eltern von Minderjährigen (!) mit etwas mehr als 20 Arbeitsstunden auf ihr altes Netto kommen, und hoffentlich dann ihre Kinder selbst betreuen. Und genau das ist ja mein Plan.

Da die Abgaben ab dem ersten Cent fällig werden belohnt diese Entlastung auch Geringverdiener.

So wie es jetzt ist, ist es doch schlecht, oder?

  • Geburten gehen zurück.
  • Ehrenamtliches Engagement geht zurück.
  • Immer mehr junge Menschen wandern aus.

Was wären denn Eure Ideen um die Geburtenraten anzukurbeln, oder seht Ihr den Rückgang gar nicht als Problem?

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Ich sehe das Problem eines Rückgangs nicht. Dank immer höherer Effizienz und Automatisierung brauchen wir in Zukunft viel weniger Arbeitskräfte für die gleiche Produktivität. Die Sozialsysteme müssen so oder so reformiert werden. Das ein Leben mit Kindern anders ist als eines ohne ist doch der Sinn der Sache. Inwiefern die Gesellschaft die negativen Aspekte auffangen sollte ist halt die Frage, aber das Kinder haben ist ja immer auch eine individuelle Entscheidung die man heutzutage ja sogar rel. frei wählen kann.

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Im Monat über 80 Stunden weniger arbeiten und dafür auf 12,5% meines Gehalts verzichten? Bin ich sofort dabei. Völliger Fehlanreiz, aber wenn das käme, würde ich nicht nein sagen.

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Nur weil die Probleme parallel auftreten, hängen sie noch nicht zusammen. Das viele junge Menschen auswandern liegt vermutlich eher daran, dass es erheblich einfacher geworden ist und für viele Karrieren sogar notwendig. Ich bin auch im Studium und für mehrere Jahre danach ins Ausland gegangen, weil es einfach und für meinen Berufszweig relativ selbstverständlich war.

Im Gegenzug kommen ja viele junge Menschen aus dem Ausland nach Deutschland, bzw. würden kommen, wenn wir sie nicht aktiv draußen halten würden. An dieser Stelle: Danke, CDU!

Würde es dann nicht reichen, den Bruttolohn relativ zu den Haushaltsausgaben zu steigern? Warum soll ich die Sozialsysteme weiter schwächen und den Großkonzernen und Investoren weiter die Abschöpfung unglaublicher Gewinne ermöglichen, wenn wir die (ja durchaus bestehende) Wertschöpfung auch einfach gerechter auf alle Menschen verteilen können?

Deutschland ist seit den 70er Jahren, als es noch das Modell des Alleinverdienerhaushalts in der Mittelschicht gab, doch nicht ärmer geworden. Im Gegenteil, im Durchschnitt sind wir alle reicher als damals und zwar erheblich. Das Vermögen ist allerdings völlig anders verteilt, 10% der Bevölkerung gehört mehr als die Hälfte des Nettovermögens und gleichzeitig versuchen wir alle, einem erheblich extremeren Konsumniveau zu entsprechen.

Wer es attraktiver machen will, Familien zu gründen sollte einfach generell eher Vermögen besteuern als Arbeit und insgesamt in deutlich bessere staatliche Angebote (z.B. der Kinderbetreuung und Sozialarbeit) investieren. Am Ende ist der Geburtenrückgang aber auch ein Prozess jenseits der Frage nach den wirtschaftlichen Konsequenzen. Gerade bei Frauen spielt ja nicht nur der Verdienst eine Rolle, sondern auch ob sie nach dem 1., 2. oder 3. Kind noch ihre beruflichen Ziele (Professionalisierung, Status, Anerkennung) erreichen können, oder auf’s Abstellgleis der Karriere gestellt werden. Für den Aspekt braucht es dann keine wirtschaftlichen Anreize, sondern gesellschaftlichen Wandel.

Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten Mütter die ich kenne, schon aus gesundheitlichen Gründen spätestens nach dem zweiten Kind Schluss machen. Eine Schwangerschaft, Geburt und die frühkindliche Betreuung (auch wenn man sie sich partnerschaftlich teilt) zerstört den Körper (und manchmal auch den Geist) und ist bei aller Liebe für das Endergebnis eine Erfahrung zum Abgewöhnen. Und das ist, wenn sie erfolgreich verlaufen. Jeder hat im Bekanntenkreis diverse Frauen, die Fehlgeburten erlitten haben (auch wenn ihr das nicht wisst) und ich habe die ersten Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes mit ihm auf der Intensivstation verbracht. Die Entscheidung für das zweite Kind war eine echte Überwindung und ich kann alle Eltern verstehen, die sich da anders entscheiden.

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In einer arbeitsteiligen Welt wird Effizienz dadurch gehoben, dass nicht jeder alles selbst macht. Es braucht bessere, umfangreichere und vor allem verlässlichere Kinderbetreuung, gerne auch kostengünstig für arbeitende Eltern (d.h. subventioniert). Das größte Problem mit kleinen Kindern ist offensichtlich die völlige Unplanbarkeit, weil schon wieder die Kita ausfällt, weil schon wieder früher abgeholt werden muss etc. Das ist mit keiner Arbeitswelt kompatibel und führt natürlich zu großem Stress bei Eltern, der aktuell nur durch vorsorgliche Arbeitszeitreduzierung aufgefangen werden kann (wenn man keine Großeltern o.ä. vor Ort hat, die beliebig einspringen können).

Die Ausbreitung deines Vorschlags auf „Minderjährige“ halte ich außerdem für viel zu groß. Siehst du das wirklich so, dass z.B. 16 Jahre alte Teenies im Prinzip Vollzeitbetreuung durch ihre Eltern brauchen?

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Volkswirtschaftlich halt selbst wenn es so käme, blanker Irrsinn. Wenn jemand 4000€ Brutto verdient (also weniger als der Median), würde dem Staat bei dem Plan rund 1000€ verloren gehen. Ab 3 Jahren gibt es einen gesetzlichen Betreuungsschlüssel von 1:9. Das wäre ein Verlustgeschäft für den Staat.
(Stell dir mal den Extremfall vor, ein Kindergärtner geht von Vollzeit auf Teilzeit und betreut dann 20 Stunden die Woche ein Kind statt 9…)
Mal von den wirtschaftlichen Nachteilen abgesehen.

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Ich würde nicht sagen, dass das gesellschaftliches Ziel ist, also ich könnte dem Vorschlag mehr abgewinnen für die erst 2-4 Lebensjahre, aber spätestens dann sollten alle Anreize eher Richtung Kindergarten usw. gehen, also kostenlose KiTa, kostenloses Essen in der Schule, Budget zur Unterstützung von Klassenfahrten usw. und das gerne auch ohne Bedarfsprüfung für alle (sonst gibt es wieder das Problem des Otherings von Kindern von bedürftigen Eltern)

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Ein wenig Zuwanderung von Fachkräften ist ja ok, aber 400.000 Arbeitnehmer pro Jahr, oder 300.000 Todesfälle pro Jahr ausgleichen werden wir mit Zuwanderung nicht schaffen.

Und ich persönlich wünsche es tatsächlich nicht. Unsere Gesellschaft sollte sich von innen heraus reproduzieren können. Von Zuwanderung profitieren ja gerne, aber nicht darauf angewiesen sein.

Das sehen ich und Google Gemini nicht so:

Das Problem mit Giralgeld ist, dass es keinen inneren Wert hat, sondern nur dazu dient knappe Güter zu verteilen.

Familien hatten 1970 und 2025 ähnlich Bedarfe, aber die Geldmenge hat sich durch die zusätzlichen Arbeitsstunden für alle erhöht. Ergo steigen die Preise, da ja nicht mehr Güter vorhanden sind.

Ja, auf jeden Fall!

Die Belastung durch Arbeit und die Tatsache, dass wir uns alle nur noch alleine um die Kinder kümmern und Kindererziehung nicht als gemeinsame Aufgabe der „Sippe“ gesehen wird verstärkt doch den Effekt, oder nicht? Mehr Zeit würde das doch lindern?

Weiß ich nicht, ich hab noch keine Puperteenies. Aber meinen Eltern zufolge ist das die schlimmste Zeit :wink:

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Abgesehen von der Unplanbarkeit auf Seiten der Kita ist ein Kita-Kind in den ersten zwei Jahren auch Dauerkrank. Darüber hinaus bekommen die meisten Kinder, die sie selbst aufziehen möchten, wozu gehört, mit den Gören selbst sehr viel Zeit zu verbringen. Da bringt mir eine verlässliche 10h-Betreuung in der Kita gar nichts, da erziehe ich mein Kind nicht mehr selbst.

Und auch wenn Minderjährige keine Vollzeitbetreuung mehr brauchen, verursachen sie extrem viel Mehrarbeit im Haushalt (inkl. der ganzen Organisation), wer leistet die wohl?

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Ein Lösungsansatz wird ja nicht dadurch disqualifiziert, dass er das Problem nicht komplett im Alleingang löst. Zuwanderung ist Teil einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung, genauso wie die hier geborenen Kinder.

Wir würden ohne Probleme jährlich 400.000 junge Menschen finden, die nach Deutschland ziehen und sich hier ausbilden und arbeiten würden. Ob das in dieser Form wünschenswert oder sinnvoll wäre steht auf einem anderen Blatt, aber es ist eine rein politische Entscheidung, das nicht zu tun.

Warum? Menschliche Gesellschaften sind die längste Zeit ihrer Existenz maßgeblich durch die Integration zugewanderter Bevölkerungsgruppen geprägt worden. „Deutschland“ ist selbst das Ergebnis einer nationalen Integration kulturell, sprachlich und sozial sehr diverser Gruppen. Das was wir heute als „Deutsch“ bezeichnen war vor nicht allzulanger Zeit noch „Bayern“, „Friesen“, „Sachsen“ usw. Die Zuwanderung zehntausender Hugenotten in 17. Jahrhundert wird in den betroffenen Teilen des heutigen Deutschlands wohl ähnliche Fragen aufgeworfen haben, wie die Zuwanderung von Syrern an 2015.

Die Idee des Nationalstaats mit einem klar abgrenzbaren „Volk“ ist jung und kommt aus einer eher unappetitlichen ideologischen Richtung.

Mir ging es um Vermögen und Wirtschaftsleistung, nicht um Einkommen. Seine Zahlen unterstützen meine Argumentation: Obwohl wir heute insgesamt ein (auch inflationsbereinigt) deutlich höheres Gesamtvermögen haben, reicht das normale Einkommen nicht mehr, um als Alleinverdiener eine mittelständische Familienexistenz zu garantieren. Wenn du der Meinung bist, dass man mit durch größere wirtschaftliche Sicherheit Menschen zum Kinderkriegen anregen kann, dann solltest du über Umverteilung von Vermögen und nicht marginalen Verschiebebahnhöfen bei der Sozialversicherung reden.

Nein. Auch eine Kindererziehung in der Großfamilie oder im sozialen Verbund schützt eine Frau nicht davor, dass ihr bei der Geburt das Perineum reißt, sie eine schmerzhafte und psychologisch belastende Fehlgeburt erleidet, oder sie in Folge eines Kaiserschnitts monatelang Beschwerden hat. Ich kann jede Frau verstehen, die sagt „das ist nichts für mich“ und das ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Grund für Entscheidungen gegen Kinder generell oder mehr als 1 Kind.

Wie gesagt: Ich musste nicht einen Kopf mit dem Umfang einer Melone durch eine Körperöffnung in der Größe einer Zitrone pressen und mir ist danach trotzdem die Lust auf eine Großfamilie vergangen.

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Auch mit 20 Stunden je Elternteil ist ja der Regel noch eine Fremdbetreuung nötig und solch ein Vorschlag würde dann ja wieder eine Aufteilung in 40 Stunden und 20 Stunden gegenüber 30 Stunden je Elternteil bevorzugen und das wäre zu 90% und mehr sicherlich zu lasten der Mutter.

Dann lieber ein höher und nach Alter des Kindes gestaffelter Freibetrag (mit entsprechend alternativ ausgelegtem Kindergeld) und kostenfreie Betreuung.

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Vielleicht noch ergänzend: Ich bin mir relativ sicher, dass die Zahl der Kinder, die eine Frau im Durchschnitt bekommt, im Wesentlichen von ihrer gesellschaftlichen/sozialen und nicht der wirtschaftlichen Entscheidungsfreiheit abhängt.

Wenn Frauen frei wählen können, dann bekommen sie im Durchschnitt eher weniger Kinder und zwar egal, welche sonstigen Anreize oder wirtschaftlichen Vorteile man schafft. Meine Vermutung ist, dass bei einer völlig freien Entscheidung (wenn also der Verzicht auf Kinder gesellschaftlich in keiner Form sanktioniert wird, Abtreibungen sicher und zugänglich sind und kein religiöser oder gesellschaftlicher Druck ausgeübt wird) die durchschnittliche Frau deutlich weniger als zwei Kinder gebären wird.

Der Grund dafür sind aus meiner Sicht die unvermeidlichen gesundheitlichen und lebensgestalterischen Einschränkungen, die mit einer Geburt und Elternschaft einhergehen. Und für das „Muttererlebnis“, das viele Frauen durchaus zu schätzen wissen, reicht eben auch 1 Kind völlig aus.

Entsprechend gehe ich davon aus, dass in einer (für Frauen) freien Gesellschaft niemals eine „nachhaltige“ Reproduktionsrate erreicht werden kann. Das bedeutet nicht, dass man das Kinderkriegen nicht möglichst attraktiv gestalten sollte. Aber jeder Versuch, die Geburtenrate massiv anzuheben, wird irgendwann entweder immer mehr Geld für immer weniger Effekt brauchen und/oder von einer Förderung in verdeckten oder offenen Zwang gegenüber Frauen umschwenken. Wir sollten also die Potenziale von den Kindern, die es gibt maximal entfalten, Frauen möglichst alle Hindernisse aus dem Weg räumen (wozu auch viel mehr medizinische Forschung über die negativen Konsequenzen des Kinderkriegens gehört) und gleichzeitig überzeugende Strategien für die langfristige Anwerbung, Integration und Ausbildung junger ausländischer Menschen entwickeln und umsetzen.

Dem würde ich widersprechen und glaube, dass dies sehr individuell ist. Du gibst eine subjektive Sicht aus deinem Bekanntenkreis wieder, meine Wahrnehmung ist eine andere und auch subjektiv.

Einen gesellschaftlichen Druck ein Kind statt keines zu bekommen, vor allem wenn man verheiratet ist, kann ich mir noch gut vorstellen. Ich meinem Dunstkreis reicht es dann aber auch. Zwei mögen noch ok sein, aber spätestens ab drei Kindern wird es dann asozial. Hauptgrund für oder gegen Kinder ist in meinem Umfeld meistens das Geld und fehlende Großeltern im Umkreis oder eine aufgebauter Freundeskreis zur Unterstützung. Die wenigsten wollen Vollzeit arbeiten und ihre Kinder 10-11 Stunden in die Kita bringen, aber gerne ab und zu mal auch mit den Kindern gemeinsam irgendwo Unterstützung finden zum Spielen, Essen etc.

Ich bin gerade frisch mit meinem zweiten Kind schwanger und traue mich noch gar nicht einigen das in meinem Umfeld zu erzählen, weil sie es aufgrund der wirtschaftlichen und globalen Lagen wahrscheinlich absurd finden werden. Mein Mann und ich verdienen gut, sind aber nach Vermögen deutlich schlechter aufgestellt, als der Durchschnitt in unserem Alter und ich habe mehr als einmal durchgerechnet wie wir das mit weniger Elterngeld beim zweiten Kind durch Teilzeit nun machen. Und finanziell wird das einschränkend. Ansonsten freue ich mich darauf einige Monate aus dem Arbeitsstress raussein zu können und bin dafür dankbar.

Der Teil zur Zerstörung des weiblichen Körpers war sicher gut gemeint als unterstützender Kommentar eines Mannes für das Leiden der Frau (wahrscheinlich aus dem eigenen Umfeld) ist mir aber etwas sauer aufgestoßen, muss ich zugeben. Es kann natürlich passieren, dass der Körper danach anders aussieht und bei manchen Schädigungen bleiben, aber eine Zerstörung finde ich auch als gesellschaftliches Bild der Frau fatal.

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Das stimmt und lässt sich empirisch belegen. Israel ist mit 2,98 Geburten pro Frau das einzige westliche Land, das über dem Ersatzniveau von 2,1 liegt. Frankreich auf Platz 2 bei den westlichen Ländern liegt schon bei 1,79 Geburten. Liste der Länder nach Fertilitätsrate – Wikipedia
Bei Israel ist aber noch ein Sondereffekt zu berücksichtigen, weil Muslima etwa 3,5 und ultraorthodoxe Jüdinnen 6,5 Kinder pro Frau gebären. Demografie Israels – Wikipedia

Warum ist das so, aber vor allem warum ist uns das egal?

Rentenpunkte und Dividenden sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Beides sind „Gutscheine“, die mir eine Partizipation an der Wirtschaftsleistung ermöglich, wenn ich selbst nicht mehr arbeite. Diese „Gutscheine“ kann ich nur einlösen, wenn genug Wirtschaft da ist. Ohne Arbeitskräfte keine Wirtschaft :man_shrugging:

So war es nicht gemeint, sorry. Es ging mir um die gesundheitlichen Folgen einer Schwangerschaft und nicht um das gesellschaftliche Bild des „Frauenkörpers“.

Was ersteres angeht: es ist nunmal leider Fakt, dass Schwangerschaften in der Regel starke gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringen. Global hat jede dritte Gebärende erhebliche Langzeitfolgen: Müttergesundheit - Jede Dritte hat nach einer Geburt Langzeitfolgen

10-20% aller Gebärenden in Deutschland leiden zumindest zeitweise unter PPD: Postpartale Stimmungskrisen – Wikipedia

Ich meine mich erinnern zu können, dass eine Schwangerschaft für Frauen eine der risikoreichsten Lebensentscheidungen ist, was die Gesundheit angeht, finde dafür aber auf Anhieb keine Quelle.

Viele Frauen wollen trotzdem (viele) Kinder. Das sind individuelle Entscheidungen, ich habe ehrlich gesagt keinerlei Meinung dazu. Da soll jede machen, was sie glücklich macht.

Mein Punkt war, dass im Durchschnitt die erheblichen gesundheitlichen Folgen von Schwangerschaft und die kaum bestreitbaren negativen Auswirkungen der Familienbildung auf den eigenen Lebenswandel dazu führen, dass sich viele Frauen gegen Kinder, oder für maximal 1 Kind entscheiden. Ja, auch eine schlechte wirtschaftliche Situation kann eine Entscheidung gegen die Familiengründung oder -Erweiterung beeinflussen. Aber wir könnten vermutlich jeder Gebärenden 25.000 Euro schenken und wir würde die Geburtenrate trotzdem nicht über das Ersatzniveau heben.

Wobei ich (nochmal) betonen will, dass das nicht heißt, dass wir nicht erheblich mehr Energie und Ressourcen in die Unterstützung von Müttern/Kindern und die Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation stecken sollten.

Für mich ist die erste Frage: Was ist schlimm daran? Wenn eine Frau sich aus freien Stücken gegen das Kinderkriegen entscheidet, warum muss ich da zwangsläufig dagegenarbeiten. Es ist ja nicht so, dass global gesehen zu wenige Kinder geboren werden. Und selbst wenn die Zahl der Menschen weltweit abnehmen würde, fände ich das für sich betrachtet erstmal nicht bedenklich.

Mein Eindruck ist, dass du hier das Pferd von hinten aufzäumst. Du willst unbedingt, dass Frauen in Deutschland (deutsche Frauen?) mehr Kinder bekommen. Ich würde argumentieren, dass das völlig irrelevant ist. Wichtig wäre, dass es Frauen und Kindern in Deutschland besser geht und das insbesondere Kinder in allen Dimensionen mehr Entfaltungsmöglichkeiten bekommen, als das aktuell der Fall ist. Das über 15% der Kinder in Deutschland Armutsgefährdet sind ist eine nationale Schande und (mal wieder) ausschließlich eine politische Entscheidung, die man auch ändern könnte.

Wenn Investitionen in Schwangeren- und Müttergesundheit, Umverteilung von Vermögen in die Breite der Bevölkerung und ein umfassendes soziales Unterstützungssystem für Familien und Kinder dazu führt, dass Frauen mehr Lust auf’s Kinderkriegen bekommen: Wunderbar. Wenn nicht, auch gut. Hauptsache ist doch, dass es Menschen gut geht.

Unsere Wirtschaftskraft erhalten können wir problemlos auch mit sinkenden Geburtenraten. Es ist nicht teurer, einen jungen Erwachsenen aus dem Senegal nach Deutschland zu holen, hier auszubilden und zu integrieren, als ein Neugeborenes durch 18 Jahre Erziehung und Ausbildung zu schicken.

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Was ist denn das Problem, das gelöst werden soll? Zuvorderst sollte hier Klarheit herrschen.

Nicht alles was hinkt, ist ein sinnvoller Vergleich. Zehntausende im 17. Jahrhundert zugewanderte Hugenotten haben ihren Lebensunterhalt sicherlich ausnahmslos selbst verdient, daher wird es ganz sicher nicht ähnliche Fragen aufgeworfen haben, wie die Zuwanderung aus Syrien ab 2015.

Möchtest du aussagen, dass Nationalstaaten rechtsradikal und faschistisch sind?

Nationalstaatsideen gehen oft von der Vorstellung eines gemeinsamen Volkes aus (Sprache, Kultur, Geschichte). In der Realität waren und sind Gesellschaften aber natürlich fast nie 100% homogen oder eindeutig abgrenzbar, aber zu behaupten, es gäbe kein Volk oder etwas Vergleichbares und der Gedanke sei völlig neu, ist in meinen Augen nicht haltbar und braucht einen Beleg.

Es gibt zudem unterschiedliche Modelle:

  • ethnisch-kulturell (z.B. historisch in Deutschland/ Osteuropa)
  • staatsbürgerlich (civic nation) (z.B. Frankreich, USA)
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