So war es nicht gemeint, sorry. Es ging mir um die gesundheitlichen Folgen einer Schwangerschaft und nicht um das gesellschaftliche Bild des „Frauenkörpers“.
Was ersteres angeht: es ist nunmal leider Fakt, dass Schwangerschaften in der Regel starke gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringen. Global hat jede dritte Gebärende erhebliche Langzeitfolgen: Müttergesundheit - Jede Dritte hat nach einer Geburt Langzeitfolgen
10-20% aller Gebärenden in Deutschland leiden zumindest zeitweise unter PPD: Postpartale Stimmungskrisen – Wikipedia
Ich meine mich erinnern zu können, dass eine Schwangerschaft für Frauen eine der risikoreichsten Lebensentscheidungen ist, was die Gesundheit angeht, finde dafür aber auf Anhieb keine Quelle.
Viele Frauen wollen trotzdem (viele) Kinder. Das sind individuelle Entscheidungen, ich habe ehrlich gesagt keinerlei Meinung dazu. Da soll jede machen, was sie glücklich macht.
Mein Punkt war, dass im Durchschnitt die erheblichen gesundheitlichen Folgen von Schwangerschaft und die kaum bestreitbaren negativen Auswirkungen der Familienbildung auf den eigenen Lebenswandel dazu führen, dass sich viele Frauen gegen Kinder, oder für maximal 1 Kind entscheiden. Ja, auch eine schlechte wirtschaftliche Situation kann eine Entscheidung gegen die Familiengründung oder -Erweiterung beeinflussen. Aber wir könnten vermutlich jeder Gebärenden 25.000 Euro schenken und wir würde die Geburtenrate trotzdem nicht über das Ersatzniveau heben.
Wobei ich (nochmal) betonen will, dass das nicht heißt, dass wir nicht erheblich mehr Energie und Ressourcen in die Unterstützung von Müttern/Kindern und die Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation stecken sollten.
Für mich ist die erste Frage: Was ist schlimm daran? Wenn eine Frau sich aus freien Stücken gegen das Kinderkriegen entscheidet, warum muss ich da zwangsläufig dagegenarbeiten. Es ist ja nicht so, dass global gesehen zu wenige Kinder geboren werden. Und selbst wenn die Zahl der Menschen weltweit abnehmen würde, fände ich das für sich betrachtet erstmal nicht bedenklich.
Mein Eindruck ist, dass du hier das Pferd von hinten aufzäumst. Du willst unbedingt, dass Frauen in Deutschland (deutsche Frauen?) mehr Kinder bekommen. Ich würde argumentieren, dass das völlig irrelevant ist. Wichtig wäre, dass es Frauen und Kindern in Deutschland besser geht und das insbesondere Kinder in allen Dimensionen mehr Entfaltungsmöglichkeiten bekommen, als das aktuell der Fall ist. Das über 15% der Kinder in Deutschland Armutsgefährdet sind ist eine nationale Schande und (mal wieder) ausschließlich eine politische Entscheidung, die man auch ändern könnte.
Wenn Investitionen in Schwangeren- und Müttergesundheit, Umverteilung von Vermögen in die Breite der Bevölkerung und ein umfassendes soziales Unterstützungssystem für Familien und Kinder dazu führt, dass Frauen mehr Lust auf’s Kinderkriegen bekommen: Wunderbar. Wenn nicht, auch gut. Hauptsache ist doch, dass es Menschen gut geht.
Unsere Wirtschaftskraft erhalten können wir problemlos auch mit sinkenden Geburtenraten. Es ist nicht teurer, einen jungen Erwachsenen aus dem Senegal nach Deutschland zu holen, hier auszubilden und zu integrieren, als ein Neugeborenes durch 18 Jahre Erziehung und Ausbildung zu schicken.