Hat du überhaupt in deine Überlegung miteinbezogen, dass es ohne Abgaben auch keine Rentenpunkte gibt?
Familienförderung mal anders: Steuern und Abgaben erst ab der zwanzigsten Arbeitsstunde in der Woche
Ja. Skandalös, beschämend und krasser Ausdruck dessen wie egal uns Kinder sind.
Doch. Die globale Fertilitätsrate ist stand heute nur noch bei 2,2 Kindern pro Frau und die UN glaubt, dass diese bis 2050 unter das Ersatzniveau von 2,1 sinken wird [World Fertility 2024].
Auch wenn mir dieser Satz sauer aufstößt, so ist diese Position doch auch von links gesehen nicht nachhaltig. Wäre es nicht besser, wenn Senegal nicht an einem Brain Drain leiden müsste?
Auch das geht nicht auf. Wir können es ja konkret durch deklinieren. 2,1 Kinder pro Frau heißt 21 Kinder auf 10 Frauen:
| Frau | Anzahl Kinder | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2 | 2 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3 | 2 | 2 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4 | 2 | 2 | 2 | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 5 | 2 | 2 | 2 | 3 | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 6 | 2 | 2 | 3 | 3 | 3 | 4 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 7 | 2 | 2 | 3 | 3 | 3 | 4 | 5 | 0 | 0 | 0 |
| 8 | 2 | 3 | 3 | 3 | 4 | 4 | 5 | 7 | 0 | 0 |
| 9 | 2 | 3 | 3 | 3 | 4 | 4 | 5 | 7 | 10 | 0 |
| 10 | 3 | 3 | 3 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 11 | 21 |
| Summe | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 | 21 |
Während im ersten Fall alle Frauen in etwa die gleiche „Last“ tragen, müssen schon wenn sich 40% der Frauen gegen Kinder entscheiden die restlichen Frauen mindestens 3 Kinder gebären.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Weltbevölkerung auch global schrumpfen wird, glaube ich mittlerweile, dass die niedrigen Geburtenraten auch wirtschaftlich ein Problem sind.
Wir müssen uns als Gesellschaft in eine Richtung bewegen in der die Arbeit wieder gerechter aufgeteilt ist. Die Industrialisierung hat uns Männer von Kindern und Kindererziehung getrennt und die „Last“ auf die Frauen abgewälzt. Wenn wir uns wieder zu gleichen Teilen um die Kinder kümmern würden, wie es bis in den Beginn des 20 Jahrhunderts noch in weiten Teilen der Welt der Fall war, würden wir und die Frauen auch wieder Lust auf Kinder bekommen.
Klar. Zum einen verfolge ich konsequent die Linie, dass es sich bei den Sozialabgaben auch um Steuern handelt und zum anderen müssten natürlich die Kinderlosen Erwerbstätigen den Eltern das Erziehen der zukünftigen Rentenzahler mit Rentenpunkten vergüten. Ist ja bei der Pflege"versicherung" heute schon so.
Das „Brain Drain“ Argument ist wirklich Blödsinn. Waren die türkischen und italienischen Gastarbeiter „Brain Drain“? Oder hat Deutschland gelitten, als ich für Studium und meine ersten Arbeitsjahre ins Ausland gegangen bin?
Nein, Migration ist ein klassischer win-win Prozess. Mit persönlich würde schon das Argument auf das Recht auf Potenzialentfaltung der Migranten als Rechtfertigung reichen. Aber die Wirtschaftswissenschaften würden wohl eher damit argumentieren, dass durch Migration Arbeitskraft optimal verteilt und Zugang zu Bildung erst möglich wird, insgesamt mehr Wirtschaftswachstum und Innovation entsteht und die Herkunftsländer durch Rücküberweisungen und Rückkehr gut ausgebildeter Migranten massiv profitieren.
„Brain Drain“ ist der Versuch, Segregation zu rechtfertigen. Die EU ist dabei das beste Beispiel, dass das keine Basis in der Realität hat. Die Menschen reisen ziehen hier fröhlich über alle Landesgrenzen und das hat unterm Strich Vorteile für alle beteiligten Länder.
Spezifisch zu Senegal: Ich kenne das Land ein wenig und natürlich wäre es sowohl für die senegalesische, als auch die deutsche Gesellschaft vorteilhafter, wenn ein junger Senegalese sich hier zum Arzt/Krankenpfleger/Klempner/Steuerberater ausbilden lässt, eine gut bezahlte (und sozialabgabenpflichtige) Anstellung bekommt und anderen Menschen in seiner Familie eine Ausbildung finanzieren kann, als wenn er zu Hause nach einem Studium in die (Teil)-Arbeitslosigkeit fällt (im Senegal sind knapp 1/4 der Menschen Arbeitslos oder Unterbeschäftigt).
Nur, wenn man „Wirtschaft“ als Selbstzweck betrachtet und soziale Sicherung ausschließlich aus Umlagen auf Einkommen finanzieren will.
Ob es Menschen gut geht und sie ihre Potenziale entfalten können kann aber auch durch einen gerechteren Zugang zum kollektiv aufgebauten Vermögen sichergestellt werden. Und dieses Vermögen verschwindet nicht automatisch, nur weil die Bevölkerung schrumpft.
Beispielsweise wurden zwischen 1960 und 2020 weltweit 483 Megatonnen Kupfer gefördert. Dieses Kupfer existiert heute noch weitgehend in Form von Produkten und Reserven und wird konstant recycelt.
Es wird auch weiter existieren, wenn die globale Bevölkerung schrumpft. Das selbe gilt für anderen Formen von Kapital, auch wenn manches davon relativ zu anderem an Wert gewinnen oder verlieren wird. Gerade im Zeitalter zunehmender Automatisierung und Mechanisierung ist für für meine Möglichkeit, aus diesem Kapital Nutzen zu ziehen und Einnahmen zu generieren nicht entscheidend, dass die Zahl der Nutzer dieses Kapitals stetig steigt, sondern dass möglichst viele Menschen Zugang zu diesem Kapital haben, um es möglichst produktiv einzusetzen.
Und wenn wir unser Gemeinwesen nicht ausschließlich aus Steuern und Abgaben auf den Transfer von Kapital (Einkommenssteuer, Sozialabgaben auf Einkommen), sondern maßgeblich durch Steuern und Abgaben auf das Kapital selbst (Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Bodensteuer) finanzieren würden, dann hätten wir damit auch ein machtvolles Instrument um diesen Kapitalzugang für möglichst viele Menschen sicherzustellen.
Familienförderung haben die Mitdiskutanten überwiegend monetär auf der Familienseite dargestellt, klar, steht ja auch im Titel des Themas. Von den Kindern her gedacht würde die Rechnung wie folgt aussehen: Kind und Eltern gehen morgens aus dem Haus, Eltern arbeiten, Kinder in die Kita oder zur Schule. Dort finden sie bis 16 Uhr ein hochwertiges Bildungsangebot und gehen ohne Hausaufgaben nach Hause. Zwischenzeitlich nehmen sie ein, in der Frischküche zubereitetes, zertifiziertes gesundes Mittagessen ein und bekommen sowohl Vormittagsbrotbox als auch Obst- und Rohkost am Nachmittag. Die Schulsozialarbeit koordiniert sich mit den Vereinen und Freizeitangeboten vor Ort und um 18 Uhr landen alle (Schul- )Kinder wieder glücklich am Abendbrottisch zu Hause. Die Eltern zahlen dafür keinen Cent, ebenfalls nicht für die Schulmaterialien. Kostenentlastung für die Eltern, gleichwertige Bildungschancen für alle Kinder, Bildungsrendite für spätere Haushalte.
Könnte man auch mal durchrechnen, wie sich das monetär als Entlastung auf die Eltern auswirkt. Für meine schulpflichtigen Kinder würde ich das sofort gegen alle staatlichen Leistungen rund ums Kind/Familie eintauschen.
Die letzte Fertilitätsrate wird für Frankreich mit 1,6 (1,61-1,64) angegeben.
Die KI spuckt als wesentliche Gründe für geringere Fertilität in westlichen Gesellschaften folgende aus:
- Späterer Kinderwunsch & Höheres Alter: Ein zentraler Faktor ist das steigende Durchschnittsalter bei der ersten Geburt (in der EU ca. 29,8 Jahre, in der Schweiz 31,3 Jahre), wodurch sich das Zeitfenster für weitere Kinder verkleinert. Studien belegen, dass die Fruchtbarkeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit dem Alter abnimmt. [1, 2, 3]
- Sozioökonomische Faktoren: Hohe Lebenshaltungskosten, insbesondere bei Wohnraum, sowie die schwierige Vereinbarkeit von Karriere und Familie (besonders für Frauen) führen zu einer Verschiebung oder zum Verzicht auf Kinder. Auch unsichere Arbeitsverhältnisse spielen eine Rolle. [1, 2]
- Wahrgenommene Unsicherheiten: Globale Krisen, wie die Klimakrise, politische Instabilität und Inflation, führen bei vielen jungen Menschen zu Unsicherheiten und einer bewussten Entscheidung gegen Kinder. [1, 2]
- Veränderte Lebensprioritäten: Neben ökonomischen Gründen verzichten immer mehr Menschen bewusst auf Kinder, da persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung einen höheren Stellenwert einnehmen. [1]
- Biologische Faktoren (Spermienqualität): Studien, wie die von Hagai Levine, weisen auf einen signifikanten Rückgang der Spermienzahl (um 50–60 Prozent in den letzten 40 Jahren) bei Männern in westlichen Industrienationen hin. Ursachen hierfür werden in Umweltgiften, Übergewicht, Stress und ungesundem Lebensstil vermutet. [1, 2, 3, 4, 5]
- Veränderte Geschlechterrollen: Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit (Haushalt/Kinderbetreuung) führt dazu, dass Frauen trotz des Wunsches nach Familie oft zögern, weitere Kinder zu bekommen. [1]
- Ungewollte Kinderlosigkeit: Unfruchtbarkeit betrifft Schätzungen zufolge etwa 1 von 6 Menschen (rund 17,5 %) weltweit, was als „globale Krankheit“ in die ICD-Codes aufgenommen wurde. [1]
Sprich: Eine finanzielle Besserstellung würde die Geburtenrate sicher nur marginal steigern, wenn überhaupt.
Denn viele andere mögliche Ursachen bleiben dadurch unadressiert.
In der EU reichten die Ausgaben für Familienleistungen pro Person im Jahr 2022 laut Eurostat von 211 € in Bulgarien bis 3 789 € in Luxemburg. […]
Nach Luxemburg führen die nordischen Länder die Liste an: Norwegen (2.277 €), Dänemark (1.878 €), Island (1.874 €), Schweden (1.449 €) und Finnland (1.440 €). […]
Deutschland (1.616 €), die Schweiz (1.375 €), Österreich (1.340 €) und Irland (1.026 €) geben ebenfalls über 1.000 € pro Person aus. Belgien (976 €) und Frankreich (877 €) liegen zwar über dem EU-Durchschnitt, erreichen aber nicht die 1.000-Euro-Marke.
Auch wenn das alles sehr grobschlächtig ist und bestimmte Begünstigungen nicht berücksichtigt, würde ich darauf wetten, dass die Geburtenraten nicht mit den finanziellen Vergünstigungen für Familien in irgendeinem Zusammenhang stehen.
Denn, selbst wenn finanziell alles gut wäre, fallen viele andere Gründe, die gegen frühe Elternschaft oder Kinder im Allgemeinen sprechen, für diejenigen, die sich gegen (frühe) Reproduktion entscheiden, ja dadurch nicht weg.
Dein Vorschlag finde ich vom finanziellen Aspekt her sehr gut. Es macht die Kinder auch unabhängig davon wie viel Geld ihre Eltern besitzen oder bereit sind für sie auszugeben.
Vom zeitlichen Tagesplan finde ich es als Mutter allerdings grauenvoll, wenn ich meine Kinder nur noch zum Abendbrot, Waschen und ins Bett bringen sehe. Dann sehe ich meine Kinder kaum aufwachsen und lerne sie nicht kennen. Ist auch ein großes Argument gegen eigene Kinder, wenn man keine Zeit für sie hat.
Im kindergartenalter sind viele der Kinder um 14 Uhr durch. Und zwar unabhängig vom Alter. Es gibt 3 jährige die um 16 Uhr abgeholt werden und am liebsten noch länger zum Spielen bleiben wollen und es gibt 7 jährige Vorschulkinder die spätestens 14 Uhr nur drauf warten können abgeholt zu werden.
Die Idee Schnittstellen zwischen Einrichtungen und Vereinen zu schaffen finde ich aber gut und das wird in manchen Ländern auch durchaus lokal so praktiziert und ich kenne auch in Deutschland Vereine die sowas schon gemacht haben, meist aber nur temporär z.B. weil ein engagierter Trainer mit Transporter sich drum gekümmert hat für seine Altersklass. Sowas finanziell zu fördern fände ich sinnvoll, da es mehr Kindern den Zugang zu Vereinen sichern würde und Eltern spürbar entlasten könnte. Aufgrund limitierter Kapazitäten der Sportstätten haben bei Sportvereinen gerade die unteren Altersklassen oft sehr früh Training und die Eltern müssen den Transfer von Kindergarten/Hort stemmen, werden dann aber erstmal wieder nicht gebraucht. Viele Eltern schaffen es aber nicht ihre Kinder z.B. um 14 Uhr abzuholen und dort hinzubringen. Mit einem solchen Transfer könnte aus der Notwendigkeit an solchen Tagen kürzer zu arbeiten sogar die Möglichkeit werden an diesen Tagen länger zu arbeiten ohne die Kinder mehr zu belasten und länger außer Haus zu lassen.
Natürlich ist das nicht nur für Sportvereine, sondern auch für Musikschulen, etc. Interessant.
Ich komme aus dem pädagogischen Bereich, deswegen erlaube ich mir eine gewisse Expertise. Es ist so eine Art Elternabend-Paradox, diejenigen, die es eigentlich nicht nötig hätten, kommen gerne zum Elternabend. Bildungschancen sind in Deutschland sehr ungleich verteilt, und der Staat täte schlecht daran, freiwillige Angebote für Kinder zu schaffen, nur um dann zuzusehen, dass die gesamte Planung nicht funktioniert, weil es Eltern gibt, die sich lediglich im gesetzlichen Rahmen für die Bildung ihrer Kinder interessieren. Es träfe mit einer Pflicht dann natürlich all die Eltern, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmern, die Brotbox jeden Morgen mit einem Lächeln in die Schultasche stecken und den Schulträger zum dritten Mal erfolgreich zum Catererwechsel bewegt hat, weil das Essen noch nicht gut genug ist. Das ist leider das Spannungsfeld, indem sich die bundesrepublikanische Bildungsfrage wiederfindet (und wir haben noch nicht über Personal gesprochen). Ab der 2. Klasse habe ich auch nur noch zu den Mahlzeiten und am Wochenende stattgefunden, aber weil ich es so wollte und ansonsten ständig draußen oder anderweitig am spielen war. Ich durfte auch noch alleine in den Wald und an den See.
Die Frage wäre also, wie holen wir die Abgehängten ab und welchen Preis zahlen alle anderen dafür?
Für mich ist das eine Dystopie.
Ich will Zeit mit meinen Kindern verbringen und sie nicht für 10h am Tag, 50h die Woche (!) in staatliche Fremdbetreuung geben.
Und der Gedanke, dass die Ganztagsschulen einem Bio-Ponnyhof gleich kommen würden ist fast schon infantil.
Ganztagsbetreuung ist nicht gut. Die Realität sieht für meine Kindergartenkinder folgendermaßen aus:
- meinen Kindern gefällt es in der Kita nicht, sie betteln mich jeden Morgen an nicht hingehen zu müssen
- Kita macht häufig spontan zu
- Erzieher:innen kündigen nach spätestens einem Jahr
Und in der Schule wird es nicht besser. Meine Kollegen erzählen mir:
- Kinder verlernen Deutsch und fangen an „Rapper-Deutsch“ zu reden
- Der Nachmittagsbetreuung ist es egal ob die Kinder Hausaufgaben machen. Wenn Du willst, dass Dein Kind gemachte Hausaufgaben hat, dann musst Du sie mit ihm abends um sechs machen.
Ich denke der Zwang zur Ganztagsbetreuung (wirtschaftlich lassen sich Kinder mit einem Job ja nicht darstellen) ist einer der Faktoren des Geburtenrückgangs.
Wenn ich geplant hätte meine Kinder den ganzen Tag weg zu geben und dann immer ihnen und meinem Arbeitgeber gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben hätte ich es gleich bleiben lassen.
Die Realität meiner Kinder sieht da aber besser aus. Meine Tochter kommt fast immer mit gemachten Hausaufgaben aus dem Hort und sie geht gerne hin. Die kleine klagt zwar manchmal sie wolle nicht in den Kindergarten, ist aber eigentlich gerne dort und möchte oft nicht gleich heim sondern noch weiter spielen. Zwischendrin gibt es genug pädagogische Angebote die auch ein wenig ausgleichen, dass wir daheim zwar viel fördern, aber auch natürlich manche Aspekte etwas vernachlässigen gegenüber anderen.
Ich fände es aber durchaus sinnvoll, wenn eine Pflicht zur Betreuung bis 15/16 Uhr dann möglich ist, wenn z.B. Förderbedarf besteht der daheim nicht adäquat abgedeckt werden kann. Auch z.B. bei Defiziten im sprachlichen Bereich. Dann muss die Zeit aber auch für pädagogisches Arbeiten auf entsprechendem Niveau genutzt werden.
Alle gleichermaßen zu langen Abwesenheiten zu zwingen, weil mache Förderbedarf haben geht mir dann aber auch zu weit. Dann könnte man die Logik fortführend auch alle in Heimen unterbringen, weil manchen abends und nachts Gewalt angetan wird.
Und man darf auch nicht vergessen, dass es sehr wohl auch Kinder gibt die jenseits der eigenen Klasse und Betreuungseinrichtung noch Freunde haben. Irgendwo muss ja für die auch Platz sein.
Und meine große ging im Kindergartenalter um 18.30 ins Bett, heute im Grundschulalter um 19.15 Uhr. Da bliebe ja kaum genug Zeit um die Bindung aufrechtzuerhalten ohne ihr am Wochenende Sportverein und Treffen mit Freunden wegzunehmen.
Würde auch sagen Zeit ist der neue Wohlstand und Freiheit. Wer ökonomisch gut dasteht kann sich Zeit frei einteilen.
Bitte nicht in dieser Ausschließlichkeit argumentieren. Unsere Grundschule hat ein hervorragendes Ganztagsangebot von dem unsere Kinder massiv profitieren. Unser Familienleben wird dadurch nicht eingeschränkt, im Gegenteil. Schon das ich mich mit meinen Kindern nicht über Hausaufgaben streiten muss, bereichert unser Zusammenleben.
Der ganze Beitrag dreht sich doch eigentlich darum das man Kinder haben möchte, ohne finanzielle oder private Rückschritte machen zu müssen. Aber ist das überhaupt das Ziel unserer Gesellschaft? Ist es nicht sogar sinnvoll wenn wir Gesellschaftlich eher schrumpfen als den Status quo zu erhalten. Wenn ja, ist Kinder bekommen eine individuelle Entscheidung und ich denke das wir als Gesellschaft dann lediglich dazu angehalten sind uns, wenn nötig , um die Kinder zu kümmern, nicht darum den Eltern ihren Wohlstand zu erhalten.
Ich auch, weshalb ich einige Ideen auch ausdrücklich unterstütze. Kostenloses Mittagessen, Brotdosen, Obst, Schulmaterialien, Ausflüge etc. entlasten Familien nicht nur finanziell sondern auch zeitlich und organisatorisch. Ich unterstütze auch die Zusammenarbeit der Schulen mit Vereinen, Musikschulen und Nachhilfeschulen. (Von Hausaufgaben halte ich nicht viel) Womit ich nicht mitgehe ist der zeitliche Rahmen. Aus eigener Erfahrung an einer Gesamtschule, in der es Unterricht bis knapp 16:00 ab der 5. Klasse gab (um beim Thema zu bleiben, werde ich darauf nicht näher eingehen) bin ich der Ansicht, dass „normaler“ Unterricht bis zur 6.Stunde vollkommen ausreicht (bis zur 6.Klasse), da es mMn eher auf die Qualität als auf die Quantität ankommt. Nun nach dem Mittagessen Vereinssport, Nachhilfe oder Musikschule eng verflochten mit dem Hort bis 14:00/15:00. Danach können Kinder abgeholt werden oder im Hort frei Spielen und einfach Kind sein ohne Anleitung und Förderung. Auch finde ich, dass wir mehr Zeit und Geld in die Unterstützung von Eltern aus bildungsfernen Schichten geben sollten, als sie von ihren Kindern solange wie möglich fernzuhalten. Auch sie lieben ihre Kinder und wollen Zeit mit ihnen verbringen und die Kinder mit ihnen. (Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es auch bei bildungsnahen Familien).
Ich erhebe da keinen Absolutheitsanspruch, ich ziehe nur Parallelen zu vielen anderen baustellen der Republik, oftmals wird von der Ausgabenseite bzw.. Entlasung her gedacht, anstatt mal zu definieren, wo wir hin wollen. Ein guter Ganztag bundesweit dauert vermutlich 10 Jahre, wenn heute alle Ampeln auf Grün gestellt würden, da spielt Bauliches genauso eine Rolle wie Personal. Wir stehen aber auf der Bremse, weil Bildungsthemen keine Wahlen gewinnen und jede Reform Zeit brauch, bis sie greift. @Simsalabeam :Du hast doch ein Händchen für KI, kannst Du mal die Korrelation von Amtszeiten von Bildungsministern/Senatoren, Finanzkraft der Bundesländer, Ausgaben im Bildungsbereich und das PISA-Ranking prüfen? Aud der Erfahrung meines Vaters, der über 35 Jahre Schulleiter in Berlin war, ahne ich, dass eine ständige Fluktuation ganz oben ein signifikanter Faktor für ein schlechtes PISA-Ranking ist.
Sorry, aber das bekomme ich auch mit KI nicht hin. Voraussetzung wäre ja, dass das mal so in Studien erhoben wurde.
Falls die KI dann von sich aus ‚triangulieren‘ würde, wäre das ja kein seriöses Ergebnis, sondern eher eine KI-Halluzination.
Ist das nicht der härteste aller Wege? Eine der Ursachen (nicht die Ursache) für die Stagnation unseres BiP seit 2019 ist ja die abnehmende Arbeitsbevölkerung.
Ein schrumpfender Staat muss eigentlich ausgaben kürzen, auswählen welche Straßen, Krankenhäuser etc. er nicht baut und Beamtenmenge reduzieren bei gleichzeitig steigender Menge Pensionäre.
Wäre es nicht sinnvoller unsere Gesellschaft so umzubauen, dass Menschen und vor allem Frauen wieder Lust auf Kinder kriegen?
Muss das BIP den steigen um eine Gesellschaft die schrumpft gleichzeitig eine höhere Zufriedenheit zu garantieren? Und wenn du von Besteuerung von Menschlicher Arbeitskraft weggehst und eher Vermögen/Gewinne besteuerst und dieses gleichmäßiger verteilst, bist du Null abhängig davon, das du den Status quo an Arbeitskräften erhälst. Auf lange Sicht ist das eh notwendig da die Anzahl an Arbeitsplätzen in Zukunft Dank Automatisierung eh sehr viel geringer wird. Grob 1 Millionen Menschen arbeiten allein in Deutschland in Berufen die durch Autonome Fahrzeuge wegfallen werden. Und die werden nicht alle Handwerker oder Pflegekräfte werden.
Ja, irgendwie sind wir doch alle darauf gepolt. Auch wenn BiP per Capita steigen würde ist unser komplettes Wirtschaftssystem, unser Finanzsystem davon abhängig, dass wir wachsen, Kredite aufnehmen und investieren.
Deswegen ist ja die Stimmung gerade so schlecht, weil kaum Menschen besser geht als letztes Jahr, sondern schlechter als letztes Jahr.
Die Umstellung auf eine Gesellschaft in der Wachstum (paradoxerweise Kinder außen vorgelassen) nicht im Fokus aller steht ist meiner Ansicht nach weitaus schwieriger als einfach allen Eltern 20h steuerfreie Arbeitszeit zu ermöglichen. Sie zahlen mit ihrer Zeit ja die Steuerzahler der Zukunft.
Naja komm, aber wer recycelt das Kupfer, Roboter? Und warum überhaupt recyclen, wer will den Kupfer haben wenn weniger Konsumenten da sind?
Exakt. Die 300-Tonnen Trucks in Minen werden heute schon autonom betrieben, genauso wie viele andere Maschinerie. In den Kohlerevieren der Bundesrepublik haben vor 50 Jahren noch dutzende Menschen in jedem Schacht malocht, heute werden solche Anlagen mit einer Handvoll Leute betrieben. Auch das Recycling ist heute hoch automatisiert und da werden Fortschritte in KI und Robotik (wie in allen Bereichen der Industrie) die Möglichkeiten wohl immer weiter verbessern.
Unabhängig von der demographische Entwicklung werden allein in Deutschland Millionen von Jobs bald nicht mehr von Menschen gemacht werden (müssen). Das wird zu unglaublichen Vermögenszuwächsen bei jenen Menschen führen, die (größtenteils durch persönliches Glück) diese Technologien kontrollieren, während andere Menschen ihren Job verlieren bzw. in weniger lukrative Jobs verdrängt werden.
Das wird auch die Sozialsysteme weiter unter Druck setzen. Wenn weniger und schlechter bezahlte Jobs zur Verfügung stehen, dann muss das Geld für Rente und Krankenkasse irgendwo anders herkommen. Einfach sagen „Eltern zahlen keine Beiträge“ ist da nicht realistisch, dann zahlen die das doch nach der Volljährigkeit ihrer Kinder einfach nach.
Der Konsum von Ressourcen ist seit Industrialisierung und Globalisierung nicht mehr (nur) von der Zahl der Nutzer abhängig. Entscheidend ist vielmehr die technologische Entwicklung. Die Nachfrage an Kupfer wird auch bei sinkender Weltbevölkerung auf absehbare Zeit steigen, weil neue Technologien diesen Rohstoff intensiv nutzen. Die Nachfrage nach Erdöl, Kohle und Gas wird dagegen bald anfangen zurückzugehen, egal wie sich die Weltbevölkerung entwickelt, weil Erneuerbare Energien im Vergleich billiger und besser sind.
Einzelne Ressourcen und Vermögenswerte werden abhängig von technologischer und demographischer Entwicklung im Wert sinken, andere im Wert steigen. Einmal geschaffene Werte werden aber nicht dadurch automatisch wertlos, dass sie von weniger Menschen genutzt werden. Auf die Nutzung kommt es an.