Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen Anhalt

Es gibt viele Gründe aus denen man mit der Regierung unzufrieden sein kann. Und das muss noch nicht mal primär an der eigenen Landesregierung liegen.

Ich denke, aktuell ist die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik bei der Bewältigung der industriellen Schwäche für diese Wahl weit entscheidender gewesen. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Schwächung des ländlichen Raums in Sachsen Anhalt und die Sorge vor einem weiter so.

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In Sachsen-Anhalt ist die Antwort ziemlich eindeutig: diese Partei nennt sich „Alternative für Deutschland“

Es ist aber auch eine Bankrotterklärung für eine demokratische Gesellschaft bzw. für ein politisches System, wenn die Menschen quer durch fast alle Alters- und Bildungsschichten mit so deutlicher Mehrheit eine im Kern demokratiefeindliche Partei wählen.

Ein solcher Satz ist m. E. ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich in dem Land schon seit Jahren gegen die AfD stellen und es nicht verlassen können oder wollen - kurz für Menschen, die nun mehr denn je Solidarität und Unterstützung benötigen.

Ohne das Thema hier derailen zu wollen: Ein solcher „Idiot“ (Deine Wortwahl) war einer der Main Acts auf einer großen Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei in Berlin.

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Kannst du bitte das Zitat verlinken, in dem die AfD Sachsen-Anhalt wirtschaftlich in die 90er zurückversetzen will? In deinem Video wird Siegmund exakt darauf angesprochen und macht sehr klar, dass er wirtschaftlich nicht ins Jahr 1995 zurück möchte.

Ich glaube, uns allen ist klar, dass es dabei um eine kulturelle Rückabwicklung geht. Versteh mich nicht falsch, ich finde das widerlich und furchtbar. Aber ich denke, es ist wichtig, in der Auseinandersetzung mit der AfD keine Aussagen zu verdrehen.

Meine Güte. Die Rechten polemisieren doch gerne gegen den angeblichen Nanny-Staat.

Dann sollen die Verbliebenen doch selber mehr auf die Beine stellen. Komisch, im ländlichen Schleswig-Holstein oder Niedersachsen geht sowas auch.

Niemand muss da bleiben. Aber, falls es dich beruhigt, ich spende sogar an Polylux.

Auch die Kriminalitätsrate war in SA in den 90ern höher.

Apropos:

So werden in Sachsen-Anhalt laut polizeilicher Kriminalstatistik in etwa gleich viele Straftaten pro 100.000 Einwohner begangen wie in Schleswig-Holstein. Aber: »Die Furcht vor Kriminalität in Schleswig-Holstein ist sehr gering, während sie in Sachsen-Anhalt erstaunlich hoch ist«, sagt Grega Ferenc vom Ifo-Institut Dresden.

Und deswegen habe ich hier im Forum schon mehrfach gesagt, dass Union, SPD und Linke den Menschen ernsthaft erklären müssen, was in Zukunkt die gutbezahlten Industriearbeitsplätze in Deutschland sind.

Der einzige, der diesen Punkt immer wieder erwähnt und z.B. mit Intel in Magdeburg angegangen ist, was Habeck. Aber auch das ist ja leider gescheitert.

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Ich verdrehe da nichts. Der Mann wird genau darauf angesprochen und er nimmt seine Aussage nicht zurück, sondern reiht eine nicht-Antwort an die nächste. „Nach vorne schauen laber,laber,laber“. Er sagt an keiner Stelle, dass er eigentlich doch nicht zurück in die 90er will. Du kannst ihm das gern in den Mund legen, dass er eigentlich doch nicht meint, was er in seinem Interview und seine Partei regelmäßig explizit sagen, dass es nämlich um zu viel Kriminalität und eine angeblich desaströse ökonomische Lage ginge. Aber wenn wir schon darüber reden wollen, was uns angeblich klar ist: Ich glaube, er will halt in die Zeit zurück, als Rassismus noch breitere Akzeptanz erfahren hat, als man noch mit dem Baseballschläger Linke und Ausländer durch die Straßen jagen konnte und das ganze Dorf geklatscht hat. Wenn die AfDler die Chance bekommen, werden sie genau das Versprechen auch einlösen. Das sind die großen Veränderungen, die gewählt und dann auch geliefert werden: doppelt so viele Leute arbeitslos und dafür mehr Menschenjagden in den Innenstädten. Nur die Kriminalität wird vielleicht statistisch nicht allzusehr von diesen Verbrechen beeinflusst sein, wenn die AfD in der Polizei erstmal für noch mehr vom rechten Ungeist gesorgt haben wird.

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Ne, schon klar, bei so einem Wahlergebnis ist es natürlich für alle Menschen egal von den jeweiligen Lebensumständen völlig einfach möglich, ja sogar geboten, am besten sofort ihren Job, ihr soziales Umfeld und ihre gewohnte Umgebung aufzugeben. Am verlassen als ersten Schritt sofort alle Menschen in medizinischen Berufen und in der Pflege sowie im Lebensmitteleinzelhandel das Bundesland, dann erledigt sich das Problem auch schnell /S
Fragt sich nur, warum du so lauthals verkündest, für Initativen zu spenden, die wollen, dass in dem Land auch in ein paar Jahren noch Menschen leben, die sich vor Ort der AfD widersetzen.

Reicht mir hier für heute.

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Wieviele der AfD-Wähler haben wohl jemals im Leben Habeck gewählt? Die Politik, von der sich manche wünschen würden, dass die AfDler sie eigentlich wollen würden, wählen die halt hartnäckig nicht, sondern ihr Gegenteil. Weil sie eben was anderes wollen, weil die These falsch ist, dass AfDler überwiegend aus wirtschaftlicher Not gradezu Verzweiflung einfach keinen anderen Ausweg mehr wüssten…

Ach so, das Einkommen hat sich sogar überdurchschnittlich entwickelt:

Wenn es so ist, wie hier viele mutmaßen, dass in SA die AfD ‚entzaubert‘ wird, dann ergibt es Sinn, diesen Prozess zu beschleunigen.

Im Übrigen wird es zu starker Abwanderung kommen. Da muss ich mich gar nicht dafür aussprechen.

Und zunächst einmal habe ich großes Verständnis für diese Menschen, die sich dem nicht länger aussetzen wollen.

Zwischen bleiben müssen und gehen müssen liegt doch ein weites Feld. Grundsätzlich kann jeder Sachsen-Anhalt verlassen. Manchen wird kaum was anderes übrig bleiben, andere werden sich aus verständlichen, guten Gründen schwertun oder eben nicht zurückweichen wollen. Wäre doch schön, wenn diejenigen, die für Demokratie einstehen, zusammenhalten, ob sie nun das Land verlassen können/wollen oder auch nicht.

Auch wenn es grade an solchen Wahlabenden, von denen wohl noch viel zu viele vor uns liegen, besonders schmerzt, dass es bei der großen Ungerechtigkeit bleibt: Solange wir in einer rechtsstaatlichen Demokratie leben wollen, müssen wir damit leben, dass wir die Vorzüge dieses Systems auch mit denen teilen, die sie weder wollen, noch verstehen oder verdient haben.

Na wenn wir kurz vor Mitternacht schon Träume austauschen: Am besten wäre natürlich das Gegenteil. Wenn sich 10-15% der Demokraten aus NRW bspw. morgen in Sachsen-Anhalt ansiedeln, kann sich die AfD ihre Wahlaussichten dahin stecken, wo die Sonne nicht scheint :wink:

Dass dieGrünen im Osten einen schweren Stand haben ist mir auch klar.
Es geht mir einfach darum, dass mir bei den drei genannten Parteien komplett das Konzept, und auch die glaubhafte politische Erzählung, fehlt, wie die Industrie Deutschlands in Zukunft aussehen soll, und wie man verhindern will, dass mehr und mehr Jobs nach Asien und USA verlagert werden.

Das einzige was ich von der CDU höre sind „Entlastungen für die Betriebe“ und von der SPD „wir kämpfen für die (bestehenden) Arbeitsplätze und stehen hinter den Gewerkschaften“.
Das sind beides keine wirklichen Konzepte.

Speziell als CDU hätte man jetzt z.B. 1,5 Jahre Zeit gehabt zusammen mit dem Ministerpräsident ein Zukunftskonzepte SA aufzustellen, aber die „Ostpolitik“ dieser Regierung ist gefühlt nicht Existent.

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Dann kannst du auch den zweiten Teil der Grafik des ZDF (why „reddit“?!?) dazu posten, die dann bei einigen Konstellationen endgültig zeigt wie sinnvoll der Befriff „rechnerisch möglich“ in diesem Zusammenhang ist:

Zum Kontext verweise ich auf meine Ausführungen in einem anderen Thread:
Wahl in Sachsen-Anhalt - Das Dilemma der CDU - #57 von Flixbus

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Eine ebenso korrekte wie sinnlose Aussage in diesem Zusammenhang lautet: Grundsätzlich bedarf dieser Planet keines menschlichen Lebens.

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Aber wenn ich diesem Gefühl Ausdruck verleihen will, wäre es ja ziemlich schlau, eine Partei zu wählen, die ein Zukunftskonzept hat, das funktionieren könnte und nicht eine, die einfach noch größere Lügen und noch offensichtlichere Ahnungslosigkeit im Angebot hat. Ich weiß, ein verrückter Gedanke, aber könnte ja sein, dass auf einem Wahlzettel mit 20 Parteien eine zu finden ist, die wirklich zu mir passt, statt eine zu wählen, die jedes Problem, das man zu Recht mit den von dir genannten haben kann, einfach nur maximal eskaliert. Aber wenn einem das alles egal ist und es nur darum geht, in einer Art demokratischem Selbstmordattentat den Schaden für alle zu maximieren, nur weil ich nicht kriege, was ich haben will, dann ist die AfD natürlich genau die richtige Wahl.

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Deswegen hatte ich ja auch noch etwas mehr geschrieben :wink:

Dass dieser Planet auch gut ohne uns auskommt, kann mancher Mensch sich allerdings gern häufiger mal vor Augen führen. Von daher finde ich die überhaupt nicht sinnlos. Aber das ist ein eigenes Thema.

Nun ja, man muss auch die demografische Entwicklung und die neue Automatisierung aufgrund der KI-Revolution berücksichtigen. Der Arbeitskräfteeinsatz und das Arbeitskräftepotenzial in der und für die Industrie werden deutlich zurückgehen.

Beides kann man übrigens nicht abwählen.

PS (Stöcker-Kolumne):

Die AfD aber bietet alternative, falsche Erklärungen für die eigene Verunsicherung an, die viel einfacher scheinen.

Deshalb ist für Populisten, Rechtsextremisten und ihre Helfer aus dem Ausland der Angriff auf Institutionen wie Medien und Wissenschaft so wichtig: Wenn jede Tatsache durch einen Verweis auf vermeintlich unglaubwürdige Quellen für falsch oder irrelevant erklärt werden kann, muss man sich mit Detailfragen nicht mehr aufhalten. Was nicht ins Weltbild passt, haben die »Lügenmedien« eben erfunden.

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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich etwa ein halbes Jahr nach der Intel-Ankündigung in Magdeburg bei Freunden auf einer Gartenparty war. Damals war ich noch ziemlich kritisch, aber selbst die offensichtlichen AfD-Anhänger schwärmten davon und lobten Habeck dafür, endlich mal etwas großes für das Land zu tun.

Nein, sie werden ihn dafür nicht gewählt haben, aber anerkannt haben sie es schon. Die Hassfiguren bei den Grünen sind m.E. eher Baerbock und Roth gewesen, nicht Habeck. Wobei die Heizungshammer-Kampagne ihm sicher etliches an Ansehen gekostet hat.

Glaub es oder glaub es nicht, aber aktuell haben die technisch arbeitenden Menschen in Sachsen Anhalt (Industrie, Handwerk) echt große Sorgen, dass ihre Jobs gerade wieder stark gefährdet sind. Sachsen Anhalt hat einen vergleichsweise großen industriellen Sektor und gerade der hat es in der aktuellen Weltlage und infolge der Energiepolitik - Sachsen Anhalt ist ein Chemie-Land und dort kann man oft nicht einfach auf Strom transformieren - schwer.

Mag sein, dass wir in 3 Jahren auf die aktuelle wirtschaftliche Phase zurückschauen und feststellen, dass alles halb so schlimm war. Ich glaube es sogar, ganz ehrlich. Aber das ist den Menschen jetzt schwer zu vermitteln, die gerade um ihre Jobs bei Bayer, TOTAL, IDT usw. bangen. Und ich fürchte, die wenigsten haben aktuell viel Motivation sich in die Pflege umzuschulen.

Ich wurde vom AfD-Co-Fraktionsvorsitzenden Kirchner öffentlich und persönlich bedroht, für den Fall, dass sie irgendwann an die Macht kommen sollten. Gegangen bin ich zwar, aber nicht wegen der AfD, sondern wegen der schlechten Jobsituation für akademisch gebildete Menschen (Pay-Gap zwischen Sachsen Anhalt und Berlin bei gleichem Job: ungelogen 33 %).

Ganz ehrlich, ich habe trotzdem keine Angst zurückzukommen. Die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt ist immer noch demokratisch und vielfältig, und darauf habe ich volles Vertrauen! Niemand muss wegen der AfD aus Sachsen-Anhalt fliehen.

Ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, wohin man noch fliehen könnte. Diese Wahlergebnisse werden früher oder später auch in Niedersachsen, Hessen und NRW Realität, wenn wir politisch nicht bald die Kurve kriegen.

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Das ist genauso falsch, wie das Gegenteil. Lass doch andere Menschen einfach selbst entscheiden, wie bedroht sie sich wahrnehmen und wenn es schlecht läuft, werden wir in den nächsten Jahren ja sehen, wer richtig lag.

Nach 10 Jahren, in denen jede Partei in allen Bundesländern mit verschiedensten Voraussetzungen, mit unterschiedlichsten politischen Inhalten und Kommunikationsstrategien daran gescheitert ist, bleibt es mit dem politischen „Stellen“ wie mit dem Beten: Wenn es nicht hilft, einfach die Dosis erhöhen.

Entscheidend wäre erstmal ein Verbotsverfahren. Alles weitere sind Fragen für später.

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