Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen Anhalt

Es gibt viele mögliche Modelle in Abhängigkeit von Faktoren, die weiter oben schon diskutiert wurden (soziale Einbindung, Beruf usw.). Was genau in meinem Fall ausschlaggebend wäre, tut nichts zur Sache.

Exakt.

Der eine hat ein starkes völkisches Weltbild „Deutschland den Deutschen“, dem anderen wurde eingeredet, dass männliche Asylbewerber täglich Personen überall in Deutschland mit Messern angreifen und sein Leben dadurch bedroht ist.

Das ist für mich ein Unterschied.

Wer Menschen zum Bleiben ermutigen möchte, sollte schon sagen, ob sie oder er bereit wäre, das Gleiche auf sich zu nehmen.

Aber gerne anders:

Würdest du einer Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern eher raten, dass diese doch die Schulpolitik der AfD ‚durchstehen‘ sollten, wenn andere Faktoren für einen Verbleib sprächen und die Familie von Rassismus oder Ableismus nicht betroffen wäre?

Die Veränderungen im Parteiensystem würde ich auch nicht an einer einzigen Wahl festmachen wollen. Die laufen längst, auch wenn sie gerade einen vorläufigen Höhepunkt vertretbar. Aber auch wenn man - plausibel und legitim - die Wahl in Sachsen-Anhalt unter diesem Aspekt(!) als Wendepunkt versteht, gehen die Artikel, die ich verlinkt habe, auch darauf nicht in der gebotenen Tiefe ein. Die NYT beschränkt sich darauf, dass Merz’ Stuhl wackelt (zuvor saß er ja bekanntlich souverän und fest im Sattel). Stattdessen verwendet man magische Sprache (‚portent‘, ‚harbinger‘), bleibt also völlig an der Oberfläche, während man die größtmögliche Bedeutung beschwört. Find ich einfach nicht aufschlussreich oder informativ für Lesende aus dem Ausland. Habe einen höheren Anspruch insbesondere an die NYT.

Man glaubt es ja kaum, aber in der CDU scheint man nach wie vor zu glauben, dass mehr vom gleichen die Lage verändern wird.

„Dafür verlangte Dobrindt einen Politikwechsel. »Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistung wieder belohnen«, sagte er. Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben.“

Wir müssen also davon ausgehen, dass die CDU ihren eigenen Niedergang und die Stärkung der AfD aus purer Überzeugung vorantreibt. Ihr Hass auf arme Menschen ist größer, als der Selbsterhaltungstrieb. Schon irgendwie beeindruckend.

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Das ist in der Tat eine extrem gute Frage. Ich glaube nämlich, dass wir gesellschaftlich bezogen auf Rassismus, aber auch die anderen -ismen, ziemlich falsche Vorstellungen haben. Wir sind erstmal ALLE rassistisch sozialisiert worden. ALLE. Es erfordert aktive Arbeit und kontinuierliche Auseinandersetzung mit Rassismus, um die eigenen rassistischen Denkmuster erstmal zu erkennen und dann abzulegen. So ehrlich muss man halt sein: Diese Arbeit haben sich die wenigsten in Deutschland gemacht und deshalb fällt das im Kern rassistische Identitätsangebot der AfD bei vielen auf fruchtbaren Boden. In der Vorstellung der Mehrheit sind Rassisten nur „die ganz bösen“, die, die „Ausländer“ mit dem Baseballschläger durchs Dorf jagen. So ist es aber nicht. Auch diejenigen am Familientisch, die auch nach dem x-ten Hinweis „sich einfach nicht umgewöhnen können Schaumkuss zu sagen, weil sie das immer so gesagt haben und das ja auch niemandem schadet“ sind Teil Problems. Hätten alle ihren internalisierten Rassismus aufgearbeitet, könnte die Erzählung der AfD nicht derart in der Masse verfangen.

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Ich habe schon mehrfach betont, dass ich es für eine schwierige Entscheidung halte und beide Entscheidungen nachvollziehbar finde. Auch habe ich mich klar dafür ausgesprochen, dass ich eine AfD-Regierung nicht befürworten würde, auch wenn eine Koalition aus den anderen Parteien sicherlich schwierig werden würde.

Ich bin in einer Diktatur geboren und aufgewachsen, habe dabei zu mehreren Minderheiten gehört, die assimiliert werden sollten – hör jetzt einfach auf zu insistieren, nur weil du glaubst, mich bei einer unreflektierten Aussage erwischt zu haben. Das ist nicht der Fall.

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Man fragt sich wirklich, wer die CSU berät.

Wie kann man nur zu dem Schluss kommen, dass ein verstärktes Weiter so! plötzlich so einer Besserung führen wird?!

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Gerade bei der Pressekonferenz der CDU hat Merz aber genau dasselbe gesagt. Sprich: Weiter so, wir müssen es nur besser erklären.

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Nicht jeder Rassist - also ein Mensch, der überzeugt ist, dass es sinnvoll ist, Menschen anhand willkürlicher Merkmale bestimmten Gruppen zuzuschreiben und diesen unterschiedliche Werte, Verhaltensweisen oder gar Rechte zuzuschreiben - muss notendigerweise ein völkisches Weltbild vertreten.
Selbstverständlich gibt es neben Menschen, die rassistische Haltungen bewusst und gezielt vertreten und verbreiten auch welche, die das unbewusst tun. Spätestens wenn diese unbewussten Rassisen dann aber eine Partei bewusster Rassisten wählen, ist diese psychologische Unterscheidung im politischen Sinne egal.

Ich hab doch selbst geschrieben, dass diese Wahl natürlich vor allem ein Beispiel oder Symbol ist. Und dass ein Artikel in der NYT eher auf diese symbolische Ebene eingeht als auf verschiedene Konzepte für die Finanzierung der Wiedereingliederungshilfe in Sachsen-Anhalt, finde ich nachvollziehbar. Ich glaube ich verstehe deinen Punkt einfach nicht.
Falls du damit eine gewisse sensationsheischende Darstellung in Medien meinst: Da stimme ich dir durchaus zu. Zumindest gemessen an der politischen Brisanz des Themas ist es geradezu absurd, wie viel Erregung und Empörung hier auf wie wenig fachlich fundierte Einordnung treffen. Aber das Problem besteht wahrlich nicht erst seit der Berichterstattung über die gestrige Wahl.

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Das ist ja auch im privaten Bereich oft so, dass man ein Muster hat, das man immer einsetzt, und erst recht, wenn man das Gefühl hat, unter Druck geraten zu sein.

Dann kommt im Falle der Union auch noch hinzu, dass sie als „wertkonservativ“ nicht allzu flexibel erscheinen wollen. Und eine gute Portion Beratungsresistenz dürfte auch eine Rolle spielen, ebenso wie die Qualität der Beratung, die vermutlich ähnlich tickt wie diejenigen, die beraten werden sollten …

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Dafür ist Dir Zustimmung sicher. Nicht nur weil „keinen“ auch den Adressaten ohehin mit einschließt.

Ein Ergebnis der Wahl in ST ist auch die Reaktion der CDU.

Die CDU Generalsekretärin merkte nicht nur (mit geröteten Augen) an, dass das Wahlergebnis „etwas mit der CDU gemacht“ habe, sondern sah den Fehler ihrer Partei darin, die Wähler emotional nicht erreicht zu haben. (bei 03:26)

Das wolle man nun korrigieren. Kann diese (zu) späte Einsicht die Antwort auf grassierten Rechtsextremismus sein, die funktionieren wird?

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ja, das ist das zentrale Problem der CDU. Aber ein Wechsel der Strategie wäre das Ende der aktuellen CDU Führung, denn das wäre ein Eingeständnis und damit politischer Selbstmord. Es wird also niemand aus den oberen der CDU etwas ändern… Damit ist klar, dass die CDU von unten etwas ändern muss. Und das ist auch wahrscheinlich, denn es werden so viele CDUler nun ihre Posten/Sitze verlieren, die finden das alles gar nicht lustig. Die Frage ist nur, wann es passiert…

Siegmund hat ja vorher erklärt, er mache das nur mit einer absoluten Mehrheit.

Man sucht Partner:

Wenn die Macht lockt….

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Den zweiten Satz hättest du dir sparen können, wenn du den Anfang der Aussage („kann ich dir gerne erzählen, wenn du willst, aber vorzugsweise nicht öffentlich“) nicht schon aus den Augen verloren hättest.

Das schon, aber wie diese zustande kommt, ist ja erstmal offen.
Des Weiteren hat die AfD seit dem Wahlergebnis ihre Kommunikation klar auf eigene Regierungsverantwortung festgelegt („Wir reichen allen die Hand“; „Die Hand ist ausgestreckt“ habe ich gestern Abend ca. 20x gehört).


Es gibt im Endeffekt zwei Machtoptionen für die AfD, die nochmal unterstreichen, dass das gestern wirklich der schlimmstmöglichste Ausgang für die politische Mitte war:

  1. Das BSW an sich binden
  2. Teile der CDU-Fraktion abwerben → Überläufer

Ob das gelingt ist natürlich fraglich, aber ich halte es jedenfalls für durchaus möglich. Wir reden schließlich nur über 3 fehlende Sitze im Landtag.

Aber das größte Problem ist die Alternative. Denn selbst CDU + SPD + Grüne + Linke kommen zusammen ebenfalls nur auf 39 Sitze, genau wie die AfD und haben damit klar keine eigene Mehrheit. Und ob diese Regierung auch nur ansatzweise funktional wäre, ist dann die nächste Frage.

Entweder Siegmund schafft es eine Mehrheit im Landtag zu bilden oder es gibt Neuwahlen und die AfD holt in diesen dann die absolute Mehrheit. Das klingt düster, ich weiß, ist es aber halt auch.

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Eigengruppenbevorzugung (Ingroup-Bias) ist eine veranlagte Verhaltenstendenz, die mit Sozialisation erst mal nix zu tun hat. Schon Kleinstkinder („1-year-olds“) zeigen sie.

Deshalb zeigt sich dieser Bias auch im Implicit-Association-Test unabhängig von Erziehung und Sozialisation bei sehr vielen Menschen.

Dass unsere Gesellschaft strukturell rassistisch ist, kommt dann noch dazu.

Völlig richtig. Bloß sind einige gar nicht willens for the sake of others diese Arbeit auf sich zu nehmen.

Und da liegt das Problem.

Si.

@Schiessbogen

Deine Entscheidung respektiere ich natürlich.

Das ist ja schon mal was.

Aber dein Angebot nehme ich an. Weil es mich, anders, als du gemutmaßt hast, doch interessiert. Einfach, weil mich interessiert, wie man beides für sinnvoll halten kann.

Ich habe in den letzten Jahren so oft gedacht „JETZT muss doch der Moment da sein, in welchem die CDU-Basis mal aktiv wird“, aber nichts ist passiert. Zwischenzeitlich frage ich mich, ob sich die CDU-Basis eben auch derart radikalisiert hat, dass sie eben keinen gemäßigteren Kurs der Parteispitze sehen wollen, sondern eben noch mehr „AfD-light“ wollen. Auch Angela Merkel hat sich zwischenzeitlich ja mehrmals sehr deutlich zu Wort gemeldet, ohne dass das irgendwie was ausgelöst hat an der Basis. Aus meiner persönlichen Erfahrung mit CDU-Mitgliedern in den letzten Jahren kann ich sagen, dass diese leider mit der Parteispitze spürbar nach rechts gerückt sind. Das ist aber nur anekdotisch. Hat da jemand vertiefte Einblicke in die CDU- und CSU-Basis?

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