Enormer Verbrauch chinesischer E-Autos

Liebes Forum,

das allgemeine Echo bezüglich chinesischer E-Autos ist ja eigentlich durchweg positiv (günstiger und technisch überlegen). Betrachtet man die Autos im Detail, sieht man aber doch wesentliche Schwächen. Beispielsweiße zeigt sich beim BYD Sealion 7 ein horrender Autobahnverbrauch von deutlich über 30 kWh/100km (Stresstest E-Autos im Winter: Wie die Reichweite auf der Autobahn ausfällt https://www.youtube.com/watch?v=9mz68lhIJfE).

Das bedeutet eine geringe Reichweite selbst bei großer Batterie und hohe Kosten (>23€/100km bei 35,3 kWh/100km (ADAC) und 0,66 ct/kWh (IONITY ohne Abo)). Für weniger technisch versierte Kunden ist der Frust hier vorprogrammiert. Ich würde das Kennzeichen E Team daher bitten hier vertieft zu recherchieren und die Reichweite zu nutzen, um aufzuklären. Besonders die deutschen E-Fahrzeuge bestechen durch ihre Effizienz (Mercedes CLA, BMW iX3 & i4, VW ID7), ich finde das darf man auch mal aussprechen.

LG

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Kann ich nicht bestätigen. Mein MG4 braucht Innerstädtisch maximal 14kWh, Landstraße zwischen 15 und 16. Autobahn bei Tempo 120 sind es 17 bis 18, bei Tempo 130 geht es auf 20-22.
Damit bewegt er sich auf den Niveau des id3 eines Bekannten. Hyundai Kona ist nochmal etwas effizienter (ebenfalls persönliche Erfahrung). Laut Berichten hat Tesla die Effizienzkrone.

edit: es ist aber kein Problem, mit aktivierter Batterieheizung, Klima und sportlicher Fahrweise auch bei meinem im Winter den Verbrauch in derartige Höhen zu katapultieren.

edit: hier das Ergebnis des Härtetests in Norwegen

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Auch der MG4 fällt in unabhängigen Tests durch ernorm hohen Verbrauch auf MG 4 ER | ÖAMTC

Naja, auch bei älteren deutschen E-Autos ( Audi E-Tron, EQS SUV etc.) gibt es solche Effizienz-Ausreißer. Daraus zu schließen, dass ein ganzer Automarkt ineffizient ist, halte ich für gewagt.
Ja, es gibt chinesische Fahrzeughersteller, deren Fahrzeuge nicht extrem effizient sind, und der Sealion gehört bestimmt dazu.
Und ja, die deutschen Hersteller haben mittlerweile gut aufgeholt was die Technik und Effizienz betrifft.
Das allgemeine: „chinesische BEV sind ineffizient“ halte ich aber für überzogen.

Da wurde bei -8 bis -30 (!) °C getestet. Die Teststrecke ging von Oslo (nahe Meereshöhe) teils bis auf knapp 1.000 Höhenmeter hoch. Insgesamt so ziemlich die schlimmsten Bedingungen, die man sich für ein E-Auto ausdenken kann und wenig Relevanz für die übliche Nutzung in Deutschland. Aber sicher eine interessante Ergänzung zur Wissenssammlung über die Batterienutzung unter Extrembedingungen.

Wobei der Sealion auch den höchsten WLTP-Verbrauch (21 kwh/100km) unter allen getesteten Modellen hat. Das dürfte dem Käufer also durchaus bewusst sein. Und von 21 auf 35 kw/h ist nicht der mit Abstand größte relative Sprung im Testfeld. Der Kia EV6 geht von knapp 17 kwh WLTP auf auf gut 28 kwh unter den Testbedingungen. Der Skoda Elroq von 15 auf 25.

Ob der Sealion hier als repräsentativ für chinesische E-Autos (oder auch nur E-Autos von BYD) gesehen werden kann, würde ich ohne einen Vergleich mit mehr Modellen doch bezweifeln. Vor allem, weil die Technologie (Batterie und Motor) in praktisch allen aufgeführten E-Autos vermutlich aus China kommt und die Reichweite wohl eher durch Design-Entscheidungen (Größe, Gewicht, Windschnittigkeit, Wärmepumpe, etc.) bestimmt wird. Da wird es auch unter chinesischen Herstellern erhebliche Diversität im Programm geben.

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Ja, da muss man unterscheiden zwischen Modell, Softwarestand und LFP- und NMC-Akkus. In der Pauschalität ist dein Beitrag aber aber einfach falsch.

NAF – New winter range record in the world’s largest electric car test - FIA Region I

Hier wurde ein Einbruch von 20% gemessen, ich kalkuliere aufgrund der bisherigen kurzen Wintererfahrung mit maximal 25%.

Zu VW: Der id3 kann nun auch Vorkonditionierung der Batterie. Für die ersten Modelle gibt es aber kein Softwareupdate.

Der cla ist ja mit 420 km der mit der 2. Höchsten Winter Reichweite im Test. Der unterschied zum Sommer ist aber doch hoch. Frage mich ob die multi source WP verbaut war. Aber wahrscheinlich greift bei den sehr tiefen das PFAS Kühlmittel (gleiche wie in den “modernen” Klimaanlagen) eh nicht mehr.

Eventuell ist bei den tiefen Temperaturen co2 besser für eine wp.

Der WLTP Zyklus wird bei 14 Grad Celsius und 23 Grad Celsius auf klimatisierten Rollenprüfständen gemessen, und beinhaltet ein in der Realität meist nicht zu erreichendes Fahrprofil.

Ohne Klimaanlage / Sitzheizung / Akkuheizung sind WLTP Werte bei ähnlichen Temperaturen nur auf Energiesparrunden erreichbar.

WLTP ist ein reiner Vergleichswert zwischen verschiedenen Fahrzeugen.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit beim WLTP ist 46,5 km/h, der Anteil über 100 km/h sehr gering.
Dadurch sind aerodynamisch schlechte Fahrzeuge im WLTP im Vorteil (Thema „SUV“).
Chinesische Autos sind oftmals nicht für höhere Geschwindigkeiten optimiert.
Der Luftwiderstand wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit. Das bedeutet: ist das Tempo verdoppeln (z.B. von 50 auf 100 km/h), vervierfacht sich der Luftwiderstand.

Jeder Batteriechemie reagiert dazu unterschiedlich auf Kälte.
LFT (Lithium-Eisenphosphat) sind idr empfindlicher,
NMC-Akkus (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt) Idr unempfindlicher.
Dazu kommt das Thema Wärmepumpe und laufende Verbraucher.

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Tempolimit China übrigens 120 Autobahn, 80 Bundesstraße/Landstraße. Just saying.

Verbauen „Deutsche“ Autos nicht sowieso größtenteils chinesische Batterien? Wo soll der E-technische Unterschied herkommen?

Ich sehe es auch so, dass es sich um pure Vergleichswerte handelt. Es gibt unheimlich viele Faktoren, die den Verbrauch beeinflussen (übrigens genauso beim Verbrenner). Auch wenn ich noch keine evidenzbasierte Studie dazu angestellt habe, gehe ich stark davon aus, dass der Verbrauch von unserem Ioniq5 auf der Autobahn höher ist, wenn Bibi & Tini aus den Boxen kreischen, als die sanfte Stimme von Joachim Kerzel, die mir den neusten Tratsch aus Kingsbridge erzählt.

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Größtenteils vom cw Werte (Aerodynamik der gesamten Karosserie) und dem Elektromotor selbst:

Bei Pkw-Elektromotoren unterscheidet man grundlegend zwischen Asynchronmotoren (ASM) und Synchronmotoren (SM). Beide Bauweisen nutzen das Prinzip der Magnetfelder, setzen aber auf unterschiedliche Rotortechnologien.

  • Asynchronmotor (ASM): Der Rotor läuft dem Magnetfeld „hinterher“ (asynchron). Er ist sehr robust, kostengünstig und kommt ohne seltene Erden aus. Er bietet gute Leistung, hat aber leichte Schleppmomente.
  • Synchronmotor (SM): Der Rotor dreht sich exakt synchron zum Magnetfeld des Stators. Diese Bauweise unterteilt sich weiter in:
    • Permanenterregte Synchronmotoren (PSM): Nutzen Dauermagnete. Sie sind sehr effizient und kompakt, benötigen jedoch teure Rohstoffe (seltene Erden).
    • Fremderregte Synchronmotoren (FESM): Nutzen Elektromagnete statt Dauermagnete. Sie sind frei von seltenen Erden und sehr effizient, besonders bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn.

Und da werden in Deutschen Autos andere verbaut als in Chinesischen?

Was heißt andere. Ohne es zu prüfen kann ich mir gut vorstellen, dass chinesische Hersteller durchaus auf einen Asynchronen Motor setzten, weil höhere Geschwindigkeiten in China weniger relevant sind und die Motoren günstig sind.
Ob und wieviel Entwicklungsgelder chinesische Hersteller in E Motoren stecken weiß ich nicht.

Worst case bei höheren Geschwindigkeiten in der Kälte ist die Kombination asynchroner Motor, LFT Batterie und schlechte Aero.

VW hat z.B. mit hohen Entwicklungsgeldern ihren E Motor immer weiter entwickelt. Der APP550 gilt als einer der besten PSM Motoren mit niedrigen Verbrauch bei höheren Geschwindigkeiten.

Edit: die deutschen Hersteller haben alle eine Entwicklungsabteilung für E Motoren, und / oder arbeiten eng mit Motorenherstellern zusammen, um exklusiv für ihre Fahrzeuge zu optimieren. Da ist definitiv nix von der Stange.

VW, Mercedes aber auch BMW entwickeln die E-Antriebe selber, mit alldem Know-How, dass sie über die Jahrzehnte gesammelt haben. Auch beim Thermomanagement wird ein immenser Aufwand betrieben. Moderne Thermomanagementsysteme von deutschen Herstellern kombinieren die Kühl- & Heizkreisläufe von E-Antrieb, Batterie & Innenraum entweder direkt oder mittels Wärmepumpen, um die benötigten Temperaturniveaus zu erreichen. Der Aufwand der da betrieben wird ist sowohl software- als auch hardwareseitig riesig. Das alles zeigt sich am Ende in der hohen Effizienz.

Öffentlich wird es immer so dargestellt als seien deutsche E-Fahrzeuge technisch hinter den chinesischen und gleichzeitig noch wesentlich teurer. Schaut man ins Detail dann zeigt sich, dass die deutschen E-Fahrzeuge (technisch) Weltspitze sind. Ich finde einfach wir sollten uns nicht schlechter reden als wir sind.

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Das gilt neben der E-Motoren Entwicklung übrigens auch für die Batteriezellentwicklung.
Die betreiben deutsche Hersteller auch seit Jahren.
VW entwickelnd über seine Tochter PowerCo, Mercedes-Benz entwickelt ebenfalls Zellchemie und Zellaufbau selbst, genauso wie BMW.
Unterschied ist, dass man für die Produktion oft auf Partner setzt, und da dominieren asiatische Hersteller den Markt bisher. Das ist aber in anderen Branchen (z.B. Leiterplattenindustrie) auch nicht anders.

Technisch haben die aktuellen Fahrzeuge sowohl softwareseitig als auch Ladetechnisch zumindest aufgeholt, wenn nicht in Bereichen überholt.
Preislich darf man nicht dem Fehler unterliegen, den Listenpreis der Fahrzeuge zu vergleichen. Ich habe bisher nie ein Fahrzeug von einem deutschen Hersteller zum Listenpreis gekauft. Bereinigt war dann der Unterschied kaum noch vorhanden.