2024 bin ich mit einem Balkonkraftwerk gestartet (800 W Einspeisung, 1,7 kWp). Schnell hat sich gezeigt, dass mein Ertrag deutlich über meinem Eigenverbrauch lag. Deshalb habe ich nach einer Speicherlösung gesucht und bin auf ein Förderprogramm der IBB gestoßen, das Batteriespeicher mit 300 € pro kW bezuschusst.
Also habe ich im Juli 2024 einen Antrag gestellt, der im Juli 2025 schließlich zu einem Zuwendungsbescheid führte. Daraufhin habe ich investiert: Für rund 4.500 € habe ich einen Speicher angeschafft, alle geforderten Nachweise eingereicht und meine Anlage technisch erweitert. Da der Wechselrichter inzwischen mehr als 800 W leistet, wurde aus dem Balkonkraftwerk eine reguläre PV-Anlage, die auch durch einen Installateur beim Stromnetz Berlin angemeldet wurde.
Im November 2025 kam dann überraschend der Widerrufsbescheid der IBB. Begründung: Meine Anlage sei keine PV-Anlage und ich hätte die Inbetriebnahme nicht korrekt nachgewiesen – die Förderung werde daher nicht ausgezahlt.
Daraufhin habe ich mich an die Politik gewandt. Die IBB ist eine landeseigene Bank und untersteht dem Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Betriebe, der von Franziska Giffey verantwortet wird. Da Kai Wegner als Bürgermeister von der CDU gestellt wird, habe ich zunächst Kontakt zum Bürgerbüro der CDU aufgenommen – konkret zu Katharina Günther-Wünsch, die für meinen Bezirk zuständig ist. Die Mitarbeitenden dort waren sehr freundlich und bemüht, aber letztlich konnte mir politisch nicht direkt geholfen werden.
Zusätzlich habe ich mehrere Mitglieder des zuständigen Ausschusses kontaktiert. Zwei Rückmeldungen habe ich erhalten, mit den Empfehlungen:
- Dranbleiben
- Eine Petition einreichen
Da eine Petition erfahrungsgemäß bis zu zwei Jahre dauern kann und das Ziel unklar war, erschien mir das wenig hilfreich. Also blieb nur der formale Weg.
Ich habe Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, eine Klage in Aussicht gestellt und abgewartet. Im Januar wurde mein Widerspruch zunächst als unzulässig zurückgewiesen. Nach einem telefonischen Gespräch mit dem Senat konnte ich jedoch erreichen, dass mein Antrag doch als zulässig anerkannt wurde. Der ursprüngliche Zuwendungsbescheid wurde daraufhin wieder in Kraft gesetzt.
Die IBB benötigte anschließend noch etwa sechs Wochen, um die Förderung tatsächlich auszuzahlen.
Das Ganze mag wie ein Einzelfall wirken, zeigt aus meiner Sicht aber ein strukturelles Problem: Der Aufwand und die Hürden sind so hoch, dass viele Bürger vermutlich einfach aufgeben würden. Das sorgt für Frust und Politikverdrossenheit.
Immerhin: Für mich ist das Thema jetzt abgeschlossen. Meine Anlage läuft gut – aktuell erzeuge ich etwa 15 kWh pro Tag. Das reicht inzwischen sogar für Elektromobilität, und ich bin weitgehend unabhängig vom Netzstrom.
Trotzdem bleibt die Frage: Warum wird einem das so schwer gemacht?