Endometriose Feedback

Ich fand das Thema Endometriose sehr wichtig, denn die Ausmaße waren mir nicht bewußt. Danke, dass Ihr hier ein Bewußtsein geschaffen habt.

Das Thema geschlechterspezifische Medizin ist wichtig, doch fand ich die Kombination mit Endometriose nicht gelungen. Endometriose gibt es halt erstmal nur bei Frauen und damit ist die Krankheit zum Vergleich Mann und Frau nicht so gut geeignet. Durch den Hinweis von @Mikaa würde ich sogar spontan vermuten, dass Endometriose bei Männern deutlich schlechter untersucht ist, als bei Frauen. Hier ist es also genau anders herum.

Das dritte Thema was Ihr behandelt habt, ist unser Gesundheitssystem. Dieses Thema kam mir zu kurz, denn davon sind noch viel mehr Menschen betroffen, nämlich wir alle. Wenn man mit Symptome zum Arzt geht, so führt dieser Diagnosen für mögliche Ursachen durch. Wenn danach ein eindeutiger Befund vorliegt, wir die Behandlung gestartet. Gibt es keinen eindeutigen Befund, gibt es noch eine Runde bei einem Facharzt. Kommt da auch nichts raus, ist unser Gesundheitssystem nicht in der Lage Betroffenen zu helfen. Heißt alle Krankheiten die nicht einfach diagnostiziert werden können, werden nicht behandelt. Darunter fällt neben Endometriose sowas wie Post-COVID, psychische Krankheiten und weitere aber auch ganz viele Standard-Krankheiten die halt mal untypisch verlaufen und nicht ins Schema passen.

Das sehe ich als Riesenproblem aus folgenden Gründen:

  • Kein Behandlungserfolg
  • Weitere Arzttermine (Odysee)
  • Mögliche Fehldiagnosen
  • Oft hohe Kosten für das Gesundheitssystem
  • Hilflosigkeit bei den Erkrankten
  • Lange Ausfallzeiten

Diesen Satz speziell habe ich vom Arzt nicht gehört, aber so eine Frage “Ob ich gerade viel Stress hätte” durchaus.

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Ich fand es toll, dass ihr einer eurer Mitarbeiterinnen das Wort gegeben habt und sie so ihre Rechere-Ergebnisse präsentieren konnte.
Bestimmt ist es nicht nur für die Mitarbeiterin toll, wenn sie etwas air-time bekommt, es erhöht auch die Qualität der Sendung, wenn die Fitteste im Sachverhalt an dem Nachrichtenblock teilnimmt.

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Da schließe ich mich an und würde außerdem empfehlen die Berufsbezeichnung “Gynäkolog*in” zu nutzen, aus den selben Gründen. Und hier ist es ja auch einfach die korrekte Berufsbezeichnung.

Danke danke

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Hallo liebes Lage-Team,

ich bin selbst Endometriose-Betroffene und möchte mich erst einmal bedanken, dass ihr diesem Thema so viel Raum gegeben habt, das macht Mut bei all dem stillen Leid, das man als Betroffene täglich erlebt. Ich fand gut, dass ihr bei den Symptomen der Krankheit nicht zu sehr ins Detail gegangen seid wie andere Zeitungsartikel, die seitenlang Horrorszenarien der Symptome beschreiben, und stattdessen das strukturelle Problem des Gender Data Gap beleuchtet habt. Gerne mehr davon, dieses Thema wird innerhalb der nächsten 10 Jahre nicht gelöst sein.

Ein Satz hat mich etwas stutzig gemacht und zwar, dass mittlerweile eine OP „nur in Ausnahmefällen“ durchgeführt wird. Dem kann ich aus persönlicher Erfahrung leider nicht zustimmen, obwohl ich im medizinisch gut versorgten München wohne. Ich wurde erst nach mehreren Jahren überhaupt in ein Endometriosezentrum überwiesen und dort wurde direkt eine OP zur finalen Diagnose empfohlen, auch mit dem Argument damit die Eileiter überprüfen und bestehende Herde entfernen zu können. Abgesehen davon dass kaum jemand diese Zentren aufsucht wenn nicht eh eine OP ansteht, bin ich mir unsicher, ob man mit dieser Verdachtsdiagnose mittels Ultraschall eine Verschreibung zur Physio-, Ernährungs-, oder Schmerztherapie erhält. Das Problem wird strukturell erst gelöst sein, wenn Speichel- oder (Menstruations-)Bluttests marktreif werden, zu denen es heute bereits Studien gibt, und jede junge Frau standardmäßig auf Endometriose getestet wird.

Ich habe noch einige inhaltliche Ergänzungen zu Themen, die aufgrund der Kürze der Zeit nicht erwähnt wurden, vielleicht gibt es ja noch eine zweite Folge dazu:

  • Medical Gaslighting bei Frauen: wie viele andere Frauen auch, wurde ich Anfang der 20er mit meinen Symptomen sofort als psychisch krank eingestuft. Anstatt anhand der Symptome den Verdacht der Endometriose zu stellen, wurde mir von einem Facharzt nach negativem Organbefund eine Psychotherapie ans Herz gelegt (die ich natürlich brav gemacht habe, ohne erkennbare psychische Krankheit, bis 4 Jahre später Endometriose diagnostiziert wurde). Dass Schmerzen bei Patientinnen nicht ernst genommen werden und stattdessen ein psychisches Problem vermutet wird, ist vielfach mit Studien belegt, und richtet ebenso viel Schaden an wie die Krankheit selbst.
  • Hormone: Die Kritik an der Einnahme von Hormonen ist mittlerweile so groß geworden, dass sich viele Frauen weigern, die Pille als Medikament gegen Endometriose zu nehmen, obwohl sie das einzige Medikament ist, das die Krankheit tatsächlich strukturell eindämmt. Es gibt eine große pharmakritische und esoterisch geprägte Bewegung, die die Kritik am übermäßigen Verschreiben der Pille als Verhütungsmitteln bei Teenagern auf die Endometriose-Therapie überträgt, was ich völlig fehlplatziert und gefährlich finde. Bei Frauen, die jahrelang vom System ignoriert wurden, verfängt das leider gut. Frauen, die bisher nur vermuten, dass sie Endometriose haben könnten (also noch keine OP hatten), tun sich deshalb schwer, sich für diese präventive Maßnahme zu entscheiden. Es fehlt ein differenzierter Diskurs zu Hormonen als Medikament vs. als Verhütungsmittel, da die Risikoabschätzung gänzlich unterschiedlich ausfällt. Nun zum anderen Extrem: Ironischerweise zahlt die Krankenkasse zwar bestimmte gegen Endometriose getestete Pillen, aber nicht die nebenwirkungsfreieren Hormonspiralen, da diese als „Verhütungsmittel“ gelten und nicht als Endometriosetherapie. Den Tipp meines Arztes am Endometriosezentrum, Hormonspirale und Pille in Kombination gegen Adenomyose (Endometriose innerhalb der Gebärmutterwand) einzusetzen und gleichzeitig die Nebenwirkungen der Pille und Zwischenblutungen zu verringern, konnte ich daher leider nicht anwenden, weil 400€ für eine Spirale zu teuer ist, wenn einem gleichzeitig gesagt wird, man sollte versuchen schwanger zu werden sobald es geht.
  • Fehldiagnose Reizdarm und Unwissenheit der Gastroenterologen: Eine häufige Fehldiagnose bei Endometriose ist Reizdarm, da Endometriose ähnliche Symptome hat und Gastroenterologen keine Befunde feststellen können. Auch Magenprobleme durch ein angespanntes vegetatives Nervensystem können von Endometriose kommen. Leider kennen sich Gastroenterologen meiner Erfahrung nach nicht mit Endometriose aus und schicken einen eher zur Psycho- oder absurderweise zur Osteotherapie, statt zum Endometriosezentrum, ein schönes Beispiel vom Silo-Denken der Fachärztemedizin.

Ich hoffe, die Ergänzungen helfen dem ein oder anderen weiter und Eltern horchen in Zukunft auf, wenn ihre Tochter ohne Schmerzmittel nicht durch die Menstruation kommt. Von der Interviewten Professorin Sylvia Mechsner gibt es übrigens einige Bücher, die ich sehr weiterempfehlen kann.

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Well, die Tatsache, dass Krankheiten, die ganz überwiegend Frauen betreffen, kaum erforscht werden, ist schon ein sehr gutes Beispiel für das gender gap.
Von daher passt das Beispiel Endometriose durchaus

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Liebes Lage Team,

Vielen Dank erst einmal für euren wirklich wichtigen und auch total interessanten Beitrag zum Thema Endometriose. Ich finde es sehr schön, dass ihr bei diesem Thema Expertenmeinungen integriert habt und auch einer Frau die Recherche und Vorstellung überlassen habt.

Da ihr ja in der Folge explizit nach Feedback zu dieser Art des “Fremdrechercheblocks”, wie ich ihn jetzt einfach mal taufe, fragt, ist hier meine ehrliche Einschätzung:

Ich finde es prinzipiell wirklich klasse, wenn ihr in den Podcast regelmäßig Rechereche-Beiträge von Dritten einbaut. Ich denke, wenn sich jemand dezidiert über mehrere Wochen mit einem Thema auseinandersetzen kann, besteht die Möglichkeit, dass nochmal eine ganz andere Tiefe und vielleicht auch der persönliche Touch der jeweiligen Journalist*in mit rüberkommt. Prinzipiell bin ich also absolut auf der Pro Seite.

Was mir jetzt aber leider wirklich aufgefallen ist, ist dass in diesem Beitrag meiner Meinung nach ein wenig die Tiefe gefehlt hat, die man ja inzwischen von der Lage der Nation erwartet. Dass Anja erst bei dem Treffen mit der Expertin auf die Idee kommt, objektive und messbare Outcomes für die Gender-health-gap zu beleuchten, hat mich dann doch sehr überrascht. Ich selbst studiere auch Medizin und vielleicht habe ich deswegen auch ein verzerrtes Bild von der Situation, aber mir fallen spontan jede Menge objektive und messbare Größen ein, die die Gender-health gap klar aufzeigen:

  1. Weibliche Anteile an der Population in klinischen trials und die Allokation von Forschungsgeldern (auf diesen Punkt geht ihr später etwas genauer ein, aber richtige Daten fehlen trotzdem) The missing data: A review of gender and sex disparities in research - PubMed
  2. Unterschiede in Lebenserwartung und DALYs (disability-adjusted life years) zwischen Mann und Frau (sehr interessant: Frauen leben tendenziell länger, dafür aber mehr Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen) Gender gaps in healthy life expectancy as indicators of inequality for disability and chronic disease: cross-sectional evidence from 24 countries, years 2014-2019 - PubMed und Gender norms and health: insights from global survey data - PubMed
  3. Unterschiede in Überlebensraten je nach Erkrankung (diese Studie kommt beispielsweise zu dem Schluss, dass Frauen vor allem bei kardiovaskulären Erkrankungen benachteiligt werden, während Männer insgesamt schlechtere Outcomes haben) How Do Gender Differences in Quality of Care Vary Across Medicare Advantage Plans? - PubMed Disclaimer: USA! kann man also so nicht direkt auf Deutschland übertragen

Abgesehen davon, dass die Diskussion, wenn man sie wirklich mit Daten unterfüttert nicht so schnell ins Schwimmen gerät, wie es in dieser Folge mMn der Fall war, kommt man auch zu einem etwas nuancierteren Schluss: Sowohl Männer als auch Frauen (sowie alles dazwischen und außerhalb) leiden aktiv unter Fehlrepräsentation und falschen Klischees in Forschung und Lehre. Diesen Punkt versucht ihr dann am Ende auch zu machen, aber man merkt irgendwie, dass hier harte Fakten und Zahlen fehlen.

Ihr glänzt vor Allem durch eure gut recherchierte und faktenbasierte Berichterstattung zu politischen Themen. Bestes Beispiel ist hier, wie ihr dezidiert auf Verschuldung und Finanzierbarkeit der Rente eingeht und nicht davor zurückschreckt konkrete Zahlen und Rechnungen nachvollziehbar zu benennen oder wie ihr auch für Laien verständlich aber tiefgründig den Straftatbestand des Betruges erklärt. Ich finde es deshalb besonders schade, wenn gerade bei medizinischen Themen genau diese Rigorosität scheinbar fehlt, weil es doch ein soooo wichtiges Thema ist, dass uns alle betrifft.

Das ganze hier soll übrigens keine Pauschalkritik an Anja sein sondern vielmehr eine sehr subjektive konstruktive Kritik. Es gibt ja schließlich viele Leute, die ihre Arbeit unter diesem Post auch explizit loben.

Unterm Strich also: Ja zu Gastbeiträgen, aber dann gerne mit noch tieferen Recherchen als wir es ohnehin schon gewohnt sind :slight_smile:

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Jetzt, mit ein bisschen Zeit möchte ich meinen Beitrag um ein paar weitere Gedanken ergänzen.

Zunächst möchte ich gern festhalten warum ich darauf aufmerksam gemacht habe, dass Endometriose auch cis Männer betrifft. Der einleitende Satz zu dem Kapitel des Podcasts ist mir nämlich an dieser Stelle nicht präzise genug. Es ist richtig, dass Endometriose hauptsächlich Menschen mit Gebärmutter betrifft, aber, wie auch bereits andere Kommentator*innen hier völlig richtig haben anklingen lassen: eine Gebärmutter haben auch Männer, intersex und nicht binäre Menschen. Darüberhinaus sind es eben auch cis Männer die ebenfalls betroffen sind. Die Einordnung von Endometriose ist als reiner “Frauenkrankheit” ist also einfach inhaltlich falsch.

Eine weitere Sache die mir und meinem Nestpartnermenschen in dem Beitrag zu kurz kam war die Intersektionalität. Dass Frauen* im medizinischen Bereich häufig nicht geglaubt wird, ihre Symptome heruntergespielt und sie schlussendlich falsch oder gar nicht behandelt werden ist ein Problem, das umso schwerer wiegt je mehr die Frau* Teil anderer marginaliserter Gruppen ist. Eine neurodivergente, schwarze, behinderte Frau* beispielsweise wird im medizinischen Bereich (und auch abseits dessen) mit noch weitaus größeren Problemen zu kämpfen haben als eine weiße neurotypische Frau*. Diesen Umstand muss man, meiner Meinung nach, mit erwähnen, denn ihn unter den Tisch fallen zu lassen geht letzten Endes immer auf Kosten stark marginaliserter Menschen. Natürlich gilt der Ansatz der Intersektionalität nicht nur für Frauen*, sondern ebenso für Männer*, die marginaliserten Gruppen angehören.

Intersektionalität ist auch gerade deshalb hier so wichtig, weil ihr auf ein strukturelles Problem hinweist, das aber nicht in einem Vakuum existiert. Der Gender Health und Data Gap sind nur ein Symptom der strukturellen und systemischen Ungerechtigkeiten denen marginaliserte Gruppen sich täglich ausgesetzt sehen.

Das gilt im Übrigen auch für eure Diskussion der Sanktionen im Bereich der Grundsicherung: Armut ist ein weiterer Faktor, der zu weniger sozialer Teilhabe führt und weitere Erkrankungen begünstigt, die wiederum zu fortschreitender Isolation führen. Ein von Armut betroffener Mensch hat nicht nur weniger Zugang zu medizinischen Angeboten, sondern wird auch weniger Ernst genommen und bekommt weniger häufig Hilfe.

Tl;dr:

Endometriose ist keine reine Frauenkrankheit, das ist faktisch falsch.

Bei Berichterstattung über systemische Ungleichheiten und Ungerechtigkeit ist es sehr wichtig Intersektionalität mit zu denken und mit zu kommunizieren.

Nachdem das nun sehr viel Kritik war auch ein Lob: es ist wichtig, dass Themen, wie der Gender Health Gap und auch andere Formen der systemischen Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung thematisiert werden und Gehör finden. Oft bleibt es Betroffenen allein überlassen auf diese Themen aufmerksam zu machen, doch gerade hier ist es schön zu sehen, dass ihr eure Privilegien als *weiße* cis Männer nutzt um auf ein gesellschaftlich unterrepräsentiertes Thema aufmerksam zu machen.
Ich würde mich freuen, wenn diesem Beitrag weitere, gute Beiträge zu solchen Themen folgten!

Lieben Dank für alles!

Vielen Dank für diesen Beitrag zu Endometriose! Schön wäre noch ein kurzer Hinweis auf mögliche Beschwerden der rein physiologischen Vorgänge eines Zyklus. Es kann zu Beschwerden im Rahmen der Blutung sowie des Eisprung kommen. Dies kann bis zu Symptomen eines akuten Abdomen führen. Dazu gibt es keine zugelassene Medikation (Pille off-Label usw- keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen) sowie scheint es auch keine Leitlinie zu geben. Dies ist eine deutlicher gender-Health Gap!

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Etwas anders, aber: ja, jedes mal, wenn ich bei meiner Hausärztin erzähle, dass ich vor allem dann zu viel und zu ungesund esse, wenn ich Stress habe (was fast dauernd der Fall ist).

Bitte die Stelle nochmal anhören! Ulf hat das nie als eigene Haltung geäußert, sondern den Verdacht geäußert, dass der Grund sein könnte, warum man keine Frauenpuppen hat. Das mag ein bisschen flapsig formuliert sein. „Scham“ oder „Hemmung“ wären vielleicht treffendere Worte gewesen.

Dazu und auch zu

Ich persönlich brauche die aktuell im Forum für meine Geschmack überhand nehmende, belehrende Kritik an Sprache und Wortwahl im Podcast nicht.

Dabei wird immer vergessen: Das ist kein vorbereiteter Text, der abgelesen wird, sondern ein relativ spontanes, lockeres und v.a. ungezwungenes Gespräch entlang gemeinsam vorbereiteter, weniger Stichworte (komischer Weise regt sich niemand über die dadadurch auch entstehenden gelegentlichen Wiederholungen von Argumenten auf). Gerade wer die manchmal fein dosierte, spontane Ironie und Sarkasmus von Ulf zu schätzen mag, sollte ihm nicht so eine moraline Bremse anlegen wollen, die automatisch entsteht, wenn man jedes gesproche Wort vorher wägen muss. Wer seine Art nicht zu schätzen weis, sollte sich überlegen, ob er/sie er sich bei einem anderen Podcast vielleicht wohler fühlt.

Ich will mal dem grundsätzlich entgegen halten: Ja, immer mal wieder rutscht auch denen beiden (meist Ulf :wink: ) etwas durch, was man hätte sensibler formulieren können. Aber: Wenn Politiker, Unternehmer, Lobbyisten, Journalisten, Verleger, etc. sich im Wording alle ein Beispiel am Wording von Philip und auch von Ulf nehmen würden, wären wir als Gesellschaft schon ein ganzes Stück weiter … Vielleicht fokussiert Ihr Euch mal in Eurer Kritik auf diejenigen, die solche Belehrungen wirklich gut gebrauchten könnten.

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Ich glaube, das ist nicht nur geschlechts-, sondern auch Symptomatik-/Krankheitsabhängig. Ich möchte nicht wissen, wie viele Adipositas-Kranke Sprüche dieser Art von Ärzten zu hören bekommen.

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Ich finde den Podcast auch sehr sprachsensibel. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich als Frau nicht als Person mit Gebärmutter bezeichnet werden möchte. Auch nicht in einem medizinischen Kontext. Die Reduktion auf ein Organ finde ich schlimm, weil Frauen oft genug auf Körperteile reduziert werden.

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Ich (cis-Frau mit eher größeren Brüsten) würde mich hier gern für den Beitrag zum Thema ‘pornöse Brüste’ bei Dir bedanken und mich anschliessen!

Zunächst auch von mir danke und Respekt an alle im Beitrag, sich dem Thema anzunehmen und auch über Themen wie Berührungsängste zu sprechen, das war sehr informativ und ich persönlich wusste auch zum Beispiel über den Gap bei der Reanimation zuvor nicht bescheid.

Aber: Ich fand im Podcast schon das vorsichtige Sprechen über Übungspuppen mit Brüsten anstrengend und dann die Landung bei ‘pornös’ wirklich schwierig. Die Körper von Menschen mit großen Brüsten sind nicht pornös, sie werden sexualisiert!
Mein Körper ist nicht pornös, und wenn in einem eventuellen EH-Kurs eine solche Puppe bekichert würde, wäre das die ideale Gelegenheit für Kursleitende, auf die Sexualisierung von weiblich gelesenen Körpern aufmerksam zu machen, und Teilnehmende zu ermutigen, auch Menschen mit großen Brüsten zu reanimieren.

Meine Brüste werden im Alltag schon viel zu oft beglotzt und bepfiffen, sie dürfen keine Ausrede sein, an Körpern wie meinem nicht zu üben!

Ich würde es extrem schätzen wenn ihr, Ulf und Philip, bei solchen Themen nicht beim Wiedergeben der Sexualisierung stehen bleiben würdet, sondern – wie bei anderen Themen auch – darüber reflektiert und einen konstruktiven Umgang damit fordert.

Im konkreten Fall fände ich es sehr schön, wenn ihr darauf nochmal eingehen würdet, damit Leute nicht mit dem Gefühl ‘große Brüste sind halt peinlich, da kann man nichts machen’, rausgehen.

Vielen Dank :blush:

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Ich fand den Abschnitt im Podcast zu Endometriose gut, ist ein einfach ein wichtiges Thema. Ein Hinweis vielleicht noch: Im Bereich der GKV laufen schon seit einiger Zeit einige ganz konkrete Innovationsfonds-Projekte zu Endometriose und geschlechtsspezifischer Versorgung – falls jemand nachlesen möchte, hier ein paar Beispiele:

Das sind nur ein paar Beispiele, aber ich finde es gut zu wissen, dass da tatsächlich schon etwas passiert.

Zur im Podcast angesprochenen Vergütungssituation: Die ist wahrscheinlich tatsächlich nicht üppig, und die EBM-Logik ist sicher nicht ideal. Das kann man so stehen lassen. Gleichzeitig gibt es aber eine klare Versorgungspflicht für Vertragsärzt:innen – medizinisch notwendige Leistungen können nicht einfach ausgelassen werden, nur weil sie wirtschaftlich nicht besonders attraktiv sind. Gerade deshalb finde ich den Blick auf die private Krankenversicherung interessant: Wenn Vergütung wirklich der Hauptgrund wäre, warum Endometriose spät oder selten diagnostiziert wird, müsste man eigentlich deutlich höhere Diagnoseraten bei Privatversicherten finden – denn dort wird alles vollständig bezahlt. Dafür gibt es aber keinerlei Hinweise (also ich konnte zumindest nichts finden). Das deutet für mich eher darauf hin, dass die Probleme bei der Endometriose-Diagnostik struktureller Natur sind (lange Diagnosewege, unspezifische Symptome, fehlende Spezialisierung etc.) und nicht primär finanziell.

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Hallo zusammen und danke für den Beitrag zu Endometriose. Aus meiner Sicht ist es wichtig zu ergänzen, dass zwar eine “normale” Verhütungspille bei Endometriose hilft, aber dass es auch ein Endometriosemedikament gibt, dass von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird und nur als “Nebenwirkung” Schwangerschaften verhindert. Zudem haben Menschen mit Gebärmutter mit einer Endometriose Diagnose z.B. die Möglichkeit das Einfrieren der Eizellen erstattet zu bekommen; was sonst ebenfalls keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist. Es ist daher, neben einer Behandlung der Symtome, durchaus wichtig für betroffene Frauen eine Diagnose zu bekommen.

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Liebe Lage,
vielen lieben Dank, dass ihr dieses wichtige Thema zu Endometriose und Gender Helth Gap in eurem Podcast behandelt. Eine kleine Korrekturanmerkung: an einer Stelle beschreibt ihr die Wirkung der Pille mit der Simulation einer Schwangerschaft. Das ist meines Wissens nicht ganz korrekt, dem Körper wird vorgespielt sich in der zweiten Zyklushälfte zu befinden.

Eine schockierende, aber für mich wertvolle Lektüre zu dem Thema war “Die kranke Frau: Wie Sexismus, Mythen und Fehldiagnosen die Medizin bis heute beeinflussen” von Elinor Cleghorn

Allgemein noch mal ein herzliches Dankeschön für eure wöchentliche Arbeit und Einordnung von aktuellen Ereignissen und anderen wichtigen Themen. Weiter so

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Toll, dass ihr das Thema aufgreift! Finde das Hinzuziehen einer Kollegin gut und passend!

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Liebes LdN-Team,

dem oben angeführten schließe ich mich als Medizinstudentin kurz vor dem 2. Staatsexamen an. Den ersten Teil des Beitrags zum Thema A: Endometriose und das Interview mit Prof. Mechsner fand ich gelungen. Es ist nachvollziehbar, von da aus auf die Metaebene zum nächsten Thema B: Gender Health Gap zu gehen. Diesen Teil fand ich etwas weniger gelungen, wahrscheinlich, weil 15 min einfach zu wenig Zeit war, um so viele Facetten auf einmal abzuarbeiten. Gerade den politischen Teil hätte ich aber gern tiefgehender behandelt gesehen. Hierzu in Zukunft gerne mehr …, denn von diesem Podcast würde ich am liebsten fundierte Informationen zur Gesundheitspolitik erhalten - für das Medizinische daran gibt es andere Podcasts (z. B. den Amboss-Podcast “CME-Kurs Endometriose”, ebenfalls mit Frau Mechsner [ich habe keinerlei persönlichen Kontakte dorthin, nur meine private Empfehlung]).

Da ich gerade in der Examensvorbereitung bin, kann ich übrigens vermelden, dass erfreulicherweise das Thema Endometriose durchaus mittlerweile vom IMPP abgefragt wird, wenn auch mit niedriger Frequenz (es kamen laut der Lernplattform Amboss in den Examina der letzten 10 Jahre insgesamt 23 Fragen zu dem Thema dran).

Fazit: Beiträge wie dieser sind willkommen, solange sie so gründlich recherchiert sind, wie ich es von Euch kenne.

Liebe Grüße aus Mainz, ich schätze eure Arbeit sehr :smiley:

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Ich wollte Feedback geben, dass ich den Teil mit einer weiteren Podcast Person sehr gut fand.

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Liebes Lage-Team,

vielen Dank für den Beitrag zum Thema Endometriose. Sehr wichtig! Ich habe auch den Verdacht, dass ich an Endometriose erkrankt bin. Es ist sehr erschreckend, wie wenige Menschen (v.a. Gynäkologinnen) das Thema ernst nehmen.

Ein Besuch bei einem Endometriose-Zentrum ist mir zu jetzigen Zeitpunkt gar nicht möglich. Denn: Ich bekomme von meiner Gynäkologin keine Überweisung. Diese braucht es aber zwingend, um bei einem solchen Zentrum einen Termin zu vereinbaren. Es würde ja nichts bringen, zu so einem Zentrum zu gehen. Die würden sowieso nur operieren und “das wollen Sie ja nicht”. “Nehmen Sie doch die Pille, dann ist ihr Problem gelöst”. Das ist das einzige, was ich zu hören bekomme.

Mir geht es aber vor allem darum, erst einmal Klarheit zu bekommen. Habe ich Endometriose oder nicht? Es ist ja wohl selbstredend, dass ich über mögliche Krankheiten meines Körpers Bescheid wissen möchte. Daraufhin kann ich immer noch entscheiden, welche Art von Behandlung ich anstrebe oder welche Vorbereitungen ich treffen möchte (@lena berichtet von einer Erstattung des Einfrierens von Eizellen).

Durch die gescheiterten Besuche bei mehreren (!) Gynäkologinnen, bleibt mir das verwehrt. Ich habe das Gefühl, nicht über meinen eigenen Körper bestimmen zu können. Es scheint so, als müsste ich es einfach so hinnehmen.

Danke, dass ihr dieses wichtige Thema zur Sprache gebracht habt.

PS: Passenderweise wird das Wort “Endometriose” hier in der Rechtschreiberkennung rot markiert.

Liebe Grüße

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