Endometriose Feedback

Vielen Dank, dass ihr das Thema Endometriose besprochen habt! Das war sehr interessant. Ich fände es nur schön, wenn ihr anstatt von “Frauen” von “Menschen mit Uterus/Gebärmutter/Periode” sprechen würdet, da bspw auch Trans-Männer mit einer Gebärmutter von Endometriose betroffen sein können. Liebe Grüße!

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Liebes Lage Team,

ich habe eben die aktuelle Folge gehört (vielen Dank wieder für diese interessante Folge) und ich habe mich bei einem Kommentar sehr doll aufgeregt. Kurz zu meinem Hintergrund: ich bin Soziologin, bzw. studiere Kriminologie und da begegnet einem zwangsläufig der Data GAP zwischen den Geschlechtern, nicht nur wenn es um Gesundheit geht.

Als ihr euch darüber ausgetauscht habt, dass in der Medizin, die Lehrkörper überwiegend Männer sind, habt ihr auch festgestellt, dass die Übungspuppen bei Erste-Hilfe-Kursen ausschließlich männlich. Diese Tatsache, dass jegliche medizinischen Maßnahmen, wie z. B. Herzryhtmusmassage ausschließlich an “jungen, sportlichen Männerpuppen” geübt wird, hat wohl wirklich “kulturelle Gründe”. Leider werdet ihr in der folgenden Aussage (bei ca. 1h 30 min.) Opfer des gesellschaftlichen Narratives, dass eine Puppe, die optisch weibliche Attribute hätte (Brüste?) “pornös” sei. Ich frage mich, warum ist ein nackter männlicher Oberkörper zum Üben der Wiederbelebung normal und eine Frau leicht pornös? Ich fürchte, da sind wir alle Opfer einer Zuschreibung, was ein nicht-bekleideter Frauenoberkörper darstellt. In so einem Fall geht es doch um eine lebenswichtige medizinische Maßnahme und gerade weil so große Berührungsängste bestehen, ist es noch viel wichtiger mit solchen Puppen zu trainieren! (Gerade eine größe Oberweite kann beim Wiederbeleben eine Herausforderung sein.)

Nur diese Anmerkung, weil ich mich darüber sehr geärgert habe, aber ansonsten möchte ich nicht meckern :slight_smile:

Liebe Grüße

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Weniger als Antwort darauf - aber zum selben Thema:

Ich fand es sehr gut, dass ihr zu dem Thema eine dritte Stimme dazu geholt habt - im Vergleich zu dem Part den ihr damals zum Thema Vaterschaft gemacht hat, war der Unterschied durch eine flinta-Perspektive im Podcast sehr schön
Generell aber auch gerne zu jedem anderen Thema mit größerem Recherche Aufwand diesen Modus des “zugeschaltetem Experten” die euch von ihrer Recherche erzählen kann

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Herzlichen Dank für den wertvollen Endometriose-Beitrag eurer Mitarbeiterin. Ich erfahre im Bekanntenkreis immer wieder, dass Frauen “lieber” weiterleiden, als - wie ich - die Pille ohne Unterbrechung durchzunehmen. Ich hatte die Diagnose und extreme Einschnitte im Arbeitsalltag und in der Sexualität aufgrund der typischen Erscheinungen erfahren. Neben der berechtigten Skepsis gegenüber spezieller Frauenmedizin habe ich leider auch den Eindruck von diffusen Integritäts- und Reinheitsvorstellungen durch betroffene Frauen bekommen. Wenn das so stimmt, ist das etwas, was der Diskurs reflektieren sollte.

Zu den Übungs-Puppen außerdem eine kleine Anmerkung von mir: Vielleicht lest ihr Rescue-Annie einfach nicht weiblich, obwohl sie es ist? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass überwiegend weibliche Puppen eingesetzt werden.

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:slight_smile:antastischer Podcast mit eurer Kollegin ( auch schöne Stimme) . bei weiblichen Puppen kommt es sicher immer zu blöden Sprüche der Lernenden. auch gibt es immer einen Lehrer dabei, der erklärt, wie man die Hände auf das Brustbein ( also zwischen den Brüsten) auflegt und mit Kraft drückt . Zurecht gibt es auch eine Scheu, die weibliche Brust zu quetschen. Statt von porös könnte man auch von Scheu u Scham sprechen. sehr wichtig ist halt die/der Übungsleiter:in. Dazu singt man „ staying alive“ von den BeeGees wegen des richtigen Rhythmus‘.:slight_smile:

Zur Endometriose. Seit den 70ern reisen Prof. Schweppe und andere von Fortbildung zu Fortbildung , um das Thema unter die Frauenärzt:innen zu bringen. Sehr teure Medikamente wurden entwickelt u eingesetzt, um die leidenden Frauen zu behandeln. damals gab es auch keine Hypes gegen die Pille als eindämmendes Medikament. es gab eine gewisse Scheu, schon bei jungen Mädchen zu laparoskopieren zur Diagnostik u Therapie, um keine Fixierung auf diese Erkrankung zu bekommen. auch konnte man bei schmerzfreien Frauen, die wegen einer Steriltät oder Sterilisation laparoskopierr wurden, Endometrioseherde entdecken, die keine Symptomatik machten. das förderte Zweifel daran, dass für Schmerzen immer eine Endometriose zuständig ist.

dann kam der psychosomatische Ansatz hoch ( Ambivalenz der jungen Frauen, der Schmerz über die verlorene Eizelle, gesellschaftliche Unterdrückung der Frau, Missbrauchsanamnese, mangelnde Wertschätzung als Kind, Vorbild der Mutter „ ach Gott, jetzt fängt das Elend für dich an“, Schutzbehauptung, um sich vor dem Mann zu schützen u v anderes mehr.

Gerade Ärzten wurde Missachtung dieser Ursachen vorgeworfen, jede/rInteressierte kannte damals Viola Frick, die Tiefenpsychologie empfahl. ( interessant, dass gerade in unserer Zeit , sowohl bei Unterbauchschmerzpatientinnen aber auch bei trans-Pat. mögliche Missbrauchsanamnesen nicht thematisiert werden) Frauenärztinnen, die wenig schmerzempfindlich waren, hielten die jungen Mädchen eher für weinerlich bzw. hypersensibel mit entsprechenden Sprüchen. Eine Zeitlang wurden auch Verwachsungen im Bauch für ursächlich gehalten. Osteopathen haben eigene Thesen. Ernährungs“ experten“ nannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Ursache. Insgesamt als ist die Endometriose ein Chamelion. in der UFK MS gab es Forschung mit in die Nerzhaut verpflanzten Endometrium bei Affen, um genau die Entwicklung durchs Auge zu beobachten.

Glücklicherweise sind mir in fast 50Jahren Frauenarzt die wirklich schweren Fälle trotz großer Aufmerksamkeit nicht sehr häufig vorgekommen wie in www. endofanten geschildert. in den Zentren sammeln sich die Extreme.

Leider hat die erhöhte Aufmerksamkeit umgekehrt die Folge, dass schon junge Frauen panische Angst vor Steriltät als Folge haben ( eine meiner verzweifelten Pat hat jetzt 3 Kinder - nach laparoskop. Sanierung) andere fordern vor lauter Angst die Gebärmutterentfernung.

dass auch jetzt weiter Geld zur Forschung gegeben wird ist sehr schön, nachdem immer wieder neue Theorien über die Jahre, oft redundant aufgestellt wurden, und man bei der Erforschung auch mal neben den bösartigen Erkrankungen und der Geburtshilfe bedacht wird - man braucht einen langen Atem.

was mir im Podcast unklar bleibt, ist die Vorstellung Endometrioseherde im Bauch könnten bei der Menstruationsblutung abbluten. sie werden im Bauch resorbiert oder breiten sich aus. der Eileiter ist kein Staubsauger.

zum Gap! es gibt Frauenärzt: innen , die sich von Kindheit bis Alter um Frauen speziell kümmern.Risikofaktoren für KHK wie Diabetes und Hochdruck können eher entdeckt werden. Hormone schützen vor Apoplex u Infarkt. zur Entdeckung des Brustkrebses wird ein großer Aufwand betrieben, gottseidank. die Prostatavorsorge war bis jetzt völlig unzureichend. das MRT bezahlen vermögende Männer aus eigener Tasche. dass Prostatakrebs eine schreckliche Erkrankung ist ( oft nach Op Impotenz und Harninkonzinenz) wird kaum beachtet.

Der Herzinfarkt wird von den Frauen selbst oft nicht wahrgenommen, wegen der schwierigen Symptomatiik Rückenschmerzen gibt es oft auch aus anderen Ursachen. übelkeit auch. Oft heißt es schnell - gerade bei Frauen - das ist die Psyche , falsch gegessen etc.

ein Trost, dass Frauen eine größere Lebenserwartung haben - trotz der Femizide, ab 25.10. orange days.

nochmal: dieser Podcast war ganz große klasse

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Hier meine Rückmeldung: ich finde es sehr gut, dass ihr dieses (eher) weibliche Thema mit einer Frau besprochen habt! Interessant wäre für mich, wie hoch ist der Prozentsatz an Hörern im Vergleich zu Hörerinnen bei euch? Geht sicher nur abzuschätzen anhand der Abonenten*innen….

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Normalerweise haben Politik-Formate überwiegend männliches Publikum, daher freuen wir uns besonders, dass das bei der Lage der Nation ziemlich ausgeglichen ist, über den Daumen 45 zu 55. Aber wie du schon sagst, ganz exakt wissen wir das nicht - die Quoten beruhen auf der Auswertung von Spotify, und das ist nicht mal die Hälfte der Menschen, die uns zuhören.

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Danke an das Lage-Team für diesen wichtigen Beitrag über Endometriose und den Gender Health Gap.

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Danke - ich finde es immer gut, wenn ein Gesellschaftsthema aus der “Frauenecke” rauskommt.

Und schließe mich den meisten hier an: es war gut, die Kollegin zu hören, die sich ja auch intensiv in das Thema eingearbeitet hat. Da kommt noch mehr Wissen in die Sendung.
Tipp zum Thema geschlechtersensible Medizin im Überblick: https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/wp-content/uploads/2025/03/Gendermedizin_Langfassung_25032025.pdf

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Liebes Lage-Team,

Erstmal vielen Dank für eure Arbeit. Ich höre die Lage jede Woche und fühle mich immer gut von euch informiert.

Ich bin junger Arzt in der Kardiologie und engagiere mich zusätzlich in der notfallmedizinischen Ausbildung. Deshalb wurden in eurer Folge einige Themen angesprochen, mit denen ich täglich zu tun habe. Dazu möchte ich euch gerne mein Feedback geben:

In meiner eigenen Ausbildung und auch bei den vieler Kolleginnen und Kollegen in meinem Umfeld wurde ein klares Bewusstsein für geschlechterspezifische Unterschiede in der Medizin geschaffen. Das trifft sicher nicht auf alle Ärztinnen und Ärzte zu, und in älteren Generationen mag es noch Lücken geben. Aber insgesamt hat sich aus meiner Sicht schon sehr viel getan. Viele Probleme, die immer wieder thematisiert werden, sind hoffentlich mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Zum immer wieder zitierten Beispiel der „atypischen Symptome“ von Frauen beim Herzinfarkt möchte ich etwas anmerken: In wirklich jeder Fortbildung und jeder Schulung zum Herzinfarkt wird explizit auf diese Unterschiede hingewiesen. Nach meiner Erfahrung sind sich nahezu alle Kardiologinnen und Kardiologen und auch viele andere Ärztinnen und Ärzte dessen bewusst. Dass die Diagnose manchmal schwieriger ist, liegt weniger an fehlender Sensibilisierung, sondern schlicht daran, dass unspezifische Symptome generell schwieriger einzuordnen sind. Differentialdiagnosen unterscheiden sich massiv zwischen typischen Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm und eher unspezifischen Beschwerden wie Oberbauchschmerz und Übelkeit.

In unserer Notaufnahme sind sowohl das ärztliche Personal als auch Pflegekräfte sehr gut über diese Unterschiede informiert. Frauen mit Oberbauchschmerzen werden zum Beispiel routinemäßig auch auf einen Herzinfarkt untersucht. Ich erlebe aber, dass dieses Beispiel medial inzwischen so stark betont wird, dass viele Patientinnen verunsichert sind. Erst kürzlich fragte mich eine Patientin nach Ausschluss eines Herzinfarkts, ob ich „überhaupt wisse, dass Frauen andere Symptome haben“. Es hat mich dann einiges an Überzeugungsarbeit und Erklärungen gekostet die Patientin zu beruhigen. In meiner Wahrnehmung ist das Problem in der öffentlichen Darstellung inzwischen größer als in der klinischen Realität was die Verunsicherung eher verstärkt. Diese Unterschiede betreffen im Übrigen nicht nur Frauen; auch Diabetikerinnen und Diabetiker können sich atypisch präsentieren. Dieses Wissen wird meiner Wahrnehmung nach in Deutschland von den präklinischen Ausbildungen über die Pflege bis in die ärztliche Weiterbildung breit vermittelt.

Zur Kritik an Reanimationspuppen: Da seid ihr aus meiner Sicht ein paar Jahre zu spät. Ich sehe seit einiger Zeit, dass zunehmend auch Puppen mit anatomisch weiblichen Merkmalen genutzt werden. Viele Hersteller haben entsprechende Module nachgeliefert, und in vielen Kursen wird inzwischen bewusst mit beiden Varianten trainiert. Es ist sicher noch nicht überall Standard, aber es bewegt sich schnell in die richtige Richtung und ich bin optimistisch, dass sich das weiter durchsetzt. Ob das am Ende aber tatsächlich die Berührungsängste bei Laien reduziert oder ob diese tiefer kulturell verankert sind, bleibt abzuwarten.

Etwas fragwürdig fand ich die von euch vorgestellte Methode, die Gender Health Gap über eine PubMed-Suche zur Endometriose abzuleiten. Das wirkte methodisch sehr unstrukturiert was ihr ja selbst kritisch angemerkt habt. Aber aus meiner Sicht sollte man so einen Versuch dann lieber weglassen, weil es sonst schnell unprofessionell rüberkommt.

Insgesamt glaube ich, dass die Gender Health Gap vor allem in der pharmazeutischen Forschung ein echtes strukturelles Problem ist. Was dort inzwischen getan wird, kann ich aus eigener Erfahrung allerdings nicht beurteilen.

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Dazu kommen Urban Legends, die vor allem in Rettungsdiensten weit verbreitet sind von angeblichen Kollegen, die von der Geretteten nach der Reanimation verklagt worden sein sollen wegen sexueller Belästigung.

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Es ist schonmal schön zu wissen, dass geschlechterspezifische Unterschiede in der Symptomatik mittlerweile standardmäßig im Medizinstudium behandelt werden. Danke für ihren Beitrag.

Was dies aber leider nicht addressiert, und was beim Gender Health Gap auch eine große Rolle spielt, ist, dass Frauen zu oft nicht richtig Ernst genommen werden, wenn wir Probleme beschreiben. Ich habe da selber Geschichten, in denen meine Beschwerden lange nicht ernst genommen und Tests verweigert wurden (z.B. beim Gyn, hat mich meine letzte Chance gekostet, biologisch eigene Kinder zu bekommen).

Statt dessen wurde mir geraten, ich müsse mich einfach mal etwas entspannen, dann klappe das schon*.

Es mag mich als Patientin anstrengend machen, aber ich habe seither echt Schwierigkeiten, männlichen Ärzten zu vertrauen.

*Würde mich in die Runde echt mal interessieren: Kriegen Männer diesen Satz auch zu hören, wenn sie mit Beschwerden zum Arzt gehen?

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Ich habe als Mann auch äußerst absurde Dinge erlebt. Am Einschneidensten war eine Allergie-Testung mit 19. Wir wiesen darauf hin, dass seit kurzem Katzen im Haus sind. Der Arzt nahm dann widerwillig trockene Katzenhaare in die Testung mit auf. Es schlug nichts richtig an und er schloss auf Hausstaub. Heute weiß ich, dass der Speichel eine entscheidende Rolle bei Katzenallergien spielt. Habe bis dahin aber 20 Jahre mit falscher Diagnose gelebt.

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Liebes Lage Team,

Ich wollte mich dazu melden, dass Ihr in Eurem Endometriose-Beitrag ausschließlich von Frauen geredet habt. Generell finde ich es wichtig, dass Ihr die Benachteiligung von Frauen* im Gesundheitssystem hervorhebt und fand den Beitrag inhaltlich super. Ich persönlich bin nichtbinär und habe einen Uterus, könnte also in meinem Leben auch von Endomitriose betroffen sein. Das bringt mich zu meinem Punkt.

Zum einen möchte ich Eure Aussage faktisch korrigieren, dass nur Frauen von Endomitriose betroffen sein können. Akkurat wäre es wahrscheinlich zu sagen, dass es Personen mit Uterus im gebärfähigen Alter sind, was viele nichtbinäre Menschen und trans Männer einschließt.

Zum anderen möchte ich an Euren Sinn der Inklusion appellieren. Als nichtbinäre Person werde ich von sprachlichen Konventionen regelmäßig unsichtbar gemacht. Wenn ich beispielsweise höre, dass Endomitriose nur Frauen betrifft, impliziert das für mich, dass der/die Sprecher*in denkt, ich muss eine Frau sein, wenn ich einen Uterus habe. Das lässt einen unangenehmen Beigeschmack und macht es schwer einen Beitrag anzuhören, den ich sonst extrem interessant fände. Im Gegensatz bin ich fast euphorisch, wenn jemand sprachlich meine Wirklichkeit anerkennt, zum Beispiel wenn Jan Böhmermann „Meine Damen und Herren und Alle Dazwischen und Außerhalb“ sagt.

Darüber hinaus gibt es einen riesigen Wortschatz zu spezifischen Geschlechtseigenschaften, auch wenn deren Bekanntheit außerhalb der queeren Community wahrscheinlich begrenzt ist. Die Unbekanntheit lässt sich aber auch nur durch konsequente Verwendung beseitigen. Geht es spezifisch um den medizinischen Körper ist oft „Person mit Uterus“ oder „assigned female/male at birth“ (bei der Geburt weibliches/männliches Geschlecht zugeordnet) zutreffend. Geht es um die Wahrnehmung einer Person in der Öffentlichkeit, beispielsweise um sexuelle Belästigung aufgrund des Geschlechts, ist „weiblich gelesene Person“ sehr passend, da es weniger um die geschlechtliche Identität des Opfers geht, sondern wie der/die Täter*in die Person einordnet. Nichtbinäre Menschen, die weiblich gelesen werden können ja genau so Opfer bei dieser Tatmotivation werden.

Auf keinen Fall möchte ich Euch vorschreiben, wie ihr zu Sprechen habt. Ich will Euch aber bitten, Sprache zu benutzen, die genderqueere Personen mehr einschließt, da es einfach faktisch richtig ist und auch dafür sorgt, dass marginalisierte Gruppen sich sprachlich nicht ausgeschlossen fühlen. Besonders da Ihr so eine große Reichweite habt, könntet Ihr damit eine Art Vorbildfunktion einnehmen und für manche Hörer*innen ein Bewusstsein schaffen. Für mich würde es bedeuten, dass ich mich in der Community des Podcast deutlich wohler fühle.

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Die Rescue Annie ist ein interessantes Beispiel, da ihr Gesicht AFAIK in der Tat einer weiblichen Person nachempfunden wurde, einer Wasserleiche aus der Seine.

Allerdings hatte keine der Puppen an denen ich bisher geübt hatte, Brüste. Und genau das scheint einer Studie nach das Problem zu sein. Einerseits aus Scham/ Unsicherheit, dass der Körper vor einem plötzlich nicht mehr der geübten Trainingspuppe entspricht, andererseits weil es subtile Unterschiede bei der Anwendung von Herzdruckmassage gibt.

Vielen Dank für den Beitrag zu Endometriose. Ich musste beim Hören der Lage erstmal rechts ranfahren, weil ich so arg weinen musste, vor Überraschung, dass ihr darüber berichtet, denn in der Lage werden doch nur die wirklich wichtigen Themen besprochen. Vielen Dank für die Anerkennung des Themas. Ich lebe seit zwei Jahrzehnten mit der Erkrankung und bin selbst Fachärztin für Allgemeinmedizin. Es bedeutet mir sehr viel, dass ihr dem Thema eure Platform und Zeit gegeben habt.

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Liebes Lage-Team, liebe Community,

vielen Dank für den Beitrag zu Endometriose in der aktuellen Folge. Ich habe mich beim Hören wirklich gefreut, dass ihr eure ohnehin schon breite Themenpalette um so ein wichtiges – und nach wie vor viel zu wenig sichtbares – Thema erweitert. Dass ihr aufzeigt, wie stark Betroffene im Alltag und im Gesundheitssystem benachteiligt werden, ist enorm wertvoll.

Endometriose ist ja nicht „nur“ eine schmerzhafte chronische Erkrankung, sondern auch häufig - wie ihr ja selbst im Podcast kurz erwähnt - ein Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. Genau an der Stelle erlebe ich in Deutschland massive Defizite: Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, die auf reproduktionsmedizinische Behandlungen angewiesen sind, werden zwar grundsätzlich unterstützt – aber nur unter sehr engen Bedingungen. Es braucht Anträge bei mindestens zwei Stellen (Krankenkasse + Land/Bund), die Bearbeitung dauert teils viele Wochen, es gibt viel Papierkram, und am Ende wird nur ein Teil der tatsächlichen Kosten übernommen. Dazu kommt, dass quasi nur verheiratete Paare in einem bestimmten Alter gefördert werden, was ich als klare Diskriminierung nicht-verheirateter Paare empfinde – zumal in einem Land mit niedriger Geburtenrate, in dem man eigentlich erwarten würde, dass alle, die Kinder wollen, aber nicht ohne Hilfe können, bestmöglich unterstützt werden.

Weil das jetzt den Rahmen hier sprengen würde und ich das schon einmal ausführlicher aufgeschrieben habe, verlinke ich einfach meinen älteren Beitrag zum Thema ungewollte Kinderlosigkeit und Förderung von Kinderwunschbehandlungen:

Nochmals danke, dass ihr Endometriose in die „Lage“ geholt habt – vielleicht ist das ja auch ein guter Aufhänger, künftig einmal breiter über die Situation von Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch in Deutschland zu sprechen.

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Ich habe gerade diesen Beitrag gehört und bin einigermaßen geschockt, so unendliches Leid für so viele Frauen und das wenige Interesse das dem gegenübersteht. Ich muss das erstmal verarbeiten.

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In dem Beitrag zur Endometriose hat mir ein Hinweis auf eine wichtige Entwicklung gefehlt: Seit 2022 gibt es einen nicht-invasiven Speicheltest der Endometriose mit sehr hoher Genauigkeit erkennen kann (in Studien über 95 % Sensitivität und Spezifität). Der Test wird bereits kommerziell angeboten, ist allerdings in Deutschland kaum bekannt und wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Eine Einordnung dieses Tests wäre in der Diskussion aus meiner Sicht wichtig gewesen.

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Sogar cis Männer können von Endometriose betroffen sein.

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