Elektromobilität

Das halte ich für ein großes Problem der Elektromobilität (also nicht so sehr seltsame Äußerungen mancher Politiker, sondern die allgemeine Skepsis gegenüber Elektromobilität).

genau die Institutionen, die über Kaufprämien diskutieren und aus genau diesen Töpfen.

Genau diese Unsicherheit wird aber von der Politik und großen Teilen der Medienlandschaft geschürt.

Es wird seit Jahren kein klarer Weg verfolgt. Diesel ist super, Benzin ist schlecht, kurz danach Diesel ist schlecht, benzin super über Jahre ein Hin und her. Dann heißt es elektro ist das non-plus-ultra, dass heißt es wir müssen technikoffen sein, zwischendurch wird der e-Antrieb als Übergangslösung präsentiert weil Wasserstoff noch viel besser ist.

Niemand macht sich einen Kopf was der Käufer empfindet. Die Anschaffung eines Autos ist fast immer die höchste Investition nach einer Immobilie und entsprechend weitreichend.

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Aber warum verspüren manche Medien und Politiker den Drang, Elektromobilität schlecht zu reden?
Ich habe nämlich bereits seit langer Zeit das Gefühl, dass Elektroautos eigentlich hauptsächlich Vorteile haben. Und die Kommentare hier bestätigen diese Ansicht.
Es ist also meiner Meinung nach nicht so „in diesen sauren Apfel müssen wir halt beißen“, sondern „beißen wir freudig in diese Sahnetorte“.

Ich denke, dass der Gedanke mit der Sahnetorte nicht so abwegig ist.

der Gedanke, dass die Politik und Medienlandschaft andere Dinge als Aufklärung im Auge haben. Das Stichwort lautet hier wohl eher Lobbyismus.

Aber ist denn der Schwenk zurück zum Verbrenner in Deutschland für unsere Autoindustrie überhaupt eine Option?
Wenn Märkte wie China u.a. Konsequent auf Elektro gehen?
Man hält sich ja keine zwei teure Produktionslinien parallel, die wenig Synergieeffekte haben, beide volle Kosten haben, aber sich die Umsätze teilen?

Vielleicht eher ein politisches Problem? Die Erwartung der Lobby, das sich der Staat mehr an den Kisten beteiligt, sich aber aus den Gewinnen raushält?

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Also der Staat? Wie stellst du dir das denn vor? Soll der Staat jedem E-Auto-Fahrer mehrere Zehntausend Euro zahlen, wenn er nach einem Jahr sein Auto loswerden will?

Tut mir leid, aber das halte ich wirklich für völlig unmöglich.

Gibt es einen Markt für E/Autos perspektivisch oder nicht?

Wenn ja, und es nur Zeit und Ausbau braucht, warum soll der Staat da eingreifen?

Wenn nein, warum dann erst recht?

Natürlich ist die Zeit nicht zurückzustellen. Die Verbrenner sind aber entwickelt und bringen richtig Geld ein. Solange wie möglich…

Dies ist auch etwas, was ich nicht verstehe. Verbrenner sind definitiv eine Sackgasse. Sie haben keine Zukunft, unter keinem einzelnen mir bekannten Szenario. Warum werden sie mit dem Argument „Technologieoffenheit“ so gehyped, sowohl von den Medien als auch von der Politik?
Es wird dadurch, dass man das Gefühl vermittelt, dass Verbrenner eine Zukunft hätten, der Autoindustrie massiv geschadet. Dadurch werden Käufer animiert, sich einen Verbrenner zu kaufen, und dadurch muss die Autoindustrie diese auch anbieten. Während sich die chinesische Autoindustrie ins Fäustchen lacht und bei VW Werkhallen schließen.
Übrigens wird dieses Narrativ hauptsächlich von Parteien verbreitet, die sich Wirtschaftskompetenz auf die Fahnen geschrieben haben.

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Ich denke da nicht an Jahreswagen oder auch gute Gebrauchtwagen. Es geht hier um Elektroautos jenseits von 10,12 Jahren. …

Ist es dir lieber beim Neuwagenkauf Prämien auszugeben, die letztendlich nur bei den Herstellern landet?

Kurz zur Information. Bis zum Ende der Kaufprämien haben die Hersteller einzig den vereinbarten Teil der Prämie übernommen, keine weiteren Nachlässe und auch keine besonderen Leasingaktionen. Nachdem die Prämien ausgelaufen sind wurden zunächst die kompletten Prämien übernommen und später Leasingaktionen sowie erhebliche Nachlässe ausgelobt. Dies zeigt doch eindeutig das die Prämien nicht dem Verbrauchern zugerechnet wurden sondern nahe ausschließlich den Herstellern.

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Die hattest halt oben von vier oder acht Jahre alten Autos (Tiguan) gesprochen.

Auch nicht wirklich. Meiner Meinung nach hätte der Staat viel eher Infrastruktur und Standards für das Laden schaffen müssen und dann die Verbrenner verteuern müssen.

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Tja, da gibt es eine Menge möglicher Erklärungen.

  • Der Wechsel zu Elektromobilität ist eine große Veränderung alter Gewohnheiten. Reaktionäre/konservative Wähler reagieren auf Veränderungen mit Angst und Abwehr. AfD und CDU/CSU reagieren auf ihre Wählerzielgruppe mit entsprechenden Botschaften.

  • Die Energiewende, zu welcher der Wechsel zu Elektromobilität gehört, verlangt große staatlich gelenkte Infrastrukturmaßnahmen. Libertäre Wähler reagieren auf solche Eingriffe „von oben“ mit Abwehr und Trotz. AfD und FDP reagieren auf ihre Wählerzielgruppe mit entsprechenden Botschaften.

  • Verbrennermotoren waren über Jahrzehnte in der Popkultur „cool“ und identitätsstiftendes Signal mehrerer Generationen von Halbstarken - Vespa, Harley, Manta, Steve McQueen, Fast & Furios, Werner etc. Nun kommt dieser vegane Elektromotor daher, der nicht mehr gröhlt und männlich nach Öl und Benzin duftet. Gutmenschen erklären, dass Verbrenner eklig sind. Fahrradfahrer verlangen Fahrradwege statt Parkplätze. Man redet von Umweltzonen und Tempolimits. Damit wird Identität in Frage gestellt. Die Betroffenen reagieren mit Hass auf die vermeintlichen Eliten.

  • Angst, Trotz und Hass sind starke Emotionen, die Clicks bringen und Zeitungen verkaufen. Die Medien reagieren auf ihre Leserzielgruppe mit entsprechenden Botschaften.

  • Die deutsche Auto-Industrie hat vermutlich aus Angst vor dem Osborne-Effekt jahrelang schlecht kommuniziert, dass sie Elektromobilität ernst meint, und jetzt hat sie den Salat.

  • In den vergangen Jahrzehnten hatten Auto- und Fossilindustrie die weitgehend gleichen Interessen. Das wird künftig komplett anders sein. Wir erleben gerade, wie die früheren Partner zu Gegnern werden.

  • Die internationale Fossilindustrie will über die Politik erreichen, dass die drohend abtrünnige Autoindustrie doch weiter auf den Verbrenner festgelegt bleibt.

  • Die Fossilindustrie kämpft einen Abwehrkampf, den sie unweigerlich verlieren wird, aber sie hat sehr sehr tiefe Taschen.

  • Das ist jetzt meine zynische Meinung, aber FDP, CDU/CSU und AfD sind zwar „Parteien, die sich Wirtschaftskompetenz auf die Fahnen geschrieben haben“, doch in der Realität sind sie eher Rent-Seeker, die ihre politischen Entscheidungen direkt per Korruption oder indirekt per Drehtür bezahlt sehen wollen.

  • Die deutsche Auto-Industrie zahlt bei der politischen Landschaftspflege entweder schlechter oder sie hat versäumt, FDP und CDU/CSU darauf hinzuweisen, dass die internationale Fossilindustrie sehr bald sehr viel weniger wichtig werden wird für unser Land.

  • Die AfD steckt eh in der Tasche des Fossil-Staates Russland, da ist die Interessenlage eindeutig.

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Es wird definitiv einen Markt geben, der aber von vielen Faktoren abhängig ist. Aktuell müssen die verkauften Autos erstmal wieder im Kreislauf landen. Die aktuelle Förderung für Dienstwagen bis 90k € ist ja wie vorher eine Förderung für deutsche Hersteller und Hochpreissegment.

Wenn jemand auf 8-12 Jahre plant dann einen Wagen wieder zu verkaufen ist die Frage, was ist der Verbrenner dann noch wert? Gibt vermutlich ein paar verstrahlte, die dann immer noch Verbrenner fahren wollen. Der Markt wird aber überflutet sein und der Betrieb teuer. Also müsste man eig argumentieren, wenn du in 8 Jahren deinen Verbrenner verkaufen möchtest, dann hast du mehr Unsicherheit als bei einem E Auto.

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Da könnte man natürlich mit der richtigen Politik gegensteuern (Sarkasmus Off)

Nachtrag: von dem Vorschlag eines Garantieabnahmepreises für gebrauchte Elektroautos halte ich schon deshalb nichts, weil der Käufer den Preis ja dann entsprechend anpassen könnte. Im Endeffekt subventioniert der Staat nur wieder den Händler und nicht den Kunden.

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Mal wieder ganz naiv gefragt: warum muss etwas wie ein Auto überhaupt durch Steuergelder gefördert werden? Bzw warum werden dann ÖPNV oder der Kauf von EBikes oder normalen Fahrrädern nicht gleichermaßen gefördert?

Ich kann mich jetzt auch nicht erinnern, das (Sarkasmus in) beim Umstieg von stromfressenden Abluft-Wässchetrocknern auf effizientere Wärmepumpentrockner es eine Förderung beim Kauf von Wäschetrocknern gab. (Sarkasmus off).

Mal ernsthaft: wenn wie hier beschrieben die Fördergelder quasi direkt in die Umsätze und somit Gewinnmargen der Autohersteller fließen, welche wiederum als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden, und vorrangig Autokäufer mit hohem Einkommen beim Kauf teurer Autos gefördert werden, macht das wirklich gesellschaftlich Sinn?
Wenn wir andererseits über die Finanzierung des Deutschlandtickets streiten?

Gilt hier dann für die Autoindustrie kein unternehmerisches Risiko wie in allen Branchen?

Wenn der Staat sich ausschließlich auf die Förderung der Rahmenbedingungen (Ausbau Ladeinfrastruktur) konzentriert, dann macht das doch eher Sinn, oder?

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Wenn es um den Restwert geht hat dieses Risiko halt der Verbraucher.

Ob pauschale Förderungen hier zielführend sind bezweifle ich aber. Vielleicht wäre eine Möglichkeit Verluste beim Verkauf von der Steuer abzusetzen ein Weg die Angst zu nehmen. Wenn dann ein gebrauchter mehr Wertverlust hat als zu erwarten war, könnte man diese Differenz über Jahre absetzen. Das käme dann auch nur zum tragen wenn dieser Wertverlust tatsächlich real wird. Es schafft auch keinen Anreiz über wert zu verkaufen wie es eine Kaufprämie für gebrauchte schaffen würde.

Man müsste halt eine einfache Bewertung für den Restwert finden und in Kauf nehmen, dass auch der absetzen kann der wenig verlangen konnte weil das Auto ungepflegt war oder es aufwändiger gestalten und anhand durchschnittlicher Verkaufspreise den Wertverlust der abgesetzt werden kann berechnen.

Aber das soll dann nur für gebrauchte E-Autos gelten? Und der Fahrer eines Verbrenner ist dann selbst schuld, auch wenn er keine Möglichkeit hatte zu wechseln und man ihm jahrelang erzählt hat, Diesel und Benziner sind sauber?

Dann sollte das Restrisiko generell halt beim Autobesitzer bleiben, egal was er fährt.

Alkes andere soll ja dann wie immer gewünscht der Markt regeln.
Wenn den Menschen ein eigenes Auto dann zu risikobehaftet ist, müssen sie zu Alternativen greifen, und die Autoindustrie muss dann ganz markttypisch darauf reagieren, zum Beispiel mit garantierten Rücknahmepreisen.

Sehe tatsächlich nicht wirklich, wo da eine Verpflichtung des Staates sei.

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Einem Verlust beim Restwert hat man doch nur bei gebrauchten Autos. Neue Autos werden ja zum Neupreis verkauft oder meinst du Ladenhüter die weit unter Liste verkauft werden müssen? Das wirkt sich ja beim Händler auf Gewinn und erst damit auf Steuer aus.

Verstehe ich nicht. Wer seit Jahren Verbrenner fährt hat doch hinsichtlich Restwert kein großes Risiko mehr. Nach Jahren ist der so oder so niedrig.

Es gibt Marktmechanismen die kontraproduktiv sind. Bei der aktuell schnellen Entwicklung in Sachen Technik und Preisen ist halt das Problem, dass alle die Anschaffung eines E-Autos verschieben weil das gleiche Auto in einem Jahr günstiger zu haben ist oder für den gleichen Preis ein besseres.
Und in einem Jahr haben wir immer noch eine solche Situation und in noch einem wohl auch und so weiter.

Damit verschiebt sich natürlich auch der Zeitpunkt wo man leicht einen günstigen gebrauchten bekommen kann, weil auch erst später diese nennenswert auf dem Markt sind.

Es gibt also schon Gründe dafür zu sorgen, dass die Leute trotz dieser Marktlage heute ein E-Auto kaufen und nicht erst in ein paar Jahren.

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Beantwortet jetzt nicht die Frage, warum nur Autos gefördert werden sollen? Nur aufgrund des hohen Preises?

Bei Gebrauchtwagen hab ich als Besitzer immer das Risiko des Restwertes, egal ob E-Auto oder Verbrenner. Wenn ein 8 Jahte altes E-Auto ähnlich wenig nachgefragt ist wie ein alter Diesel, weiß ich das als Käufer ja immer vorher.

Einen Eingriff des Staates in diesen Markt kann ich lediglich darin verstehen, das man eine bestimmte Technologie politisch durchsetzen möchte. Den konsequenten politischen Willen sehe ich grad nicht wirklich.

Zudem sollten konsequenterweise Förderungen für E-Autos doch eigentlich genauso für EBikes gelten, da gleiche Marktmechanismen, oder?
:wink:

Und wenn die Leute lieber heute ein E-Auto kaufen sollen, sollte der Staat sich doch eher primär um die Rahmenbedingungen wie Ladeinfrastruktur, Preistranspatenz beim Ladestrom usw kümmern, oder?

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