Elektroautos und Infrastruktur 2022

Vielen Dank für die insgesamt sehr informativen Beiträge.
Es gibt natürlich viele Vor- und Nachteile, die ohne großangelegte Testphasen unmöglich zu überblicken sind. Insofern kann ich mit dem neuen, hier verlinkten Artikel nur daraufhin weisen, dass weiterhin beide Technologien nebeneinander erprobt und genutzt werden.
Ich denke, die Sache ist noch nicht entschieden, weshalb ich es umso ärgerlicher finde, dass über diese Konkurrenz der Technik in Deutschland kaum offen diskutiert wird.

https://www.zeit.de/mobilitaet/2022-06/elektromobilitaet-china-e-autos-batteriewechsel-regierung

Hierzu nimmt dieser aktuelle Artikel Bezug, indem er erläutert, dass in China neben den Ladestationen auch viele neue Batteriewechselstationen gebaut werden und beide Systeme parallel installiert werden und so Wechselwirkungen sowie Vor- und Nachteile der Systeme in der Praxis ausgetestet werden können, was in Deutschland dagegen kaum geschieht.

Wir haben eine solche Debatte auch in Deutschland, nur dass wir eben noch schwer damit beschäftigt sind die Elektromobilität verhindern und schlecht reden zu wollen.

Andere sind da schon wesentlich weiter und befassen sich mit den verschiedenen Möglichkeiten und Technologien, exklusiv im Bereich E-Mobility.

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Es wird eine Mischung sein müssen, Batteriewechsel wird es genau so geben wie Ladestationen.

Allerdings ist unser Ladenetz mit so viel Power schon installiert, das wird halt nachjustiert wenn der Bedarf steigt…

Aber wie Lukas schon schreibt, hier drehen sich manche im Kreis und heulen nach E Fuels oder H2 oder Methanol…

Jeder der schon seit langer Zeit E Auto fährt weiss, wie gut es in 2022 schon ist mit einem E Auto durch die EU zu kommen…

Wir haben hier halt auch eines der stabilsten und best ausgebautesten Stromnetze.

In diesem Fall würde ich sogar sagen, der Markt bzw. die Industrie und der Konsument/fie Konsumentin regeln es, ich kann locker mit Ladestationen leben und offensichtlich die anderen E Auto Fahrer, mit denen ich immer wieder spreche, auch. Wenn man in ein Hotel oder Fewo fährt ist meist viel entscheidender, dass man dort Strom bekommt, das Laden auf Langstrecken an und für sich ist überhaupt kein Stress.

Lange Strecken fahre ich aber ohnehin lieber mit anderen Verkehrsmitteln, Fliegen lasse ich bis zu einer guten Lösung ganz bleiben.

Zurück zum Thema: es wird eine Mischung sein, aber was derzeit vorhanden ist reicht. Die Ladepower mit 150 -300 Kw ist so schnell, da macht m.e. eine Akkuwechsel-Technik bald keinen Sinne mehr. Maximal für Stoßzeiten, da wäre es sicherlich gut, einen Standard zu haben damit nicht wieder jeder sein Süppchen kocht, wie mit den USB- Ports am Handy.

Der Vollständigkeit halber sei noch die Oberleitung als eine weitere Möglichkeit erwähnt.

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Ich habe den Zeit Artikel heute auch mit Interesse gelesen. Ich muss aber sagen, dass auch China noch weit weit davon entfernt ist, dass sich der Wechselakku durchsetzt. Aktuell testet ein Hersteller dieses System. Aber auch Nio musste sich bereits dem Druck der Kunden beugen. Nio hat bereits angefangen den Kunden anzubieten, dass sie ihre Batterie vollständig kaufen können, weil sich viele Kunden beschwert haben, dass sie die fixe Gebühren für den Wechselservice auch zahlen müssen, obwohl sie fast ausschließlich am Netz laden.

In Europa gehen die Hersteller klar den Weg zur fest eingebauten Batterie. Die VW Gruppe und Mercedes Benz z.B. haben sehr viel Geld in eine komplett neue E-Plattform gesteckt. Dabei geht es v.a. um Gewichtsverteilung, Crash Strukturen, Packaging Optimierung und Fertigungsoptimierung angepasst an Batterie und EMotor. Sprich, in den kommenden Jahren werden die ihre Strategie nicht ändern. Dafür ist zu viel Geld in die neue Platform geflossen.

Wir dürfen auch nicht die Lademöglichkeiten von 2022 in den Vergleich setzten, sondern die von etwa 2030. Sollte die Entwicklung bis dahin wie geplant weiter gehen, dann wird es auf jeden großen Parkplatz Lademöglichkeiten geben, ich hoffe mit Solarstrom aus der eigenen Überdachung. Aber die Ikeas, Aldis, Lidls und Obis dieser Welt werden Gewinn machen mit Ladesäulen. D.h. den Fall, dass man dringen von 0 auf 100% aufladen muss, wird es wirklich nur auf Fernstrecken geben, was den Anwendungsbereich von Akkuwechseln deutlich reduziert.

Ein letzter Punkt fehlt mir in dieser Thematik immer: Der Besitz. Warum:
Entweder werden die Akkus im Besitz des Autoherstellers sein, und man schließt mit diesem einen Vertrag. Dann wird man aber höchst wahrscheinlich nur bei dessen Wechselstationen wechseln können und hat ein begrenztes Wechselnetz.
Selbes gilt, wenn z.B. Bosch oder andere Dritte jeweils ein solches Netz aufbauen würde. Dann würde man wahrscheinlich auch nur Bosch Akkus bei Bosch wechseln können.

Ich kann mir aktuell kein System vorstellen, bei dem man jedes Auto an jeder Wechselstation jedes Anbieters verwenden kann. Dafür müsste viel zu viel vereinheitlicht werden, es müssten die Besitz und Versicherungsfrage geklärt werden und es müsste wohl auch mit dem Kartellamt gesprochen werden.

Ich will nicht ausschließen, dass diese Technik als Nischentechnologie, z.B. für Taxis oder Kleintransporter, ihren Platz finden wird, aber im großen Stile tendiere ich klar zu nein.

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Das Hauptproblem, dass gegen ein Wechselakku spricht, ist m.E.

Die „Batterie“ ist im Elektrofaktor eines der wichtigsten Differenzierungsfaktoren der Hersteller. Wer es schafft, eine Batterie zu bauen, die bei gegebenem Gewicht und Volumen die Reichweite maximiert und die Ladezeit minimiert (aktuell ist das m.W. immer noch Tesla), hat in Zeiten von „Reichweitenangst“ ein nicht zu schlagenden Alleinstellungsmerkmal. Warum solle er dies an einen Provider eines Wechselakku-Systems abgeben?

Wenn Reichweite kein Thema mehr ist und die „Batterie“ zu einer Commodity wird, würde ein Wechselakku-System sehr viel Sinn machen. Dann aber sind bereits derart viel Ressourcen in den Aufwand einer Ladeinfrastruktur geflossen, dass sich ein Wechselakkusystem nur noch sehr schwer und unter immensen Investitionen wird durchsetzen können.

Einzige Hoffnung: Die Mieter in den Städten. Nach wie vor sehe ich nicht, wie Mieter in den Städten, die nicht auf ein Auto verzichten wollen/können und über keine Garage (mit Wallbox) verfügen, ein praktisch Elektroauto betreiben können. Der zeitliche Aufwand, es zu laden, ist mit der geplanten Ladeinfrastruktur unrealistisch. Dazu bräuchte es sehr, sehr viele Ultaschnellladestationen in den Städten, aber die in den Straßen der Städten verlegten Kabeldurchschnitte erlauben so was sogar nicht.

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Nur wenn es staatlich so reguliert und vorgegeben wird. Könnte man. Wäre aber wohl „Marxismus“ (Achtung Sarkasmus)

Sobald eine solche staatliche Regulierung auch nur andiskutiert wird, investieren Hersteller nicht mehr in die Batterietechnologie. Die aber ist der Schlüssel der Elektromobilität.

Das ist der Nachteil des Wettbewerbs. Leider keine ich kein anderes Wirtschaftssystem, das auch nur annähernd vergleichbare technische Innovationen hervorzubringen vermag …

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Dass das Blödsinn ist sieht man an China. Dort darf man bereits seit Jahren nur Verbrennerautos verkaufen, wenn man X Prozent Stromer im Pool hat. Klar lässt sich alles staatlich regeln, man muss es nur wollen, und auf möglichst breiter Front. Aber, wie gesagt, so etwas zu sagen stempelt einen sofort als Kommunist ab (siehe Deine Antwort).

Also, erstens fördert es nicht den Diskurs, das Argument des anderen als „Blödsinn“ zu bezeichnen. Bitte lasse das.

Und zweitens ist es das nicht: Wenn der Staat vorschreibt, dass Hersteller die von ihnen entwickelten Akkus in einen Pool geben müssen, aus dem die Besitzer von Autos aller Hersteller frisch geladene Akkus beziehen, warum sollten sie dann noch investieren, um ihren Akku so weiter zu entwickeln, dass sie einen Wettbewerbsvorteil behalten / haben?

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Ok, dann ersetze „Blödsinn“ durch „falsch“. Puh, wenn das schon als persönlichen Angriff gewertet wird möchte ich nicht wissen wo Du sonst so diskutierst.

Na, die Hersteller dieser Batterien eben. Die verkaufen kann doch an verschiedene Automoblhersteller.

Es geht doch darum, dass diese Batterien denselben Formfaktor haben und erstens wechselbar und austauschbar sind (wo man ohne landet sehen wir doch jetzt bereits bei den Handys), und man gleichzeit den Akku zum Laden abgeben kann und mit dem frisch geladenen weiterfahren kann. Ja, braucht Regulierung, aber die haben wir ja sonst im Automobilbau auch (Sicherheitsstandards, etc).

Meines Wissens sind die Hersteller der Batterien lediglich die verlängerte Werkbank der Automobilhersteller. Es sind die Automobilhersteller, die massiv in die Entwicklung von Batterien investieren und die Produktion dann auf die Batteriehersteller auslagern. Oder liege ich da falsch?

Man sollte wegkommen von der falschen Denkweise, dass jeder sein E-Auto zuhause lädt, bzw. laden können wird.

Angenommen sie haben eine Batterie mit 400km Reichweite und sie fahren im Schnitt 40km pro Tag. Dann müssen sie entweder alle 10 Tage 1x volltanken (d.h. 1x in 10 Tagen 1 Stunde an einer Schnellladestation) oder sie tanken jeden Tag für 40km Strom (d.h. wenige Minuten am Tag irgendwo an einer Station).

Deswegen bin ich für eine bundesweite Überarbeitung des ,Parkplatzgesetztes, (wo auch immer das geregelt ist, eventuell Baurecht).
Eine Solarüberdachungspflicht und die Ausstattung von 10% der Stellplätze auf dem Parkplatz mit Ladestationen.

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So was in der Art. Garantiert gibt es noch zig weitere gute Möglichkeiten. PV brauchen wir eh und müssen mal einen Turbo einlegen. Und bisher verweigern sich die Kommunen weitgehend. Weder PV noch Ladestationen werden gebaut. Die tun so, wie wenn sie das alles nix angeht.
Und zur Finanzierung, ist eh alles unser Geld (Steuern) . Ob FDP Wähler laden dürfen müssen man halt sehen :relaxed:

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Ja, es ist sichtlich richtig, dass bei der zukünftigen Mobilität jeder Verbrenner durch ein E-Auto ersetzt werden wird. Genau richtig ist es aber auch, dass keiner mehr ein Auto / Individualverkehr benötigt.

Ich, z.B., in freiberuflich tätig und meine Mandanten sitzen hauptsächlich in der Nordhälfte Deutschlands. Viel kann ich über Videobesprechungen machen. Aber Mandanten-Aquise und ähnlich sensible Besprechungen gehen halt einfach nur persönlich. 80% der Fahrten mache ich mit ICE und den rest mit Carsharing wie Flinkster (Zugverbindungen mit Umstieg auf einen Regionalzug sind einfach zu unsicher, wenn man feste Termine hat). Mache ich nicht nur fürs Klima, sondern auch für mein Wohlbefinden. Aber für 20% der Fahrten komme ich einfach nicht um ein Auto herum. Mietwagen - zumal elektrische - sind in Bezug auf die Kosten nicht darstellbar. Also brauchen wir ein Auto (wenigstens nur eins und nicht, wie früher, zwei). Sehr gern hätte ich ein E-Auto. Wohne aber zur Miete. Das Laden bekomme ich, fürchte ich, nicht mit vertretbarem Aufwand und der notwendigen Sicherheit dargestellt. (gerne hätte ich das für ein paar Monate getestet. Aber die Monats-Miete für E-Autos, die Langstrecken-tauglich sind, ist prohibitiv hoch). Die Stadt verweist auf ihre öffentlichen Ladestationen. Das sind wenige, sie sind oft besetzt und meist keine Schnellader. ( Aufladen dauert dort lange. Und da ab dem Zeitpunkt, wenn das Auto voll ist, eine zusätzliche Gebühr erhoben wird (was ich durchaus verstehe), müsste ich dann mitten in der Nacht das Auto holen, um am nächsten Tag meine Langstrecken zu fahren.

Auch wenn nur, sagen wir, 30-40%der heutigen Autos durch E-Autos ersetzt wird und 60-70% der heutigen Autos nicht mehr ersetzt = abgeschafft würden): Reicht unsere öffentliche Strominfrastruktur (Produktion, Überlandtransport, Verteilernetze bis zur letzten Meile) aus, um diese zu laden? Ich höre zu dieser Frage immer nur Zweifel, aber keine positiven Aussagen.

Habe leider die Studie nicht parat, aber die gibt es. Selbst bei einer kompletten Elektrifizierung der gesamten Flotte ginge das heute schon ohne Problem.

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Tesla bietet das gerade an: 6 Monate fahren und zurück geben bei nicht gefallen. ohne Kosten. wurde mehrmals bei Instagram gepostet

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Tatsächlich gilt:

“ In Deutschland ist das Rückgaberecht aktuell noch gültig und sagt aus, dass binnen 7 Tagen das ausgelieferte Fahrzeug ohne Angaben von Gründen zurückgegeben werden kann. Voraussetzung ist ein Kilometerstand von weniger als 1.600 km, keine Beschädigungen und natürlich keine bereits beantragte BAFA-Förderung.“

Quelle: Tesla: 7-Tage-Rückgaberecht & Elektroauto-Förderung - nextnews #126

Die Quelle würde mich tatsächlich sehr interessieren!

Für den Turbo bete ich jeden Abend. Einfach grünes Licht dran wenn ‚Überstrom‘ produziert wird und zu günstigem Kurs laden.

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