Einschränkung Teilzeit-Anspruch?

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion hat für den Parteitag der CDU im Februar einen Antrag formuliert, den Anspruch auf Teilzeit einzuschränken.

Der Antrag fordert unter dem schneidigen Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ eine Reform der Teilzeitregelungen. Der gesetzliche Rechtsanspruch auf Teilzeit sollte künftig nur noch bei Vorliegen einer „besonderen Begründung“ gelten: Etwa Betreuung von Kindern, Pflege Angehöriger oder berufliche Weiterbildungen.

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und Entlastung des Sozialstaats (hä?) soll „Lifestyle“-orientierte Motivation kein Rechtsanspruch auf Teilzeit begründen.

Einvernehmliche Regelungen zwischen Arbeitgeber und -nehmer blieben möglich, jedoch ohne automatischen Rückkehranspruch in Vollzeit.

Wie üblich, gibt es keine Verweise darauf, wie hoch denn das bekämpfte Phänomen „Lifestyle-Teilzeit“ überhaupt ist. So was wird halt einfach mal so populistisch herausposaunt und die Medien greifen es dankbar als spaltendes, und daher Click- und Auflagen-erhöhendes Thema auf.

Aus Sicht eines Unternehmen eines kleinständischen Unternehmens (und die machen einen nicht unerheblichen Anteil aller Arbeitsplätze aus!) macht die Forderung aber schon Sinn. Da stellst Du einen Mitarbeiter auf eine Vollzeitstelle an und nach Monaten oder Jahren beschließt dieser nun plötzlich, nur noch Teilzeit arbeiten zu wollen.

Hier geraten zwei Interessen in Konflikt: Der Arbeitnehmer hat irgend einen oft mehr oder manchmal vielleicht auch weniger wichtigen Grund für seinen Wunsch. Und der Arbeitgeber muss irgendwie organisieren, dass die Arbeit trotzdem gemacht wird. In einem Unternehmen, in dem die Administration nur aus 2-8 Mitarbeiter besteht, ist das ein nicht zu unterschätzendes Problem! Manche Arbeiten lassen sich nicht so ohne weiteres auf 2 Arbeitnehmer verteilen.

Daher kann kann ich Unternehmer verstehen, die über den Wunsch nach Teilzeit genervt sind. Das war bei der Einstellung nicht ausgemacht.

Es ist daher sinnvoll, wenn hier ein abwägender Interessenausgleich stattfindet. Wenn der Arbeitnehmer einen akuten Grund hat, genannt werden Kinderbetreuung, Angehörigenpflege oder Weiterbildung, sollte dieser schwer wiegen. Wenn der Arbeitgeber plausibel nachvollziehbar ein Problem bekommt, ebenfalls.

Aber wie gesagt: Ob das signifikant zur Lösung des Arbeitkräftemangels oder zur „Entlastung des Sozialstaats“ beiträgt? Ich habe da meine Zweifel. Klingt nach Populismus.

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Besser fände ich hier, das medial genau so hart einzuordnen: “Offensichtlich unbegründeter und damit sinnloser Vorschlag” ist die gerechte Beschreibung, wenn sich ein politischer Profi-Verein nicht mal die Mühe einer empirischen Begründung macht.

Stattdessen machen sich dann leider meist Journalisten auf den Weg, zu prüfen, ob die Fordernden nicht vielleicht doch “einen Punkt” haben. Das wäre aber die Aufgabe der Fordernden gewesen und wenn die den nicht erfüllen wollen, sollten das Journalisten solange einfordern, bis das nachgeliefert wird und ansonsten keinerlei weitere pro-Argumente suchen.

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Das ist vor allem bei kleinen Unternehmen ein Problem, weshalb ich verstehen könnte dieses Regelung anzupassen.

Oder auch bei speziellen Stellen. Wenn man z.B. der einzige Konstrukteur in einem Unternehmen ist, dann ist eine Reduzierung auch problematisch wenn das Unternehmen insgesamt 50 Mitarbeiter hat.

Vielleicht könnte man hier ja Regeln schaffen die beidseitige Interessen im Blick haben.

Also z.B. das Recht stufenweise gewähren. Und dabei neben der Unternehmensgrösse auch im Blick haben wie viele Personen das Unternehmen mit dieser Qualifikation am Standort hat.

Ab einer gewissen Redundanz gibt es dann Recht auf Teilzeit und erst bei mehr Redundanz dann auch das Recht auf Rückkehr zur Vollzeit.

Grundsätzlich halte ich die Diskussion aber für eher nebensächlich weil ich bisher weder bei kleineren noch bei mittleren oder größeren Betrieben davon gehört habe, dass man nennenswert Probleme mit der aktuellen Regelung hat.

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Ich sehe dies grundlegend anders. Zum Hintergrund: Ich habe ein kleines, mittelständisches Unternehmen mit 35 Mitarbeitern in NRW und bin hier vor Ort mit vielen kleinen und mittelständischen Firmen vernetzt.
Wir bieten unseren Mitarbeitern viele Möglichkeiten, um sie bei uns im Unternehmen zu halten. Dazu zählt auch das zeitweise oder dauerhafte Verkürzen der Arbeitszeit auf Teilzeit.
Denn gerade in der Zeit des Fachkräftemangel muss ich mein kleines Unternehmen so attraktiv wie möglich machen.
Bisherige Anfragen von Mitarbeitern waren nie kurzfristig (was ich auch ablehnen würde und könnte aus betrieblichen Belangen).
Würde ich aber durch die Reduzierung einer Stelle auf z.B. 50% in Schwierigkeiten kommen, so hätte ich im Vorfeld etwas verkehrt gemacht. Wenn diese/r Mitarbeiter/in wirklich so wichtig und unersetzbar ist, was mache ich dann wenn er/sie krank oder in Urlaub ist?
Auf der letzten Kreisunternehmersitzung gestern Abend haben wir über diesen Vorstoß gesprochen und eine kurze anonyme Abstimmung initiiert, mit der Frage, für wen die momentane Teilzeitregelung ein Problem ist. Fazit: Für niemanden.

Mein Fazit dazu: Der Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion geht an der Realität vieler Unternehmen und Angestellten vorbei und ist völlig unnötig.

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Auch wenn ich dein Fazit teile und oben ja schon ein ähnliches Fazit gezogen habe, so kann ich folgendes nicht unkommentiert stehen lassen:

Denn hier muss man ja die Alternativen ansehen und auch abwägen welche Risiken die Alternativen haben. Wenn ich mir z.B. ansehe wie schnell es bei externen Partnern zu Verzögerungen von mehreren Wochen kommt, dann kann man auch Urlaub und übliche Krankheit gut abfedern. Und während z.B. ein Einsatz von Freelancern, Leiharbeitern, externen Dienstleistern, etc. durchaus eine temporäre Lösung für einen längerfristigen Ausfall ist, wäre es schwierig das für z.B. 50% der Arbeitszeit generell zu machen.

Und wenn man dann z.B. als Ausgleich eine zweite Kraft einstellt und damit schon mit 150% Arbeitszeit eine Überkapazität geschaffen hat, dann ist es finanziell schwierig, wenn dann der eine auch wieder von 50% auf 100% erhöht und man plötzlich viel zu viel Kapazität aber auch Kosten hat.

Wie gesagt sind mir solche Fälle in der Praxis bisher nur einmal untergekommen und da wäre es wohl auch ohne Recht auf Teilzeit durch eine Elternzeitregelung zu Teilzeit gekommen. Ich finde aber man sollte daraus nicht machen, dass es im Einzelfall schlicht die Schuld der Unternehmen sei wenn Teilzeit und Rückkehr aus Teilzeit zum Problem wird.

Im Zweifelsfall sollte es aber auch dem Arbeitgeber wichtiger sein den Mitarbeiter mit seiner Erfahrung in Teilzeit zu binden statt ihn letztlich womöglich ganz zu verlieren, unabhängig vom gesetzlichen Anspruch.

Plump von unseren Nachbarn kopiert

"Lifestyle-Teilzeit" als Trend – "Nicht mehr arbeiten wollen" – Minister schlägt Alarm | Heute.at

Wenn ein Betrieb damit ein Problem bekommt, ist es vermutlich sinnvoller, sich mit dem Arbeitnehmer abzustimmen, statt es ihm einfach zu verbieten.
Sowohl als Arbeitgeber würde ich mich fragen, wie die weitere Zukunft aussehen soll, als auch als Arbeitnehmer, wenn die 2-8 Mann starke Administration statt gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, sich mit Paragraphen malträtiert.
Diese Gesetze braucht es aber trotzdem für die 500 Mitarbeiter unter der Administration.

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Ist dann damit auch das gezielte Teilen von potenziellen Vollzeitstellen in mehrere, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zukünftig verboten? Oder ist dann das gezielte Jobsharing verboten, wo eine Vollzeitstelle bewusst in zwei Teilzeitstellen gesplitted wird, weil das Unternehmen weiß, dass es damit zwar 100% Lohn zahlt, in der Regel aber 120-150% Arbeitseinsatz bekommt?

Vermutlich war das Mal wieder nicht damit gemeint, weil ja unternehmerisch gewollt. Halt eben kein Lifestyle.

Die Schonung der Sozialkassen ist aber schon ein Punkt, da will ich der Mittelstandsunion Recht geben. Leute, die freiwillig zeitlebens Teilzeit gearbeitet haben - davon gewisse Teile ohne Zwang wie Kinder oder Pflege - müssen im Alter von der Solidargemeinschaft gestürzt werden (Rente aufstocken mit Grundsicherung). Da sähe ich bei aller Vorsicht schon einen diskutablen Punkt. Die Teilzeit dort bietet nur den Vorteil, dass die Person selbst mehr Freiraum zur Selbstverwirklichung hat. Der Gesellschaft bringt das ggf. nichts, wenn die Person nicht die freigewordene Zeit im Ehrenamt verbringt.

Oder kurzum: warum sollte die Solidargemeinschaft dem Partner seine Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigung irgendwann auffangen, wenn diese aus rein persönlichen Erwägungen heraus gewählt wurde? Das ist übrigens etwas, was meiner Beobachtung nach in der Boomergeneration häufig vorkommt. Dort reicht, zum Teil bis heute, ein Gehalt zum Leben aus. Der andere Partner ist während der Erziehungsphase der Kinder raus aus dem Job und jetzt, wo eigentlich wieder Zeit wäre um größeren Umfang in zu arbeiten, wird allenfalls Teilzeit gearbeitet, weil man es sich so eingerichtet hat. Am Ende belastet das nur die Solidargemeinschaft.

Mein Beitrag zur Generationengerechtigkeit, nachdem ich Teile der Boomer kritisiert habe: die Gen-Z darf aber auch gerne Pflichtbeiträge in die Sozialversicherungen für Influencing und Etsi-Verkäufe tätigen. Denn dieses “schnelle Geld” der heutigen Generation, das selten zur Altersvorsorge eingesetzt wird, fällt der Solidargemeinschaft auch irgendwann auf die Füße. Einige zahlen da nicht einmal Steuern und jammern auf Insta herum, wenn das Finanzamt ihnen aufs Dach steigt.

Mal grundsätzlich gefragt: Warum wählen arbeitsfähige Menschen das Teilzeitmodell? Sofern sie eine Wahl haben.

Also Punkte wie fehlende Kinderbetreuung bei Eltern sind ja eher ein strukturelles Problem des Staates, oder?
Bei zu pflegenden Angehörigen kann (!) es auch an einem Mangel an Pflegeplätzen/Heimplätzen liegen? Auch eher ein strukturelles Problem des Staates?
Weiterbildung/Fortbildung ist ja ein Thema, dem Arbeitgeber, sofern berufsbezogen, offen gegenüberstehen sollten.

Bei gesundheitlichen Problemen, also eingeschränkter Leistungsfähigkeit, wird ja ein „Verbot“ der bisherigen Teilzeitregelung nicht viel ändern, oder?

Bei der eigenen Entscheidung, Teilzeit zu arbeiten, wenn die berufliche Belastung zu hoch ist, wird es ja eher dazu führen ggf ganz auf Arbeit zu verzichten? Auch dann eher ein Problem der Arbeitsgestaltung, also des Arbeitgebers?

Wieviele „Lifestyle-Teilzeit“-Arbeiter bleiben dann noch übrig? Die nicht schon kurz vor der Rente stehen?
Also welchen Nutzen hat das dann für die Bekämpfung eines Fachkräftemangels?

Die genannten 40% müsste man da mal aufschlüsseln.

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Ist das nicht kontraproduktiv, wenn es um die

geht?

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Aus meiner Sicht eine Grundsatzdebatte, die seit Jahrzehnten mit denselben Positionen geführt wird, aber nicht wirklich mit überzeugenden Argumenten. In anderen Ländern, etwa in Skandinavien oder in den Niederlanden, sind Teilzeitbeschäftigungen auch in Jobs üblich, bei denen es in Deutschland schnell heißt, die ließen sich nicht verteilen, beispielsweise Geschäftsführungen. Will sagen: Vieles ist eine Frage der Arbeitsorganisation und der Unternehmenskultur. Wie viel da gehen kann auch wenn einige es vorher nie für möglich gehalten haben, hat wohl in den letzten 5-6 Jahren das Thema Remote-Arbeit gezeigt.

Was mir in der „Debatte“ auffällt, wenn man den Angriff aus der Union überhaupt so nennen will, ist dass die ständige Verfügbarkeit des „Arbeitgebers“ über die Ressourcen des „Arbeitnehmers“ quasi stillschweigend als notwendig vorausgesetzt wird, während die Verfügung des „Arbeitnehmers“ über seine eigenen Ressourcen quasi als Luxusdenken dargestellt wird, das „wir“ uns angeblich nicht mehr leisten können. Bei so einer Haltung liegt aus meiner Sicht schon grundsätzlich etwas im Argen.

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Wer Mindestlohn verdient, kommt am Ende mit seiner Rente knapp bei der Grundsicherung raus. Bei Leerzeiten (bei Ungebildeten oft gar nicht vermeidbar, da leicht zu kündigen und leicht zu ersetzen), ist man dann schnell drunter. Da gibt es wenig Grund, sich reinzuhängen

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Ne, dem will ich nicht Recht geben.

Da soll man doch mal bitte erstmal eine ernsthafte Problemanalyse machen. Die Zahl der Lifestyle-Teilzeiter die deswegen Sozialhilfe bekommen (Wohngeld? Aufstocken?) wüsste ich gerne.

Die Rente kann es nicht betreffen, da ist es ja eh ne Äquivalenz zu den Einzahlungen. Also Krankenversicherung? Gehen wir bald auch dagegen vor, wenn Leute Erzieher werden, obwohl sie auch das Zeug zum Lehrer hätten? Oder wenn man durch unterdurchschnittliches Verhandlungsgeschick weniger Gehalt bezieht? Ist ja auch zu Lasten der Krankenkasse!

In einer Welt ohne Vollbeschäftigung ist es zudem komisch, das Problem bei zu niedriger Arbeitsnachfrage zu suchen.

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Ja eben betrifft es die Rente doch, zumindest indirekt.

Zu niedrige Einzahlungen in die Rentenversicherung bedingen eine niedrige Rente. Ist die niedrige Rente unterhalb des Existenzminimums, kann sie mit Sozialhilfe auf dieses Niveau aufgestockt werden.

Die Sozialhilfe wird aus Steuermitteln bedient, somit belastet eine nicht aus besonderen Gründen erforderliche Teilzeit irgendwann die sozialen Sicherungssysteme.

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Niedrige Löhne belasten die Sozialsysteme. Und Politiker wie Jens Spahn, Markus Söder und Helmut Kohl, die ihnen Kraft ihres Amtes Kosten aufbürden, denen keine Einzahler gegenüberstehen. Auch die Beitragsbemessungsgrenze fällt in diesen Bereich.
Hatte gestern erst eine Diskussion mit meinem Vater im Rentenalter. „Dass die Sozialsysteme immer mehr in Schieflage sind, war uns als Jugendlichen schon klar“ Es sind politisches Versagen und kurzsichtige Wähler, die die Sozialsysteme belasten. Und da hat sich von 1970 zu heute nichts geändert. Da gehört auch die Lifestyle-Teilzeit-Diskussion dazu. Denn was soll diese Diskussion bringen? Wie viele Stunden werden dadurch mehr gearbeitet durch Aufstockung? Und wieviele weniger durch Kündigung? Und wieviele, die jetzt schon Teilzeit arbeiten, rutschen dann über die BBMG, wovon dann die Sozialsysteme auch nicht profitieren würden?

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Das sind andere - wenn auch absolut berechtigte - Anliegen, was eine mögliche Reform der Sozialsysteme angeht.

Um Rente über der Grundsicherung zu erhalten, benötigt man ca. 30 Rentenpunkte.
1 Rentenlohn entspricht 100% Durchschnittslohn.
Man wird damit momentan bei irgendwas um die 1.200,-€ landen. Das ist nicht viel, man hat aber keinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter.
Nach meinen Recherchen liegt der Durchschnittslohn bei ca. 44.500,-€ jährlich.
Ziel ist es also, auf mindestens 30 Rentenpunkte zu kommen.
Das bedeutet, dass ich entweder 30 Jahre den Durchschnittslohn hatte oder ein paar Jahre mehr verdient habe?
Der Durchschnitt in Deutschland arbeitet ca. 40 Jahre + lang rentenversicherungspflichtig.

Gehen wir von jemandem aus, der nach Schule (Realschule) und Ausbildung mit 21 Jahren ins Arbeitsleben startet. Die Ausbildung bringt in 3 Jahren je nach Gehalt ca. 1 Rentenpunkt.
Von 21 - 24 Arbeitet unser Beispiel mit einem Gehalt von 50% des Durchschnitts, bekommt in 4 Jahren also 2 Rentenpunkte. Ab dann arbeitet er 15 Jahre mit Durchschnittslohn und sammelt weitere 15 Punkte. Mit 39 wird er 2 Jahre arbeitslos und startet mit 41 wieder in einen Job. Bis 65 arbeitet er bei 70% des Durchschnittslohns (entweder Teilzeit oder geringer bezahlter Job) und erwirbt so nochmal 17 Rentenpunkte.
Er hat also mit 65 insgesamt 35 Rentenpunkte und kein Anrecht auf Aufstockung im Alter.

Noch ein Beispiel: Student studiert bis 26 Jahre, er jobbt neben dem Studium und erwirbt 0,3 Rentenpunkte pro Jahr. Er startet mit 26 Jahren mit 1,2 Rentenpunkten ins Berufsleben und verdient über seine gesamte Arbeitszeit im Durchschnitt 80.000,-€ brutto im Jahr.
Damit hat er mit 65 Jahren 74 Rentenpunkt und ist weit weg von der Grenze zur Grundsicherung.

Laut Deutscher Rentenversicherung bezogen in 2023 ca. 470.000 Rente (Laut ZDF in 2025 knapp über 700.000) Grundsicherung zur regulären Rente. Wie viele davon Lifestyle-Teilzeit gearbeitet haben, wird nicht separat erhoben. Überdurchschnittlich repräsentiert sind Frauen, alleinerziehende und geringqualifizierte unter diesen Rentnern.

Anstelle nun Vorschläge zu machen, wie man Menschen dazu bringen kann, durch eigenen Lohn genügend Rentenpunkte zu sammeln, stellt man eine nicht überprüfbare Behauptung in den Raum, dass „Lifestyle-Teilzeitler“ die Wirtschaft belasten.

Ich sehe das theoretische Problem, in der Realität halte ich es für völlig vernachlässigbar.

Edit: Nur zur Einordnung: Der deutsche Durchschnittsrentner und Rentnerin habt 48 Rentenpunkte bei Renteneintritt.

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Aber diese Argumentation setzt doch voraus, dass mit einer niedrigeren Teilzeitquote gleichzeitig die Lohnsumme insgesamt wächst. Wenn die Lohnsumme insgesamt gleich bleibt, davon aber ein paar Arbeitnehmer (durch Wechsel von Teil- in Vollzeit) einen größeren Anteil bekommen, während ein paar andere (durch Wechsel von Teilzeit in Arbeitslosigkeit) gar nichts mehr kriegen habe ich zwar die Teilzeitquote unter den verbliebenen Arbeitnehmern gesenkt, aber die Sozialsysteme unterm Strich dabei in keiner Weise entlastet.

Entsprechend würde ich mich den Forderungen anderer Foristen hier anschließen und mal eine seriöse Studie abwarten, bevor man die offensichtlichen Vorteile großzügiger Teilzeitregelungen (Arbeitsmarktpartizipation von Frauen, Flexibilität in familiären Notlagen) einem neoliberalen Traumgespinst opfert.

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Ja, indirekt manchmal bei einigen wenigen. Und die, die mit ihrem Gehalt auskommen, will man zwingen mehr zu arbeiten wobei sie in der Rente deswegen nicht einmal mehr haben werden.

Und das alles, während es nicht einmal den Bedarf für Mehrarbeit gibt.

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Ja, das sehe ich auch so.
Ich habe den Eindruck, dass immer häufiger unausgereifte Ideen einfach mal heraus gehauen werden um zu sehen wie die Medien/Gesellschaft darauf reagiert. 80% davon landen direkt danach in der Tonne und werden nie ernsthaft weiterverfolgt.
Dieses ist kein neuer Trend, aber IMHO ein sehr politik-schädlicher Trend. Die Glaubwürdigkeit der Regierungen leidet darunter, was nur die extremen Ränder rechts und links hilft.

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Dazu als Aspekt:

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