Droht ein Flächenbrand im Nahen Osten?

Auch wenn Trump dem alten Regime und den Revolutionsgarden bei Waffenniederlegung Immunität verspricht, wird das iranische Volk diesen wohl nicht freudestrahlend um den Hals fallen.
Da werden viele vom alten Regime jetzt noch die Kassen plündern und das Weite suchen.

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Und das nicht nur im Iran. Wenn ich mir die Social Media-Kommentare, vor allem unter den ÖRR-Channels, anschaue, haben wir ein bedeutendes Thema mit Islamismus und Antisemitismus auch in unserem Land.

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…und reflexartiger Antiamerikanismus

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Leider haben die Revolutionsgarden die Macht, nicht der Opa. Der Iran ist keine Einmanndiktatur, sondern eine Theokratie. Da gibt es hunderttausende bewaffnete Menschen, die vom aktuellen System profitieren.

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Da stehen mehr als genug Leute aus dem alten Machtapparat bereit, um die Macht zu übernehmen.

Wird Trump die Elimiminierung der derzeitigen politischen und militärischen Führung als Sieg verkaufen und nach Hause gehen? Oder wollen sie es jetzt zu Ende bringen? Für den letzten Fall ist zu hoffen, dass sie Geheimdienstinformationen haben die darauf deuten, dass es in den Sicherheitskräften potentielle Überläufer gibt.

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Der Mann war 86 Jahre alt. Meinst Du ernsthaft, dass man seine Nachfolge nicht bereits besprochen und geregelt hat? Er hätte ja auch morgens einfach nicht mehr wach werden können in dem Alter.

Da wäre die Frage von mir: Was ist denn “zu Ende”? Regime Change scheint ja das Motto zu sein, aber eben durch die iranische Bevölkerung. Wie das gehen soll ist mir doch sehr schleierhaft. Ein Land, in dem verständlicherweise durch Indoktrination sehr viele Menschen Israel und die USA (und “den Westen” allgemein) hassen. Ich bin da doch arg skeptisch, das hat nicht mal in Ländern funktioniert, wo die USA das Machtmonopol übernommen haben (Irak, Afghanistan)

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Laut LdN466+ sind es 10%, die vom System profitieren. Das sind dann 9 Millionen. Die werden zwar nicht alle bewaffnet sein, aber der Machtapparat besteht weiterhin, zu wissen wer wem die Info zu geben hat um wen auch immer aus dem Weg zu räumen.

Es bräuchte entweder eine plötzliche Humanisierung im iranischen Militär, dass sie die Bevölkerung gegen die Revolutionsgarden schützen wollen oder eine militärische Operation, dass diese 9 Millionen möglichst reduziert werden. Nur ein paar Führungsfiguren auszuschalten (die dann ausgetauscht werden) wird kaum reichen.

Der einzige erfolgreiche Regimechange der letzten 100 Jahre von außen, war Deutschland selbst. Und auch da saßen einige Nazicollaborateure wieder in der Regierung. Wir hatten damals unglaubliches Glück, dass die USA keine weiteren Interessen verfolgten als den Marshall-Plan, der ein stabiles Land mit starker Gewaltenteilung und schwachen Militär vorsah.

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Japan?

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Ich halte den Iran schon für sehr geschwächt. Das bedeutet leider nicht, dass es ein Regimewechsel sicherlich kommt. Regimewechsel würde mich freuen. Ob es nun der Schahsohn sein muss? Na ja. Warum nicht Shirin Ebadi, sie wäre auch eine gute Person des Übergangs?

Mir fällt die Heuchlerei mancher Staaten auf, offiziell den Kriegseinsatz der USA mit der Warnung vor dem Flächenbrand kritiseren, intern darum betteln.

Mir ist wichtig, dass Trump und Netanjahu bei der nächsten Wahl gechurchillt werden, also an den Wahlurnen erfolglos bleiben.

Es ist nur eine Frage, wie lang die USA und Israel die Kampagne aufrechterhalten. Offensichtlich haben sie durch Spionage und Maulwürfe gute Einblicke in Bewegungen und Strukturen der IRGC, anders sind die vielen erfolgreichen Schläge gegen Führungspersonen nicht möglich. Es geht nicht mehr darum, ob Anführer getötet werden, sondern wie lange es bis dahin dauert, da sie völlige Lufthoheit anscheinend bereits erlangt wurde.

Bei Hamas hat es auch etwas gedauert, aber Israel hat jeden Nachfolger asap beseitigt. Der Erfolg ist offensichtlich, früher wäre Israel aus Gaza bei so einem Konflikt mit Raketen überzogen worden, dieses Mal kam von dort kein Mucks.

Das iranische Regime hat vor wenigen Wochen die blutigste Niederschlagung eines Aufstandes seit über 1500 Jahren ausgeführt. Ein großer Teil der Bevölkerung wird hier Tote aus der eigenen Familie zu beklagen haben. Das Zeitfenster ist klein aber es besteht durchaus ein Chance, dass es zu einem Regimechange von innen kommen kann. Nochmals: Wir wissen nicht, was die Geheimdienste wissen (hoffen wir mal, dass sie mehr wissen).

Hier will die USA doch nicht die Macht übernehmen. Außerdem ist jedes dieser Länder ein Einzelfall. Der Iran hat eine jahrtausende alte Zivilisationsgeschichte. In Afghanistan herrschen bis heute überwiegend Stammesstrukturen außerhalb von Kabul.

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Ja, und Deutschland hatte auch davon profitiert, dass an den Altnazis Exempel statuiert wurden und es auch in der Folgezeit (wenn auch verspätet und unzureichend) weiter Altfälle verfolgt wurden.

Da hoffe ich auf ein entsprechendes Durchgreifen vonseiten der dann neuen iranischen Legislative/Exekutive/Judikative und auf keinen Kuschelkurs.

Es zieht Kreise:

Wobei der Hintergrund für den Marshall-Plan die sich abzeichnende Systemkonfrontation zwischen demokratischer Marktwirtschaft und Kommunismus war:

Das Programm verstand sich als Hilfe zur Selbsthilfe und war an Bedingungen geknüpft, wie den Abbau von Handelshemmnissen, die Stabilisierung der eigenen Währung oder die zwischenstaatliche Kooperation. […] Ein Auslöser für die Entscheidung, die europäischen Länder einschließlich Deutschland zu unterstützen, war die Containment-Politik unter Präsident Truman.

Das ist auch der kritische Unterschied zu allen anderen Regime-Change-Versuchen seitdem und auch mit der aktuellen Situation im Iran. Dort geht es nicht um ein Angebot auf Augenhöhe zum Aufbau einer Allianz und eines Wirtschaftsmodells zum gegenseitigen Vorteil. Es geht um einseitige Durchsetzung von Machtansprüchen und wirtschaftliche Ausbeutung.

Die USA haben ja derzeit auch gar kein ideologisch-wirtschaftliches Modell, dass sie einem Partner anbieten könnten. Die “America First”-Klepokratie bietet ja noch nichtmal den meisten Amerikanern einen positiven Gesellschaftsentwurf. Und außenpolitisch gibt es in der Sichtweise von Trump und breiten Teilen der Republikaner inzwischen nur noch die Wahl zwischen Unterwerfung und Feindschaft.

Darum würde es mich sehr wundern, wenn die Demokratiebewegung im Iran die gegenwärtige Situation für sich nutzen kann und das wir hier den Beginn einer demokratischen Wende im Iran sehen. Es kommt eben durchaus darauf an, aus welchen Gründen Bomben abgeworfen werden (und dann natürlich, ob es auch auf kompetente Weise geschieht).

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So unterschiedlich können die Reaktionen ausfallen. In Teheran feiern die Menschen den Tod des verhassten Unterdrückers und Menschenschlächters zum Teil öffentlich:

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Auch hier große Demonstration:

Euphorische Stimmung und dabei absolut friedlich. Auch der Polizei sah man an, wie froh sie darüber waren. Islamisten haben sich nicht gezeigt.

Meine größte Sorge sind aktuell dennoch islamistische Schläferzellen bei uns, die auch hier für Unruhe sorgen könnten. Die Anhänger der islamischen Republik sind, wenn man sich das Trauertheater im iranischen Staatsfernsehen anschaut, absolut fanatisierte Freaks.

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Noch kein Ende in Sicht:

Weitere Folgen:

Solche Szenen gab es 2001 in Afghanistan und 2003 im Iraq auch. Die Begeisterung hat leider nur sehr kurz gehalten.

(übrigens erwähnt der von dir verlinkte Bericht auch selbst, dass es gleichzeitig Trauerkundgebungen für Chamenei gab).

Ich hoffe ja dass die Optimisten hier im Forum und offensichtlich in der US Regierung recht behalten und diese Angriffe dazu führen, dass im Iran in vier Wochen Demokratie, Frieden und Eierkuchen ausbrechen, aber so recht teilen kann ich diesen Optimismus nicht.

Der einzige unbestrittene Gewinner hier ist Israel. Dem kann es egal sein, ob jetzt im Iran die Demokratie ausbricht (unwahrscheinlich) oder ob das Land einfach in Chaos und Bürgerkrieg versinkt (deutlich wahrscheinlicher). In jedem Fall ist Israels größter Gegenspieler für absehbare Zeit außer Gefecht. Uns in Europa kann es leider nicht egal sein, weil wir diejenigen sein werden, die sich um die bei zweiterem zu erwartenden Fluchtwellen kümmern müssen.

Weil es glaubt hoffentlich niemand ernsthaft, dass die USA und Israel auch nur einen müden Cent geben werden, um sich um die humänitären Folgen, des von ihnen ausgelösten Chaos zu kümmern. Geschweige den, dass sie auch nur einen einzigen Geflüchteten aufnehmen werden.

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Es weitet sich aus:

Eine schnelle Verhandlungslösung scheint nicht in Sicht:

Und auch für die USA kommt es zu Verlusten, was Trump im Wahlkampf nur bedingt gebrauchen kann:

OT und sarkastisch: Gut, dass wir weiterhin auf hocheffiziente Verbrenner und Ölheizung setzen

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