Die nächste rassistische Entgleisung aus dem Kanzleramt

Klar. Wie beim Antisemitismus sind natürlich irgendwie immer die Ausländer schuld. Das ist doch kein Rassismus. Wir braven Arier würden doch niemals Gewalt gegen Frauen verüben. Keine Ahnung, warum man Merz Rassismus unterstellt, nur weil er einmal im Quartal wie eine kleine Rassisten-Uhr wieder kräht, dass die Ausländer an allem Schuld sind. Natürlich “explodiert” die Gewalt. Wie sollte man einen Anstieg der erfassten Taten um einstellige Prozentwerte sonst beschreiben?

Immerhin tut doch die Union etwas für den Schutz von Frauen: Wenn Frauen in führenden politischen Positionen so oft bedroht und beleidigt werden, ist es doch gut, dass die Union den Frauenanteil in führenden Positionen möglichst weit reduziert.

Im Gesamtbild mit Dobrindt, Weimer und Priem aus den letzten Wochen, könnte man gelegentlich mal wieder die Frage behandeln, wo genau zwischen Tea Party und Trumpismus die Union auf ihrem Weg in die Arme der Rechtsextremisten zu sinken, eigentlich mittlerweile angekommen ist.

Ergänzend: Kann Spuren von Ironie enthalten.

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Als Frau fühle ich mich verhöhnt.
Was fur ein Rassismus! Was für eine Ignoranz.
Ich weiß gar nicht, wohin mit meiner Wut.
Was für ein Sch…kerl.
Und das als Reaktion auf einen Fall einer POC als Opfer.
Struktureller Frauenhass wird ausgelagert, um sich selbst nicht hinterfragen zu müssen.

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Sind es noch Entgleisungen oder ist es Überzeugung? Es ist unerträglich, dass das Leid von Frauen für rassistische Takes instrumentalisiert wird. Die Lebensrealität von Frauen scheint den Bundeskanzler (und auch sonst viele) nur zu interessieren, wenn er mal wieder gegen „Ausländer“ Stimmung machen will. Keinerlei Interesse an einer tatsächlichen Problemanalyse und geeigneten Lösungsvorschlägen. Er will Frauen nicht zuhören. Wie so viele Männer. Ich wünsche mir einfach nur, dass es irgendwann für die meisten Menschen ein absolutes No-Go sein wird, solche Menschen in politische Ämter zu wählen (ein frommer Wunsch, i know, aber ohne Hoffnung hält man das ja gerade auch nicht mehr aus).

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Ja, Entgleisung ist die wohlwollendste Auslegung. Entweder hat der Mann sich einfach nicht im Griff oder das ist Strategie. Ich vermute aber, es ist einfach beides und er hat aus seiner Charakterschwäche, seiner fehlenden Impulskontrolle und seinem galoppierenden Rassismus und Sexismus einfach eine Strategie entwickelt, die zu ihm passt. Im Grunde eben genauso, wie in seiner Hetzrede vom Vorabend der Wahl. “Aus der Not eine Tugend” machen in hässlich.

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Und wenn man sich dagegen wehrt, werden einem Fördergelder gestrichen, siehe radikale Töchter.

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Ich spiele mal wieder Advocatus Diaboli, aber seine Aussage ist nicht grundlegend falsch. Siehe zum Beispiel Rebmann, F., Maier, S. P., Stelly, W., Thomas, J., Lutz, P., & Nora, L. G. (2025). Femizide in Deutschland. Eine empirisch-kriminologische Untersuchung zur Tötung an Frauen Universitätsbibliothek Tübingen.
Darin steht auf Seite 47 zu Soziale Lage, Migration und Femizide

Knapp die Hälfte (n=66; 49,6 %) der 134 Tatpersonen […] wurden im Ausland geboren und sind vor der Tat zugewandert; sie hatten also eine eigene Migrationserfahrung. Im Vergleich dazu hatten im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt etwa 11,5 % der Bevölkerung in Privathaushalten eine ausländische Staatsangehörigkeit; bei 16,0 % lag eine eigene Migrationserfahrung vor (Statistisches Bundesamt, 2019). Bezogen auf die Allgemeinbevölkerung dürften diese Werte etwas höher liegen.

Für mich zeigt das, dass seine Aussage, dass ein „beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer“ nicht komplett aus der Luft gegriffen ist. Heißt nicht, dass das so ist weil sie Migranten sind, sondern insb. aufgrund ihres sozioökonomischen Status. Die Studie schreibt auch weiter, dass:

Trotz der Überrepräsentation migrantischer Personen wiesen die meisten Tatpersonen (bezogen auf alle Femizide) eine deutsche Staatsangehörigkeit auf (61,7 %, n=82), und etwa die Hälfte hatte weder eine eigene noch familiäre Migrationsgeschichte. Femizide sind somit kein „importiertes Problem“, sondern Ausdruck patriarchaler Strukturen, die – wenn auch in unterschiedlicher Form – in allen Gesellschaften existieren.

Nichtsdestotrotz waren Täter, die im Ausland geboren und vor der Tat zugewandert sind, in der vorliegenden Stichprobe im Bezug auf die Allgemeinbevölkerung deutlich überrepräsentiert.

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Nein, ist sie nicht. War ja ein Deutscher, der nun in Spanien angezeigt wurde, quasi Ausländer.

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Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich heute Mittag davon gelesen habe. Was für eine unfassbare Niedertracht!

Eins sollte man aber bedenken: Es ist vllt. auch einfach Ablenkung. Wenn sich jetzt alle - vollkommen zurecht!! - über Merz empören anstatt weiter über sexualisierte Gewalt zu sprechen, hat Merz es mal wieder geschafft eine weitere rassistisch gefärbte Migrationsdebatte zu eröffnen und so die eigentliche Diskussion, bei der die CDU nun wahrlich wenig anzubieten hat, beiseite zu räumen

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Darum geht hier nicht. Er sagt, man müsse über die Ursachen reden. Die einzige Ursache, die ihm dann der Rede wert ist, sind die Zuwanderer. Nicht fehlende Mittel für Prävention oder Opferschutz keine patriachalen, sexistischen Strukturen keine Partner, keine Vorgesetzten, keine Lehrer, Trainer, nicht Männer allgemein. Lehrbuchfall für Rassismus. Und zwar völlig egal, ob in dem rassistischen Müllhaufen, den Merz nun zum wiederholten Male in Debatten kübelt irgendwas irgendwie nicht komplett aus der Luft gegriffen ist, sondern von Merz nur mit maximaler Böswilligkeit verzerrt wird.

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Dafür braucht er keine Empörung der anständigen Menschen im Land. Der Applaus und die grölende Zustimmung der ganzen typischen Typen, dass es endlich mal jemand sagt, dass auch an diesem Problem wieder nur die Ausländer schuld sein müssen, ist ihm so oder so gewiss und wird jeden Versuch, das Thema sinnvoll zu bearbeiten, im Keim ersticken.

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Klar applaudieren die üblichen Verdächtigen, was ich aber meinte ist, dass das nicht die ganze diskursive Energie, die man vorher in das eigentliche Thema gesteckt hat, hierfür binden sollte. Man muss diesen Rassismus natürlich trotzdem verurteilen.

Bei deiner Entgegnung an @LightingMcK springt es einen förmlich an, wie diese Äußerung exakt genauso funktioniert wie damals das mit dem Stadtbild. Und warum es so eindeutig rassistisch ist. Weil es eben null tatsächliche Problemanalyse gibt und einfach nur eine Verknüpfung zur Migration hergestellt wird

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Die Studie selbst gibt sogar direkt moegliche Erklaerungen, warum Migraten ueberproportional beteiligt sein koenten.

Als mögliche Risikofaktoren für Femizide stellten sich eine allgemein schlechte sozioöko-
nomische Lage sowie psychische Erkrankungen heraus. Menschen mit eigener Migrationser-
fahrung waren in einigen Fallgruppen sowohl bei den Tatpersonen als auch bei den Opfern
überproportional vertreten, was auch mit der sozioökonomischen Situation dieser Personen
zusammenhängen dürfte
. Teilweise wirkte der gemeinsame Migrationsprozess von Täter und
Geschädigter aus einem stark patriarchal geprägten Land nach Deutschland als Katalysator
für die De-Etablierung der Partnerschaft, da die Frauen sich hier aufgrund höherer Freiheits-
rechte zu emanzipieren begannen.

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Interessant fand ich auch, dass als er den Satz sagt, schon geklatscht wird. Ich weiß nicht von wem, aber vermutlich ja eher aus den eigenen Reihen. Erst danach erwähnt er, dass aus seiner Sicht die Ausländer schuld seien.

Als hätten die meisten schon gewusst was jetzt kommt, weil sie sich vorab in einer gemeinsamen “Nius Konferenz” über die “explodierenden” Gewaltzahlen “informiert” hätten

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Ja, das würde mich auch interesieren, ob vielleicht am Tag vorher oder so, entsprechende Kommentierungen bei Nius gelaufen sind. Dann wären die bei dem Stichwort direkt auf Linie gewesen. Hab schon länger den Eindruck, dass Nius die Sprechzettel ziemlich vieler Unions-Abgeordneter druckt.

Die anderen Sprechzettel kommen von Eon und RWE und betreffen die Energiepolitik. Die Union macht es sich ganz schön bequem.

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„Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum«, sagte Merz in der im Bundestag. »Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.“

Muss in den Talkshows wieder diskutiert werden was oder wen Merz damit gemeint haben könnte?

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Ich verstehe nicht ganz, wie man das Patriachat für Gewalt verantwortlich machen kann, dann aber so tut, als würde Zuwanderung aus Kulturkreisen mit massiv patriachalischen Strukturen nichts am Problem verschlimmern.

Die Rechten ziehen halt wie immer die falschen Schlüsse. Was es bräuchte, wären Integrationskurse, frühzeitige Aufklärung zu dem Thema in Schulen, Frauenhäuser, Sozialarbeiter und eine Exekutive, die das Problem ernst nimmt und Täter schnell und hart bestraft. Das Meiste davon wäre nicht vorangig an Menschen mit Migrationshintergrund gerichtet.

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Eben, un deshalb ist der Verweis auf den Migrationshintergrund eine Hundepfeife.

Im übrigen kann ich nicht bestätigen, dass z.B. die Evangelikalen und Katholiken in dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin, weniger patriarchal unterwegs gewesen wären, als meine heutigen muslimischen Nachbarn.

Die Bedeckung des Haupthaares bei Frauen ist kein geeigneter Indikator für Patriarchat.

EDIT: Typo

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Wer tut denn so? Das Problem ist andersrum: Die einzige Ursache, die Merz einfällt, ist - wie bei sehr vielen Problemen - Migration. Er tut permanent so, als wäre “Ausländer raus!” die Lösung für alle Probleme von Paschas über Arzttermine, das Stadtbild bis nun zur Gewalt gegen Frauen.

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Wahrscheinlich dürften auch unter den Opfern viele mit Migrationshintergrund sein.
Das Problem ist, dass wir auch den Migrationshintergrund in der Alterskohorte berücksichtigen müssen, der Migrationshintergrund ist bei den Jüngeren höher. Mit Rollator wird es schwerer, kriminell zu werden, das kann zu statistischen Verzerrungen führen, wenn man manchmal Zahlen miteinander vergleicht, Versteht ihr, worauf ich hinauswill?