Sorry, aber das Gegenteil ist der Fall, wir sollten es uns leisten.
Im Durchschnitt wird jedes Kind über 800.00 Euro Steuern in seinem Leben bezahlen.
Sorry, aber das Gegenteil ist der Fall, wir sollten es uns leisten.
Im Durchschnitt wird jedes Kind über 800.00 Euro Steuern in seinem Leben bezahlen.
Mit dem „Argument“ kannst du jede Ausgabe rechtfertigen.
Natürlich macht es Sinn Anreize zu schaffen um als Land kinderfreundlicher zu werden und Familien zu unterstützen. Aber das ist einer der schlechtesten. Dann das Geld lieber in bessere Kinder-Betreuung, Bildung und bessere Unterstützung von Geringverdiener-Familien investieren. Die meisten Eltern haben nicht das Luxus-Problem darüber nachzudenken, ob sie jetzt 1, 2 oder 3 Jahre Elternzeit machen. Elterngeld ist ohnehin kein vollwertiger Ersatz des Gehaltes und wenn jemand deutlich länger als ein Jahr aus dem Beruf raus ist, hat das natürlich oft Auswirkungen auf die beruflichen Perspektiven. Zudem zeigt sich zumindest im Schnitt, dass Kinder-Betreuung auch in der Krippe sich positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. Und der Effekt wäre sicher noch besser, wenn Kitas personell besser ausgestattet wären.
[In dem Bewusstsein, dass wir den Threadtitel hier sehr weit auslegen]
Sie führen hier mit den anderen Kommentatoren eine Fantasie-Diskussion.
Die Pläne einer Kürzung auf 12 Monate und einer Maximaldauer von davon 9 Monaten für ein einzelnes Elternteil sind konkret. 24 oder 36 Monaten Elterngeld sind nicht die Realität.
Ob ein Kind 9, 12, 14 oder 18 Monate alt ist - das ist ein Unterschied den Sie als Vater ja kennen.
Wir haben unser zweites Kind nicht mit 12 Monaten in die Krippe gegeben, weil wir bei unserem ersten im Nachhinein nicht das Gefühl hatten, dass es die richtige Entscheidung war. Bei zweiten waren es (etwa) 18 und das war etwas ganz anderes. Stellen Sie hier gerne eine Studie hin, die mich eines besseren belehrt und nicht nur für „Kinder unter 3 im Schnitt“ einen positiven Effekt im sprachlichen Bereich erkennt.
Es ist ein Schlag ins Gesicht für die meisten Eltern und es kann mir einfach niemand mehr erzählen, dass der demografische Wandel etwas sei, dem man sich irgendwie stellen möchte.
Sie haben ja Recht, es gibt für Familien tausend andere Baustellen, wo man ebenfalls auf dem Zahnfleisch geht und darüber hinaus.
Aus einer Budgetlogik „bitte mal 500 Millionen kürzen, danke“ macht das vielleicht irgendwie Sinn. Aus einer Budgetlogik heraus macht aber auch ein Bezug zum Verteidigungshaushalt Sinn, auch wenn da „Sonder/Extra/Parallel“ drauf steht.
Woraus leiten Sie denn dann den Sinn einer Geldmenge ab, wenn nicht aus der Verwendung? Wie kann das beides unabhängig voneinander sein?
Ich finde es sinnvoll das die entsprechende Summe für die Verteidigung in die Hand genommen wird, aber die Umsetzung ist nicht optimal. Als Beispiel im Kontext hier. Ich finde gut dass es Kindergeld in der Höhe gibt, aber nicht wenn davon nur Zigaretten gekauft werden. Verständlicher?
Ich hier gerne tiefer reinschauen. Ich vermute, dass hier nur die Sprachkenntnisse ausgewertet werden.
Ich möchte auch wissen, ob der positive (Sprach?) Effekt schon eintritt, wenn die Kinder vier bis fünf Stunden pro Tag in Fremdbetreuung sind.
Die Erfahrung mit meinen Kindern zeigt, dass Ganztagsbetreuung, also >8 Stunden die Kinder (und uns Eltern damit auch) psychisch fertig macht.
Außerdem würde ich gerne wissen ob die Kinder in Ganztagsbetreuung ihr leben überwiegend als schön und spaßig beschreiben? Ich denke wir „züchten“ uns gerade eine kaputte Generation heran.
Die Expertise „Auswirkungen von Kindertagesbetreuung auf die kindliche Entwicklung“ von 2024 (gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) scheint mir als Laie als ein sehr umfangreicher und vergleichsweise neutraler Überblick und u.a. der folgende Unterpunkt zu Ihre Fragestellung passend:
Quantitätsbezogene Effekte auf die sozial-emotionale Entwicklung (Ü3)
Betreuungsintensität (Alter bei Eintritt, Betreuungsumfang)
Für die nationale Forschungslage zu den Auswirkungen der Betreuungsintensität ab drei Jahren auf die sozial-emotionale Entwicklung offenbart sich für den hier fokussierten Zeitraum eine Forschungslücke.
Internationale Befunde deuten auf negative Auswirkungen von hohen Betreuungsumfängen für die kindliche soziale Entwicklung hin. So berichtet die Schweizer Studie von Averdijk et al. (2019), dass der Besuch einer Spielgruppe in der Schweiz an durchschnittlich mehr als drei Tagen pro Woche im Alter von zwei bis fünf Jahren mit mehr Aggressivität im Alter von 7 und 8 Jahren sowie mehr Ängstlichkeit im Alter von 7 bis 11 Jahren zusammenhängt. Eine Analyse von SEED-Daten aus England berichtet von negativen Effekten einer Inanspruchnahme bereits ab 15 Stunden pro Woche in einer Kindertageseinrichtung im Alter von 3-5 Jahren in Form von externalisierendem Verhalten von Kindern im Alter von 5 Jahren. Sie berichten demnach von niedrigen Betreuungsumfängen, die bereits zu externalisierendem Verhalten führen können. Eine Erhöhung der wöchentlichen Betreuungsstunden (mehr als 15 bis 20 Stunden) bringt dabei keine weitere Verstärkung des Zusammenhangs mit sich – außer bei Kindern aus nicht benachteiligten Lebenslagen und das nur bei einer sehr hohen Inanspruchnahme von 35 Stunden Betreuungszeit pro Woche und mehr. Es finden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Kindern aus benachteiligten Lebenslagen, die 15 bis 20 Stunden pro Woche betreut werden, im Vergleich zu Kindern aus benachteiligten Lebenslagen, die höhere Betreuungsstunden in Anspruch nehmen.
Quantitätsbezogene Effekte auf die sprachliche Entwicklung (Ü3)
[…] Weiter zeigen sich positive Effekte hinsichtlich des Betreuungsumfangs beziehungsweise einer Ganztagsbetreuung. So berichtet die ECSL-K-Studie aus den USA von signifikanten
Unterschieden zwischen den Lesekompetenzen (z. B. Erkennen der Buchstaben) am Ende der
Kita-Zeit, am Ende der dritten Klasse und am Ende der 5. Klasse – abhängig davon, ob die Kinder (ab ca. 4 Jahren) halbtags oder ganztags betreut wurden: Kinder, die ganztags eine
Kindertageseinrichtung besuchten, weisen signifikant bessere Lesekompetenzen am Ende ihrer Kita-Zeit, am Ende der dritten Klasse und am Ende der 5. Klasse auf im Vergleich zu Kindern, die nur halbtags betreut wurden (Gullo & Mathew, 2023).
Meta-Analysen zu Effekten der Quantität der Kindertagesbetreuung (Ü3)
[…] Einige Befunde deuten jedoch darauf hin, dass eine intensivere Inanspruchnahme (ganztags versus halbtags) zu positiveren Outcomes führen (van Huizen & Plantenga, 2018).
Was es mit diesem letzen Satz auf sich hat, werd ich aber nicht mehr nachschauen.
Quelle:
Im vorher zitierten Beitrag gings aber um Alleinerziehung.
Wenn man genug sucht findet man auch das Gegenteil. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/09731342231179017
Insofern alles andere als „widerlegt“.
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