Dänen rufen auf Facebok wegen Grönland zu US-Boykott auf

Vielleicht ist die Reichweite bei Mastodon zu gering?

Zudem hat es irgendwie Charme über eine US-Plattform zum Boykott der USA aufzurufen. Quasi mit eigenen Waffen schlagen :wink:

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Obwohl ein Boykott jetzt passend wäre:

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Es gibt auch noch kreativere Wege: Eine Petition aus Dänemark ruft jetzt dazu auf, Trump Kalifornien abzukaufen. Das Motto lautet: „Måke Califørnia Great Ægain“

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Eigentlich ist das nicht ironisch. Auf Mastodon dazu aufzurufen wäre ironisch, denn da braucht man niemanden überzeugen. Die Facebook Nutzer die Facebook boykottieren könnten sind nunmal auf Facebook.

Daher: auf Facebook dazu aufrufen und auf Alternativen verweisen.

Davon abgesehen ist Purity Politics eh der Garant seine Ziele nicht zu erreichen.

Für mich würde ich nicht von Boykott sprechen, aber ich löse dieses Jahr meine Abhängigkeit von den USA wo ich kann. 2026: The year of Linux on the desktop. Für mich zumindest.

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Also lasst uns alle möglichst viel möglichst reichweitenstarke US-Plattformen benutzen, um möglichst wirksam zu einem Boykott von US-Unternehmen aufzurufen. Jetzt zertifiziert ironiefrei!

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Nein, lasst uns den Nutzern von Facebook nichts davon erzählen warum ein Boykott angebracht wäre und stattdessen nur mit denen darüber sprechen, die Facebook eh nicht benutzen. Das ist definitiv die beste Strategie.

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Die Sicht der US-Regierung dazu:

Die US-Regierung hat ihr Ziel, Grönland den USA einzuverleiben, mit der Vermeidung eines möglichen Konflikts in der Arktisregion begründet. US-Finanzminister Scott Bessent sagte in der Sendung „Meet the Press“ des US-TV-Senders NBC News: Grönland könne nur verteidigt werden, wenn es Teil der USA sei - und wenn Grönland Teil der Vereinigten Staaten sei, werde es erst gar keine Notwendigkeit geben, es verteidigen zu müssen. Bessent sagte auch: „Die Europäer wirken schwach. Die USA wirken stark.“

Quelle: Tagesschau

Wir wirken tatsächlich schwach…..

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Und diese Argumentation würde in sich zusammenfallen, wenn die USA die NATO nicht schwach wirken lassen würden. Denn es ist egal, ob Grönland zu Europa oder den USA gehört, so lange es zur NATO gehört. Außer natürlich, Trump sabotiert die NATO weiter und gibt Russland indirekt das Signal, dass die USA nicht Europa verteidigen würden, wenn Russland Grönland angreift.

Aber selbst das ist absurd - es ist doch jedem klar, dass die USA eine Übernahme Grönlands durch Russland nie und nimmer akzeptieren würde. Also selbst wenn Grönland Teil der EU ist, haben die USA ganz eigene Interessen, die NATO-Abschreckung aufrecht zu erhalten.

—> Diese Argumente der US-Regierung sind schlicht vorgeschoben. Es ist einfach nur der Versuch, irgendwelche MAGA-Deppen zu überzeugen, dass es nicht nur um einen reinen, erpresserischen Landraub geht.

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Ohne mir die Argumentation der MAGA-Fraktion zu eigen machen zu wollen, halte ich deinen Kommentar dennoch für zu einseitig. Wenn du schreibst:

dann verdrehst du aus meiner Sicht die Reihenfolge der Ereignisse, um Europa in ein besseres Licht zu rücken.

Der Ausgangspunkt ist nämlich nicht eine USA, die durch mangelnde Solidarität Europa schwach erscheinen lässt. Der Ausgangspunkt ist ein Europa, das seit mindestens 15 Jahren immer wieder von den USA aufgefordert wurde, mehr in die eigene Verteidigung zu investieren – und das diese Forderungen aus innenpolitischen Gründen konsequent ignoriert hat.

Hätte Europa diese Erwartungen erfüllt, könnten die USA uns heute weder fallen lassen noch herumschubsen. Wir wären ein ebenbürtiger Partner oder zumindest auf dem Weg dorthin. Und wir wären in der Lage, die Ukraine aus eigener Kraft wesentlich stärker zu unterstützen. Stattdessen haben europäische Staaten Initiativen zur Stärkung einer eigenständigen Abschreckungsfähigkeit blockiert und damit sowohl die NATO als auch Europa selbst geschwächt.

Zu einem zweiten Punkt:

Ich wäre mir keineswegs sicher, dass eine Trump-geführte USA bereit wäre, für die Verteidigung europäischer NATO-Partner bis ans Äußerste zu gehen. Natürlich würde Trump Grönland nicht kampflos an Russland verlieren wollen. Aber für rechtsnationalistische Politiker ist die Bereitschaft, eigenes Territorium zu verteidigen, erfahrungsgemäß deutlich höher als die, für Verbündete einzustehen. In einem solchen Szenario würde man vermutlich eher Helme, Schutzwesten und ein paar Raketenwerfer auf Kredit schicken.

Und das dürfte auch Putin sehr genau wissen. In vier Jahren Ukrainekrieg haben die USA keine taktische Atomwaffe eingesetzt, obwohl sie im Rahmen des Budapester Memorandums als eine Art Garantiemacht der Ukraine gelten. Mehr noch: Es wurden weder Soldaten entsandt noch ausreichend Waffen geliefert – und drei dieser vier Jahre regierte Joe Biden, nicht Trump.

Ein potenzieller Angreifer kann daraus durchaus schließen, dass die USA eine wirklich robuste Verteidigung nur dann garantieren, wenn entweder ihr eigenes Territorium betroffen ist oder das eines besonders engen wirtschaftlichen Partners. Ein kleines Land wie Dänemark fällt in diese Kategorie eher nicht.

Doch bevor wir mit dem Finger auf Washington zeigen, sollten wir uns die europäische Verteidigungsbereitschaft ansehen. Deutschland und Frankreich sind seit Minsk II Garantiemächte der Ukraine – und haben bis heute keine eigenen Soldaten entsandt. Frankreich liefert aus finanziellen Gründen inzwischen kaum noch Waffen. Deutschland wiederum hat es bis heute nicht geschafft, die Rüstungsindustrie so hochzufahren, dass ein verlässlicher Nachschub gewährleistet wäre. Das liegt nicht nur an politischer Trägheit, sondern auch an strukturellen Faktoren: Stahl und Chemie sind energieintensiv, und wir priorisieren den schnellen Weg zur CO₂-Neutralität. Ein Land voller Werbetexter und Kulturwissenschaftler passt eben besser zu unseren Idealvorstellungen einer friedlichen Welt als Mechaniker, Schweißer und Ingenieure in der Rüstungsindustrie.

Deshalb: Es ist nicht Trump, der die NATO geschwächt hat. Geschwächt haben wir sie selbst – durch große Worte, denen nie Taten folgten. Trump spielt lediglich nicht mehr den großen Bruder, der uns aus der Patsche hilft, sondern nutzt seine Macht genauso offen wie Putin. Und wir stehen daneben, empört darüber, wie ungerecht doch alle seien.

Sorry für den Rant, aber dieses Mit dem Finger auf andere zeigen nervt. Es versperrt den Blick darauf was wir eigentlich tun müssten und macht uns mehr als lächerlich. Wir könnten so viel tun, wir müssten nur anfangen und unsere Prioritäten anpassen.

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Man kann immer darüber ranten, dass die EU noch immer nicht den Hintern hochbekommen hat bezüglich Verteidigung und dass sie nicht selbstbewusst ihre außenpolitischen Interessen verfolgt.

ABER deswegen sollte man nicht die verlogene Position der USA als Real adeln.

Doch. Die NATO beweist in der Ukraine, dass sie Russland völlig überlegen ist, vor allem natürlich durch die USA. Schwach erscheint sie NUR, weil Trump sie gerade abschafft, nicht weil fehlende EU Investitionen sie nur 3mal so stark wie Russland sein lässt, statt 5mal so stark.

Das würde faktisch nichts ändern. Auch mit einer Produktion von 1 Mio Artilleriegranaten pro Jahr wäre es für die USA ein Leichtes einen Verbündeten vor der eigenen Haustür zu überfallen und auch dann hätten wir kein Interesse an einem militärischen Konflikt mit den USA.

Ja genau, so wie damals bei Cuba. Sorry, zu glauben, dass die USA eine militärische Übernahme Grönland und damit der gesamten Arktis durch China oder Russland dulden würde, ist absurd. Ob die USA die NATO für Estland in einen 3. Weltkrieg auslösen würde, ist fraglich. Für Grönland aber bestimmt.

Und überhaupt übersiehst du eine Kleinigkeit: es gibt keine Bedrohung Grönlands. Weder durch China, die dafür Teleportation erfinden müssten, noch durch Russland, dessen Marine nicht mit der ukrainischen Marine fertig wird, geschweige denn eine amphibische Landung mit Seewegen durch Nord- und Ostsee durchführen könnte.

Diese Bedrohung ist frei erfunden um einen “Bündnispartner” überfallen zu können.

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Wohin sollten denn deutsche oder französische Soldaten geschickt werden ? An die Front im Donbass wohl sicher nicht, dafür gibt es weder in der Bevölkerung noch im Bundestag eine Mehrheit.

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Nein, das übersehe ich nicht, denn ich schreibe selbst

und

Ich zweifle aber sehr daran, dass es dazu gekommen wäre, wenn wir uns an unsere Aufgaben gehalten hätten.

Ich finde es immer wieder bezeichnend, wie viel Aufmerksamkeit wir Trumps Dreistigkeit zukommen lassen und wie wenig wir uns dafür an die eigene Nase fassen, dass wir bis heute nicht tun, was getan werden muss. Der Mann nutzt einfach eine Chance, die wir ihm durch unsere Abhängigkeit auf dem Silbertablett serviert haben. Und statt schnell umzusteuern regen wir uns lieber über den MAGA-Clan auf. Es ist halt auch leichter sich über die Ungerechtigkeit der Welt zu beklagen als selbst ins Handeln zu kommen. Geht mir mit meinen Neujahrsvorsätzen (mehr Sport, weniger arbeiten) auch so.

Und exakt das ist doch das Problem. Wie kann man bitteschön Garantiestaat sein wenn man dann die Garantie nicht bereit ist zu leisten?

Und auf der anderen Seite gilt das natürlich auch für das NATO Bündnis. Da gibt es auch Garantien der USA (auf denen wir uns genüsslich ausruhen), bei denen mittlerweile völlig unklar ist, ob die USA Soldaten für dänisches Territorium an die Front schicken würden. Eine Bevölkerungsmehrheit in der USA dürfte mehr als fraglich sein.

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Das unterschlägt doch völlig die Unterscheidung zwischen Bündnis, Konkurrenz und Gegnerschaft. Wirkt für mich sehr wie eine Interpretation “after the fact”.

Dann schreib doch nichts von der “Bedrohung” wegen der Trump jetzt auf Grund der Schwäche Europas handeln muss. Das ist erfunden. Dein Argument ist doch eher, dass Trump sich bei einem militärisch ebenbürtigen Europa nicht trauen würde, diese Drohungen auszusprechen.

Aber die Schwäche Europas war auch Teil des Deals mit den USA als Schutzmacht. Hätten man sich militärisch und wirtschaftlich (Energie, Waffen, IT*) von den USA gelöst, hätten wir unseren Teil des Arrangements nicht eingehalten.

Jetzt daraus einen Rechtfertigung für einen Angriffskrieg gegen Dänemark zu machen, ist absurd.

(* man hätte es ähnlich wie China machen können: Google/Microsoft darf in der EU nur als JointVenture mit einer EU Firma tätig werden.)

Das fragst du sicher auch Russland, die ebenfalls Garantiestaat von Minsk 2 waren, oder? Ich bin mir sicher, ein “im Falle eines Verstoßes durch Russland erklären Frankreich und Deutschland unter Auslösung von Artikel 5 der russischen Föderation den Krieg” hätte man leicht noch rein verhandeln können.

In welchem Abkommen (aka Deal) wurde Europa verpflichtet sich militärisch, energiepolitisch und technologisch von der USA abhängig zu machen?

Eine enge Verzahnung in der Energiepolitik gibt es erst, seit Russland die Ukraine überfallen hat. Das ist also eine neue Entwicklung. Technologisch hat auch niemand uns gezwungen, Microsoft, Facebook und Co. hinterherzulaufen.

Bliebe die militärische Komponente. Auch hier hat die USA meines Wissens keine Verträge mit Europa, die die Truppenstärke beschränken oder verbieten, dass wir effektive Kampfsysteme entwickeln.

Ich weiß nicht wirklich, worin du hier einen Deal siehst, an den wir gebunden waren. Wir haben uns abhängig gemacht, weil es einfach und vergleichsweise günstig war. Und wir haben selbst dann nicht umgesteuert, als die USA uns aufgefordert haben, mehr für unsere Verteidigung zu unternehmen.

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In der Verurteilung des russischen Überfalls auf die Ukraine sind wir uns sicher einig. Ich glaube nicht, dass es diesen Strohmanns bedarf.

Es hat aber wenig damit zu tun, dass Deutschland und Frankreich, die Garanten auf der westlichen Seite, seitdem eher versagt haben.

Statt ewiger Diskussionen über Waffensysteme hätte es ein beherztes Hochfahren der Rüstungsindustrie und aller Zulieferer benötigt. Zumal die Automobilindustrie ohnehin schwächelt und sicher Kapazitäten hätte. Ein Kabelzug im Schützenpanzer unterscheidet sich nicht grundlegend vom Kabelzug im Auto. Ein Getriebe für Leopard und Co kann auch die kriselnde ZF AG fertigen und damit Arbeitsplätze halten.

Vielleicht würde es mit genug konventionellem Gerät auch keine Boots on the Ground benötigen.

Kein Deal, De facto durch Akzeptieren der amerikanischen Hegemonie. Stichwort: Hegemonic Stability Theory.

Kannst ja gerne verneinen, dass die Realität war, dass die USA Weltpolizei sind (nach eigenem Gusto), wir die USA grundsätzlich als Hegemon Akzeptieren und walten und schalten lassen, wir dafür geschützt werden, freihandel toll finden und nicht gegeneinander Krieg führen.

Ist aber am Ende auch egal, was auch immer deine Gefühle dazu sind: nichts rechtfertigt eine Inbesitznahme von Grönland. Dieser ganze “Whatabout 2% Ziel”, “Whatabout Minsk2 Schutzmacht” und “Whatabout Lieferung anderer Waffensysteme” ist halt nur Whataboutism.

Trump beendet 80 Jahre alte Allianzen und führt uns direkt in eine multipolare Weltordnung. Das wars dann mit dem New American Century. Putin und Xi lachen sich ins Fäustchen und Europa muss lernen, alleine klar zu kommen.

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Nicht alles was die eigenen Versäumnisse betrachtet ist Whataboutism. Bitte bleib fair.

Wenn du genau schaust, ist mein Beitrag das Gegenteil davon. Ich verurteile den amerikanischen Bruch des Bündnisses. Falls das nicht deutlich genug ist, lass es mich gern hier noch einmal betonen. Was Trump macht ist widerliches Bullytum.

Ich erweitere aber die Perspektive. Statt immer die USA zu skandalisieren, rücke ich unsere eigene Tatenlosigkeit in den Mittelpunkt. Ich erhoffe mir dadurch die Erkenntnis, dass wir noch sehr weit von der Zeitenwende entfernt sind und einmal hinterfragen müssen, wie weit wir bereit sind, heilige Kühe zu opfern, namentlich

  • Schuldenbremse
  • Verschonung von Kapitaleinkommen
  • Klimaneutralität bis 2040
  • Überakademisierung
  • Ablehnung von Rüstungsindustrie
  • Ausbeutung lokaler Bodenschätze samt Umweltzerstörung
  • das Geld fürs Netflix-Abo oder Technikspielzeuge
  • unproduktive Verwaltungsjobs, die nur da sind um Auflage zu erfüllen oder deren Erfüllung zu überprüfen.
    uvm.
  • meinetwegen auch Facebook & WhatsApp Nutzung oder Boykott auch wenn die eher symbolischen Wert haben

Symptomatisch - Stadt und Land wollen lieber einen Regionalflughafen mit 1 Flug pro Woche erhalten als einen Flughafen für die Bundeswehr einzureichen

An diesen Stellschrauben können wir problemlos drehen, um die Zeitenwende zu forcieren. Wir müssen uns nur klar sein, ob wir das wollen. Diese Betrachtung würde uns voran bringen, nicht das Fingerpointing auf Mad Man im Weißen Haus.

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Eine Vorlage für Europa?
Die WM in den USA steht ja an.

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