Bundesweiter Bildungsprotesttag "Bildungswende JETZT!"

Schwierige Fragen. Habe 2 Jahre als „contractuelle“ gearbeitet (Vertragslehrer, also nicht Beamtin, sondern „Notfall“- Aushilfslehrerin … hier im unserer Gegend fehlen ständig Deutschlehrer und auch andere) am Collège (6.-9. Klasse. Ist hier Gesamtschule). Bis zu 30 SuS in meinen Fremdsprachenstunden :grin:
Ich erinnere mich nicht mehr genau. Sicher nur minimal über Mindestlohn. Ca. 20 Euro (nach Sozialabgaben vor Steuern? Das nennen sie netto, meine ich) für die Stunde vor den Schülern, also ohne Vorbereitung/Korrektur/tausend Notenkonferenzen u.a.
Die Beamten steigen mit ca. 1900 Euro netto ein.
Arbeitszeit der Beamten ist schwierig zu berechnen. 15 Stunden bei länger ausgebildeten Lehrern (agrégé) 18 bei kürzer ausgebildeten (capes) als Basis, stocken sie teilweise auf, um etwas mehr zu verdienen.
1 Stunde= 55 Minuten.
Länger Ferien, aber Ganztagsschule (bis 16h30, ab Lycée bis 17h30 , bis auf Mittwoch (Grundschule kein Unterricht, Rest meistens nur bis mittags)
Die Lehrer:innen führen keine Aufsicht (außer Grundschule zwischen den Schulstunden) und haben keine Pflicht, Klassenfahrten zu organisieren.

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Aktuell arbeite ich nur noch als Deutschlehrerin für (zumindest zum Teil) deutschsprachige Grundschüler:innen. Integriert in den fr. Stundenplan, jedes Kind ein Nachmittag Deutsch. Vorbereitung auf internationales Collège (Abitur zusätzlich zum Baccalauréat am Ende möglich). Verdiene besser als in der Éducation Nationale, arbeite sicher mehr als die Stunden auf dem Papier. Freiwillig. Kein Problem für mich, da ich nur wenige Stunden arbeite. Arbeitgeber: Elternverein.
Noten: Begründung später

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Ich denke, das Gehalt ist nicht so der entscheidende Hebel.
Die Rahmenbedingungen müssen passen. Eine ausreichende Personaldecke, eine praxisnahe Lehrerausbildung mit gutem pädagogischen Handwerkszeug, intakte und moderne Schulen, eine durchdachte Digitalisierung und solide finanzielle Ausstattung. Dazu eine Anpassung der Lehrpläne an die Erfordernisse des Lebens und Arbeitsmarktes.
Und wichtig : den Eltern klarmachen, das sie ihr Kind in der Schule abgeben, und nachmittags sind die Erziehungsfehler ausgemerzt und das Kind bereit fürs Medizin oder Jura Studium, nicht funktioniert. Da fehlt manchmal Klartext solchen Eltern gegenüber die Klarheit

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Meine aktuelle Meinung zu Noten:
Es kommt darauf an, was du erreichen willst.

Wenn du möchtest, dass Kinder lernen, aus intrinsischer Motivation, dass sie selbstbewusst und selbstständig werden, dann:
-solltest du keine Noten geben, sondern eine detaillierte Rückmeldung mit positiven Punkten (ich finde immer einen), Schwächen und Verbesserungsvorschlägen/Tipps + immer uneingeschränkte Wertschätzung/Hilfsbereitschaft dem Kind gegenüber
-solltest du nicht jede Leistung mit überzogenem Lob/guter Note belohnen, weil es konditionierend wirkt und im Zweifel dazu führt, dass Kinder sich nur noch dann bemühen, wenn es die Aussicht darauf gibt. Authentisch und ehrlich und nicht formalisiert benotet - dann wirkt Lob bestärkend.
-solltest du nicht Kinder miteinander vergleichen, so unterschiedlich sie (auch im Lerntempo) nunmal sind, sondern den Lernstand des Kindes mit einem früheren Lernstand des Kindes, um zu sehen, ob es Progression gibt, denn nur darum geht’s.
-solltest du Stress, Frust und Ungerechtigkeit (durch Noten), die dazu führen, dass Kinder Selbstvertrauen und Lust am Lernen verlieren, vermeiden
Zumindest bis zu einem bestimmten Alter…

Noten mögen in der Oberstufe/Studium etc. ihren Sinn für Arbeitgeber:innen erfüllen, den Kindern nützen sie nicht.
Der Wettkampf um die Gymnasialempfehlung ist kontraproduktiv, sozial benachteiligend und viel zu früh. Ein Druck, der nicht zu Motivation führt.
Es wird elitär gesiebt und heraus kommen nicht die „besten“ (was soll das überhaupt sein?), sondern die mit den am besten fördernden und durchsetzungsfähigsten Eltern.

Hier ein Beitrag von Bob Blume (Gymnasiallehrer), der ganz hervorragend über die Möglichkeiten und Grenzen des Lehrerdaseins und die Schwächen des dt. Bildungssystems berichtet https://bobblume.de/2019/02/09/diskussion-schafft-die-noten-ab/

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Noten, Ergänzung:
Fr. Lehrer:innen studieren nur ein Fach, unterrichten im Regelfall aber auch nur eins. Außer den Fächern, die in Deutschland zwei (oder drei) wären. Physik/Chemie ist eins, Geschichte/Geographie/education civique ebenso.
Jeder KlassenlehrerIn hat mit seiner Klasse alle zwei Wochen „vie de classe“ = Klassen"leben", wo Organisatorisches, Probleme oder so besprochen werden.

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Das sind Punkte, die man durchaus auch bei einer Reform in Deutschland diskutieren könnte.

Ein Zweifach-Bachelor zuzüglich all der Pädagogik sorgt leider dafür, dass das Lehramts-Studium in Deutschland sehr fordernd ist. Andererseits rechtfertigt sich dadurch natürlich auch der im Vergleich zu Frankreich hohe Lohn.

Der Zweifach-Bachelor führt oft dazu, dass Lehramts-Studierende ein Fach, für das sie brennen, wählen und dann aber oft ein zweites Fach wählen müssen, dass sie nur studieren, weil sie es müssen. Das trägt sicherlich auch einen Teil zur hohen Abbrecherquote bei. Gerade auch weil das zweite Fach in der Vergangenheit oft gewählt wird, um bessere Chancen auf eine Stelle zu haben (denn bestimmte Fachkombinationen waren einfach dringend gesucht), dieses Zweitfach dann aber eben auch besonders schwer ist (oft ein MINT-Fach).

Es zeigt sich, dass sich das deutsche und das französische Schulsystem doch recht stark unterscheiden, im Rahmen der PISA-Studie liegt Frankreich immer knapp hinter Deutschland, aber das sagt erstmal nicht viel aus. Generell kann man sagen, dass weltweit sehr unterschiedliche Systeme zu relativ ähnlichen Ergebnissen führen. Gerade die hohen Wellen, die im Rahmen der PISA-Studien geschlagen werden, haben auch wieder viel mit der Erwartung zu tun, dass man unbedingt Weltmeister sein will. Unsere Ergebnisse in den PISA-Studien sind bei weitem nicht so schlecht, wie es gerne berichtet wird. Wir sind eigentlich in allen Bereichen in den Top20 und deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Aber auch hier ist die irrationale Erwartung, dass man immer Weltspitze sein müsste, alles andere wird zum Versagen verklärt.

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Die Gesamtsituation ist halt auch in F nicht besonders gut (Lehrermangel, große Klassen). Deshalb streiken sie regelmäßig (dürfen sie).

Ich glaube, man studiert das Fach drei Jahre für capes, 5 für agrégé. Danach kommt dann aber noch der concours (Auswahlverfahren mit Ausbildung + Prüfung speziell für den Lehrerberuf. Weiß nicht, wie lang) und ein Jahr stage (in dem Fall bedeutet es Referendariat).
Anschließend wird man wild durch die Gegend verschickt und muss erst „Punkte“ sammeln (glaube ich), um in die Wunsch-Académie zu kommen + an den Wunschort.

Danke Margarete fuer den Einblick.
Ich hoffe, ich komme spaeter dazu, dir besser zu antworten.
Ich hatte aber auch in meinem Leben bereits Job-Angebote aus D und aus F. Ich bin dann nach F, weil mehr netto nach brutto vorhanden war, obwohl das brutto weniger war im Vergleich zu D. Leben in Frankreich war wirklich super.
Soweit ich das mitbekommen habe, waren volle Lehrer in Frankreich finanziell besser gestellt als Quereinsteiger.
Sind die 15h fuer Lehrer nur die Zeit in der Schule? Und die restlichen 20h (Wochenarbeitszeit 35h) dienen der Vor- und Nachbereitung?
Danke.

15/18 (+ ggf. Aufstockung) Stunden à 55 min vor der Klasse.
Rest Vor/Nachbereitung, Konferenzen etc.
Ja, Beamte verdienen mehr, aber nicht viel.
Ich selbst wohne in einer teuren Gegend. Vielleicht ist es woanders billiger.

Steuern sind ähnlich, aber niedrige Einkünfte eher geringer besteuert, höhere Einkommen eher stärker besteuert als in Deutschland.
Ich glaube, die Sozialabgaben sind höher.

Ja, auch andere Gehälter sind niedrig. Weiß ich nicht genau, aber an der Grenze zur Schweiz wäre es besser, wenn man selbst oder der PartnerIn in der Schweiz arbeitet.

Das steht jedem frei, dass selbst zu entscheiden.

Die meisten Dinge in deiner Liste sind aber einfach nicht vorhanden, auch nach Jahren nicht. Digitalisierung ist in Deutschland ein Fremdwort. Aktuelle werden finanzielle Mittel von der FDP bei Bildung und Forschung gestrichen.

In D haette ich mehr brutto, weniger netto bekommen. In F weniger brutto, aber mehr netto. Es kommt vielleicht drauf an, was hoch ist?
Danke fuer die Auflistung. Klingt aber machbar mit den 15*55min noch genug Restzeit fuer Vorbereitung etc zu haben.

Ja, die meisten arbeiten aber mehr. Die mit „Capes-Concours“ haben 18 Stunden Basis. Und viele stocken auf rund 20 Stunden auf.
Wenn du nur ein Fach hast, wird die Vorbereitung allerdings etwas einfacher.

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Noten Ergänzung: Noten täuschen Vergleichbarkeit und Objektivität vor, die sie nicht erfüllen können.
Wenn überhaupt, wären Leistungs/Lernnachweise gut, wenn das Kind soweit ist, also nicht mitten im Lernprozess. Sonst speichert es z.B. wenn es Bruchrechnen noch nicht ganz verstanden hat, trotzdem aber mit allen anderen gleichzeitig eine Klassenarbeit schreiben muss: „Mathe kann ich nicht.“ weil die Note in dem zu frühen Test schlecht war.

Das mit der Vergleichbarkeit und Objektivität verstehe ich nicht. Gebe ich Kindern aus derselben Klasse, die denselben Matheunterricht bekommen haben, eine Mathematikarbeit, dann sieht man genau, wer was kann, wer wieweit kommt.
Das Problem ist doch eher, wenn man Kinder abhängt, weil man z.B. zuviele Kinder in der Klasse hat, sich nicht um alle gleichermassen kümmern kann.
Und ein weiteres Problem ist eben, dass Herkunft noch entscheidet, wie gut man lernen kann, wenn das Umfeld passt.
Prüfungsangst ist noch eine ganz andere Nummer, um die man sich ggf kümmern muss.

Spaeter in der Berufswelt ist sowieso eher Networking angesagt, Meriten sind weniger entscheidend.

Wie willst du gewährleisten, dass alle den gleichen Unterricht bekommen haben und eben nicht in der hinteren Reihe untergegangen sind oder eben unbewusst nicht zu Lieblingen zählen? Von daher stimmt die Vergleichbarkeit eben nicht.

Das ist leider weitgehend richtig.

Aber trotzdem wohl die Komponenten, die wir für eine zukunftsfähige Bildung brauchen.

Die FDP scheint mir da zu sehr im Hier und Jetzt zu denken, weniger in die Zukunft.
Geht aber anderen Parteien auch so.
Vielleicht sind viele Politiker/innen auch Ergebnisse unseres Bildungssystems mit seinen Defiziten?

Noten sind nicht neutral, weil:

  • Lehrer:innen völlig unterschiedlich bewerten.

  • die Anforderungen und Bewertungen je nach Bundesland unterschiedlich sind.

  • die Unterrichtsbedingungen nicht für alle gleich sind (verschärft noch durch den aktuellen Lehrermangel).

  • Prüfungsangst zu schlechteren Noten führen kann.

  • Kinder unterschiedlich schnell lernen. Der Prüfungszeitpunkt liegt dann für manche genau richtig, für andere zu früh (Lerntempo). Am Ende können aber beide dasselbe, was die Noten (im schlimmsten Fall 1 und 6) nicht abbilden. Nicht jedes Kind, das schnell lernt, lernt auch besonders gut.

  • Noten die intrinsische Motivation schwächen. Keine gute Idee, nur für die Noten zu lernen. Dann strengt man sich bei nicht notenrelevanten Themen nicht an und Kinder, die ihre Note in einem Thema bekommen haben, hören auch dann auf, dieses zu vertiefen/zu lernen, wenn sie es noch nicht ganz verstanden haben, denn die Note ist ja schon da. Zumindest jüngere Schüler:innen lernen erstmal einfach gern und motiviert, bis wir ihnen die Lust am Lernen mit Noten unbeabsichtigt austreiben.

  • Noten Kinder in Konkurrenz setzen, die sie unter Druck setzt. Statt Kinder mit ihrem unterschiedlichen Lernstand zu vergleichen, vergleicht man besser den Lernstand des Kindes mit seinem eigenen Lernstand zu einem früheren Zeitpunkt. Z.B. Diktate: Nehmen die Fehler-Prozentzahlen während des Übens/des Schuljahres ab?

  • die Note 3 auch beim selben Lehrer + demselben Kind nicht gleich 3 ist. Z.B. ergibt beim Aufsatz womöglich schlechte Rechtschreibung/Satzbau + toller Inhalt eine 3, hervorragende fehlerfreie Sprache und mangelhafter Inhalt jedoch auch.

Das sind Gründe gegen Noten, die mir ad hoc einfallen.

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Ich denke, wir sind uns einig, dass Noten viele problematische Aspekte haben, aber die Gegenseite führt - durchaus nachvollziehbar - an, dass Noten ein „notwendiges Übel“ sind, weil zumindest in unserem derzeitigen System Noten für die Vergabe von Studienplätzen, Ausbildungsplätzen und ähnlichem notwendig sind. Da du an einer Grundschule unterrichtest, müssen wir vielleicht noch klären, ob wir über Grundschule oder Sekundarstufe sprechen. In der Grundschule braucht es denke ich in der Tat keine Noten, hier überwiegen die Nachteile eindeutig die Vorteile, andererseits sind Noten ja auch nur eine standardisierte Rückmeldungsform des Leistungsstandes an die Eltern, rechtlich haben die Grundschulnoten ja keine Konsequenz, da man in der Grundschule auch nicht „sitzen bleiben“ kann.

Bist du nur gegen Noten an der Grundschule oder auch an weiterführenden Schulen? Falls auch für weiterführende Schulen, gilt das auch für Abschlusszeugnisse?

Ein Abiturient hat in Mathe eine „3“, also befriedigend.
Dieser bewirbt sich nun auf eine Ausbildungsstelle als Bankkaufmann. Was sagt der ausbildenden Bank nun diese Note über die Fähigkeiten in kaufmännisch relevante Rechnen?
Sehr gute Fähigkeiten in Geometrie und Integralrechnung und mangelhafte Kenntnisse in Prozentrechnung und Zinsrechnung führen ggf auch zu einer „3“, sind aber nicht die Kenntnisse welche eine Bank gerne hätte.
Daher finde ich eine stumpfe Zahl als Abbild des individuellen Leistungsbildes eines Schülers zumindest denkbar unpräzise.

Befürworter von Noten als Auswahlkriterium würden nun auf die Abstraktion verweisen. Daher: Jemand mit einer 3 in Mathe mag zwar das kaufmännische Rechnen noch besser beherrscht haben als die höhere Mathematik, aber daraus wird abgeleitet, dass er jedenfalls im Bereich des mathematischen Denkens (also vor allem im Bereich der Zahlenlogik) nicht zu den Besten gehört.

Kann er trotzdem ein passabler Bankkaufmann werden? Vermutlich. Wäre ich Personaler im Bankwesen würde ich bei jemanden, der eine 1 im Mathe-Abi hatte, keine Zweifel daran haben, dass kaufmännisches Rechnen für ihn ein Kinderspiel ist, bei jemanden mit einer 3 im Abi würde ich vermutlich auch noch keine Zweifel haben (wer eine 3 im Abi in Mathe hatte, sollte in der Berufsschule keinerlei Probleme mit kaufmännischem Rechnen haben!), aber bei jemanden mit einer 3 im Realschulabschluss oder einer anderweitig ausgeglichenen 5 im Abi würde ich vermutlich auch sagen, dass man da zumindest noch mal einen Test machen müsste, um die Eignung hinreichend nachzuweisen.

Diesen Aufwand wiederum macht sich kein Personaler, vor allem, wenn genug Bewerber da sind. Daher würde der Bewerber mit der 5 im Abi oder der 3 oder 4 in der Realschule vermutlich eher aussortiert.

Das Problem ist nun: Wenn es in Abschlusszeugnissen keine Noten gäbe, gäbe es nur zwei Optionen: Entweder die Personaler müssen grundsätzlich alle Bewerber mit hinreichender Qualifikationsstufe zu einem Assessment-Center einladen (um dann dort eine Feststellung des Leistungsstandes, entweder in Prozentzahlen oder - tja - Noten durchzuführen…) oder sie müssten sich in Schnelltests beim Bewerbungsgespräch einen Eindruck verschaffen, ersteres wäre extrem teuer, letzteres selbst im Vergleich zu Schulnoten nur mäßig geeignet. Ich glaube, es leuchtet ein, dass das zumindest eine enorme zusätzliche Belastung wäre.

Deshalb würde ich Noten als „notwendiges Übel“ bezeichnen, ich sehe all die Kritik und halte sie auch für berechtigt, aber ebenso sehe ich das Interesse der Arbeitgeber daran, eine halbwegs fundierte und standardisierte (definitiv nicht fehlerfreie!) Leistungsbewertung durch eine neutrale Stelle (hier: den Staat) zu haben, denn irgendeine Leistungsbewertung wird für Auswahlverfahren zwangsläufig nötig sein - und unter allen Alternativen, ist im Hinblick von Kosten und Chancengleichheit die Option „Schulnoten“ vermutlich noch die am wenigsten negative.

Das gilt wie gesagt nur für Noten in Abschlusszeugnissen. In Schweden gibt es scheinbar keine Noten bis zur achten Klasse, in Australien sogar bis zur 11ten Klasse (bei 12 Jahren Regelschulzeit für alle!), sodass dort Noten wohl nur im Abschlussjahr vergeben werden, wobei es auch vorher Zeugnisse gibt, nur dass die Leistungen nicht mit Zahlen quantifiziert, sondern mit Worten beschrieben werden (das ist individuell hilfreicher, aber auch arbeitsintensiver). Aber mir ist kein Land bekannt, welches keine Noten in Abschlusszeugnissen vergibt, vermutlich aus guten Gründen.

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