Brauchen wir wirklich eine Revolution im Parteiensystem (Gordon Repinsiki)?

Neulich forderte Gordon Repinski bei Maybritt Illner eine „Revolution im Parteiensystem". Ich glaub, seine Analyse ist treffend. Kann man auch bei Welt nachlesen: Demokratie: Das Parteiensystem braucht eine Revolution - WELT

Ich sehe es so: Social Media macht jeden zum Publizisten seiner Meinung – inklusive Bullshit, Hass und Lügen. Wir akzeptieren das, Freedom of Speech eben. Verstärkt werden dadurch aber vor allem Publizität und Mobilisierung. Auf dem Kessel politischer Debatten entsteht durch laute, schnelle Empörung Überdruck, den das politische System kaum regelbasiert ablassen kann. Die Parteien der Mitte können weiter Probleme lösen, aber Debatten darüber gegen Populisten nicht gewinnen. Denn Populismus lebt davon, Probleme auszubeuten, nicht von ihrer Lösung. Ein Riesenproblem.

Unsere Demokratie macht es Populisten zu leicht, erfolgreich zu sein. Bei Wahlen werden Macht, Mandate, Geld, Posten verteilt. Besonders rechter Populismus ist dabei ein Erfolgsmodell mit irrem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Er zielt auf Emotionen, ignoriert Evidenz, verachtet Kompromisse, verspricht einfache und disruptive Lösungen. Das Paradox: Demokratische Wahlen werden von Parteien gewonnen, denen an demokratischen Werten nichts liegt, denn Populismus folgt nicht demokratischen Regeln, sondern ökonomischen. Es zählen nur Packaging und die kurzfristige User Experience, nicht Good Governance. Populismus ist wie einen Energy Drink: Völlig egal dass er ungesund ist, solang er kurzfristig ein gutes Gefühl verspricht. Die AfD liefert dieses Gefühl, verkleidet als politische Vision.

Das gelingt, weil es für politische Versprechen keine Mindeststandards gibt. Parteiprogramme brauchen nicht mal Belege für das, was sie als Fakten darstellen. Irreführende Werbung ist in der Wirtschaft verboten, aber im Parteien-Wettstreit geduldet. Noch schützen Gatekeeper wie journalistische Medien, Parteien mit Binnenpluralität, NGOs vor ausuferndem Populismus. Wer Macht wollte, brauchte diese Gatekeeper früher als publizistische Vehikel. Heute geht’s ohne. Der erstarkte Populismus ist eine Folge dieses Strukturwandels. Was tun?

Viele gemäßigte Politiker:innen glauben, es helfe, populistische Positionen zu übernehmen, um ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Empirisch fehlen Belege dafür. Schlimmer: Populisten scheinen davon zu profitieren, weil Wähler:innen das Original der Kopie vorziehen. Bleibt die Brandmauer. Das Dilemma: Wenn der steigende Druck im Kessel kaum abgeleitet wird, gilt das hinter der Brandmauer erst recht – wer dort sitzt, hat wenig Anreiz, sich zu mäßigen. Hinter der Brandmauer gedeiht der Populismus wie in einem Biotop. Als Parteitaktik sind Brandmauern immer weniger praktikabel. Dafür haben populistische Parteien zu viel Wähler:innen-Legitimation. Als Schutzwall der Demokratie müssten sie konsequenterweise zu Parteiverboten führen. Doch gute Gründe sprechen dagegen. Also wird politisch seit Jahren ein institutionalisierter Eiertanz um den Umgang mit Populisten aufgeführt, von dem bislang vor allem die Populisten profitieren.

Deshalb glaube ich, dass Repinski Recht hat, wenn er eine Revolution im Parteiensystem fordert. Die Mitte-Parteien müssen sich fragen, warum sich Wähler:innen massenhaft abwenden. Sie haben neue publizistische Spielfelder den Populisten überlassen, scheitern an Öffnung und Revitalisierung. Neues muss her. Eine starke demokratische Bewegung, die den populistischen Visionen etwas entgegenhält, das anschlussfähig, emotional und seriös ist. Klingt pathetisch, aber die SPD singt auch schon die Nationalhymne am Bebelplatz. Es ist Eile geboten.

Denn ein bedrohlicher Aspekt des Populismus wirft schon deutlich seine Schatten voraus: Er wird immer offener instrumentalisiert. Die Tech Bros, der Kreml, China, die Förderer von Trump, AfD, FPÖ und Co. haben erkannt, dass er die Spielregeln der Demokratie am effizientesten ausnutzt. Das macht ihn zum Instrument, zur Waffe, freudig begleitet von Rechtsintellektuellen, die sich an der neuen, lauten Energy-Drink-Demokratie berauschen. Das führt in eine post-post-demokratische Regierungsform, in der opportun ist, was möglich ist, in der es um Interessendurchsetzung statt Interessenausgleich geht. Diese unerprobte Demokratie wird als disruptiv umgedeutet, Risiken nimmt man in Kauf, ganz offen sogar: „Digital first, Bedenken second.“ (FDP, 2017); „Einfach mal machen!“ (Carsten Linnemann, 2025). Ein Teil des Journalismus findet DOGE, Mileis Kettensäge oder die Utopien Peter Thiels betörend erfrischend und beschimpft die Anhänger der alten Republik als „Shitbürger“ und „Bückbürger“ (Poschardt). Wenn dieser Entwicklung nicht bald irgendwer eine demokratische Vision entgegenhält, … naja.

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Dein Beitrag hat über drei Seiten und der verlinkte Artikel ist paywalled und wird von Dir nicht zusammengefasst.
Magst Du die Conclusio Deines Beitrags zusammenfassen für die, die das nicht lesen wollen und den Artikel kurz umreißen für die, die das nicht lesen können?

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maybrit illner: Viele Krisen, wenig Rückhalt – kriegt der Kanzler die Kurve - maybrit illner - Viele Krisen, wenig Rückhalt – kriegt der Kanzler die Kurve - hier anschauen

In den letzten ca. 10 Minuten der Sendung geht’s um den Inhalt oben.

(Nächstes Mal gern die öffentlich zugängliche Quelle mit timestamp verlinken @PiusNagelschmidt )

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Ich habe die letzten 10 Minuten gehört und suche weiterhin nach dem Bezug, ausser dass Herr Repinski da sitzt. Artikel wie gesagt hinter Paywall, kann ich auch nicht prüfen.

Für mich wäre also die Frage: Wie sollte denn das Parteisystem aussehen nach Repinski? Von @PiusNagelschmidt ist eine, denke ich, gute Status Quo Aufnahme gemacht worden, aber auch er sagt nicht, wohin das denn führen soll.

Und das Wort „Revolution“ bedeutet für mich ja schon, dass es nicht mit den normalen Veränderungen im politischen Betrieb gehen soll (also so etwas eine neue Partei die die Mehrzahl hinter sich scharen kann etc). Revolution heisst für mich: Wir machen es ganz anders. Dann muss man aber auch zumindest umreißen, wie anders. Vielleicht wurde das im Artikel getan, ich weiss es nicht.

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Naja, es geht da zumindest um die Beschreibung des Status Quo, dass die dominierenden Parteien der letzten Dekaden daran scheitern, sich an die zahlreichen Veränderungen anzupassen. Wobei ich etwas ratlos bleibe, weil mit dem Verweis auf Palmer, Özdemir aber vor allem Macron Gegenbeispiele „Anti-Partei“ Politiker angeführt werden, an denen man genausogut beschreiben könnte, dass „keine Partei“ auch keine Lösung ist.

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Es ging mir bloß darum, Repinskis Forderung einer „Revolution im Parteiensystem" zu diskutieren.

Sorry, wenn das unklar blieb und ich mich zu viel mit dem Status-quo aufgehalten habe, ohne dass daraus klar wurde, wie Status-quo und Repinskis Forderung zusammenhängen. Ich möchte um Entschuldigung dafür bitten, dass ich den falschen Link gesetzt habe, und die Bezüge nicht klar genug gemacht habe.

Ich finde Repinskis Gedanken, dass irgendwie frischer Wind in die demokratische Mitte gehört, richtig. Und ich finde das Argument, dass Macron es mit einer neuen parteiähnlichen Bewegung immerhin geschafft habe, den Front National 10 Jahre von der Macht zu halten, nicht falsch.

Es wurden in der Lage und hier im Forum auch schon x-fach andere Wege zu mehr demokratischer Resilienz gegenüber Populismus diskutiert, z.B. Bürgerräte, Jurys, die per Losverfahren mit Bürger:innen besetzt werden (anknüpfend an van Reybrouck).

Ich glaube, dass die gemäßigten Parteien sich sehr bald irgendwas einfallen lassen müssen, um eine für möglichst viele Menschen anschlussfähige Vision zu entwickeln, die auch emotional begeistert. Die schnell dementierten Gerüchte neulich, um eine Parteigründung von Robert Habeck und Volker Wissing (Link: Ex-Vizekanzler Habeck dementiert Pläne für Parteigründung | tagesschau.de ), stießen ja vermutlich auch deshalb auf ein Echo, weil dieser Gedanke in der aktuellen Situation nicht abwegig ist.

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Ja, das ist leider das Problem: Fast alle können sich einigen, dass irgendwie irgendwas anders werden muss, aber was und wie das konkret aussehen soll, bleibt strittig, häufig entlang der alten, parteiideologischen Linien und Lager. Die Rat- und Orientierungslosigkeit der Parteien bei gleichzeitig weiter steigendem Leidensdruck repräsentiert damit ganz gut die Bevölkerung, denke ich. Hoffnungsvoll stimmt mich das aber nicht.

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In meinen Augen wäre das mildeste Mittel eine Aufweichung der 5%-Hürde. Die AFD erscheint auch vielen deshalb als Protestpartei alternativlos, weil die anderen Alternativen mit hoher Wahrscheinlichkeit meinen Protest nicht im Bundestag repräsentieren werden. Gleichzeitig wäre der Volkswille viel prägnanter abgebildet. Die parlamentarische Arbeit würde sich ändern.
Es könnte zu Vielparteienkoaltionen kommen, es könnte aber aber auch zu themenbezogenen Bündnissen kommen. Letzteres wäre wünschenswert. Dann steht nicht mehr die Partei, sondern die Aushandlung der Gesetze im Vordergrund.
Das nächste wäre dann die Parteienfinanzierung. Ist sie wirklich in dieser Höhe nötig oder zementiert sie nicht die im Bundestag vertretenen Parteien, die auf ganz andere Gelder (staatlich bezahlt) zugreifen können?
Beides ist unwahrscheinlich, dass das vom Bundestag angegangen wird. Dafür haben es sich die Parteien zu bequem eingerichtet und profitieren zu sehr. Auch die AFD ist da über jeden Zweifel erhaben, das System ändern zu wollen, sondern nimmt jeden Vorteil mit, den sie kriegen kann.

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Das wäre in der Tat interessant, wie Wahlergebnisse aussehen würden, wenn die 5%-Hürde nicht gelte. Zwar wäre dann auch die FDP wieder an Bord, das BSW vermutlich auch, aber auch VOLT und andere Parteien säßen dann vermutlich in den Parlamenten.
Die Frage ist nur, ob es hilft, den politischen Diskurs zu ändern.
Auch wenn ich an anderer Stelle schon auf die angebliche Neugründung einer Partei durch Habeck hingewiesen habe, siehe Sarah Wagenknecht, ohne kritische Masse kommst Du einfach nicht ans Ziel. Die Antwort muss also aus der politischen Mitte kommen, da sollten sich mal die Parteioberen für ein Wochenende zusammensetzen und mal ausloten, was bei all den Unterschieden in Ideologie und Programmatik dann doch die politische „Mitte“ ausmacht und wie, bei all den Streitigkeiten in der Regierungsumsetzung, etwas hinten rauskommt, was beim Bürger in der Gunst einzahlt.

Damit wir noch mehr Splitterparteien in die Parlamente bekommen? Kleinstparteien die Einzelinteressen berücksichtigen. Stell dir vor, eine kleine FDP ist für eine Koalition notwendig, blockiert aber progressive Politik. Dies nur als Beispiel, dass der Kleinste gemeinsame Nenner nicht unbedingt hilfreich ist.

Ich glaube zumindest im bürgerlichen Lager ist es unbedingt notwendig. Die CDU und FDP hat jeden Kredit verloren, da ist man ggfs. bereit zur AfD zu wechseln.

Man muss ja diese Positionen nicht teilen, aber eine demokratische Partei die diese Positionen vertritt, ist mir lieber als eine undemokratische.

Im linken Lager gibt es ein reiches Angebot. Da profitieren die Grünen vom Niedergang der SPD.

Welches Problem würde das lösen?

Die Niederlande hat auch nur eine rechnerische Hürde und es funktioniert. In Deutschland wäre diese rechnerische Hürde bei gut 80.000 Stimmen (letzte Wahl haben 50 Millionen Menschen gewählt und es gibt 630 Sitze). Das würde dazu führen, dass BSW, FDP, Freie Wähler, Tierschutzpartei, die Basis, die PARTEI und Volt und vielleicht Bündnis Deutschland in den Bundestag gekommen wären. Diese Parteien haben gemeinsam gut 13% der Zweitstimmen bekommen und hätten damit Anspruch auf 83 Plätze. Die meisten davon für FDP und BSW (jeweils knapp 30), Freie Wähler und Tierschutzpartei hätten wohl 5-10 Plätze, Volt und die PARTEI gut 3-4, Bündnis Deutschland und dieBasis je einen.

Das würde bedeuten, dass die „großen Parteien“ nur noch 547 Plätze hätten. Union und SPD hätten nur noch gut 280-285 Plätze. Das reicht dann nur noch für eine Minderheitsregierung.

Es wäre also auf jeden Fall ein instabileres System, aber auch ein System der Möglichkeiten. Union und SPD könnten weiterhin regieren und dann die fehlenden gut 30 Sitze von den Grünen oder der FDP und den FW holen. Somit wäre mehr Dynamik in der Regierung und mehr Ideen würden umgesetzt werden.

Klar sind das unsere Politiker nicht gewohnt, weil es nicht Teil unserer politischen Kultur ist. Aber man kann das ja lernen. Es wäre wohl die hier im Titel genannte Revolution.

Und ein ganz großer weiterer Vorteil: Um Protest sichtbar zu machen kann man jetzt auch was anderes als AfD wählen.

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Genau daran glaube ich nicht. In der Ampel hat die FDP die Reformen verhindert, die sich rot grün gewünscht haben, jedoch eine Selbstaufgabe der FDP bedeutet hätte.

Aktuell hat die Union ein Mandat für umfassende Wirtschafsreformen, die die SPD nicht will und ebenfalls an Grundfeste wie die Arbeitszeit ran gehen. Eine Koalition ist in den letzten Jahren eher der kleinste gemeinsame Nenner und leider keine Plattform für neue Ideen.

Ich bin mittlerweile versucht auf das französische oder amerikanische Mehrheitswahlrecht zu schauen. Damit gewinnst du eindeutige Mehrheiten, die Politik wirklich verändern können. Dann haben wir 4 Jahre CDU pur und danach darf die SPD wieder ran.

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Weiß ich jetzt nicht, ob die Verhältnisse in Frankreich, UK, USA soviel Werbung für ein Mehrheitswahlrecht machen, das ja im Extremfall in Verbindung mit Regionalproporz in föderalen Systemen dazu führen kann, dass Parteien mit einer Minderheit der Wählerstimmen trotzdem gewinnen.

Schon wenn es um konkrete politische Sachfragen wie S21 oder Deutsche Wohnen enteignen geht, zeigt sich eher nicht, dass die Ergebnisse besser sind oder überhaupt nur akzeptiert würden, von der unterlegenen Partei/Gruppe. Das wäre bei Parteiprogrammen noch komplizierter, weil da ja auch jeder alles behaupten kann, wofür eine Partei nun eine Mehrheit bekommen hat und wofür nicht.

Siehe FDP. Du sagst, bestimmte Reformen wäre eine Selbstaufgabe der FDP gewesen. Für einen Teil der Partei(-basis) mag das stimmen. Aber angeblich hatte sie ja auch Stimmen für eine extrem stringente Klimaschutz-Strategie bekommen und für gesellschaftspolitische Liberalisierungen. Für welchen Teil des Programms hatte sie denn nun ein Mandat und für welchen nicht?

Die Union hat zuletzt die Wahlen „gewonnen“ mit deutlich unter 30% der Stimmen. Unter den 70% die das nicht gewählt haben oder überhaupt nicht gewählt haben, dürften mindestens 30% zusammenkommen, die auf keinen Fall „CDU pur“ wollten. Daraus über ein Mehrheitswahlrecht einen Regierungsauftrag für reinste Merz-Politik zu machen, dürfte die fehlende Selbstwirksamkeit und objektive und subjektive Repräsentationslücken kaum verkleinern. Eher im Gegenteil.

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Ist die Erzählung von den Protestwählern noch aktuell? Was ist ein Protestwähler und wie würde man in einem Parlament mit lauter Kleinparteien zwischen konstruktiven Stimmen, Proteststimmen, programmatischen Stimmen, strategischen Stimmen, Stammwählerstimmen unterscheiden? Das führt zu nichts, denke ich.

Ein Herabsetzen der 5 % Hürde führt mAn nur dazu, dass das parlamentarische System es noch schwerer hätte, auf einen von Social Media beschleunigten Empörungsdiskurs zu reagieren.

Unorthodox gedacht: Ein Ende der Brandmauer und Kooperation von AfD und CDU/CSU würde in Richtung eines klassischen Links/Rechts-Schemas im Parlament führen. Dann würden Wahlen tatsächlich wieder in der Mitte entschieden, dort wo darum gerungen wird, Nichtwähler:innen und Wechselwähler:innen zu überzeugen. Dagegen spricht alles, was heute für die Brandmauer und für ein AfD-Verbotsverfahren spricht, und das würde mutmaßlich zu einer Zerreissprobe bzw. Spaltung der CDU führen. Das wäre genau im Interesse der AfD. Wäre das am Ende aber der Schritt, der die aktuellen Verhältnisse am besten im Parlament abbilden würde?

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Du wolltest Vorschläge, ich habe einen geliefert. Du kannst ja gerne andere Vorschläge liefern, aber wenn es jetzt wirklich nur darum geht, diesen einen Vorschlag zu zerreden, dann benenne den Thread doch bitte um, dann werde ich auch gerne darlegen, warum ich den Vorschlag unterbreitet habe.

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Die Parteienfinanzierung ist nicht das größte Problem. Anders als es bei dir durchklingt, zementiert sie nämlich nicht die im Bundestag vertretenen Parteien, sondern alle Parteien, die mehr als 0,5% der Stimmen erhalten haben, bekommen sie anteilig am Ergebnis (man könnte natürlich immer noch argumentieren, dass es nicht anteilig sein soll)

Davon abgesehen ergibt sich der größte Teil der Finanzen einer Partei nicht aus der stattlichen Finanzierung. Um einen fairen Wettbewerb herzustellen wäre es sehr viel effektiver z.B. Unternehmensspenden zu verbieten.

Das ist nur die halbe Wahrheit.
Die Sätze sind nämlich höher für die Parteien, die im Bundestag sitzen.

Die Anspruchsschwelle unterscheidet sich (BT- und Europawahl 0,5%, Landtagswahl 1%), aber die Summen sind gleich (1 EUR bis 4 Mio. Stimmen, danach 0,83 EUR je Stimme; die verschiedenen Wahlen werden dabei zusammengezählt). Zusätzlich gibt es für Parteispenden von natürlichen Personen bis zu einer Grenze von 3.300 EUR je Person einen Zuschuss von 45%.

Und genau das ginge ja dann nicht. Wenn die FDP blockiert, dann muss man eben Mehrheiten mit den Grünen suchen oder so. Dann gibt es weiter Politik, aber eben keine FDP Politik mehr. Von daher wird die Blockademacht sogar abgeschwächt aus meiner Sicht.