Hallo Liebes Lage-Team,
Hallo an alle Mitleser*innen,
ich bin Lehrer an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg mit einem beruflichen Gymnasium. Ich möchte gerne einige Gedanken zur aktuellen Diskussion bezüglich der Ergebnisse der PISA-Studie 2023 teilen. Es scheint mir, dass die Diskussion in eine Richtung gelenkt wird, die uns von den wahren Problemen und möglichen Lösungen ablenkt.
Während wir uns auf Ideologien, Gendern und Migration konzentrieren, scheinen wir zu vergessen, dass die wirklichen Experten auf diesem Gebiet die Schülerinnen und Schüler (SuS) und Lehrerinnen und Lehrer sind. Diese sind es, die tagtäglich mit den Herausforderungen des Bildungssystems konfrontiert sind und am besten wissen, was funktioniert und was nicht.
In diesem Zusammenhang habe ich meine eigenen SuS befragt und folgende Punkte wurden angesprochen:
1. Unterricht motivierender und interessanter gestalten: Es ist wichtig, dass wir den Unterricht so gestalten, dass er die Neugier und das Interesse der SuS weckt. Lernen sollte nicht nur eine Pflicht sein, sondern auch Spaß machen und die SuS motivieren, mehr wissen zu wollen.
2. Lehrer regelmäßig überprüfen und ihnen helfen, besseren Unterricht zu machen: Lehrerinnen und Lehrer spielen eine entscheidende Rolle in der Bildung unserer SuS. Daher ist es wichtig, dass sie regelmäßig Feedback erhalten und Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Unterrichtsmethoden.
3. Fächer wie Musik, Sport und Kunst nicht benoten, aber beibehalten: Diese Fächer bieten einen wichtigen Ausgleich zum akademischen Lernen und fördern die ganzheitliche Entwicklung der SuS. Sie sollten daher nicht benotet werden, um den Druck zu reduzieren, aber dennoch Teil des Lehrplans bleiben.
Ich freue mich auf eine konstruktive Diskussion und den Austausch von Ideen, wie wir unser Bildungssystem verbessern können.
Beste Grüße, Johannes
PS:
Meine Schülerinnen und Schüler hatten lediglich 10 Minuten Zeit, um ihre Gedanken zu sammeln. Trotz der Kürze der Zeit konnte ich in den letzten fünf Minuten der Stunde zwei konstruktive Beiträge sammeln. Die Diskussion wird am Freitag fortgesetzt. Selbstverständlich sind die vorgeschlagenen Ideen noch recht allgemein gehalten und erfordern eine detaillierte Ausarbeitung hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit. Dennoch ist es offensichtlich, dass die Schülerinnen und Schüler genau wissen, wovon sie sprechen. Die Öffentlichkeit und die Politik sollten daher viel mehr auf die Meinungen und Vorschläge der direkt Betroffenen eingehen.