Bilanz der SPD in der Bundesregierung

Kontrafaktische Geschichtschreibung ist natürlich wohlfeil, aber vielleicht hätte es der SPD mehr geholfen, die CDU hängen zu lassen, Minderheitsregierungen zuzulassen oder: Die CDU dann halt alleine CDU-Politik machen zu lassen. Vielleicht hätten die Menschen dann gemerkt, dass CDU-Politik die Lage der Leute dolle verschlechtert statt dass CDU+SPD die Lage ein Bisschen verschlechtert und man Ende wütend auf beide ist.

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Daran, dass genau dieses Narrativ sehr sehr fest in den Köpfen der Leute ist, haben die Parteien und eben auch und besonders die SPD halt 30 Jahre gearbeitet. Ob bewusst, oder nicht. Das Vertrauen darin, dass wirklich etwas für jene ominöse Mitte gemacht wird, ist verloren gegangen. Zurecht. Weil es der Erfahrung der jüngeren Vergangenheit entspricht. Und von der Kampagne, die Springer und Co dagegen fahren werden, haben wir noch nicht einmal angefangen zu sprechen.

Findest du nicht, dass du etwas überdramatisierst?

Die Entwicklung des Reallohnindex war jetzt nicht so schlecht:

Das Vorpandemieniveau ist im Prinzip wieder erreicht.

Die Lohnsteuerquote für Durchschnittsverdienende ist tendenziell gesunken und die leicht schwankende Sozialabgabenquote ist langfristig recht stabil geblieben:

All das in einem (relativ) schwierigen globalen Umfeld.

Natürlich kann man vieles besser machen, aber zumindest die finanzielle Situation ist für die meisten, die der Mitte zugerechnet werden können, durchaus okay. Das Nachsehen haben Sozialleistungsbeziehende und tatsächlich arme Menschen.

Was aber die Mittelschicht (hier mal nach DIW-Grenzen zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens definiert) finanziell zu jammern hat, erschließt sich mir nicht.

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