Ich empfehle jedem und jeder den Artikel zu lesen, einfach um mal zu sehen wie lächerlich inflationär und falsch der Antisemitismusvorwurf auch 2022 schon verwendet wurde. Ich zitiere mal aus dem Artikel:
In einem bestimmten Kontext aber wollen sie es am liebsten gar nicht sehen, fast so, also könne es ihn gar nicht geben: Antisemitismus in Bezug auf Israel.
Aha, es geht also schonmal nicht um klassischen Antisemitismus zum Beispiel bei der Belegschaft, sondern Amnesty International dämonisiert angeblich Israel. Man darf gespannt sein, was sich Amnesty in der Hinsicht zu schulden kommen lässt.
Wie vertrackt das Ganze ist, zeigte sich für mich in voller Breite, als Amnesty Anfang dieses Jahres den Bericht Israel’s Apartheid against Palestinians veröffentlichte. Als ich ihn las, fragte ich mich, ob ich wirklich am richtigen Platz war.
Der Vorwurf von Apartheid wurde nur zwei Jahre später durch das höchste Gericht der Welt bestätigt: „The advisory opinion reaffirms peremptory norms prohibiting annexation, settlements, racial segregation and apartheid, and should be seen as declaratory in nature and binding on Israel and all States supporting the occupation“.
Daran kann man den angeblichen Antisemitismus also schwerlich festmachen.
Das einzige substantielle, was übrig bleibt ist folgendes:
Der Bericht beschäftigt sich mit dem Nahostkonflikt und thematisiert Menschenrechtsverletzungen an Palästinenserinnen und Palästinensern. Das ist wichtig. Aber zu einem Konflikt, das lernt jedes Kind, gehören immer zwei. In dem Amnesty-Bericht ist das nicht so. Da gibt es die Guten, die Palästinenser, und den Bösen: Israel.
Und da frage ich mich dann ob die Frau auch mal einen anderen Bericht von Amnesty gelesen hat, wo sie doch dort gearbeitet hat. Ich für meinen Teil erwarte, dass es bei einem Bericht über Menschenrechtsverletzungen um die Verletzung von Menschenrechten und die Opfer dessen geht und nicht welche Rechtfertigungen der Täter dafür anführen kann. Wenn ich also die Berichte über Menschenrechtsverletzungen an Uiguren oder Kriegsverbrechen an Jemenit:innen gelesen habe, bin ich nie auf die Idee gekommen, dass es womöglich sinophobe beziehungsweise islamophobe Hintergründe hatte, dass nicht auch die Perspektive von China beziehungsweise Saudi Arabien vorkam. Bei Israel gilt da für die Autorin offenbar ein anderer Standard.