Bahn-Infrastruktur, hier Thüringen

In der Parlamentsrevue wird berichtet, dass in Jena keine ICEs mehr halten sollen.
Das ist wirklich fatal für eine Universitätsstadt + Großstadt. Dabei würde sich Jena sogar als eine Art Drehkreuz eignen, da es recht mittig liegt.
Gleichzeitig halten ICEs in NRW noch an relativ kleinen, heute unbedeutenden Bahnhöfen wie Altenbeken.

Wofür wird das Sondervermögen verwendet, wenn nicht für so etwas?
Gleichzeitig werden die Nahverkehrsverbindungen, die dieses Abhängen vom ICE-Netz notwendig machen wird, auf Kosten des Landes gehen. Was soll das?

Ich glaube, es war in der zweiten Hälfte:

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Ich muss sagen, dass ich weder im Podcast noch hier genau verstehe was Sache ist. Wie viele Halts waren es bisher und was entfällt genau?

Der verlinkte Artikel ist von 2017 und damit wohl nicht gerade aktuell. Zudem wird da ja davon gesprochen, dass Jena nicht mehr Teil der Strecke ist weil die Neubaustrecke in Betrieb geht. Diese Neubaustrecke ist aber ja eigentlich für alle die von München bis Nürnberg nach Berlin wollen ein Segen. Vorher war die Fahrt mit dem ICE tatsächlich kaum attraktiv und sowohl Auto als auch Flugzeug hatten klar die Nase vorn.

Im Podcast wird auch teils von ICE teils von IC gesprochen.

Andernorts habe ich mal gelesen, dass die ICs im Osten teils massive Auslastungsprobleme haben weil durch das Deutschlandticket die Leute vorwiegend auf die RE Verbindungen ausweichen. Auch hier muss man ja sagen, dass unter Umständen eine gute RE Verbindung gleichwertig oder sogar besser sein kann als eine IC Verbindung. Auf anderen Strecken die ich schon gefahren bin (Nürnberg-Stuttgart), war z.B. der RE auf 3 h Fahrstrecke nur wenige Minuten langsamer als der IC, hatte dafür aber deutlich mehr Haltestellen. Der IC hatte dafür zwischendrin einen langen Halt.

Das Thema ist daher sicherlich ein wenig komplexer, aber durchaus interessant wenn es ein Experte in seiner Gesamtheit erklärt.

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Aktuelles (und leider keine guten Neuigkeiten) gibt es hier: Fahrplan 2026: Kahlschlag im Fernverkehr, leichte Verbesserungen im Regionalverkehr - Fernverkehr für Jena!

Es hält kein ICE mehr in Jena.
Wenn man weitere Entfernungen vor sich hat, sind Regionalzüge keine Alternative. Soweit ich verstanden habe, erhöhen sich Fahrtzeiten sehr. Das ist auch für Unternehmen schlecht.

Außerdem wird gleichzeitig eine Autobahn ohne Notwendigkeit ausgebaut.

Und warum halten dann noch ICEs in Altenbeken? Mir ist es recht, da ich dort oft aus/einsteige, aber warum verschlechtert die Bahn ausgerechnet in Thüringen die Verbindungen? Ich verstehe es nicht.

Wir müssten doch gelernt haben, dass es bei Infrastruktur nicht immer nur um Auslastung geht. Die Bahn wurde kaputt gespart und nicht ausgelastrte Strecken wurden abgebaut, mit dem Ergebnis, dass jetzt überall die Infrastruktur fehlt.
Nichts gelernt.

Das ist so doch wieder gar nicht grundsätzlich richtig. Die Strecke weshalb jena nicht mehr Teil der Verbindung München Berlin ist wird eigentlich ja sogar als große Errungenschaft gesehen, nicht als Sparprojekt.

Die Fahrt nach Berlin oder München über Erfurt und dann den ICE Sprinter dürfte nicht länger dauern als würde man über normale Trassen mit vielen Halts eine zusätzliche direkte ICE Verbindung aufbauen.Und dank regelmäßiger Taktung gegenüber sonst vielleicht 3 Zugpaaren pro Tag hilft es auch noch zeitlich flexibler zu sein.

Nicht nur, aber natürlich auch. Wenn ein IC nicht mehr genutzt wird weil die Leute nur mehr RE fahren, dann ist es doch wenig hilfreich diese Verbindung aufrechtzuerhalten wenn die Möglichkeit per RE mit Umstieg in IC oder ICE kaum länger dauert.

Die viel genutzte RE Verbindung kann so ggf. sogar attraktiver werden weil sie im Zweifelsfall nicht hinter dem IC priorisiert wird.

Deshalb müsste man das Thema wie gesagt komplexe betrachten und das Gesamtangebot ansehen und nicht nur einen einzelnen Aspekt.

Viele dieser Strecken waren lange vorher kaum mehr genutzt. Teils weil Bahnhöfe außerhalb der Orte lagen, teils weil die Bahnen aufgrund komplizierter Trassenführung länger brauchten als die parallel fahrenden Busse, die oft auch noch flexibler waren.

Es gibt aber natürlich auch attraktive Strecken die ausschließlich aufgrund von Zahlen geschlossen wurden, aber viele der stillgelegten Strecken waren ganz objektiv betrachtet eben nicht attraktiv für den täglichen Verkehr.

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Ich habe sie im Podcast so verstanden, dass es sehr viel schwieriger wird, eine machbare Verbindung zu finden. Da ich dort nicht wohne, glaube ich ihr das erstmal.
Was ist so gut daran sein, die Bahn weiter zurückzubauen?

Ganz objektiv betrachtet sind deshalb heute viele Orte nicht mehr vernünftig an den ÖPNV angebunden und Leute vom Land sagen, sie müssten deshalb Auto fahren. Super Ergebnis.

Verkehrsinfrastruktur muss nicht kostendeckend sein. Das ist die fürs Auto auch nicht.

Ich finde das mittlerweile superfrustrierend und ermüdend. Auto, Auto, Auto. Immer Auto.
Klima egal, Unfälle egal, Luftverschmutzung egal, Einschränkung anderer Verkehrsteilnehmer egal, Lärmbelastung egal, irrer Verbrauch an Parkglächen egal.

Aber die Bahn - das sinnvollste Verkehrsmittel überhaupt, darf vernachlässigt und zurückgebaut werden.

Ich fand den Podcast an der Stelle ehrlich gesagt ziemlich reißerisch. Sinngemäß hieß es „man kann theoretisch noch von Erfurt nach Berlin fahren, wenn man denn nach Erfurt kommt“. Es gibt halbstündlich einen Regionalzug von Jena nach Erfurt. Von Erfurt nach Berlin fährt mindestens stündlich ein ICE auf der Neubaustrecke.

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Wie fändet ihr es, wenn Göttingen oder Heidelberg keinen ICE Anschluss mehr hätten?
Ich verstehe nicht, was daran gut sein soll.
Agree to disagree

In der ARD Mediathek gibt es einen Podcast in 6 Teilen, „Teurer Fahren“, über die Bahnstrecke Berlin-München und ihre Route über Erfurt anstelle von Jena.
Die sogenannte „Erfurt Beule“. Die wg der Landschaft jede Menge Tunnel und Brücken brauchte, die über Jena nicht angefallen wären. Und so massive Mehrkosten verursachten.

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Was wird denn in Jena zurückgebaut?

Ich bin in einer Familie von Bahnnerds grossgeworden. Filme über Bahnlinien gehörten zu meiner Kindheit und wo immer wir waren besichtigten wir Überbleibsel von ehemaligen Bahnstrecken. Wenn dich das Thema interessiert, dann schau dir einfach mal die Historie vieler Nebenstrecken an. Die größte Welle der Stilllegungen war bereits in den 50er und 60er Jahren. Und da war es erst erstmal der Postbus der die Leute weg von der Bahn geholt hat, noch bevor der PKW in der Masse verbreitet war.

Gerade in den Mittelgebirgen waren Nebenstrecken oft von weiten Umwegen geprägt, Orte waren teils nicht im Zentrum an die Bahn angebunden sondern Bahnhöfe lagen im Tal an der Strecke. Solche Strecken würden auch heute niemanden vom Auto wegholen.

Das vielerorts Busse ebenso nicht als Alternative taugen hat oft vorwiegend mit der Taktung zu tun. Wenn es am Ende nur 4 Fahrten täglich je Richtung gibt, dann ist das weder bei Bus noch bei Bahn attraktiv genug um den privaten Pkw zurückzudrängen.

Und ich will auch gar nicht verneinen, dass es sehr wohl auch Strecken gibt die attraktiv genug wären und wo es rein wirtschaftliche Gründe waren die zur Stilllegung führten, vor allem später. Nicht umsonst gibt es teils ja auch Forderungen nach Reaktivierung. Gerade in der Fläche halte ich die Bahn aber eben nicht für ein Allheilmittel in Sachen ÖPNV.

Das geht aber ja vom Thema Jena schon deutlich weg, denn hier geht es ja um Fernverkehr. Und über Erfurt ist Jena wahrscheinlich besser an den Fernverkehr angebunden als über 3 zusätzliche IC Zugpaare.

Der Podcast „Teurer Fahren“ über die Strecke Berlin-München klang so, als wäre es sinnvoller gewesen, die Strecke über Jena zu führen und dann Erfurt an Jena anzubinden.

Die Finanzierung war damals Teil der Infrastruktur Planung nach der Wiedervereinigung, wie das Gebiet der ehemaligen DDR eingebunden wird. Die Streckenführung war lange Gegenstand von vielen Auseinandersetzungen. Es klang so, als hätten sich alle mit Ahnung und Fachwissen für Jena ausgesprochen.

Die dann gewählte Strecke über Erfurt war viel teurer und hat wg. der Brücken und Tunnel viel weniger Kapazität.

Ich fand den Podcast sehr interessant und sehr frustrierend.

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Aber die Strecke ist nun mal heute so vorhanden. Wo läge der Sinn darin die Züge dennoch weiter über Jena fahren zu lassen und zugunsten der Anbindung Jenas die Fahrzeit von München nach Berlin deutlich zu steigern? Eine parallele Trasse für Höchstgeschwindigkeit ist unrealistisch.

Ob die Streckenführung die beste ist oder eher anderweitige politische Gründe hatte ist ja letztlich eine andere Frage, deren Beantwortung heute kaum Relevanz hat.

Edit: Viele Haltestellen im Fernverkehr die die Reisezeit zugunsten kleinerer Bahnhöfe verlängern sind ja auch politische Entscheidungen, z.B. auch als Zugeständnisse für eine Akzeptanz von Neubaustrecken. Verkehrstechnisch wären hier weniger Haltestellen oft zielführender.

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Das Problem ist eher, dass Jena nicht nur Groß- und Universitätsstadt ist (laut Wikipedia „die größte Hochschule und die einzige Volluniversität im Freistaat Thüringen“), sondern auch eine der wenigen ostdeutschen Städte mit nennenswerter Industrie. Wenn die Stadt nur umständlich mit der Bummelbahn erreichbar ist, ist das ein heftiger Standortnachteil. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der ICE sonst an jeder Milchkanne hält (Montabaur, Plattling, etc.), aber um eine der wichtigsten Städte Thüringens einen großen Bogen macht.

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Ja, jetzt ist die Strecke wie sie ist. Und die Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden und nicht mehr zu ändern. Deswegen fand ich den Podcast auch so frustrierend.
Jena (mit seiner Industrie) wurde da mächtig benachteiligt.

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Wenn wir einen RegionalExpress der Jena im Halbstundentakt in 29 Minuten an Erfurt anbindet als Bummelbahn schlecht reden, dann brauchen wir aber in der Fläche gar nicht erst darüber reden mehr auf die Bahn zu verlagern.

Und was ist umständlich am RegionalExpress und wäre mir 3 Zugpaaren eines IC rein westwärts deutlich besser? Wer nach Norden oder Süden will muss dennoch in Erfurt umsteigen.

Wenn der RegionalExpress Bummelbahn ist, was ist dann die Regionalbahn oder S-Bahn?

Montabaur liegt aber im Gegensatz zu Jena an einer Hochgeschwindigkeitsstrecke (Halt ist dennoch zurecht umstritten, vor allem weil zusätzlich auch noch in Limburg. Montabaur war auch bei mir im Hinterkopf als ich oben von politischen Entscheidungen sprach. Man machte den Halt zur Bedingung für die schnelle Genehmigung der Strecke) und Plattling ist wichtiger Knotenpunkt für Niederbayern.

Umstieg in Plattling hat mir übrigens schon mehrfach längere Verbindungen erspart. Aber du kannst sicher erklären wie du die Vernetzung verschiedener Strecken der Region besser ohne Halt in Plattling umsetzen würdest.

Letztlich würde man quasi weite Teile von Ostbayern noch mehr vom Fernverkehr trennen.

Verstehe da nicht warum 29 Minuten RegionalExpress als Bummelbahn inakzeptabel sein sollen, aber Orte wie Landshut, Deggendorf, etc. dann dazu gezwungen werden sollten erst umständlich nach München, Passau oder Regensburg zu fahren.

In Frankreich sind Haltestellen außerhalb der Zentren beim TGV übrigens üblich und man spart es sich direkt in viele Städte zu fahren. Teils gibt es von dort gar keine Bahn in die Städte selbst sondern nur Busverbindungen oder Auto.

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…(edit Mod.). Die Strecke Jena - Erfurt benötigt 30 Minuten mit dem Nahverkehr. Die wichtigen Städte Thüringens sind einfach ziemlich nah beieinander gelegen. Wenn man die alle mit ICE anbindet, macht man den Fernverkehr vor allem eins, langsamer.

…als jemand, der im Osten aufgewachsen ist, kenne ich viel schlimmere weiße Flecken auf der Netzkarte der Bahn als Jena und finde, da wird mächtig übertrieben.

Zumal ICEs auch nur ein Verkehrsmittel für Vermögende Menschen sind. Der typische Studi gibt sich jedenfalls lieber die 5h Berlin-Jena für lau (Deutschland Ticket) im Nahverkehr als 2h im ICE für fast 90 Euro pro Fahrt. Und ich tippe darauf, dass das auch vielen Durchschnittsverdienern so geht (bin selbst über Ostern mit dem ÖPNV von Berlin nach Erfurt gefahren).

Von daher, aus meiner Sicht ist das viel Aufregung um nichts…

Wie oben beschrieben ist Jena nicht umständlich zu erreichen. Erfurt ist top angebunden und von dort kommt man im S-Bahn-Takt in abnehmbarer Zeit nach Jena.

Die Lage ist vergleichbar mit Halle (Saale) und Leipzig. Auch dort gibt es keinen ICE, der die Städte verbindet. Dafür aber eng getakteten Nahverkehr mit < 30 Minuten Fahrtzeit (S3 Sprinter).

Da gehe ich allerdings mit. Im Süden Westen und Südwesten der Republik hat man sich an einige Absurditäten und Verschwendungen gewöhnt und betrachtet sie daher als Standard. Meinetwegen kann man auf ICE Halte in Montabaur verzichten. Und auch in den üblichen Metropolregion geht nichts verloren wenn man nicht jede Großstadt mit ICE erreichen kann, solang der Umstieg gut geplant ist.

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Ich gebe zu, dass ich gedacht habe, der ICE würde aktuell noch häufiger dort halten.
Allerdings hielt er bis 2017 regelmäßig und hält auch jetzt noch vereinzelt.

Für kürzere Strecken vielleicht, für sehr lange eher nicht.

„Rückbau“ bezog sich hier auf

und die Infrastruktur auf dem Land insgesamt.
Jena wird nur vom ICE-Netz genommen.
Übrigens führt aktuell fast jeder Umstieg zu großen Zeitverzögerungen.

Auch wenn ich euch in Teilen recht gebe, ist es für die Menschen dort eine Verschlechterung.
Und ein ICE-Anschluss hat Bedeutung für die Attraktivität der Stadt.
In Westdeutschland wurde Stuttgart 21 begonnen, obwohl er nur eine minimale zeitliche Verkürzung der Strecke Stuttgart-Ulm bringen sollte - sogar wenn er wie geplant hätte gebaut werden können. Und auch, wenn Altenbeken früher große Bedeutung hatte, ist es heute nur noch ein zusätzlicher Halt, der nicht zu erklären ist. Dort ist auch Warburg ein zusätzlicher Halt. Das sind Kleinstädte! Auch wenn sie an der Strecke liegen, ist es für mich unverhältnismäßig im Vergleich zur Anbindung von Jena. Dass Menschen im Osten sich abgehängt fühlen, könnte auch mit solchen Schritten zu tun haben. Aber das erfordert Studien und nicht meine unqualifizierten Mutmaßungen :wink:

Er hielt dort Regelmäßig weil die Verbindung München - Berlin über Jena ging bis 2017 die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke eingeweiht wurde. Diese verbessert die Fahrzeit enorm und hat auch die Zahl der Flüge von München und Nürnberg nach Berlin reduziert, da vermehrt Menschen auf die Bahn umsteigen. Also doch eigentlich genau das was man als Befürworter der Bahn möchte.

Dass die Strecke wohl einfacher über Jena hätte führen können ist in Sachen Baukosten ungünstig, ebenso wie für Jena, aber dafür ist natürlich das größere Erfurt besser angebunden, was wohl auch der Zweck des Ganzen war.

Infrastruktur auf dem Land kann aber auch anders hergestellt werden. Das Problem vieler Nebenbahnen ist, dass sie Stichstrecken sind. Diese müssen dann irgendwann in die Hauptstrecke eingetaktet werden. Das war in früheren Jahren oft noch kein Problem, weil auch die Züge auf der Hauptstrecke nur im 120 Minuten Takt fuhren und Fernzüge auch seltener pro Tag fuhren. Heute fährt auf der gleichen Strecke ein Regionalexpress im 30 Minuten Takt und mehrere Fernzüge im Stundentakt, dazu noch Fernzüge mit wenigen Zugpaaren pro Tag und der Güterverkehr. Die Strecken sind oft so schon an der Grenze ihrer Auslastung. Hier auch noch Stündlich die Züge mehrerer Nebenbahnen einzutakten ist quasi auch technisch unmöglich. Deswegen sind viele neue Projekte auch weniger solche Nebenbahnen sondern mehr Verlängerungen von Straßenbahnen ins Umland. Diese sind vom Bahnnetz unabhängiger und die Fahrzeuge sind in der Regel für kleinere Kurvenradien und größere Steigungen geeignet was die Trassen wieder flexibler macht und die Anbindung der Orte nahe des Ortskerns ermöglicht ohne große Umwege (z.B. Schleifen) in Kauf zu nehmen.

Anders sieht es für Strecken aus die direkt von den Bahnhöfen abzweigen und oft ohnehin ein eigenes Gleis am großen Zielbahnhof hatten. Hier wäre ein Betrieb durchaus technisch möglich. Ob das aber überhaupt relevant wäre hängt dann davon ab ob die Strecke die Orte entlang der Strecke richtig anbindet oder nur über einen Bahnhof am oder gar außerhalb des Ortsrands verfügt oder eben große Umwege in Kauf nimmt.

Ich würde in Anbetracht der Gesamtsituation Jena nicht als schlecht angebunden empfinden. Ich habe mir gestern mal den Spaß gemacht Verbindungen zu suchen (Hamburg, München, Berlin, Köln und Stuttgart) und in allen Fällen war die schnellste Verbindung wenn man mit dem RegionalExpress nach Erfurt oder Göttingen gestartet ist. Die noch bestehenden IC Verbindungen waren immer mindestens 20 Minuten langsamer. Selbst wenn also der IC ausgebaut werden würde und im 120 Minutentakt fahren würde, wäre er noch immer weniger attraktiv als die Kombination RE und ICE/IC. Es waren auf diesen Strecken so sogar weniger Umstiege nötig.

Ich glaube für den Kunden ist es am Ende verlässlicher wenn man nach Jena im Stundentakt bis 120 Minutentakt über Erfurt oder Göttingen kommt indem man für den Letzten Teil die Bummelbahn (a.k.a. RegionalExpress) nimmt, als wenn man mit irgendwelchen Direktverbindungen fahren muss die dann nur 3-5 mal täglich fahren und verpasst man eine, wartet man 4-6 Stunden.

Was ja auch oft und zurecht kritisiert wird. Vielerorts wäre es im Sinne schneller Verbindungen besser man würde mehrere Haltestellen zusammenfassen. Problem ist oft, dass ein Wechsel nicht praktikabel ist (dann steht das Auto bei P+R immer da wo der Zug gerade nicht hält) und sich die Regionen meist nicht auf einen Halt einigen können. Sowas müsste dann von Oben kommen.

Weil es ja ein Themenvorschlag ist wäre für mich daher sehr interessant wenn ein Experte mal skizzieren könnte wie man das in Deutschland historisch gewachsene Netz am besten im Fernverkehr fit machen könnte. Wo sind Neubauten nötig, wo ein Ausbau, welche Nadelöhre sind für viele Verspätungen verantwortlich, wie kann man die Städte jenseits der Hochgeschwindigkeitstrassen bestmöglich anbinden, etc.

Aber auch wie man von diesem Fernnetz dann in die Fläche geht. Wo ist die Bahn das Mittel der Wahl, wo eignen sich Busse besser, wo wäre eine Erweiterung von Straßenbahnen oder U-Bahnen die beste Möglichkeit.

Aber auch was ist technisch möglich. Wo kann man durch moderne Technik die Kapazität erhöhen, Verspätungen reduzieren und Reisezeiten durch bessere Abstimmung von Taktungen bei Umsteigen verkürzen.

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Mag sein. Ergebnis ist, dass heute alle auf „Weniger Auto“ mit „Aber auf dem Land…“ antworten.

Die Anbindung sowohl zu Flughäfen und den ICE Linien ist für eine Industriestadt wie Jena katastrophal. Versucht einmal eine 10.00Uhr Flug von FFM in die USA zu erreichen oder vom Flughafen FFM nach 20.00Uhr nach Jena zu fahren.Sicher gibt es die Zuganbindung nach Erfurt. Aber die Umstiege werden oft wegen Verspätungen unmöglich. Durch den Abbau des zweiten Gleises zw. Jena und Erfurt durch die Sowjetunion ist diese Strecke auch nach 70 Jahren noch eingleisig und nicht elektrifiziert und die Bahn hat bisher den 2-gleisigen Ausbau nicht vollbracht. Wäre dem so, dann könnte man tatsächlich an eine S-Bahn-Verbindung denken. Aber bis es soweit ist, bin ich wohl Rentner.

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