Atomkraftwerke und Energiewende

Ich vermute wenn der „Garten“ ganz in der Nähe ist werden auch Sie das anders sehen. Wer bezahlt eigentlich die Suche, Erschließung und den Betrieb für die nächsten 1000+ Jahre? Vermutlich nicht die Firmen die mit der Energie dann Geld machen.

Was ist mit GAU Szenarien? Kann nicht passieren bei uns?

um genau diese Klimawandel-artige Diskussion zu vermeiden, habe ich die Punkte als Meinungen formuliert.
Ich schlage als nächsten Schritt vor, dass jede Seite an ihren Punkten Studien verlinkt, die ihn bestätigen.

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Sorry, aber für viele der genannten Contra Punkten wurden mehr als genug Fakten geliefert. Was Kosten, Sicherheit und co. angeht. Es wurden Studien genannt, die Atomenergie einfach nicht als Teil unseres Energiesystems sehen. Das dann bitte nicht so darstellen und es als Meinung abtun. Das habe ich auch nicht gemacht. Sollte es so rübergekommen sein, dann bitte ich im Entschuldigung.

Es geht hier aber nicht darum Kohle zu benutzen. Das will glaube ich auch niemand und zurecht gehen wir aus der Kohle raus. Also es bitte nicht als Alternative hinstellen. Wir haben, auch hier diskutiert, erneuerbare Energien, die eingesetzt werden können. Auch da zeigen die Studien von Agora Energiewende, Langfristszenarien für das BMWi und co., dass es sowohl ohne Atom als auch Kohle geht.

Damit steige ich dann aber auch aus der Diskussion hier aus. Wie korrekt erkannt drehen wir uns im Kreis. Wenn die Wissenschaft neue Erkenntnisse liefert, und die Studien Atomenergie als Teil der Lösung für unser Energiesystem sehen dann können wir das gerne wieder öffnen.

Nun ist mein Wiki schon etwas länger geworden. Es wäre schön, wenn alle auch Studien an die Punkte packen, damit, was bisher als Meinung hier steht, unterfüttert werden kann.

Ja aber jetzt mal Butter bei die Fische:
Noch länger CO2 ausstoßen bringt uns schneller und mit deutlich höherer Garantie um als der radioaktive Abfall von AKWs.

Die Menschheit (nicht nur Deutschland) ist an einem Punkt angekommen an dem es so kurz vor knapp mit dem Klima ist, dass wir es uns nicht mehr erlauben können die Goldrandlösung ohne irgendwelche Nachteile und Verluste zu suchen. Wir müssen jetzt auf globalem Level abwägen was am schnellsten dafür sorgt, dass wir CO2-neutral werden. Und wenn wir dank Atomstrom in 2 Jahren alle Kohlekraftwerke abschalten können (Bsb, nicht nachgerechnet) wäre der Menschheit damit deutlich mehr geholfen als wegen ein paar hunderttausend Verstrahlten bei einem möglichen nächsten GAU die gesamte Menschheit und alles Leben auf der Erde an die Wand zu fahren. Und so schlimm sind die Auswirkungen eines GAUs/einer Verstrahlung ja auch nicht, Tschernobyl wurde noch jahrzehntelang weiter betrieben, Hiroshima ist schon lange wieder bewohnt, die Sperrzone um Tschernobyl ist klein und in großen Teilen kaum noch gefährlich (siehe Tourismus in der Sperrzone). Nicht, dass solche Katastrophen irrelevant oder unwichtig sind aber sie sind in unserer jetzigen Situation nicht so schlimm als die Alternativen und müssen hingenommen werden. Denn das Klima ist ein globales Problem. Wir in Deutschland können es vllt schaffen innerhalb des noch vorhandenen zeitlichen Rahmens mit rein erneuerbaren Energien die Neutralität zu erreichen. Aber wie sollen das die restlichen Länder machen? Selbst in Europa gibt es Länder die finanziell und technologisch nicht gut genug dastehen um das zu schaffen. Und dann kommen alle Länder in Südamerika und Asien noch dazu - die teilweise deutlich größer sind und mehr Verbrauch und CO2-Ausstoß haben als wir in Deutschland. Die meisten dieser Länder haben AKWs, aber keinen nennenswerten eigenen Sektor von erneuerbaren Energien - können ihren Energiebedarf also viel leichter „nach deutschem Vorbild“ mit Atomenergie anstatt mit rein erneuerbaren Energien CO2-neutral machen. Als viertgrößte Wirtschaft und eines der reichsten Länder der Welt müssen wir Vorreiter sein und dann können wir es uns nicht erlauben nur auf uns zu schauen.

Richtig, aber wir schiessen uns dabei immer selbst ins Bein, siehe Solar- und Windkraft, wo unsere Politik ständig die falschen Anreize geschaffen hat. Und dieses Versagen wird jetzt hergenommen eine potentiell gefährliche Übergangs-Technologie voranzutreiben?

Außerdem dauert ein Neubau eines Atomkraftwerkes meines Wissens ziemlich lange, ich meine mich an 10-15 Jahre erinern zu können…

Es wird in fast jedem anderen Land der Welt als Teil der Energiewende gesehen. Die message ist überall gleich: Es geht ohne Atomkraft aber das Scenario wird noch teurer und noch unrealistischer als es eh schon ist.

Wir zählen auf intelligente Netze und noch nicht existierende Speichertechnik. Aber ich wette mit Ihnen dass es eher darauf hinaus laufen wird, dass wir Grundlast aus anderen Ländern zukaufen müssen, die weiter auf Atomenergie setzen. Und ich denke auch, dass das in unsere nationale Lösung einkalkuliert und den Entscheidungsträgern bewusst ist.

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Wir müssen sie ja nicht vorantreiben, wir haben sie ja schon - genau wie alle Länder mit nennenswertem CO2-Ausstoß. Wir müssen einfach nur aufhören sie vor den Kohlekraftwerken abzuschalten, dafür müssen wir keine neuen bauen. Und damit könnten wir dann ein Vorbild für andere Länder sein die dann auch sehr zügig aus der Kohlekraft aussteigen und mit AKWs die Übergangszeit überbrücken bis es genug CO2-neutrale Energie gibt.

Aktuell haben wir noch 6 aktive AKWs in Deutschland, einige davon jetzt fast 50 Jahre alt (40+ sind sie alle)

https://www.bmu.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/aufsicht-ueber-kernkraftwerke/kernkraftwerke-in-deutschland/

Ob und wie lange man die weiterbetreiben mag, ich kann es nicht einschätzen. Was aber sicher ist dass man dazubauen müsste.

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Ich empfehle auch die älteren Posts zu lesen da das meiste schon diskutiert wurde.

Nachdem auch neulich mal in der Lage auf genau diese Debatte hier im Forum noch einmal mit einem Schmunzeln hingewiesen wurde, war ich überrascht, dass die Idee bestehende Atomkraftwerke noch einmal anzuwerfen in der letzten Folge als „natürlich Kokolores“ bezeichnet wurde.

Wie sollen wir das denn allein in der EU Mitgliedsländern vernünftig diskutieren, die eine stärkere Förderung für und den Ausbau von Atomkraft fordern, wenn wir bereits eine vorgefasste Meinung haben, Fakten die uns nicht passen ignorieren und so tun als wären sich alle einig Atomkraft sei keine Lösung?

Denn egal wer in dieser Debatte „Recht“ hat, was Industrienationen angeht stehen Östereich und Deutschland bei ihrer Meinung zur Atomkraft relativ isoliert da. In Frankreich, Großbritannien, den USA und den meisen anderen Industrienationen ist es ein selbstverständlicher Teil der Strategie.

Ich finde einfach, wir müssten viel mehr zu unseren eigenen politischen Entscheidungen stehen: Atomkraft mag helfen zur Klimaneutralität zu führen und verglichen mit anderen Energieformen auch bei den Risiken gut abschneiden. Wir wollen es in Deutschland trotzdem nicht und haben uns bewusst dagegen entschieden, egal was Fakten sagen. Wir wissen dass wir viel mehr in anderen Bereichen tun müssen um klimaneutral zu werden und werden das tun und dort deutlich stärker investieren. Fertig.

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Kernkraftwerke sind keine ganz trivialen Anlagen. Ihre Betriebserlaubnis ein paar Monate vor der geplanten Abschaltung zu verlängern, ist keine Kleinigkeit, wenn die Betreiber die ganze Instandhaltungs- und Personalplanung auf ein lange feststehendes Datum ausgerichtet haben.

Und einmal stillgelegte Anlagen, deren Betriebserlaubnis erloschen ist, wieder ans Netz zu bringen, das dürfte praktisch so gut wie unmöglich sein.

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Erst Endlager suchen, dann über Verlängerung reden, nicht umgekehrt.
Die Abgeordneten hier (alle CSU) haben nämlich bereits erklärt, dass unsere Region “natürlich“ von der Liste genommen werden muss. Und ich bin mir sicher, das sehen andere Abgeordnete genauso.

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@Guenter und @der_Matti: Beides geht am Punkt vollkommen vorbei.

Es geht weder darum eben mal kurz über den Winter unsere Atomkraftwerke anzuschalten (ich denke Philip sagte was von Japan - fällt mir schwer zu bewerten was dort genau geplant ist aber sie setzen wieder mehr auf Atomkraft) noch um politischen Unwillen in der Endlagersuche. Das hatten wir alles hier in dieser Diskussion auch schon.

Als logische Lösung wurde ja der Ausbau von Wind und Solarkraftanlagen vorgeschlagen und das kriegen wir ja schließlich auch nicht mehr bis Ende Oktober auf die Kette. Hier geht es um langfristige Ziele. Ich fänd es schon ehrlich, wenn man einfach sagt dass man hier Atomkraftwerke einfach nicht will und das unabhängig von Fakten entscheidet anstatt alle anderen für verrückt zu erklären.

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Gäbe es in Deutschland eine politische Kraft, die die notwendige Stärke und den Willen hätte, um ein riesiges Kernenergieprogramm durchzudrücken, dann könnte sie genauso gut auch PV plus Windkraft plus Speicher- und Netzausbau durchsetzen. Letzteres vermeidet die Probleme und Unwägbarkeiten der Kernkraft.

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Ja, sorry.
Ich reagiere da etwas emotional, weil genau die Leute, die mir immer erklärt haben, warum regenerative Energien nicht die Zukunft sein können und warum Klimaschutz keiner wollen kann, der Deutschland nicht in die Steinzeit katapultieren möchte, jetzt mit Atomkraft die Welt retten wollen.

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Nachdem die finnischen Grünen bereits zwei mal eine Regierung über Nuklearfragen verlassen haben, haben die Grünen nun einem Nachhaltigkeitsstempel für die Atomkraft zugestimmt und werden auch in der EU eine Einordnung als nachhaltige Energiequelle zustimmen.
Zugegeben - bei den Finnen sieht die Situation ja besser aus als in Deutschland. Die haben ein Endlager und auch die Urangewinnung (als erstes und einziges EU-Land) genehmigt.

Vor allem Dingen haben sie demnächst eine sehr junge Kraftwerksflotte: einen gerade in Betrieb gehenden EPR-Reaktor und einen russischer Bauart, der Ende des Jahrzehnts ans Netz gehen soll. Damit können sie ihre um das Jahr 1980 in Betrieb genommenen Reaktoren ersetzen.

Damit dürften sie das einzige europäische Land sein, das seine Kernkraftwerksflotte erneuert hat. Wer sich jetzt gegen diese Technologie ausspricht, verlangt somit nagelneue bzw. im Bau befindliche Reaktoren stillzulegen. Das ist keine mehrheitsfähige Position, nehme ich an.

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Das ist so nicht korrekt.
Slowakei bringt 2021 und 2023 jeweils einen neuen Reaktor mit jeweils 471MW ans Netz.
Frankreich bringt 2023 einen neuen Reaktor mit 1650MW ans Netz.
Dazu noch der angesprochene Reaktor in Finnland 2022 mit 1720MW.

Da kommt doch einiges zusammen. Fraglich ist, ob dies politisch reicht, um in Brüssel eine Mehrheit für das politische ESG-Label für Atomkraftwerke zu bekommen.

Na, dann fehlen nur noch so ca. 40 weitere Reaktoren, um die alternde französische Kraftwerksfotte zu erneuern :slight_smile:

Finnland wird dagegen zum Ende des Jahrzehnts tatsächlich die Leistung seiner ersten Kraftwerksgeneration komplett durch die zwei Neubauten ersetzt haben.

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