Wie gesagt, diese Ausfälle der Annahmen halte ich nicht für schwerwiegend genug, um ein Festhalten an der Atomkraft und damit ein Aufkündigen einer über 10 Jahre dauernden Reform zu rechtfertigen.
Deutschland war in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiterhin Netto-Strom-Exporteur - und das im Winter, wo der Stromverbrauch höher ist als im Sommer (siehe hier) und die Stromgewinnung aus Erneuerbaren am geringsten ist. Klar, dafür wurde auch Kohle verbrannt und das ist Mist, aber ganz im Ernst: Das ist eine Übergangsphase.
Wie @Davidus hier schilderte scheint die Genehmigung neuer Anlagen für regenerative Energien ja auch in Gang zu kommen.
Vor all diesen Hintergründen kann man nur sagen:
Ja, es wäre retrospektiv sinnvoller gewesen, erst aus der Kohle und dann aus der Atomkraft auszusteigen. Aber nein, jetzt noch weiter an der Atomkraft festzuhalten wäre ein Fehler. Ja, es ist doof, dass jetzt im Übergang nochmal Kohle verfeuert wird. Aber nein, die Rückkehr zur Atomkraft würde das auch nicht kurzfristig genug ändern.
Es ist nichts anderes als der Versuch von CDU und FDP, mit einer aktuellen gesellschaftlichen Mehrheit Druck auf den klassischen politischen Gegner, vor allem die Grünen, auszuüben. Und wir sollten die Diskussionen aus dem Recap-Thread jetzt hier nicht in aller Länge weiterführen.