Schön wär’s, wenn man sich endlich mal an Jüd*innen und Muslime „gewöhnen“ würde, wenn nicht sogar Toleranz zeigen würde, geschweige denn Solidarität, Interesse und vielleicht sogar gelebte und gewünschte Pluralität.
Aber was hoffe ich in einem Land, das Vorurteile kultiviert wie kaum ein anderes…
Die Seitenhiebe auf Religion im Allgemeinen in diesem und in anderen Threads triefen vor Hass auf „die Anderen“. Statt die in der Homöopathie enthaltenen Wahnvorstellungen zu bekämpfen, ergehen sich hier einige darin, ihrer Grundgesetzfeindlichkeit freie Bahn zu geben. Ich bin echt krass enttäuscht von manchen in dieser Community hier und auch ein bisschen entsetzt, was hier und auch in anderen Threads an Statements freigegeben wird.
Wer auf der Seite der Wissenschaft steht, soll bitte schön Begriffe erst einmal definieren und abgrenzen. Wer nicht mehr / noch nicht zwischen Religionen und Körperschaften öffentlichen Rechts unterscheiden kann sowie Religion mit Esoterik und Pseudowissenschaften in einen Topf wirft, hat so brachial keine Ahnung von dem Thema, dass es das beste wäre, die Finger davon zu lassen.
Homöopathie ist keine Religion. Ihr fehlen Merkmale wie Transzendenz, Aspekte der Heiligkeit, Riten, Gebete/Meditationen, Symbole, Priester*innen etc. Die Homöopathie bezieht sich vollständig auf behauptete weltimmanente Effekte, ist bestenfalls ein „Glaube, dass“ (Religion = „Glaube an“), dessen Dogmen vor rationalen Argumenten abgeschirmt werden. Die behaupteten Effekte haben zwar den Charakter eines Glaubens an die Beseeltheit der Natur, allerdings mit einem starken Anthropozentrismus, der jeglicher Spiritualität entbehrt. Das Argumentationsmuster der Homöopathie ähnelt bestenfalls der religiös-philosophischen Hermetik und ihrem Glauben an Entsprechungsverhältnisse von physischen Stoffen und dem menschlichen Organismus aufgrund des jeweiligen Phänotypus.
Wer also Homöopathie als Religion verstehen möchte, hat ein so schräges Bild von Religionen im Allgemeinen, dass ich unbedingt einen Realitätsabgleich empfehle!
Welche Probleme (Macht)missbrauch und schädliche Entwicklungen von Religionen innerhalb der Gesellschaft verursachen können, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Diese Probleme und übelsten Fehlentwicklungen müssen hart bekämpft werden und dürfen nicht instrumentalisiert werden, um Toleranz, Pluralismus und die grundgesetzlichen Freiheiten zu attakieren.