Das ist irrelevant. So viel darf man maximal einzahlen. Von der Steuer darf man maximal 1800+Zulagen absetzen.
Keine Ahnung, wer freiwillig mehr einzahlen würde, macht die Besteuerung in der Auszahlungsphade auch ziemlich kompliziert…
Das man in der Rente nen niedeigeren Steuersatz hat, ist einer der zwei Vorteile der nachgelagerten Besteuerung. Da die Auszahlung on top kommt, muss man den Grenzsteuersatz betrachten. Der Rechner tut das soweit ich weiß, wahrscheinlich wird er aus dem Bruttolohn die Rente und damit den Steuersatz zur Auszahlungsphase schätzen.
Während ich durchaus Vorteile für eine Bürgerversicherung im BereichKrankenversicherung und Pflege sehen kann, glaube ich nicht, dass man auf diesem Weg die ja vor allem demographiebedingten Probleme der Rentenversicherung lösen kann. Dort bringt eine Bürgerversicherung mehr Einzahler, aber dann am Ende auch mehr Leistungsbezieher.
Denkst du nicht auch, dass Konkurrenz eine Triebkraft für Erfolg ist? Wenn ich zu einem Sportwettkampf antrete, möchte ich auch nicht einfach schnell laufen oder weit springen, ich will besser als andere sein.
Daher glaube ich auch, dass mangelnde Konkurrenz der Hauptgrund für den Niedergang des Ostblocks war.
Ich gehe davon aus, dass die staatlich geförderte Altersvorsorge wie bisher auch in der Auszahlungsphase sozialversicherungspflichtig ist. Und das mit dem vollen Beitragssatz, nicht wie bei der RV, wo diese die Hälfte der Einzahlungen übernimmt. Damit entlasten gerade hohe Renten aus diesem neuen Altervorsorgedepot später Kranken- und Pflegeversicherung mit hohen Beiträgen. Diese würde bei Auszahlungen aus einem privaten Depot nicht anfallen.
Ansonsten ist das eine Grundsatzfrage, die ich mir auch oft stelle. Warum müssen wir eine der höchsten Belastungen an Steuern- und Sozialversicherungsabgeben weltweit haben, und der Staat schaufelt breit um. Es gibt über 500 Sozialleistungen (die nach KI-Recherche in 2600 Paragraphen festgehalten sind), dazu werden Bausparverträge, Altersvorsorgeverträge, E-Autos, Solaranlagen, Sanierung privater Häuser, Kultur und Sport, eigene berufliche Weiterbildung, Elterngeld ….. gefördert.
Steuern runter, die ganze Bürokratie weg, die an oben aufgezähltem hängt weg, Unterstützung nur für wirklich Bedürftige und mit marktwirtschaftlichen Regelungen (wie einem CO2-Preis - gern mit Klimageld verbunden) notwendige Anpassungen im Klimaschutzbereich angehen, dann hätten wir einen schlanken Staat und mündige Bürger.
Das ist in der Tat ein sehr wichtiger Punkt, auf den ich auch nach etwas ausführlicherer Recherche irgendwie nix Belastbares an Aussagen gefunden habe - also ob die Auszahlungsbeträge GKV-pflichtig sind oder nicht.
Ich kann’s mir aber eigentlich nicht wirklich vorstellen. Dann müssten für die Einzahlungen konsequenterweise ja auch die GKV-Beiträge erstattet werden. Davon habe ich bislang nichts gelesen, stelle ich mir auch schwierig umzusetzen vor: die Einkommensteuer kann ganz easy bei der Steuererklärung rückerstattet werden, aber GKV-Beiträge kann das Finanzamt schlecht erstatten. Wenn aber auf die Einzahlungen keine Rückerstattung erfolgt, wäre eine nochmalige Belastung in der Auszahlungsphase eine Doppelbelastung. Das wiederum dürfte juristisch nicht haltbar sein.
Ich hab’s unter “so haben wir gerechnet” gefunden: sie nehmen einfach den jetzigen Grenzsteuersatz minus 5% als Näherungswert für den in der Rente.
Kann ich jetzt so spontan leider nicht beurteilen, wie realistisch das ist.
Und die Rendite aus dem Altersvorsorgedepot? Die kommt ja auch nicht aus einem magischen Topf am Ende eines Regenbogens.
Ich würde sogar sagen, dass alles, was die Rendite steigert, letztlich die Arbeitsbedingungen verschlechtert, die Mieten erhöht, die Lebenshaltungskosten ansteigen lässt, etc.
Die Rendite kommt aus den Unternehmensrenditen der Unternehmen, deren Aktien im Depot gehalten werden.
Du hast meinen Kommentar missverstanden: mein Punkt ist, dass ich nicht von einem Doomsday-Szenario ausgehe. Daher darf ich in meinen Projektionen mit Rendite rechnen.
Wenn man aber von einem wirtschaftlichen Doomsday-Szenario ausgeht und das zum Kern der eigenen Argumentation macht, darf man nicht im selben Atemzug annehmen, dass eine Umlagerente weiterhin stabil gehalten werden könnte, deren Einzahlungen von der Funktionsfähigkeit genau derselben Wirtschaft abhängen wie die Renditen von Aktien. Das war der eigentliche Punkt, den ich machen wollte. (Ganz davon abgesehen, dass es in einem Doomsday-Szenario ohnehin an Waren und Dienstleistungen mangeln würde, die man kaufen könnte, egal woher man als Rentner das Geld oder was auch immer als Berechtigung dafür in dem Szenario dann dient nimmt, aber das führt jetzt wirklich zu weit…)
Das ist ja mein Punkt. Diese Rendite wird dann nicht an die Beschäftigten ausgezahlt, die ja die Rendite erwirtschaftet hat, sondern an die Aktionäre, deren einzige Leistung darin besteht, sich das Depot zusammengeklickt zu haben.
Diese Rendite würde auch sonst nicht an die Beschäftigten ausgezahlt, sondern würde in die Taschen der Eigentümer des Unternehmens wandern, wenn’s kein Aktienunternehmen wäre, das du in dein Depot “klicken” konntest - was übrigens etwas mehr Leistung als den reinen Klick erfordert, außer wir reden über Spieldepots: in realen Depots kostet das “reinklicken” von Aktien Geld, das man sich als jemand, der durch eigener Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt verdient, erst mal durch erbrachte Leistung erarbeiten musste.
Erben sind natürlich ein anderes Thema, aber darum geht’s hier ja gerade nicht.
Einen Wertzuwachs kann man auch nicht einfach an die Beschäftigten auszahlen.
Nehmen wir an ich habe einen Betrieb den ich mit mit meinem Geld gegründet habe der heute mit 10 Mitarbeitern 500.000 Euro wert ist. Jetzt ist man erfolgreich, die Gewinne steigen, die Mitarbeiterzahl auch, Löhne werden erhöht, Prämien Gehalt und das Unternehmen steigt im Wert auf 1,5 Mio Euro. Wie hättest du dir vorgestellt, dass der Wertzuwachs vollständig den Mitarbeitern zu Gute kommt. Eigentlich funktioniert das nur indem die Mitarbeiter alle einen ihrem Anteil im Unternehmen entsprechenden Anteil erwerben müssen.
Das gilt kurz und mittelfristig, aber langfristig ist der demographische Wandel ein globales Phänomen. Alle Prognosen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung ab 2100 schrumpfen wird. Für die aktuelle und nächste Renten-Generation liese sich der Demographische Wandel (in Deutschland) noch durch Zuwanderung abfedern. Die heutigen Kinder werden aber zu einer Zeit in Rente gehen, wo die Bevölkerung nicht nur in Deutschland, sondern global altert und entsprechend Zuwanderung das Problem alleine nicht mehr lösen kann.
Ob es möglich sein wird, eine wachsende-Weltwirtschaft bei einer schrumpfenden und alternden Weltbevölkerung aufrecht zu halten, ist natürlich nochmal eine andere Frage. Aber die Rente über einen kapitalgedeckten Anteil etwas zu diversifizieren ist zumindest einen Versuch wert.
Ich bin kein Experte, habe aber die Argumentation verfolgt.
Das demographische Problem besteht vor allem oder sogar nur in den nächsten zehn Jahren caa., bis die geburtenstarken Jahrgänge ausgeglichen sind. Da hilft Migration vor allem junger Menschen sehr wohl.
Qualifizierte Zuwanderung, die sich an den Bedürfnissen des deutschen Arbeitsmarktes orientiert.
Mathematisch ist es doch ganz einfach. Wenn man sich die Geldflüsse der Sozialversicherungen als Gaußsche Verteilungskurve vorstellt, dann gibt es links des Gipfels Menschen, die mehr Leistungen beziehen, als ihren Einzahlungen entsprechen, im Mittelbereich Menschen, bei denen sich Ein- und Auszahlungen etwa die Waage halten und rechts Menschen, die deutlich mehr einzahlen als sie an Leistungen erhalten. Das ist auch okay so, darum sind es ja Sozialversicherungen.
Will man nun ein Sozialversicherungssystem stabilisieren, braucht man Zuwanderung in den Bereich rechts des Peaks. Ob man dies mit der bisherigen Zuwanderung erreicht hat, weiß ich nicht.
Immer dieselbe Diskussion. Können wir lassen. Wer sich die Arbeits-Statistiken für 2015 Zugewanderte ansieht, weiß, dass es bereits geholfen hat. Mehr wäre besser.
Danke für den Hinweis, dass hier zwischen privater und betrieblicher Riesterente unterschieden wird, war mir nicht bewusst. Da ist meine Aussage weiter oben zumindest teilweise falsch.
Vielleicht vorweg. Ich kritisiere niemanden, der sich für ein Altersdepot entscheidet, sich früh damit auseinandersetzt und ich freue mich über alle, die sich hier darüber austauschen.
Ich kritisiere vielmehr die Strukturen / das System dahinter und frage mich, ob wir als Gesellschaft (Deutschland, International) weiter in diese Richtung gehen wollen. Um das für mich zu beantworten, habe ich jedoch noch zu viele offene Fragen.
Okay, guter Punkt.
Für mich bleibt unterm Strich dennoch, dass ich durch ein Altersdepot am Ende (hoffentlich) mehr Geld zur Verfügung habe als vorher und das dieses „mehr“ auch deutlich über der Inflation liegt.
Woher kommt dieses „mehr“, wer hat es erwirtschaftet und ist es gerechtfertigt, dass ich das bekomme und nicht die Mitarbeitenden, die verhältnismäßig doch mehr dazu beigetragen haben als ich.
Jede große Aktiengesellschaft hat Mitarbeiterkaufprogramme, bei denen Mitarbeiter oft zu Vorzugspreisen Anteile am Unternehmen erwerben können.
Persönlich bin ich kein Fan davon, da ich es als Klumpenrisiko sehe in meiner Altersvorsorge und in meinem Lohn von gleichen Unternehmen abhängig zu sein und setze für das Erste dann doch lieber auf die breite Weltwirtschaft.
Ich fürchte da hast du falsche Zahlen im Kopf. Siehe z.B. Aladin El-Mafaalani bei der SZ: “Die enormen Probleme haben wir jetzt schon, die nächsten dreißig Jahre werden sehr angespannt durch die alternde Generation der Babyboomer. “
Ich meine es war in zudem El-Mafaalanis letztem Interview bei Jung&Naiv wo es außerdem um das Verhältnis (i.S.v Anzahl) der jungen zu alten Generationen geht und, dass das jetzt wo die Boomer in Rente gehen, permanent so bleiben wird da die verringerte Geburtenrate und höhere Lebenserwartung auf dieses Verhältnis stabilisierend wirken.
Gerne.
Ich meinte eher, dass sie nicht ewig anhalten. Dass es ein Problem ist, dass jetzt und in den nächsten zehn Jahren besteht und sich dann abschwächt, weil weniger geburtenreiche Jahrgänge versorgt werden.
Aktienoptionen sind ein völlig normaler Bestandteil von Kompensationspaketen in der Tech-Industrie. Streng genommen haben alle Kapital- und Aktiengesellschaften die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen.
Warum nicht die Mitarbeiter über den Haustarifvertrag am Unternehmensgewinn beteiligen? Oder beim Erreichen einer bestimmten Dauer der Unternehmenszugehörigkeit einen Anteil am Unternehmen übertragen? Alles möglich, alles schon gemacht worden. Der Gesetzgeber könnte auch durchaus vorschreiben, dass ein Teil des Unternehmensgewinns an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden muss.
Mal als Gedankenexperiment: Wir nehmen jedes Jahr eine große Zahl junger Menschen ohne nennenswerte Qualifikation in Deutschland auf. Wir investieren in ihre Bildung, einschließlich Sprachkenntnisse und bei Bedarf sogar Lesen und Schreiben. Wir verschaffen ihnen Ausbildungs- und Studienplätze und gestalten ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Umfeld, das sie zur Aufnahme einer bezahlten Arbeit und zur Gründung neuer Unternehmen animiert. Einige werden auch in die Forschung und Entwicklung gehen und damit die Grundlage für technische und gesellschaftliche Innovationen legen.
Preisfrage: rede ich von Immigranten oder von in Deutschland geborenen Kindern?
Der Punkt ist, die Qualifikation von Immigranten ist völlig egal. Genauso, wie es volkswirtschaftlichen Sinn macht, teilweise bis zu 30 Jahre lang in die Förderung und (Aus)Bildung von hier geborenen Kindern zu investieren, macht es auch Sinn, ein paar Jahre in die Förderung und Ausbildung von Migranten zu investieren.
Die Bundesregierung könnte gezielt die Bevölkerungsentwicklung einschließlich der Alterspyramide in Deutschland managen und dafür sorgen, dass es auch in 100 Jahren nicht zu einer Überalterung kommt. Dafür müsste man nur bereit sein, ein paar Scheuklappen abzulegen und systematisch junge, leistungswillige Menschen nach Deutschland einladen. Ich bin beruflich viel auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs gewesen und ich habe nirgendwo anders (und ganz bestimmt nicht in Deutschland) mehr junge Menschen härter arbeiten sehen, als in ein paar der ärmsten Länder der Welt. Eine Einladung nach Deutschland und 5 bis 10 Jahre strategisches Investment in diese Leute würde uns Dekaden wirtschaftlicher Entwicklung und abgesicherter Sozialsysteme bescheren.