Okay, das erklärt deine Argumentation.
Aber falls du tatsächlich von einem deterministischen Menschbild ausgehst, ist das Thema doch durch.
Dann könnten die „infantil-trotzköpfigen Wutbürger“ auch nichts dafür, dass sie die AfD wählen.
Dies wäre laut deiner Logik ja durch Persönlichkeitsmerkmale vordefiniert.
Sorry, aber sowas ist für mich einfach nicht schlüssig.
Wenn das menschliche Verhalten vollkommen deterministisch wäre, brauchen wir über Demokratie oder persönliche Verantwortung gar nicht mehr reden. Dann wäre Politik nur noch dekoratives Theater (von der Judikativen mal ganz zu schweigen).
Eine ‘Stimmungskratie’ ist keine Demokratie. Zu Letzterer gehören nämlich Aushandlungsprozesse, Kompromisse und auch ein gerüttelt Maß rationaler Diskurs.
Richtig. Aber Demokratie ist auch keine Technokratie.
Eine Regierung sollte mit der Stimmung im Land mehr tun, als sie nur zur Kenntnis nehmen.
Wenn sie diese ignoriert, wirkt das sehr schnell elitär und steigert nicht gerade die eigene Zustimmung.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass zu einer Demokratie auch Citoyens gehören und nicht infantil-trotzköpfige Wutbürger, für die der ‘Politikerpöbel’ den Karren aus dem Dreck ziehen soll.
„Citoyen“ klingt super, aber ehrlich gesagt auch ein bisschen wie Selbstbeschreibung aus dem Elfenbeinturm.
Demokratie funktioniert nicht, wenn sich ein Teil der Gesellschaft als Vernunftelite definiert und der Rest nur noch als Problem wahrgenommen wird.