Man muss da unterscheiden zwischen Speichern, die sich an der Bieterrunde für die Kraftwerksreserve beteiligen und denen, die marktgetrieben agieren. Die sich an der Bieterrunde beteiligen, haben die dort eingekippten Kapazitäten voll zu halten, damit sie sie jederzeit auf Abruf liefern können. Reiche hat da wohl eine 10-Stunden-Regel in die Ausschreibung eingebaut, um “technologieoffen” die Batterispeicher wegzuekeln. Ein Anbieter (hab ich in einem Bericht zu den zu den Lobbyleaks gelesen, ich glaube Kyon) hat als Beispiel genannt: sie würden einen 100MW,400MWh Speicher hinstellen, und davon 10MW,100MWh (um die 10h-Regel einzuhalten) bei dieser Reserve anbieten. Die restlichen 90MW,300MWh würden sie am Markt bewirtschaften.
Nun kommt eine Dunkelflaute ja nicht plötzlich, sondern man kann sie aus dem Wetterbericht mehrere Tage vorher kommen sehen, und auch die Dauer in etwa abschätzen.
Daher werden die marktlichen Speicher keineswegs so blöd sein, zu Beginn mit leeren Speichern dazustehen, sondenr sie voll machen, weil sie da die schönsten Day-Ahead Preise realisieren können. Sie werden sich ihre Ladung auch über die voraussichtliche Dauer der Dunkelflaute einteilen, weil ja zum Schluss hin vielleicht ein Squeeze die höchsten Preise möglich macht.
Das schließt die Stromvermarkter von bidirektionalen E-Auto-Flotten oder entsprechend gemanagten Heimspeichern ein, da kann man zwar keinen einzelnen Kunden zwingen, sein Auto/Haus zur rechten Zeit leersaugen zu lassen, aber statistisch gibt es sicher genügend, die eine Entladung auf einen Mindestwert erlauben, notfalls, indem man ihnen für solche Situationen was extra auszahlt.
Wir gucken auf diese 10 oder 12 GW und denken, mann, ist das wenig im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch. Aber dabei vergessen wir, dass die marktlichen Speicher ebenfalls zig GW haben werden und alle ein Interesse haben, in Hochpreisphasen, die Dunkelflauten naturgemäß sind, möglichst viel zu liefern.
Fürs Load Following werden Batteriebetreiber auch einige Prozent ihrer Kapazität immer als Regelleistung anbieten, weil das sehr hoch vergütet wird, und die Pumpspeicher gibt’s ja auch nach wie vor, die genau das schon seit vielen Jahrzehnten leisten. Das sehe ich daher wirklich entkoppelt von der Energiezufuhr ins System während Dunkelflauten, wo Speicher natürlich an ihre Grenzen stoßen. In einem 100% erneuerbaren System kommt dann die Wasserstoffverstromung ins Spiel - bis dahin finde ich bestehende Kraftwerke erhalten wirtschaftlicher als neue bauen.