Statistisch besitzen Männer häufiger Elektroautos als Frauen, das interessante ist, dass dieser Unterschied sogar größer ist als beim Autobesitz insgesamt. Während in Deutschland etwa 62 % der privat zugelassenen Pkw auf Männer entfallen, liegt der Männeranteil bei E-Autos je nach Datensatz bei rund 70–80 %. Frauen sind bei Elektroautos daher deutlich unterrepräsentierter als bei Verbrennern bzw. Pkw insgesamt.
Der Unterschied gilt als statistisch gut belegt.
Erklärungen sind u.a. Einkommensunterschieden und die Verbreitung von Dienstwagen bei Männern, aber auch Angst vor neuer Technologie.
Die Daten vom KBA dazu sind allerdings schon von 2020, genauso wie diese Umfrage.
Ich denke, dass es sich hier um das grundsätzliche Phänomen handelt, dass „Early Adopters“ öfter männlich als weiblich sind. Dieses Phänomen haben wir eigentlich bei allen neuen Technologien und dieser Gender Gap verschwindet dann, wenn sich eine Technologie stärker durchsetzt.
Die Gründe, warum „Early Adopter“ öfter Männer sind, wurden ja von dir teilweise schon aufgeführt. Verfügbares Einkommen ist sicherlich ein Argument, Technikaffinität (im Gegensatz zu Technikangst) ein weiteres. Was man also dagegen tun kann, ist klar: Mehr Gleichstellung der Geschlechter forcieren und in der Erziehung endlich aufhören, geschlechterspezifisch zu erziehen (der Junge bekommt das Spielzeugauto, das Mädchen die Spielzeug-Küche…). Dann verschwinden solche Effekte auch.
Als anekdotische Evidenz kann ich die Statistik aus meinem erweiterten Familienumfeld nicht bestätigen.
Da ist der Anteil der Frauen, die Vollelektrisch (und das teilweise schon seit Jahren) fahren, größer.
Ich denke auch nicht dass dieses Thema groß etwas mit Mann und Frau zu tun hat.
Wir müssen einfach akzeptieren, dass für viele Menschen das Auto generell einfach ein Fortbewegungsmittel ist. Und es gibt auch heute noch viele Menschen, die sich nicht wirklich mit dem Gedanken beschäftigen, auf ein E-Auto zu wechseln.
Als wir vor nun etwas über 6 Jahren unseren ersten vollelektrischen Wagen in die Familie bekamen (ein Renault Zoe ZE50), war der Effekt, dass das Fahrzeug immer zuerst weg war. Die Verbrenner wollte keiner mehr fahren. Das ist bis heute so geblieben.
Ein Unterschied zwischen E-Autos und Verbrennern dürfte auch sein, dass E-Autos im Durchschnitt deutlich jünger sind als Verbrenner. Es kann ja kaum jemand mit einem 20 Jahre alten E-Autos herumgurken, da es die Technologie schlicht nicht lange genug gibt.
Im Ergebnis könnten E-Autos für viele Menschen (und möglicherweise insbesondere Frauen) nicht erschwinglich sein. Von einem funktionalen Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos, in welchem man auch für unter 3.000€ noch einen alten Wagen kriegt, habe ich bisher noch nichts gehört.
Das könnte sich auch auf Entscheidungen für Zweitwagen bei Familien auswirken. Soll ein Zweitwagen, wegen möglicherweise eher seltener Nutzung, in erster Linie günstig sein, dann lohnt sich der Griff zum E-Auto besonders wenig. Hier wäre dann auch die Frage, auf wen ein solcher Zweitwagen zugelassen wäre.
Ich habe so meine Zweifel, dass es unter Frauen grundsätzlich mehr überzeugte „Dieseldieter“ geben soll als unter Männern. Da kann ich mich aber natürlich auch irren.
Ich werfe mal eine überspitzte steile These in den Raum, in vielen Partnerschaften dominiert wahrscheinlich immer noch der Mann mit seinem umfangreichen KFZ-Wissen die Kaufentscheidung, die dann doch wieder Verbrenner lautet.
Allein was meine Frau beim Autokauf mit männlichen Autoverkäufern erlebt hat, ist beschämend.
Natürlich ist so ein Pauschalisierung nicht ganz ernst zu nehmen, aber wenn man sich die aktuelle Entwicklung in der Gesellschaft und auch im privaten Umfeld ansieht, haben die ewig gestrigen ja eher wieder Zuwachs, warum sollte sich das nicht auf die deutsche männliche Domäne Autokauf nicht auch auswirken?
Ansonsten gibt ja auch im Lageforum schon unzählige Threads zu den Vor- & Nachteilen von E-Autos, wenn man es rational und unemotional betrachtet, bleibt geschlechtsunabhängig in den meisten Fällen das E-Auto die besser Wahl.
Hatte da eine interessante Diskussion mit meiner Frau.
Sie fährt einen kleinen Fiat 500 Verbrenner. Schöner Stadtflitzer.
Sie liebäugelt als Nachfolger mit einem Peugeot 208.
Ich hab lediglich vorgegeben, das kein Diesel (macht kein Sinn), und kein Benziner mit Zahnriemen in Öl (zu anfällig).
Bliebe nur Elektro. Ja, das war dann ok, wenn es die einzige Möglichkeit ist ihren Traumwagen zu fahren.
Sache der Motivation.
Ich als Frau habe meinen alten Diesel durch einen gebrauchten id.3 ersetzt. Der Autohändler war erstaunt, dass das Auto auf mich zugelassen werden sollte und hat meine Entscheidung für das Auto immer wieder hinterfragt, ob mein Mann auch damit einverstanden ist. Seltsam, obwohl mein Mann nur gelegentlich mitkam, um das neue Fahrzeug mal zu sehen.
Mir taugt das neue Auto gut, und ich wollte „rechtzeitig“ von einem sehr alten Diesel auf ein E-Auto umsteigen, um nicht so alt zu sein, dass mir der Umstieg auf die neue Technik sehr schwer fällt ( was mir von manchen Bekannten erzählt wurde). Es war eine Veränderung, aber durchaus beherrschbar, vor allem da ich jetzt Zeit habe, mir alle diese Funktionen genau anzuschauen und ggf. ein YouTube-Video einer Fahrschule dazu anzuschauen. Das Handbuch war eher wenig und informativ. Langstrecke muss noch ausprobiert werden. Strom tanken beim hiesigen Discounter eine technische Herausforderung ( Display wegen Sonnenschein kaum lesbar, Formulierungen wie „Identifizieren Sie sich“ in dem Augenblick etwas befremdlich ), ist aber dank hilfsbereiter Mitmenschen gelungen.
Fazit: Ich würde wieder ein E-Auto kaufen, nächstes Mal aber mehr auf die Ausstattung achten.
Das könnte auch an der Modelpolitik der Konzerne liegen, Autofirmen bieten nicht das als E.Auto an, was Frauen kaufen wollen, also zu wenig Kleinwagen.
Ich würde mal behaupten dass das nicht stimmt:
Kleinwagen wie E-Mini, Renault 5, Zoe, Citroen e-C3, Hyundai Inter, Fiat Grande Panda E, Leapmotor E03, Dacia Spring …
Von Volkswagen, Skoda etc. kommen auch interessante Kleinwagen.
Ehrlicherweise möchte ich gestehen, dass ich die Voraussetzungen für eine objektive Betrachtung der impliziten Behauptung, man müsse Frauen überzeugen, noch gar nicht gegeben sehe. Dafür aber, im Hinblick auf die Gleichstellung der Frau, erheblich drängenderer Aspekte und Probleme die es zu lösen gilt, als die ihrer Motorisierung.
Die Daten von @CB87 kommen von Versicherern. Sie zeigen, wer die KFZ-Versicherungsprämie zahlt. Das dass mehr Männer sind, ist womöglich auf den Gender Gap und steuerliche Regelungen zugunsten der Männer zurückzuführen.
Beim KBA sind die aktuellen Zahlen Neuzulassungen nach Alter und Geschlecht kostenlos (leider nur auf Monatsbasis) erhältlich. Produkt FZ8. Produktkatalog hier.Um größere Zeiträume zu untersuchen muss man die angebotenen Tabellen verknüpfen oder evtl. bei Statista kostenpflichtig schauen.
Aus den den KBA Daten die Relation „Anteil Frauen am Besitz von E-Autos“ abzubilden, erfordert es noch etwas Excel-Arbeit. Deshalb fragte ich aus reiner Neugier (siehe oebn) heute beim KBA an, ob die nicht so eine Relation schon abgebildet haben.
In meinem Umfeld erlebe ich das komplette Gegenteil. Gerade mit kleinen Kindern, Hund, oder sogar Enkelkindern, die ab und an mal mitfahren müssen, kann das Auto gar nicht groß genug sein.
SUV auf jeden Fall, sonst sitzt man so tief und man kann schlecht einsteigen, und mindestens 4,50m Länge, damit der Kofferraum groß genug ist.
SUVs geben ja nicht nur Männern das Gefühl von Sicherheit und Überlegenheit.
Hier in München habe nicht ich allein den Eindruck, dass die Größe des Autos sich umgekehrt proportional zur fahrerischen und sozialen Kompetenz auf öffentlichen Straße verhält.
Was aus ganz oben benanntem Grund absolut folgerichtig ist und von den Fahrern selbst kaum wahrgenommen wird, da das Fahrzeug Teil des Körpers, des Fahrers wird.
2020 ist extrem lang her um auf dieser Grundlage so eine Frage zu stellen. Auch müssen Frauen glaube ich nicht überzeugt werden. Hier wäre denke ich eine Meinungsumfrage sehr viel sinnvoller. Und die gibt es ja auch schon, in denen Frauen oftmals eben mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Co legen.
Und wie ja schon eingebracht liegt das wohl viel mehr an Firmenwagen (60%), fehlende Kleinwagen (insebsondere 2020), zu teuer, etc.
Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass Frauen in der Tendenz weniger für die neue Technik in dieser Hinsicht interessieren und sich weniger infomieren, was sie bei der Entscheidung erstmal unsicherer macht.
Ich würde daher einfach mal behaupten, dass Autohersteller männerdominiert sind und vornehmlich Autos für Männer bauen. Dazu kommen Profitinteressen und es purzeln mehr SUVs raus als kleine E-Autos, welche besonders bei Frauen gut ankommen.