Strobl hält es für aussichtsreich, (potenzielle) Neu-Wählende der rechtsradikalen AfD (zurück-)gewinnen zu können.
Man solle dabei auf „jene Gruppen, die zum ersten Mal AfD gewählt haben oder sich das demnächst vorstellen können“, sein Augenmerk richten.
Und die Studienautor:innen (s. verlinkter Beitrag) hegten die spekulative Hoffnung, dass die Ansprache von Neu-Wählenden mit einer positiven Zukunftserzählung aussichtsreich sein könnte.
Strobl legt zumindest nahe, dass eine Abkehr von Neu-Wählenden der AfD durch die von ihr ins Auge gefasste Politik gelingen könnte.
Das setzte jedoch voraus, dass diese überhaupt auf sowas anspringen.
Und da sind wir dann bei der hier schon angeführten antifaschistischen Wirtschaftspolitik.
Das führt insofern am Thema vorbei, weil auch bei Neu-Wählenden ein ganz anderes Problemverständnis und eine andere Problempriorisierung vorliegen (s. Prios der AfD-Wählenden in SA, die im anderen Thread gepostet wurden, die konvergent sind mit dem, was die Studie bestätigte („Eine kritische Haltung zur Einwanderung auch von qualifizierten Arbeitskräften […] ist sehr, sehr stark korreliert mit AfD-Unterstützung.“)), als Linksliberale sich das wünschen.
Abgesehen davon, dass es in Regionen mit annähernder AfD- Dominanz einer Mietpreisbremse gar nicht bedarf, weil eher Leerstand das Problem ist.
Mein eigentliches Argument ist aber, dass positive Zukunftserzählungen, ob nun in Gestalt einer antifaschistischen Wirtschaftspolitik oder anderweitig, gar nicht auf Resonanz stoßen, weil die AfD gefühlte Wahrheiten gezielt bespielt und anheizt und darüber hinaus ihre eigene faktenfreie Retropie dagegensetzt.
Man muss jede Art von Politik ja erst mal ‚verkaufen‘ können. Und das klappt halt nicht bei Leuten, die von fiktiven AfD-Narrativen dauergetriggert werden.
Auch Strobl schlägt ja, anknüpfend an Isabella Weber, zwei Kostensenkungsmaßnahmen vor.
Die würden nur nicht annähernd das bringen, was die Studienautor:innen an Steigerungsschätzung („ein zusätzliches Monatseinkommen von rund 2.500–3.000 Euro“) in den Raum stellen, „um wieder das gleiche Wohlbefinden zu erreichen, dass [eine Person] vor ihrer Entscheidung, die AfD zu unterstützen, empfand“.
Abgesehen davon, dass Einkommenssteigerungen solcher Größenordnung völlig illusorisch sind.
So, nun ist’s doch notwendigerweise wieder mehr Text geworden, als ich zu schreiben beabsichtigte, aber es erschien mir zur Erklärung nötig.