Wie Schwarzarbeit begegnen?

Schwarzarbeit scheint zuzunehmen - auf über 500 mrd Euro. [1]

Mir ist bewusst, dass es andere Bereiche gibt, in denen wenige Akteure riesige Schäden anrichten, aber auch das summiert sich ganz schön.

Der liebe Staat kann zur Eindämmung natürlich an Stellschrauben drehen um die Umstände (wir könnten ja mal Gebrauch von den lieblichen Begriffen Push- und Pull-Faktoren machen) anzupassen:
Push-Faktoren (stört mich weil es da ist) aus dem regulierten erwerbsbetrieb wären ja zB eine hohe Steuerlast, Unsicherheit im Rentensystem, ausufernde gesundheitskosten, hohe bürokratische Aufwände etc. gegen
Pull-Faktoren (zieht mich gerade nicht ins regulierte System, weil es eben aktuell nicht da ist) wie zb eine angemessene Entlohnung (laut verlinktem Artikel ist der Mindestlohn ein wichtiges Instrument in Bezug auf die Schattenwirtschaft), Anerkennung und Würdigung der Arbeit, bezahlbarer Wohnraum um von meiner geleisteten Arbeit zu leben, ein Fairnessgefühl bei der Ressourcenverteilung, …

Aber wie verhalte ich als (hypothetischer) tugendhafter Bürger, der sich eine funktionierende Gesellschaft wünscht, mich, wenn ich Schwarzarbeit begegne?

Aus Coronazeiten höre ich noch die chöre „der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“ - und ich habe auch nicht vor irgendjemanden irgendwo zu verpfeifen, das kommt mir wirklich nicht richtig vor. Ich hoffe dass mein moralischer Kompass an der Stelle nicht kaputt ist. Aber ich möchte dennoch wissen, ob es konstruktive wege gibt, dem zu begegnen. Oder ist das allein die Aufgabe der Behörden?

Was denkt ihr dazu, wie groß ist das Problem, gibt es gute und schlechte Wege damit umzugehen? Ist der gesellschaftliche Umgang mit Schwarzarbeit Teil aktueller Forschung? Gibt es aussagekräftige Studien zu einzelnen Maßnahmen? Kennt jemand die Situation in anderen Ländern und Kulturen? Und daran anschließend und aus meinem naiven oder ignoranten PoV heraus: wie verhält es sich im Ost/West Vergleich, aus einer kulturellen Perspektive meine ich. Das Konzept gab es ja vermutlich gar nicht wirklich in der DDR? (Manchmal schäme ich mich dafür wie wenig ich über die jüngere Geschichte weiß bzw. wie vieles ich nicht verstehe und noch nie hinterfragt habe)

Der Themenbereich ist möglicherweise ein bisschen ausgeartet, freue mich über jeden, der etwas beizutragen vermag!

[1] Schwache Wirtschaft führt zu mehr Schwarzarbeit in Deutschland - SWR Aktuell

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Die Schwarzarbeitsdebatte ist generell immer schwierig, auch, weil konkrete Daten fehlen.

Es hat Parallelen zu Trumps „Alle illegalen Migranten rauswerfen“-Debatte, die laut den meisten Experten dazu führen würde, dass viel Arbeit, die aktuell von diesen Menschen erledigt wird, unerledigt bliebe. Dann muss die Fachkraft halt zu Hause bleiben, um ihre Kinder zu versorgen, weil die günstige mexikanische Nanny weg ist.

Ähnliche Problematiken haben wir auch mit Schwarzarbeit. Vieles was hier gearbeitet wird, würde unter regulären Umständen nicht gemacht. Und manches Fachkräftepotenzial ginge vielleicht verloren, wenn das Kindermädchen oder die Putzfrau sich nicht mehr lohnen würde, weil sie mit Steuern das Dreifache kostet.

Bei vielen Berechnungen zum „Schaden“ durch Schwarzarbeit muss man sehr vorsichtig sein - denn die Schadensberechnungen fußen oft auf der falschen Annahme, dass wenn es keine Schwarzarbeit gäbe, alle diese Dienstleistungen regelkonform von verfügbaren Fachkräften erledigt würden. Das ist ein wenig wie mit den absurden Schadenssummen bei Urheberrechtsverletzungen, wo auch gerne davon ausgegangen wird, dass jeder, der etwas gedownloaded hat, es sich andernfalls gekauft hätte, was offensichtlich falsch ist. Ich bin daher in dieser Hinsicht sehr skeptisch. In der Realität stehen Fachkräfte oft nicht hinreichend zu Verfügung oder das Projekt würde schlicht nicht umgesetzt, weil es zu teuer wäre.

Zum Nachdenken kann man sich ja mal fragen, wie groß der Schaden ist, wenn ich statt meinen Garten selbst zu pflegen einem Arbeitslosen 100 Euro in die Hand drücke. Volkswirtschaftlich ist das erstmal positiv, weil der Arbeitslose das Geld in der Regel verkonsumieren wird als der Gutverdiener, der jemanden für seine Gartenarbeit bezahlt. Ein Schaden entsteht hier grundsätzlich nur in dem Szenario, in dem die Alternative zur Schwarzarbeit eine Gartenbaufirma wäre, aber das ist oft nicht der Fall. „Selbst Gärnern“ oder „Selbst kochen“ erzeugt letztlich den gleichen wirtschaftlichen „Schaden“, wenn ich „Firma anheuern“ oder „Auswärts essen“ dagegenstelle. Aber Selbst machen darf ich es, andere dafür bezahlen nicht. Macht natürlich Sinn, sollte man aber bei der Frage nach dem Schaden berücksichtigen.

Häufig ist Schwarzarbeit auch ein sozialer Ausgleich. Friseure werden, wie wir wissen, grundsätzlich miserabel bezahlt. Wenn es da nicht Usus wäre, hin und wieder mal im Freunden- und Bekanntenkreis für nen 10er Haare zu schneiden, wäre der Zustand wohl noch katastrophaler.

Würde ich Schwarzarbeiter verpfeiffen? Das kommt für mich echt auf das Ausmaß der Schwarzarbeit an. Also ein Sozialleistungsbezieher, der massiv schwarz arbeitet (also quasi gewerblich arbeitet) würde ich vermutlich durchaus melden, einen Friseur, der sich ein paar Kröten nebenher verdient oder einen Arbeitslosen, der für nen Fuffi bei irgendwem den Garten macht, eher nicht. Es kommt wirklich auf das Ausmaß an, ob die Ungerechtigkeit so groß ist, dass sie das ungute Gefühl, jemanden anzuschwärzen, überwiegt.

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Also wie du persönlich mit Schwarzarbeit umgehen willst: Musste wissen.

Wie der Staat Schwarzarbeit begegnen sollte, ist mMn relativ eindeutig: Indem der neue Bundesfinanzminister bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) endlich mal die Mängel abstellt, welche der Bunderechnungshof schon 2022 beklagt hat und die in Teilen beängstigend an behördliche Mängel erinnern, die im Brorhilker-Interview in anderem Zusammenhang bemängelt wurden. Nachzulesen in https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2022/entwicklung-einzelplan-08-bundeshaushalt-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=4 S. 17ff…

Da finden sich etwa Punkte, wie nicht hinreichende Schulung der FKS Beamten in den Rechtsgrundlagen die mit diesem Bereich der Wirtschaftskriminalität zusammenhängen und diverse behördliche Probleme. Für mich stach aber folgender Punkt besonders heraus:

  • Das Bundesministerium der Finanzen setzt durch die benchmark einer Mindestüberprüfung von 55.000 Arbeitgebern falsche Anreize, weil hier quantitative Vorgaben gemacht werden, die sich nicht am Schadenswert oder der Größe der Verstöße messen. So werden hauptsächlich die Arbeitsbereiche geprüft, die sich schnell kontrollieren lassen, aber nicht unbedingt diejenigen, welche wirklich kriminell sind. Deshalb bemängelte der Bundesrechnungshof damals, dass es auch kaum nennenswerte Fahndungserfolge gäbe. Es wurde geschätzt, dass die FKS nur etwa 816 Mio von 339 Milliarden Umsatz der Schattenwirtschaft aufgedeckt habe.

Also die Probleme sind bekannt und dem obigen Bericht darf man entnehmen, dass angekündigte Reformen schleppend langsam vorangehen. Wie gesagt: Erinnert Stellenweise alles sehr an die Brorhilkeranalyse zu Fehlentwicklungen und Fehlanreizen in Behörden. Vor allem musste ich an ihre Aussage denken „Statistiken lenken Behörden“, denn auch im Bereich Schwarzarbeit ist die Anzahl der Überprüfungen für die Statistik anscheinend wichtiger als ihre Qualität.

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Da hast du vollkommen recht! Den Gedankensprung hatte ich noch gar nicht vollzogen, ich war direkt bei „gewerblicher“ Schwarzarbeit.

Immerhin sollte es bei uns schon mal ein Fehler im System sein, wenn das passiert. Auch wenn es wohl viel zu häufig passiert.

Ich denke - je nachdem wen man fragt - ist das in die Definition schon eingepreist. Zumindest lassen die wenigen Informationen, die ich von dem in Post 1 verlinkten Artikel ausgehend gefunden habe, das vermuten:

Unter Schwarzarbeit werden meistens Tätigkeiten verstanden, die im Prinzip legal ausgeübt werden, die jedoch den öffentlichen Stellen nicht gemeldet werden, so dass darauf keine Steuern und Sozialbeiträge gezahlt werden.

Der für die Studie verantwortliche Professor Schein Gast in einem Zeit Podcast zu sein:

Den höre ich mir später mal an. Verlinke ich schon mal, weil er direkt für die Studie verantwortlich ist und mit hoher Sicherheit von Relevanz ausgehe… Ich hoffe dass er die Methodik da genauer erläutert.

„Und manches Fachkräftepotenzial ginge vielleicht verloren, wenn das Kindermädchen oder die Putzfrau sich nicht mehr lohnen würde, weil sie mit Steuern das Dreifache kostet.“
Warum sollte es mit Steuern das Dreifache kosten? Andererseits gehen dem Kindermädchen / der Putzfrau die Sozialversicherungsbeiträge verloren. Während die Krankenversicherung vielleicht noch über Mitversicherung oder den Hauptjob abgesichert ist, wird nicht in die Arbeitslosen- udn Rentenversicherung eingezahlt - im Extremfall muss der Steuerzahler bei Arbeitslosigkeit und im Alter die fehlende Alterssicherung auf Kosten der ehrlichen Steuerzahler ausgleichen.

„Häufig ist Schwarzarbeit auch ein sozialer Ausgleich. Friseure werden, wie wir wissen, grundsätzlich miserabel bezahlt.“
Warum soll über Steuerhinterziehung ein sozialer Ausgleich stattfinden. Im Übrigen sind die Preise beim Friseur für Frauen und bei diversen Sonderleistungen stark gestiegen. Die Frage stellt sich eher hinsichtlich einer gerechten Entlohnung des Personals. Ähnlich ist es in der Gastronomie, im Hotelgewerbe, im Bäcker- und Metzgerhandwerk. Seit Jahrzehnten beobachte ich einen Trend, Menschen für wenig Geld für sich arbeiten zu lassen und die Gewinne in passives Einkommen (Immobilien) umzuwandeln. Die Niedriglohnphase und Öffnung bspw. osteuropäischer Länder für den Arbeitsmarkt hat das befeuert. Insolvenzen in diesem Bereich sind nicht selten einer ungesunden Expansion mit vielen Filialbetrieben zuzuschreiben. Wenn ein Business keine fairen Löhne ermöglicht, dann sind zuerst Businessplan oder die Geschäftsidee zu prüfen. Schwarzarbeit darf keine tragender Bestandteil eines Unternehmens sein.

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Genauso hat es auch gerade der Alpen-Podcast der Zeit auf den Punkt gebracht:

Verfassungsschutz zur AfD: Wer ist hier rechtsextrem? | DIE ZEIT

Trinkgeld wird einfach vorausgesetzt und damit ein Teil des Lohns an der Steuer vorbeigeführt und ausgelagert.

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Erstmal grundsätzlich: Deine Zitate lassen es so wirken, als sei ich grundsätzlich für Schwarzarbeit. Ich sehe die Sache dann doch deutlich differenzierter. Ich sage lediglich, dass Schwarzarbeit in bestimmten Kontexten unter Umständen nicht so schlimm ist, wie sie dargestellt wird, i.d.R. ist das in den Fällen so, in denen die Dienstleistung nicht substitutiv ist, daher es sich um eine Dienstleistung handelt, die, gäbe es keine Schwarzarbeit, als Do-It-Yourself oder gar nicht erledigt würde.

Weil man neben Steuern und Sozialabgaben auch den Verwaltungsaufwand berücksichtigen muss. Wie viel Euro ist einem Ingenieur, der für 5 Stunden die Woche ein Kindermädchen oder eine Putzfrau beschäftigten möchte, seine darauf verwendete Zeit wohl wert? Aber selbst wenn es nur 50% oder 100% mehr sind - oft wird sich das Kindermädchen für 8 Euro die Stunde noch lohnen, bei 15 Euro die Stunde wird das Kind dann eher unbeaufsichtigt gelassen oder die Eltern bleiben zu Hause, wodurch nichts gewonnen ist.

Es sollte definitiv nicht so sein, aber es ist aktuell so.
Ich finde es auch beschissen, dass Schwarzarbeit bei manchen Jobs in der Entlohnung bereits eingepreist ist (Steuerfachangestellte, Friseure - klassische Jobs wo jeder Arbeitgeber schon davon ausgeht, dass die Leute sich noch ein paar Euro nebenbei verdienen…). Aber das verhindern wir nicht durch eine stärkere Kriminalisierung der Schwarzarbeit, sondern durch anständige Reformen der Wirtschaft.

Absolut, das sehe ich auch als Problem. Aber das ist ja gerade kein Problem von Schwarzarbeit, sondern eher eine Ursache von Schwarzarbeit, die es zu bekämpfen gilt.

Hier sind wir uns völlig einig, gerade im Unternehmensbereich gibt es eine absolute Null-Toleranz-Linie gegen Schwarzarbeit. Ich rechtfertige hier lediglich die Schwarzarbeit im Sinne eines sehr geringfügigen Zuverdienstes von bestimmten Berufsgruppe oder Arbeitslosen, die Tätigkeiten erledigen, die sonst gerade nicht kostenpflichtig erledigt lassen würde. Also die Gartenarbeit, für die der Gartenbesitzer dem Arbeitslosen 20 Euro in die Hand drückt, die er sonst selbst erledigen würde oder die andernfalls einfach reduziert würde (aber für die er niemals eine Gartenbaufirma beschäftigen würde). Das sind die Fälle, in denen meines Erachtens kein Schaden entsteht.

Du machst hier auch den Fehler, dass du im ersten Absatz entweder generell davon ausgehst, dass alle diese Schwarzarbeits-Tätigkeiten sonst von „sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern“ erledigt würden - oder du ignorierst schlicht, dass viele dieser Tätigkeiten ohne Schwarzarbeit als Do-It-Yourself oder gar nicht erledigt würden. Dieser Aspekt ist aber gerade die Grundlage für meine Einschätzung, warum Schwarzarbeit ausschließlich in diesen Fällen nicht so schlimm ist, wie sie gerne gezeichnet wird. Du hingegen reißt die Zitate aus dem Zusammenhang und nutzt sie als Strohmann, um gerade gegen Schwarzarbeit zu argumentieren, die nicht zu dieser Fallgruppe gehört, indem du mit wegfallenden Sozialversicherungen argumentierst.

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„Ich sage lediglich, dass Schwarzarbeit in bestimmten Kontexten unter Umständen nicht so schlimm ist, wie sie dargestellt wird …“
Wo ist die Grenze? Müsste das „Geringfügigkeitsprinzip“ dann aus Gleichheitsgründen nicht auch für Schwarzfahrer im ÖPNV gelten, die heute im Extremfall dafür sogar eine Freiheitsstrafe verbüßen müssen? Oder könnte sich mit der Argumentation auch ein Abiturient durch Abitur klagen, wenn er knapp am Bestehen vorbei gerauscht ist?

Gelegentliche Gefälligkeiten unter Freunden, Nachbarn, Verwandten gegen ein Trinkgeld oder eine Aufwandsentschädigung kennt man unter dem Begriff „Nachbarschaftshilfe“ und sind Teil des gesellschaftlichen Lebens, das hat nichts mit gewerbsmäßiger bzw. regelmäßiger Schwarzarbeit zu tun. Für kleine Dienstleistungen gegen Entgelt gibt es das Minijob-Gesetz oder das Haushaltsscheckverfahren incl. Unfallversicherung für den Dienstleistenden.

Außerdem wurde im Steuerrecht zur Bekämpfung der Schwarzarbeit die Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen geschaffen, um die höheren Kosten zumindest teilweise erstattet zu bekommen.

Das Argument, dass Dienstleistungen nicht mehr nachgefragt oder reduziert werden, wurde auch gegen die Erhöhung des Mindestlohns vorgebracht. Als würden die Menschen weite Strecken in Kauf nehmen, um sich im (östlichen) Nachbarland die Haare billiger schneiden oder die Fenster putzen zu lassen. Trotz Mindestlohnerhöhung gingen die Menschen weiter zum Friseur um die Ecke … Ja, ist kannte mal einen durchschnittlichen Manager mit sechsstelligem Jahresgehalt, der sich darüber aufregte, dass sein Friseur den monatliche Haarschnitt von 12 auf 15 € erhöhte (ganz regulär im Friseurladen) … es ist eine Frage der ethischen Grundhaltung, wie Arbeitsleistung gemessen und honoriert wird.

„Wie viel Euro ist einem Ingenieur, der für 5 Stunden die Woche ein Kindermädchen oder eine Putzfrau beschäftigten möchte, seine darauf verwendete Zeit wohl wert? Aber selbst wenn es nur 50% oder 100% mehr sind - oft wird sich das Kindermädchen für 8 Euro die Stunde noch lohnen, …“
Als Ingenieurin musste ich vor rund 20 Jahren drei Jahre Elternzeit nehmen und schließlich den aktuellen Job aufgeben, weil ich keine bezahlbare Kinderbetreuung und Haushaltshilfe fand. Selbst die wenigen Angebote in Schwarzarbeit waren so teuer, dass es sich nicht lohnte. In Großständten wurde der Mangel an bezahlbaren Dienstleistungen schon immer ausgenutzt, im Raum München waren damals Haushalts-/Putzhifen i.d.R. nur in Schwarzarbeit und ab 20 €/Stunde zu bekommen, die Kinderbetreuung fing bei 15€ pro Kind und Stunde bei Schülern/Studenten an, in Schwarzarbeit lag der Stundensatz um einiges höher. Die Gewerbeaufsicht war damals schon alarmiert und kontrollierte regelmäßig. Und was für mich immer gegen Schwarzarbeit spricht: das Haftungsrisiko - nicht nur wegen der Gewerbeaufsicht, sondern auch wegen möglicher Schäden, Verletzungen etc.

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Zu der Thematik gibt es auch spannende Modelle aus dem Ausland (bspw. Belgien) die Arbeitsfelder die üblicherweise in der Schwarzarbeit laufen mit einem legalen Modell in Konkurenz stellen und dann das legale Modell stark subventionieren.
In Belgien gibt es bspw. Gutscheine für Haushaltshilfe und ähnliches, von diesen Gutscheinen kannst du dir aber nur Menschen anstellen die regulär arbeiten - damit trocknen die dort relativ erfolgreich einen großes Feld der Schwarzarbeit aus - gleichzeitig entstehen nominal erstmal Kosten für den Staat, die Ersparnisse die es gibt stehen hingegen nur in wissenschaftlichen Publikationen und sind natürlich keine leicht ausweisbare Zahl im Staatshaushalt (kam so ähnlich auch schonmal in der Lage vor)

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