Wie kam es zur Idee der Ausweitung der Zuckersteuer auf Zero Getränke?

Zuerst hast du behauptet, Süßstoffe würden zu Gewichtszunahme führen.

Dazu habe ich Prof. Dr. Martin Smollich zitiert (Pharmakologe, approbierter Apotheker und Professor für Ernährungsmedizin), der sich exakt zu diesem Thema äußert und sehr klar konstatiert, dass deine Aussage nicht haltbar ist. Auch @Christian87 @Daniel_K schreiben dazu ausführlich und klar.

Statt dir die aktuellen Erkenntnisse anzuschauen, kramst du ein 3 Jahre altes Dokument heraus. Kann es sein, dass du gar nicht bereit bist, deine Position zu hinterfragen?

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… Und genau aus diesen stichhaltigen Gründen hat das Verfassungsgericht sowohl die Gurtpflicht als auch das Verbot von Kokain gekippt.

Diese beiden Eingriffe lassen sich offenbar besser rechtfertigen, als jemanden Privat Zucker oder Alkohol zu verbieten.

Und doch kann der Staat mehr tun als Suchtberatung und ärztliche Hilfe auszubauen. Werbeverbote, Altersbeschränkungen und zusätzliche Steuern zum Beispiel.

Das ist juristisch auch anderer Tobak als ein generelles Verbot wie zb bei Koks. Und ne neue Steuer bringt auch wieder viel Verwaltung mit sich..

Ich weiß überhaupt nicht worauf du hinaud willst. Deine Aussage, der Staat könnte bei Zucker oder Alkohol nichts machen außer Suchtberatung und ärztliche Hilfe anbieten ist schlicht falsch. Erkenn das doch mal an und korrigier es, statt irgendwelche Ausweichbehauptungen zu diskutieren.

Ich habe geschrieben bei Alkohol- und ZuckerSUCHT. Natürlich kann man die Steuer für Alkohol heben und eine für Zucker einführen und sicherlich gibt es noch andere Maßnahmen. Das würde vllt auch zu weniger Sucht führen und die Kosten im Krankenhaus reduzieren, die die Gesellschaft ja tragen muss. Dein Vergleich bezog sich ja unter anderem auf ein generelles Verbot, wie zb bei Koks. Und da habe ich lediglich gesagt, dass ein generelles Zucker- und Alkoholverbot wohl schwer zu rechtfertigen ist, weil es den Staat wenig angeht, wenn da jemand privat zu viel konsumiert.

Wie die Argumentation bei der Gurtpflicht war, also dein anderes Beispiel, weiß ich nicht. Das war vor meiner Zeit..

Mit der Tabaksteuer versucht man ja auch etwas in eine Richtung zu lenken.
Mit der Steuer auf gesüßte Getränke macht man dann das gleiche.
Auch wenn Zucker ein großer Treiber der Fettleber bei jungen Menschen ist, Süßstoff trägt hier ebenfalls bei

Das Wort Süßstoff kommt auf der Seite nicht vor.

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Jeder Mensch hat irrationale Ängste – auch ich habe in den letzten Jahren Höhenangst entwickelt. Du verbreitest hier wiederholt deine Bedenken, was Süßstoffe betrifft. Dabei wurden schon etliche Quellen genannt, die differenziert darlegen, dass Ergebnisse aus dem Mausmodell nicht dasselbe sind wie klinische Studien, dass es unterschiedliche Süßstoffgruppen gibt, die unterschiedlich verstoffwechselt werden, und dass es immer auf die Menge ankommt, die man zu sich nimmt. Auch Kochsalz ist gefährlich, wenn man zu viel davon zu sich nimmt. Sogar Wasser kann in zu großen Mengen töten.
Nun verbindest du eine gesicherte Aussage zur Wirkung von Zucker und den dazugehörigen Link mit deiner nach aktuellem Stand nicht haltbaren Aussage über Süßstoffe, ganz pauschal.
Wie fändest du es, wenn ich hier im Forum wiederholt schreiben würde, Baustellenführungen in gotischen Hallenkirchen seien gefährlich und dazu einen Link zur Besteigungsgeschichte der Eiger-Nordwand posten würde?

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Darüber kann man durchaus streiten. Ich befürworte den Public Health Ansatz von Gesundheitspolitik. Gesundheitspolitik soll sich nicht darauf beschränken, ein System zu etablieren, dass repariert, was kaputt gegangen ist (Krankensystem), sondern muss viel früher ansetzen: Bei der Vermeidung und Prävention von Krankheiten (Gesundheitssystem).

Wer sich mit Zucker, Alkohol oder Nikotin wissentlich selbst schädigt, schädigt die Gesellschaft, denn er nimmt wissentlich und billigend in Kauf, das Kranken-, ggf. das Pflege- und evtl. auch das Sozialsystem in Anspruch nehmen zu müssen.

Leider sehe ich keine praktikablen Weg, solchen Leuten die Leistungen dieser Systeme zu verweigern. Dann soll aber der Staat als Vertreter der Gesellschaft Anreize setzen und ggf. auch Verbote erlassen, um gesundheitliche Schäden zu minimieren.

Das gilt natürlich nur für Bereiche, in dem die Gesundheitsrisiken wisschaftlich belegt und daher völlig klar ist. Der Staat kann und soll nicht auf Risiken reagieren, an die ein Teil der Bevölkerung „glaubt“.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an die Diskussion über die Impfschäden der Corona-Impfung.

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Gibt es nicht Ansätze wie das Tragen von Teilkosten, wenn es zu einem Schaden durch das individuelle Fehlverhalten kommt?

Beispielsweise das Dranlassen von Anhängerkupplungen, die gerade nicht gebraucht werden, bei Auffahrunfällen?

Oder das Nichttragen von Fahrradhelmen, es gibt einen Unfall und im KH wird klar, da hätte man weniger Kosten, wenn ein Helm getragen worden wäre?

Ich weiß nicht, ob sowas auch von staatlicher Seite möglich ist.

Aber selbstverständlich wäre mir eine strengere staatliche Steuerung von gesunder Ernährung als präventive Gesundheitspolitik sehr sehr willkommen.

Wurde nicht sogar „diskutiert“ (nenn ich es mal) die Steuer auf Milchersatzprodukte zu erheben? Oder bin ich da falsch infromiert?

Das erscheint mir noch viel rätselhafter als die Sache mit dem Süßmitteln. Auch ohne wissenschaftliche belegte Gesundheitsgefahr bleib bei Süßmitteln die Gefahr der Gewöhnung an Süßes. Und wer Süßes kennt greift auch zu mehr Süßem - auch bei Produkten wo noch Zucker unversteuert ist. Insofern wäre es durchaus konsistent zu sagen: wir wollen grundsätzlich weniger gesüßte Getränke egal ob Zucker oder Ersatz.

Aber bei Milchersatz? Zumal parallel Milch subventioniert wird und Kühe nicht gerade zur letzten Generation gezählt werden können (wobei sie daran nicht Schuld sind)

Ich würde es andersrum sehen: warum nicht auch auf Milch? Ob ich einen Haferdrink oder einen Apfeldrink mit Zucker kaufe sollte für die Besteuerung des Zuckers keinen Unterschied machen. Ebenso der Kuhdrink.

Sorry wenn es falsch verstanden wurde. Zucker ist die Datenlage (wiederholt) zugegeben starker.

Trotzdem besteht ein nicht unerhebliches Risiko dass Süssstoffe beispielsweise zu einer fettleber führen können. Daher ist es sinnvoll diese gleich mit in das gesetz mit einzubeziehen , nochmals eine bereits genannte Studie

eine große Beobachtungsstudie mit 123.788 Teilnehmenden und langen Nachbeobachtungszeiten, was die Aussagekraft stärkt, aber keine noch Kausalität beweist.

Datenbasis ist groß, die Beobachtungsdauer lang, und die Ergebnisse sind nicht nur auf Selbstbehauptungen gestützt, sondern auf wiederholte Ernährungsfragebögen und klinische Auswertungen. Dass sowohl Zucker- als auch Süßstoffgetränke mit höherem Leberfett und höherem MASLD-Risiko zusammenhängen, macht die Meldung medizinisch relevant. Die Meldung ist zudem nicht alarmistisch formuliert, sondern nennt Mechanismen und Limitationen, was für journalistische Qualität spricht.

Positiv ist, dass der Artikel konkrete Zahlen nennt, etwa ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko bei zuckerhaltigen Getränken und um 60 Prozent bei zuckerarmen bzw. künstlich gesüßten Getränken über 250 g/Tag.

Ich meine es geht um ein geleaktes Papier, nichts was offiziell eingebracht oder verkündet wurde. Mit anderen Worten: Klingbeil hat sich gar nicht irgendwie persönlich vorgewagt, deshalb kann er jetzt auch nicht zurückrudern. Dass Vorschläge in Ministerien diskutiert werden muss legitim sein.

Ich finde die Message aus dem ganzen auch sehr problematisch. Es war (ich meine auch in der Lage) bereits schon öfter Thema, dass Politiker sich heutzutage viel zu häufig zu Themen rechtfertigen müssen, die sie in der Praxis gar nicht vorhatten, sondern nur intern diskutiert wurden.

Vergleichen wir das ganze mal mit einem Brainstorming in der Firma: Der Chef gibt die Anweisung „hey, wenn ihr eh gerade an der Zuckersteuer sitzt, überlegt doch mal, wo wir sonst noch so Einnahmen generieren können.“. Dann setzen sich die Kollegen hin und nach drei Stunden Diskussion haut einer raus „ich hab mal irgendwo gelesen, dass Zero-Produkte auch gesundheitsschädlich sind, vielleicht nehmen wir das auch mit auf?“. Und dann macht da irgendeiner ein Foto vom Whiteboard, schickt das an die Presse und sagt „das Finanzministerium plant eine Steuer auf Zero-Produkte.“. Und dann muss der Chef sich hinstellen und sich rechtfertigen, dass sie nie solche Absichten hatten. In jeder Firma wäre das für die jeweilige Person eine sofortige Abmahnung und Rausschmiss.

So kann und sollte Politik nicht funktionieren. Ich bin es langsam leid, ständig über irgendwelche Leaks zu diskutieren, die in der Praxis vermutlich niemals umgesetzt werden und kann da eine Frustration in der Politik absolut nachvollziehen.

Wir müssen und sollten uns ganz genau Kabinettsentwürfe, Gesetzesentwürfe und die öffentlichen Äußerungen von Politikern anschauen, das bietet genug Material, nicht die Meeting-Inhalte einzelner Abteilungen, die durch klickgeile Presseportale hochgepuscht werden.

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Die Studie aus diesem Bericht ist immernoch nicht veröffentlicht. Anscheinend wurden die Ergebnisse im Oktober '25 auf einer Konferenz präsentiert, aber es ist immernoch nichts durchs peer review Verfahren gekommen. Das macht mich misstrauisch.

Das einzige, was ich finden kann, ist ein preprint aus dem Juli '26, bei dem die Anzahl der Teilnehmenden auf einmal nur noch halb so groß ist: Artificially sweetened beverage intake and risk of liver-related adverse events in individuals with MASLD: A prospective UK Biobank cohort study

Was mich bei dieser Studie außerdem skeptisch macht, ist, dass das confidence interval mit 1.02-1.93 angegeben wird. Das Interval ist sehr breit und nur ganz knapp über 1, unter 1 wären die Ergebnisse nicht mehr statistisch signifikant. Zusammen mit der Tatsache, dass sich die Anzahl der Teilnehmenden verändert hat und dass es solange dauert, die Ergebnisse zu veröffentlichen, wäre ich sehr vorsichtig, zu viel Gewicht nur auf diese Studie zu legen. Das erweckt bei mir eher den Eindruck, als würde da ein Datensatz solange bearbeitet, bis ein interessantes Ergebnis rausfällt.

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? Nach den preprint kann es auch mal 12 Monate oder etwas länger dauern. Das ist normal.

Es wurde Zucker und Süßstoff statistisch untersucht. Dabei zeigte sich beim Süßstoff ein höheres Risiko eine fettleber zu bekommen.

Und jetzt sollen wir den Kindern und Jugendlichen (die trinken gerne das Zeug) die Zucker und / oder Süßstoff gesüßte plörre billig verkaufen schauen in ein paar Jahren wieder wie es den heutigen 10% mit nicht alkoholischen fettleber geht und ob nicht ein paar dazukommen sind?

Das wäre grob fahrlässig zu mal weitere Unsicherheiten bestehen
Wie schon oben erwähnt

Normal ist das nicht, sondern eher ein Zeichen, dass die Gutachter Kritikpunkte an der Studie haben, diese aber in Summe nicht gewichtig genug sind, um die Studie grundlegend abzulehnen.

Es könnte zum Beispiel sein, dass die Autoren aufgefordert wurden, fehlende Daten nachträglich zu erheben, was je nach Studiendesign bedeuten kann, Teile der Untersuchung zu wiederholen. Oder ein Gutachter hat um Aufschub gebeten, um die Untersuchung selbst zu reproduzieren.

Die lange Laufzeit des Peer Reviews heißt andererseits aber ausdrücklich nicht, dass die Studie offensichtlich fehlerhaft oder falsch ist. Wäre das der Fall, dann hätten die Gutachter binnen weniger Wochen dem Editor geraten, die Veröffentlichung abzulehnen, und der Prozess wäre schon lange abgeschlossen.

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Es zeigt mir vor allem, dass wir zu der Thematik „Süßstoffe“ sind genauso gefährlich wie Zucker, keine eindeutige Studie haben die diese Aussage belegt: https://www.bfr.bund.de/cm/343/suessungsmittel-mehrheit-der-studien-bestaetigt-keine-gesundheitsbeeintraechtigung-allerdings-ist-die-studienlage-unzureichend.pdf

Wenn es einfach nur darum geht, dass sich die Leute zu sehr an „Süße“ Getränke gewöhnen (und das scheint mir in der Breite der Hauptkritikpunkt zu sein), dann ist das eine völlig andere Geschichte als zu behaupten: Süßstoffe schaden der Gesundheit.

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