Sowohl das Zitat als auch den zugehörigen Link zur Quelle hatte ich bereits in einer Antwort an dich gepostet (s. o.).
–
Folgendes sei noch nachgetragen:
Ebenso wie in den Studien zu autoritären Überzeugungen finden sich in der nationalen und internationalen Forschung robuste Belege über den Zusammenhang von sozialen Dominanzorientierungen und rassistischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Einstellungen.
In Abgrenzung zu Altemeyers „enemies of freedom“ könnten Personen mit hohen Ausprägungen von SDO auch als „enemies of equality“ bezeichnet werden (Sidanius/Pratto 1999).
John Duckitt (2001) hat beide Konzepte, die autoritären Überzeugungen und die SDO in einem „dualen Prozessmodell“ zusammengefasst. Er geht davon aus, dass Personen mit ausgeprägten autoritären Überzeugungen die Welt als bedrohlich und gefährlich wahrnehmen („Dangerous World“), sich deshalb konform verhalten und von anderen Menschen auch konformes Verhalten erwarten und einfordern. Personen mit ausgeprägter SDO hingegen nehmen die Welt als Dschungel voller Konkurrenzkampf wahr („Competitive World“), in dem man nur durch kämpferisches und dominantes Verhalten überleben kann.
In einer Metaanalyse mit 46 Einzelstudien und insgesamt 12.939 Personen konnten Perry, Sibley und Duckitt (2013) die im dualen Prozessmodell vorhergesagten unterschiedlichen kognitiv-motivationalen Prozesse von RWA und SDO empirisch bestätigen.
Alternativ wird dann noch ein eher hypothetisches Konzept eingeführt:
Der autoritäre Gruppen-Narzissmus kann ein ergänzender Ansatz sein, um jene Organisationen, Akteur:innen und Sympathisant:innen beobachten und analysieren zu können, die auf den Straßen, in den Parlamenten oder in den Medien eine Zukunft propagieren, in der die Grenzen „dicht“ sind, vermeintlich illegal eingewanderte Menschen sofort abgeschoben werden, das EU-Parlament abgeschafft, eine „Gender-Ideologie“ und der „Klimawahn“ gestoppt, die eigene Gruppe oder Gemeinschaft nicht nur wieder groß, sondern ihre scheinbare Größe und Einzigartigkeit zum Maßstab aller gemacht werden soll.
Da ist man aber wohl noch in den Anfängen.
Wichtig erscheint mir hier die Betonung von Anti-Egalitarismus und rücksichtslosem Konkurrenzstreben bei der SDO, die gruppenbezogenen Abwertungen zugrunde liegen. Um noch einmal daran zu erinnern, SDO ist der stärkste Prädiktor fürs Wählen rechter Parteien (s. o.).
Diese Kausalkette ist auch, wie mehrfach gezeigt und empirisch belegt, in sich schlüssig. Die Annahme der Kausalität von tatsächlicher sozialer Benachteiligung, dem insgeheimem Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit durch die dazu notwendige Umverteilung und dem Wählen rechter Parteien (aus angeblichem Protest) konnte hingegen nicht - weder logisch noch empirisch - bestätigt werden.
Hier kann man sich noch ein ganzes Buch runterladen:
Die AfD – psychologisch betrachtet
Dort wird auch noch mal bestätigt, “dass AfD-Wählende im Vergleich zur übrigen Wählerschaft besonders hohe Autoritarismuswerte aufweisen.”