Wie groß ist der Bock, den Baerbock geschossen hat?

Es ist das immer wiederkehrende Spiel im Wahlkampf: Wenn die eigene Partei knietief im Sumpf von Vorteilsnahme, Interessenskonflikten bis hin zu klaren Korruptionsfällen steht, wird jede Gelegenheit wahrgenommen das Bild zu vermitteln, dass doch die anderen auch nicht besser seien.
Was ist passiert: Weihnachtsgeld der eigenen Partei wurde verspätet gemeldet, das aber nicht öffentlich gemacht. Ja, ersteres ist ein formaler Verstoß.
Vielleicht kann mir jemand helfen: Gibt es irgendeinen Grund zur Annahme, dass es mehr als das ist?
Ich sehe nicht mal einen Hauch von Vorteilsnahme oder Interessenkonflikt - und das muss doch letztlich der wichtigste Maßstab sein.
Und das die verspätete Meldung nicht öffentlich gemacht wurde - gibt es dazu irgendwelche Vorgaben? Wenn nein, wieso sollte man das tun. Höchstens um der BILD das Thema wegzunehmen.
Ich hätte mir eine noch klarere Einordnung gegenüber den zuletzt bekannt gewordenen brisanten Skandalen in der CDU gewünscht - jede einzelne dieser Geschichten ist von ganz anderer Kategorie. Wenn jetzt unter dem Strich hängenbleibt, dass Frau Baerbock ja auch irgendwie nicht sauber ist, halte ich das für sehr problematisch.

Und zu den weiteren „Stolperern“: Wenn man zu Kurstreckenflügen ein kleines bisschen konkret wird, sollte man das loben (hat die Lage ganz kurz in Klammern getan, aber eben kaum wahrnehmbar) und nicht als Stolperer bezeichnen. Wenn schon solche Aussagen im Wahlkampf dazu führen, dass man Stimmen verliert, dann wirklich gute Nacht für den Plan zur Reduktion des CO2-Ausstoss.

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Zu Deinem ersten Absatz: Sehe ich genau so

Zu Deinem zweiten Absatz: Ja. Wir haben jetzt mai und Wahl ist im September.
Wollen wir das über Inhalte gesprochen wird? Dann werden wir uns wohl daran gewöhnen müssen das Kanditat:innen inhaltliche Aussagen über Ihre Pläne für die Regierung tätigen die auch mal nicht von allen Wähler:innen direkt positiv gesehen wird.

Wenn Medienschaffende jetzt die nächsten 4 Monate lang jede Woche sobald eine Politiker:in einen inhaltlichen Punkt gemacht hat sich damit auseinandersetzt was das mit den Wahlchancen macht und was dieser eine Punkt für Auswirkungen auf die Umfragen hat werde ich vermutlich aufhören müssen Medien zu konsumieren, das hält ja kein Mensch aus :wink:
Ja, Annalena Baerbock ist nicht der Messias, ja sie bekommt einen enormen Gegenwind von den konservativen politischen Kräften und ich würde vermuten dass Springer da noch nachlegen wird. Und natürlich sind die konservativen Kräfte sowie Springer enorm stark in der Meinungsmache unserer Gesellschaft, und das war doch allen beteiligten klar.
Jetzt Artikel zu schreiben oder zu kommentieren „Huch, das wird ja alles gar kein Selbstläufer für Frau Baerbock“ halte ich für … total dämlich.

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Ist ja klar, im September ist Wahl und daher werden jetzt eben die Kandidaten etwas „duchleuchtet“. Jeder möchte schließlich über ein etwaiges Parteiprogramm hinaus wissen, wes Geistes Kind ein womöglicher Bundeskanzler wohl ist.
Interessant ist, wie nervös Parteien auf so etwas reagieren. Bei Frau Baerbock geht es m.E. nicht nur darum, ob sie jetzt Juristin im deutschen Sinne ist, sondern dass ihr Lebenslauf inzwischen mehrfach geändert wurde, siehe Studium des "öffentlichen Rechts" aus Baerbocks Lebenslauf gelöscht.
Wenn irgendwo steht: „Studium an der Universität Hamburg: Politikwissenschaften, öffentliches Recht (2000-2004)“, erwartet man schon irgendwie, dass da mehr als ein Vordiplom am Ende stand oder zumindest die Fächer auch so stimmen. Anderenfalls ist einer Bemerkung „Mehr Schein als Sein“ wenig entgegenzusetzen.
Politische Qualifikation sollte i.w. auf anderer Basis bewertet werden, interessant bleibt, wie hier agiert wird.

Ich finde es sehr sehr schade, dass hier von der Lage nicht gut recherchiert wurde.

Es gibt zum dieses Thema in der Folge von PODCAST: ALLES GESAGT? / INTERVIEWPODCAST
:Annalena Baerbock, wie grün ist Deutschland wirklich?
(ZEIT ONLINE | Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.)
einen längeren Abschnitt.

Gerade weil es hier eigentlich nicht Mal ein echtes Thema gab, aber es bei euch so hingestellt wird als hätte sie irgendwas ‚verschleiert‘.

Ihr sagt ja selbst, dass Falschmeldung durch ständiges wiederholen hängen bleiben und genau das macht ihr hier (in meinem Augen)

Ich wurde am Wochenende von meiner Schwiegermutter angesprochen mit „ja die baerbock hat nicht Mal einen Abschluss“ und als ich ihr die Fakten erklärt habe, war das Thema raus aus der Diskussion über die Grünen.

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Ich stimme komplett zu. Die Diskussionen erinnern doch stark an die Hufeisen-Idee, dass Gewalt von Links genauso gefährlich sei wie von rechts.

Ich war auch überrascht wie ungenau ihr den Vorwurf betrachtet habt, dass Baerbock sich ein Jura-Abschluss andichtet. Während in den Fraktionen der großen Koalition reihenweise Doktor-Titel wieder eingesammelt werden müssen, ist Baerbock mit einem Vordiplom an die LSE gewechselt und hat da einen Master gemacht.

Das ist total normal. Da ist nichts dran. Die Quellenlage ist auch nicht unübersichtlich (Zitat Ulf). Alle Abschlüsse wurden mittlerweile geteilt. Sind für alle im Internet zu lesen.

Ich bin überrascht wie ungleich die Themen behandelt werden und dann wieder nicht überrascht.