Was tun, falls die AfD regiert?

Ich gebe mir Mühe: Ihr versucht Angst zu schüren (oder seid selbst von Angst zerfressen).
Die „Flucht aus Deutschland“-Phantasien wirken auf mich ähnlich wie die Angst von Rechtsaußen vor Menschen mit nicht ausreichend „deutschem Blut“. Die Story, dass AfD und Union bald zur Flucht aus Deutschland zwingen werden, ist Blaupause für Radikalisierung und Gewalt.

Edit: im vorherigen Beitrag wird ja sogar vom „bewaffneten Kampf aus dem Untergrund“ gesprochen und von „Widerständlern“ (sind damit Forumsbeiträge hier gemeint?). q.e.d.

Welche Behörde und welches Gericht rät denn zur Flucht aus Deutschland, weil AfD und Union so furchtbar sind?

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Warum ist das für dich nicht glaubhaft? Menschen im Süden fliehen wegen Perspektivlosigkeit, Krieg, Verfolgung und Klimawandel.

Hier hat man das Gott sei Dank alles nicht mehr, deshalb flieht man vor einer rechtsextremen Regierung. Ich denke, dass die meisten Menschen Richtung Skandinavien oder Kanada auswandern würden.

Was ist denn deine Reaktion oder Antwort auf eine AfD Regierung auf Bundesebene? Es als demokratischen Willen abstempeln und weiter im Text?

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Wieso denkt ihr eigentlich, dass die Skandinavier euch alle wollen? Ich denke ehr da wird die Grenze fix dicht gemacht.

Das was du machst ist aufgeben und sehr viele schwache zurück lassen. Denn auswandern können ehr nur Menschen mit ordentlich Geld, also Profiteure unserer Demokratie. Da finde ich es sehr egoistisch den Rest zurückzulassen. Wenn dann der Rest die Faschisten wieder zurückgedrängt hat braucht ihr Auswanderer sich nicht mehr wieder kommen.

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Hey, ich diskutiere nur. Ich habe nicht gesagt, dass ich auswandern würde. Ich mache hier nur advocatus diaboli pro Auswandern, weil ich den Gedanken verstehen kann.

Der Gedanke ist aber eben zutiefst egoistisch und wieder mal ein Privileg von vermögenden Menschen oder Menschen mit hohen Einkommen. Da ist dann die Progressivität plötzlich nicht mehr so wichtig.

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Ich würde behaupten, dass auch weniger vermögende Menschen auswandern können. Würde dir aber zustimmen, dass es für vermögende Menschen natürlich einfacher ist. Ich würde es vermögenden Menschen aber nicht verübeln, wenn sie nicht von einer AfD regiert werden möchten. Es gibt sicherlich auch viele vermögende Menschen, die sich aktiv gegen die AfD engagieren und positionieren. Wenn das alles nicht fruchtet, dann kann ich verstehen, wenn man auswandert.

Diejenigen, die hier so vehement kontra Auswandern ‘argumentieren’, sind also der Meinung, die aus Nazi-Deutschland oder vor anderen faschistischen Regimen wie in Italien, Spanien, Portugal usw. Geflohenen hätten bleiben sollen/müssen.

Denn auf nichts anderes läuft diese Zurückweisung von Fluchtmigration hinaus.

Das ist dann doch ziemlich geschichtsvergessen.

Aber schon die berechtigte Frage, wohin auswandern?

Da mögen die Deutschen so ihre Favoriten haben, aber die Frage ist, wollen die uns alle? Vielleicht flüchten auch dann Polen, Balten, Finnen u.a.
Wer garantiert das nicht plötzlich Grenzen geschlossen werden?

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Es ist ein großer Unterschied ob Minderheiten aus einer gewachsenen faschistischen Diktatur fliehen oder ob Menschen mit Vermögen sich einfach verpissen und den Rest zurück lassen. Dann kann man eben sehen wer wirklich hinter seinen Worten steht und wer am Ende doch nur gern von den Vorteilen finanziell profitiert hat und dann wenn es wirklich zählt einfach abhaut. Klassischer Egoismus.

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Bertolt Brecht, Marlene Dietrich, Thomas Mann, Anna Seghers oder Ernst Reuter hätten also deiner Meinung nach bleiben müssen?

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Nein, denn sie waren aktiv in ihrem Leben bedroht.

Wie gesagt, wenn sich hier eine Regierung festsetzt, die aktiv ihre eigenen Kritiker in dunklen Kellern verschwinden lässt, ist es das Recht jedes Einzelnen, in den Widerstand zu gehen oder das Land zu verlassen. Wie ich aber auch schon zu Syrien gesagt habe: Es gibt keine Pflicht zum Krieg gegen die eigene Regierung. In diesen Fällen ist Flucht moralisch völlig zulässig. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung sich entscheidet, eine Regierung zu wählen, die eine Minderheit jagt, wäre es falsch, der Minderheit irgendwelche moralischen Pflichten aufzuerlegen.

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Nein, das hatte niemand behauptet. Aber die Zeiten haben sich geändert…
Ich setzte mal unseren jetzigen Massstab der „Willkommenskultur“ an. Und wenn wir das dann von anderen erwarten, wird deren Willkommenskultur sehr überschaubar bleiben. Ich glaube kaum dass 1 oder 10 Millionen Deutsche gern willkommen sind.
Klar - für die Vermögenden ist es einfacher, aber die „weniger Vermögenden“?

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Im einen Fall geht’s um Herkunft, was genau nichts darüber aussagt, ob jemand eine Bedrohung ist, noch dazu eine rein von außen konstruierten Gruppe, die sich tatsächlich in keiner Weise selbst als Gruppe organisiert und die politisch mindestens so heterogen wie machtlos ist.

Im anderen geht es um die Partei mit der mit Abstand höchsten (Gewalt-)Kriminalitätsrate unter den Parteien im Parlament bei Amts- und Mandatsträger und Mitgliedern. Die ausweislich gerichtlich bestätigter Gutachten der zuständigen Behörde reichlich belegt eine völkisch-nationalisitische Agenda verfolgt und sich immer weiter radikalisiert, ohne dass das auf ihre Wählerschaft abschreckend wirken würde. Deren Mitglieder und Amtsträger immer wieder mit eindeutigen Referenzen zum Nationalsozialismus auffallen und auch schon wiederholt ihren politischen Gegnern und nicht ausreichend rechtsextremen Lehrkräften u.a. die “Entsorgung” bzw. “millionenfache Remigration” angedroht haben. Die auf allen Ebenen personell aufs engste mit rechtsterroristischen Gruppen vernetzt sind, die offen mit den Diktatoren und Feinden unseres Landes von Moskau bis Washington zusammenarbeiten. Ist es nun “wahnhafter” Angst zu haben, dass die, wenn sie einmal an die Macht kommen, tun, was sie sagen, oder tiefenentspannt abzuwarten, denn wie wir ja alle wissen, ist es mit dem Faschismus in Deutschland ja noch immer gut gegangen…?

Was heisst schon “bald”? In welchem Jahr war der richtige Moment, um in den 30ern aus Deutschland rauszukommen? Wann hätte man wissen müssen, was da kommt? Dass auch Kriegshelden des WK1 nicht deutsch genug sein würden?

Du hast im Übrigen in einer Hinsicht Recht: ich denke nicht, dass die Flucht für die meisten möglich sein wird. Oder dass die überhaupt versucht würde. Ich denke die meisten werden sich so gut es geht auch in dieser Diktatur einrichten, falls es soweit kommt. Das wird für mich eher keine realistische Möglichkeit sein. Das macht mich nicht zu einem besseren Menschen, ich weiß einfach, dass ich im Zweifel den Mund nicht halten können werde. Dann bleiben Flucht oder Kampf und da würde ich schon unterscheiden zwischen einer selbstgewählten Diktatur und dem Angriff durch eine Diktatur von außen: wenn hier nochmal die Rechtsextremisten legal an die Macht kommen, dann nur, wenn eine Mehrheit das mitträgt. Da würde ich mich dieser Mehrheit gegenüber zu nichts verpflichtet fühlen. Deutschland hat von der Weltgemeinschsft eine Bewährungschance bekommen und vergeben. Dann hoffe ich, dass die nächste Niederlage so total sein wird, wie es verdient ist und sehe zu, dass ich und meine Familie vorher rauskommen, wenn es geht.

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Wenn ich mir den Thread durchlese und auch insbesondere bei deinem Kommentar, muss ich @Mitte recht geben. Mir scheint der Thread etwas hysterisch.

Ich bezweifle sehr stark, dass eine wirklich nennenswerte Masse im Falle einer AfD-Regierung auswandern würde.

Meloni wurde während bzw. bei der Wahl als ähnlich extrem wie die AfD dargestellt. (Keine Ahnung, wie extrem sie wirklich ist; das ist mein Eindruck, den ich durch die Medien bekommen habe.) Und aus Italien sind mir keine Fluchtbewegungen aufgrund ihrer Wahl bekannt.

Davon ab, warum sollten bei einer AfD-Regierung Polen, Balten und Finnen flüchten? Ich sehe da den Zusammenhang nicht.

Übrigens: Hier wurde ja mehrmals Skandinavien als mögliches Auswanderungsziel (oder sollte man Fluchtziel sagen?) genannt. In Schweden gibt es die Schwedendemokraten, die der AfD ähnlich sind. Die aktuelle schwedische Regierung wird von den Schwedendemokraten gestützt. Wenn man also wegen einer AfD-Regierung auswandert, bezweifle ich, dass man in Schweden glücklich wird. Dass die meisten in diesem Forum mit der Regierung der dänischen Sozialdemokraten nicht einverstanden ist, dürfte auch klar sein. Daher bin ich hier ebenfalls nicht sicher, ob diejenigen, die auswandern wollten, dort glücklich würden.

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Genau das kritisiere ich. Da sieht man dass die Vermögenden und gut Verdiener in guten Teilen auch hier im Forum eben auch nur solange solidarisch und progressiv sind, solange es nicht weh tut.

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Sorry, war da gedanklich noch bei der Wehrdienst-Debatte. Gedanke war wenn es Krieg in Europa gibt, betrifft es nicht nur Deutschland.
Aber wenn in mehreren europäischen Staaten Rechte Regierungen an die Macht kämen, schränkt das die Wahlmöglichkeiten ja auch ein.

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Die europäischen Demokratien und die EU sind heute im Vergleich starke Institutionen, die solche Umsturzversuche besser bremsen oder stoppen können, als das vor 100 Jahren der Fall war. Aber wie bei allen politischen Systemen bröckeln am Anfang nur kleine Steine unbemerkt raus, bis der eine Stein zu viel alles ins Rutschen bringt und dann wirkt es auf Zeitgenossen so, als wäre plötzlich das ganze Gebäude eingestürzt. Frag mal französische Adlige im 18. Jahrhundert, ab wann denen klar war, dass es zur Revolution kommen würde, oder Deutsche wann sie erkannt haben, dass 1918/19 das Kaiserreich enden würde, oder Eltern/Großeltern wann klar war, dass die UdSSR kollabieren würde. Im Nachhinein hat man es alles vorher kommen sehen können. Die Frage ist wie risikobereit man gegenüber Rechtsextremisten sein sollte. Ich würde deutlich für “Better safe than sorry” plädieren, aber wenn du und andere sich sicher genug sind, kann man die Rechtsextremisten ja mal mitregieren lassen und schauen, wo zwischen Ungarn, Polen, Italien, USA oder schlimmerem man damit rauskommt. Mir ist es das Risiko nicht wert.

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Und es wird dann zwangsläufig auch wieder Krieg geben. Spätestens, wenn die “millionenfach Remigration” als Maßnahme scheitert oder sich danach nicht das erhoffte, klinisch weiße Paradies einstellen werden wird, werden die Ausländer im Ausland schuld sein müssen und dann ist es nur noch ein kleines Stück, bis jeder irgendein Gebiet findet, dass eigentlich doch immer schon zum eigenen Land gehörte und dessen Rückholung dann die Größe der Nation wieder herstellen wird.

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Aber wenn in mehreren europäischen Staaten Rechte Regierungen an die Macht kämen, schränkt das die Wahlmöglichkeiten ja auch ein.

Ist es nicht etwas übertrieben, aufgrund einer rechten Regierung nicht in ein Land auszuwandern? Man kann ja politisch anderer Meinung sein, aber ich habe das Gefühl, das geht etwas zu weit. Zumal wir gefühlt seit Längerem einen Rechtsruck haben. Aber ja, wenn einem eine rechte Regierung schon zu viel ist, wird es mit dem Auswandern wohl wirklich schwierig.

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Wo zieht man die Grenze? Wenn eine AfD-Regierung ein Grund zum Auswandern ist, wäre eine LePen-Regierung in Frankreich oder eine Meloni-Regierung in Italien auch schon ein Grund, nicht dort hinzugehen?
Sicher eine sehr persönliche Einschätzung…

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