Erst mal basiert die These auf einer falschen Dichotomie von Waffenlieferungen und Verhandlungen. Das eine schließt ja das andere nicht aus - im Gegenteil. Und es stimmt auch einfach nicht, dass alle anderen Parteien gegen Verhandlungen wären. Richtig ist, dass AfD und Linke (eher) dagegen sind, die Ukraine weiter zu unterstützen. Aber während die Linke auch gegen eine drastische Erhöhung der Verteidigungsausgaben ist, fordert die AfD bis zu fünf Prozent des BIP - also bis zu 200 Milliarden Euro. Da für die Wahl beider Parteien einfach dasselbe Motiv zu unterstellen, finde ich schon ziemlich gewagt.
Außerdem blendet die These sämtliche anderen möglichen Gründe, eine der beiden Parteien zu wählen, einfach komplett aus.
Ich halte es generell für schwierig bis unmöglich, Wahlentscheidungen auf ein bestimmtes Motiv zu reduzieren - selbst wenn es dazu Daten aus Befragungen gibt. Aber diese These in ihrer Reduzierung auf ein einziges Motiv („liegt genau daran“) finde ich ehrlich gesagt nicht mal im Ansatz begründet.
Was meinst du denn mit „runterspielen“? Dass da irgendwer nicht so viel drüber geredet hat, wie er oder sie gerne gewollt hätte? Das klingt für mich schon ziemlich merkwürdig.
Hast du dafür eine Quelle?
[Edit: Nachtrag]
Diesen Vorwurf, dass quasi diejenigen, die die Ukraine unterstützen (wollen), eigentlich für den Krieg aka „das Elend“ verantwortlich sind, hast du ja schon früher erhoben und ich habe schon mal ausführlich darauf geantwortet: