Hallo zusammen,
in der aktuellen Lage berichtet ihr ja über die Möglichkeiten zum Einsatz privater Stromspeicher. Ein Punkt der mir hier zu kurz kommt ist die Perspektive der Netzbetreiber. Wir haben ja öfter im Sommer den Fall großer Stromerzeugung im Norden und großer Verbraucher im Süden. Aufgrund des fehlenden Netzausbaus kriegen wir den Strom vom Norden aber nicht in den Süden (Stichwort Redispatch). Diese Ungleichheit im Netz wird aber nicht über den Strompreis an der Börse abgebildet. Wenn jetzt zu diesem Zeitpunkt die Strompreise womöglich hoch sind (aufgrund des hohen Bedarfs im Süden) fangen möglicherweise alle Speicher an, ins Netz einzuspeisen und belasten das Netz (vor allem im Norden) noch mehr. Der Netzbetreiber hat hier auch überhaupt keine Steuerungsmöglichkeit. Ohne steuerbaren Eingriff der Netzbetreiber könnte das zu Situationen wie in Spanien/Portugal führen. Eine sehr gute Lösung wären hier verschiedene Strompreiszonen wie es sie in andern Ländern längst gibt. Natürlich würde das den Strompreis in Süddeutschland (bei einer Nord/Süd-Trennung) erhöhen, aber spiegelt eben die Realität wieder.
Und noch ein Punkt den ich aus meiner Perspektive (Einfamilienhaus in Südbayern, 3 Personen, PV Anlage (8,25kWp, Stromspeicher 5,5kWh, E-Auto mit 50kWh) mal anbringen möchte. Der nutzen des bidirektionalen Ladens wird meiner Ansicht nach völlig überbewertet. Im Sommer habe ich so viel Strom dass ich nicht mehr weiß wohin damit ;). Bedeutet das Auto ist immer voll und ich speise sowieso recht viel ein. Bei den dynamischen Stromtarifen ist es auch im Sommer eigentlich immer so, dass die Preise recht gering sind (Bezug und Einspeisung). Da fahre ich auch mit meinen derzeitigen 8 Cent Standardvergütung nicht so viel schlechter. Im Winter sind auch die dynamischen Preise höher und ich habe kaum Ertrag aus meiner PV. Wenn ich hier Ertrag habe, dann wird der im Haus (Wärmepumpe/Stromspeicher/Haushalt) verbraucht. Da bleibt kaum was über, das ich Einspeisen könnte. Wenn ich jetzt mein Auto auch noch nutze um in die Arbeit zu fahren (was ja gerade im ländlichen Raum überwiegend der Fall ist) wann habe dann noch die Möglichkeit den Auto Akku zum Einspeisen bzw. zum Zwischenpuffern zu nutzen. Maximal in der Übergangszeit aber selbst da, müsste das Auto ja zuhause stehen… Für mich (und wahrscheinlich viele andere Nutzer) wird der Nutzen hier völlig überwertet.