Rost und Weiterentwicklung
Ich stelle mir die Frage, ob dann eMobilität die einzig denkbare Technologie ist?
Ansonsten denke ich eher das die generelle Bezahlbarkeit von Mobilität relevant ist. Ist die bessere Technologie nicht teurer, fällt der Umstieg leichter.
Zustimmung - Diese Alternative ist IMHO viel zu kurz gedacht.
Es gab mal eine Zeit, da hat man gesagt, dass es viel zu viele Autos gibt und dadurch die Stadt / das Dorf weniger lebenswert ist. (das stimmt) Es wäre doch gut, wenn Bus und Bahn Angebot so gut wäre, dass kaum jemand ein eigenes Auto bräuchte.
Warum gibt es diese echten Visionen nicht mehr ? Einfach nur den Motor in der Karre austauschen ist doch wirklich ziemlich dürftig. In den 1970er Jahren gab es Kinderbücher, wo die Mobilität mit: S-Bahn, U-Bahn, Transrapid gedacht worden ist. Wäre es nicht Zeit diese Zukunft Realität werden zu lassen?
Ab wann wäre für dich die neue Technologie “nicht teurer”? Reiner Anschaffungspreis?
Naja, wenn wir davon ausgehen, wir haben nicht nur zwangsläufig relativ solvente Neuwagenkunden, sondern auch weniger begüterte Gebrauchtwagenfahrer, dann diese zwei Gruppen mal von unten beginnend:
1.Neuwagen auch ab Neupreis unter 25.000€; da kommt jetzt aber was. Allerdings eher Kleinwagen, aber geräumig genug.
- Gebrauchtwagen unter 10.000 €; auch familientaugliche Vans oder Kombis oder SUV.
Beispiele aus dem direkten Umfeld:
Junges Paar mit kleinem Kind, Budget etwa 8.000-10.000€
Auszubildende, kein Einkommen weil schulische Ausbildung, hat 4000€ gespart.
Mein Budget liegt bei maximal 10.000€ bei etwa 500km Pendelstrecken pro Woche, Auto als reiner emotionsloser Gebrauchsgegenstand.
In allen Fällen kein adäquater ÖPNV verfügbar, keine Lademöglichkeiten an Mietwohnung, eine öffentliche 11kw Säule etwa 2-5 km entfernt.
Bei mir allerdings in Kürze vergünstigte Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz.
Hab kürzlich noch geforscht, in der Preisklasse meist Klein- und Kleinstwagen mit eher kleinem Akku (um max 200 km Reichweite).
Ich denke da wird noch künftig mehr kommen, das Thema eAuto hab ich bei mir für 2029 etwa auf dem Zettel.
Dann mal schauen.
Es geht hier aber doch um den Austausch des Bestands. Da ist doch ausschließlich der Neuwagen relevant, da nur ein Neuwagen auch den Bestand ersetzen kann.
Gebrauchtwagen fahren ja weiter. Die Frage wie lange plant man die ein? Wer statt Gebrauchtwagen dann Neuwagen kaufen kann?
Aber ja, Neuwagen (hatte noch nie einen) würde ich den Einstieg bei 25.000€ netto sehen. Wer sich Neuwagen leisten kann.
Aktuell noch überschaubares Angebot, oder?
Aber allgemein: ein Deutschlandticket für 68€ mag für viele ein Schnäppchen sein, für andere unerschwinglich
Es muss ja nicht für jeden das E-Auto sein. Aber Alternativen. Über das Klapprad von eBay hinaus
Also die Bestandsflotte an fossilen Verbrennern muss ausgetauscht werden. Das geht rein logisch nur durch Neuwagen mit der neuen Technologie.
Der derzeitige Anteil an Neuwagen, der unter 25.000€ liegt, ist für das Problem weitestgehend irrelevant, da er so gering ist.
Relevant sind SUV und Kompaktklasse, da sie 50% der Neuwagen ausmachen. In diesem Segment ist der batterieelektrische PKW jetzt schon preiswerter, wenn man nicht ausschließlich den Anschaffungspreis betrachtet.
Dein “Gefühl”, dass die Neuwagen-Käufer alle nur preiswerte PKW wollen, täuscht dich. Die Zulassungszahlen sprechen eindeutig eine andere Sprache.
Ich sagte nicht alle. Ich sagte es gibt auch einen signifikanten Teil der bei den Kosten über 30.000€ als Neuwagenkäufer nicht zum Tragen kommt mangels finanzieller Möglichkeiten.
Ja, je mehr elektrische Neuwagen verkauft werden, desto weniger Verbrenner.
Damit ändert sich dann mit zeitlichem Verzug auch der Gebrauchtwagenbestand.
Je erschwinglicher ein elektrischer Neuwagen oder Gebrauchtwagen für die breite Masse, desto schneller lässt sich der Bestand austauschen.
Oder?
Ja!
Du argumentierst aber, das der Elektro-PKW zu teuer ist. Ist aber nicht so!
Im sehr relevanten SUV Markt (jeder 3. Neuwagen) haben wir schon Parität oder Elektro ist in der Gesamtbetrachtung preiswerter.
Volkswagenseite (Modelle und Konfigurator | Volkswagen Deutschland):
Tiguan ab 39.175€
ID4 ab 40.335€
Dein Preisargument zieht für die Masse nicht mehr!
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn der Liter irgendwann 3,50 oder 4 Euro kostet, dann steige ich doch definitiv um?
Wer in der Preisklasse zwischen Verbrenner und E-Auto wählen kann, wird wohl zum eAuto greifen, wenn die Infrastruktur stimmt.
Ich widerspreche dir ja nicht.
Mein Punkt ist doch nur: wieviele Menschen können sich ein Auto für 40.000€ leisten?
Mehr will dich gar nicht sagen… ![]()
Wenn die Alternative das gleiche kostet, auf jeden Fall.
2€ wird das absolute Limit sein, danach gehen die Wähler auf die Barrikaden.
Der Kaufpreis ist immer weniger relevant.
Neuwagen werden aktuell zu großen Teilen geleast oder laufen als Geschäftswagen. Daher lautet die Frage eher, wieviel man im Monat für ein Auto ausgeben kann.
Die Spanne im Leasing reicht von etwa 80 bis 1200€, alles darüber ist dann absolute Luxusklasse mit Listenpreisen über 250.000€.
Großer Edit:
Leasing aktuell im Vergleich (Privatleasing, Neufahrzeug, 10.000km/Jahr, 48 Monate Laufzeit):
Tiguan ab 320€/Monat
ID4 überraschend auch ab so 320€\Jahr
Auch Leasing, ggf mit Anzahlung muss man sich leisten können.
Mit 1500€ netto bleiben oft keine 320€ monatlich für eine Leasingrate.
Und die Leasingrate hängt ja auch direkt vom Neuwagenpreis ab.
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Ich bin ja bei euch, es wird immer erschwinglicher. Wer sich früher keinen Neuwagen leisten/leasen konnte, wird es heute auch nicht tun.
Der nimmt was auf dem Markt verfügbar ist und er/sie bezahlen/abbezahlen kann.
Aber dann haben wir einen Konsens, oder?
Ziel ist (am besten sofort) alle Neuwagenkunden zur Anschaffung eines E-Autos zu bringen.
Problem ist: Die Politik lockert lieber das Verbrenner-Aus bzw. stellt sich in der Debatte hin, als komme morgen das Wasserstoffauto und all unsere Probleme sind gelöst.
Wenn bald nicht harte Anreize greifen (ETS 2, Kaufprämie, etc.) fliegt und das alsbald auf die Füße, weil dann der Restbestand zur groß ist um das Ganze effektiv noch behandeln zu können.
Gefühlt hat die (deutsche) Politik das nicht so richtig aufm Schirm, weil sonst ja Strafzahlungen in exorbitanter Höhe ums Eck kommen.
So oder so, der Hauptpunkt meines originalen Posts ist halt: Es ist schon jetzt zu spät.
Wenn du das kannst, dann ja.
Wenn du das nicht kannst, schluckst du entweder freiwillig die Mehrkosten oder du bekommst durch den Ausgleichsfond (für geringe Einkommen) eine Ausgleichszahlung.
Aber selbst die pessimistischen Prognosen sehen keinen Spritpreis in dem Range. Für 2030 wird zwischen 25ct und 70ct pro Liter im vgl. zu heute prognostiziert.
Ja. Es spielt noch mit rein, wie hoch und welche Antriebsart die Abgänge aus dem Bestand haben, aber per se ist das Mechanismus mit dem ETS 2 den Bestand „rotieren“ möchte.
Allerdings ist der Autokauf hoch emotional. Es werden häufig die Kaufentscheidung nicht zwingend aufgrund von rationalen Entscheidungen getroffen.
Wenn der Kunde durch Medien und Politik hört „Die Infrastruktur gibt es nicht“, „Im Stau im Winter geht dein Akku leer“, „Bald kommen dank „Technologieoffenheit“ Wasserstoff oder e-Fuels“ dann ist der Kunde zu stark verunsichert und geht ins Autohaus schon vor dem Betreten mit der Entscheidung, kein E-Fahrzeug zu kaufen.
Damit hast du natürlich vollkommen recht. Das wachsende Alter des Fahrzeugbestands bestätigt dies ja auch, und zeigt, dass dies noch ausgeprägter ist als früher.
Was gleichzeitig auch bedeutet, dass der Austausch der Flotte zwangsläufig nicht linear verläuft, sonder durch das immer höhere Alter der Autos irgendwann mal ein richtiger Schwall an Autokäufen kommen könnte.
Aktuell sind wir im Schnitt bei 10,6 Jahren. Der Trend dauert schon seit Jahren an.

