Ja, man sollte hin und wieder mal „richtig“ bremsen, das ist klar. Aber ich redete ja vom Verschleiß. Rost wegen Nichtbenutzung ist durch angepasstes Nutzungsverhalten vermeidbar und daher kein Verschleiß im eigentlichen Sinne. Da haben wir es dann eher mit einem Informationsproblem zu tun, daher: Viele BEV-Fahrer wissen möglicherweise nicht, dass sie hin und wieder mal richtig bremsen müssen.
Umm, mag nun kleinlich sein, aber so etwas kann ohnehin kein Hersteller „verpflichtend“ vorschreiben. Hersteller können sich aus der Garantie / Haftung ziehen, indem sie so einen Mist in ihre Wartungspläne schreiben, aber das war’s auch schon. Sowas sind typische Beispiele von Herstellern, die ihre rechtlichen Risiken auf Kosten der Kunden (und letztlich auf Kosten der Umwelt) reduzieren wollen, indem sie unnötig hohe Sicherheitsvorschriften verwenden, die dann dazu führen, dass teure Instandsetzungen durchgeführt werden, die eigentlich definitiv nicht sein müssten.
Wie gesagt, da kann man auch einfach „Nein“ sagen, übernimmt dann aber natürlich das Risiko, dass es zu Schäden kommt (das aber ziemlich niedrig sein dürfte…). Natürlich gibt es auch noch andere Aspekte zu berücksichtigen (z.B. den Wiederverkaufswert, der u.U. sinkt, wenn man nicht alle seitens des Herstellers vorgeschriebenen Wartungen durchführt…).
Also ja, das ist ganz klar ein Argument gegen den Kauf eines Hyundai, aber wenn ich ohnehin planen würde, das Auto langfristig zu fahren (also nicht zeitnah zu verkaufen) würde ich solche unsinnigen Wartungen in der Tat ablehnen. Dennoch ärgerlich, dass Unternehmen wie Hyundai und Kia so einen Mist betreiben.
Mal eine einfache Rechnung, wenn ich mal nur auf die Kosten schaue.
Folgende Annahmen mal aus persönlicher Sicht:
Jahresfahrleistung 20.000 km; keine Wallbox möglich; Laden beim AG für rund 33 Cent je KW/h, sonst öffentliche Säulen. Also gehen wir im Durchschnitt mal von 0,5€ je Kw/h aus im Durchschnitt; Benzin kalkulieren wir mal 1,90€ im Durchschnitt künftig
Auto 1 (aus eigener Erfahrung): Seat Leon 1,2 TSI Bj 2011; Verbrauch 5,2l; Versicherung nur HF, Restwert 3000€; Wagen ist abbezahlt; Steuer rund 100€ im Jahr.
Auto 2 (Größe vergleichbar): Renault 5 e Comfort Range; Neupreis 33.500€; Reichweite 407 km WLTP; Verbrauch 15,2 kw/H je 100 km; Versicherung HF + VK, weil Leasing; Rate im Monat rund 330€;
Die Jahressumme hängt stark von dem Benzin und Strompreis ab. 10 Cent mehr Benzinpreis machen gut 1000€ aus, ein anderer Strompreis ebenso; daher nur grob;
Soll heißen: rein finanziell, wenn das Budget eher knapp ist; ist der Kostenvorteil eines neuen E-Autos gegenüber einen älteren recht robusten Gebrauchten (Erfahrungswerte) nicht so deutlich.
Nur mal als Rechenbeispiel.
Hab ich was gravierendes übersehen, rein finanziell betrachtet?
Du hast dich bei den Energiekosten um eine 10er Potenz vertan
Ich hab aber schon mal ähnliches gerechnet:
Vorhandener alter, aber zuverlässiger Fiesta mit vielleicht 3.000 € Restwert und mit 6-7 Litern auf 100 km und ein Citroën eC3 nach Förderung für ca. 13.000 €.
Solange man nicht günstig für 0,25 € pro kWh an der Wallbox laden kann oder sehr viele km fährt, rechnet es sich nicht wirtschaftlich oder erst nach vielen Jahren.
Man vergleicht dabei aber auch einen Neuwagen mit einem 14 Jahre alten Auto… Klar, das ist ja quasi schon abgeschrieben.
Wenn der Fiesta aber irgendwann kaputt geht oder der Sprit noch teurer* wird, dann lohnt sich der Umstieg auch finanziell. Das nächste anzuschaffende Auto, wird auf jeden Fall elektrisch
*kann 2028, wenn der europäische Emissionshandel startet, dadurch allein ca. 15-40 Cent pro Liter teuerer als heute werden. Experten gehen von einem CO2-Preis von 100-200 € aus.
Ah, Danke.
Ja, letztlich geht es über den Energiepreis.
Die Frage war halt ab wann rechnet es sich signifikant.
Quasi erst wenn Benzin deutlich teurer wird als Strom, oder der alte Hobel zerbröselt. Dann ist die Entscheidung klar.
Der Preis für einen Neuwagen ist generell die größte Hürde.
Aus dem Grund darf es jetzt auf keinen Fall eine Spritpreisbremse geben. Das wäre einfach das vollkommen falsche Signal!
Stattdessen sollte man (mit den höheren Mehrwertsteuereinnahmen) die Ladeinfrastruktur in Wohngebieten verbessern und die Kommunen sollte günstigere öffentliche Ladetarife anbieten.
Zusammen mit der aktuellen E-Auto Förderung könnte das doch eine echt gute Kampagne sein, die Menschen jetzt zum Umstieg bewegt und ihnen mittel- und langfristig auch Geld einspart.
Alternativ oder besser gleichzeitig könnte man natürlich auch den ÖPNV verbessern, aber bitte keine Spritpreisbremse, die einfach verpufft
Nun ja, natürlich kannst Du einen alten Gebrauchtwagen, HF-Versicherung nicht mit einem Neuwagen, VK-Versicherung vergleichen. Wenn Du beim Neuwagen die Finanzierungskosten, die Überführungskosten und Mehrkosten für die Vollkasko heraus nimmst (→ minus € 5300,-) , sieht Deine Rechnung ganz anders aus. Wenn Dein Gebrauchtwagen die notwendigen Bedürfnisse erfüllt, wird er weitergefahren. Erst wenn der Punkt gekommen ist, dass der Wagen per se nicht mehr vernünftig ist (neue Bedürfnisse btr. d. Autos, wirtschaftlich nicht mehr reparabel, unsicher, o.ä.) und ein Ersatz beschafft werden muss, dann fallen für das Neufahrzeug die gleichen Kosten (für z.B. Überführung, Leasing, Versicherung) an. Und dann ist auch nach Deinen Berechnungen das E-Auto wirtschaftlicher. *NB: natürlich kann man auch verkaufen, bevor ein Auto verschrottet werden muss - aber ein Besitzerwechsel beeinflusst im Prinzip weder die Öko-Bilanz noch die Wirtschaftlichkeitsberechnung.
[Wie sich Wiederverkaufswerte von E-Autos entwickeln werden, kann man derzeit (noch) schwer voraussagen.]
Es spricht doch extrem für die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos, dass ein Neuwagen mit einem abbezahlten vorhandenen Verbrenner mithalten kann … Dass man Geld haben muss, um in langfristig Geld zu sparen, ist ja leider ein allgemeines Problem und nicht auf Autos beschränkt.
Noch günstiger wird es, wenn der Gebrauchtwagenmarkt größer wird und Elektro-Autos halbwegs “ausentwickelt” sind, und man sie auch nach 10 Jahren gut fahren kann. Derzeit würde ich grob sagen, sind 3-5 Jahre alte je nach Einsatzzweck schon ganz ordentlich, aber halt seltener zu finden.
Als Ergänzung zu Deiner Rechnung: Ich habe einen Renault Zoe (BJ 2021) als Gebrauchtwagen geleast für 149€ pro Monat ohne irgendwelche Bereitstellungskosten. Die Reichweite ist vergleichbar mit dem R5, die Ladeleistung DC soweit ich weiß, ein Stück schlechter. Wenn ich ansonsten Deine Kalkulation übernehme, komme ich also auf 18135€ pro Jahr, bin also inklusive Leasingkosten deutlich günstiger unterwegs als mit einem geschenkten Verbrenner.
Das das eAuto wirtschaftlicher ist, ist unbestritten.
Bei den grundsätzlich hohen Preisen für Neuwagen ist es grade bei knappen Budgets völlig legitim, zumindest nachzurechnen.
Letztlich wird da der Gebrauchtwagenmarkt der entscheidende Faktor sein, wenn dort nennenswert eAutos verschiedener Kategorien zu finden sind.
Letztlich muss ja eine monatliche Finanzierungs- oder Leasingrate auch gestemmt werden, unabhängig vom Antrieb.
Dabei spielt auch eine Rolle, ob ich einem Auto einen emotionalen oder rein praktischen Wert zubillige.
BTW…auch mein Ziel ist natürlich zeitnah ein eAuto.
Muss halt ins monatliche Budget passen, das ich für ein Auto generell bereit bin zu zahlen.
Hab’s gerade in einem anderen Thread schon gepostet, hier auch nochmal ein Video über die EV-Clinic in Berlin, in dem über Wartungen an E-Auto Komponenten, vorrangig Batterien, berichtet wird. Finde das Video echt klasse, weil es trotz des offensichtlichen Faktes, dass da defekte Autos stehen, die teuer repariert werden müssen doch auch aufzeigt, dass sowas wirklich nicht sehr oft vorkommt, und schon kaum bei neueren BEVs
Naja, wenn ich beim Hauskauf die Finanzierungskosten, Notargebühren und so rausnehmen, ist es auch immer erheblich günstiger als Miete.
Wollte nur sagen, wenn ich einerseits Ersparnisse beim Unterhalt habe (Wartungskosten, Energiekosten, etc), aber andererseits natürlich monatlich laufende Kosten für die Finanzierung/Leasing, Markenwerkstätten und höhere Versicherungsleistungen dazurechnen muss, kann sich das je nach Konstellation ziemlich relativieren. Zumindest für die Anfangszeit.
Wenn vermehrt günstigere gebrauchte eAutos verfügbar werden, bin ich dann für die Wartung zwingend auf die (in der Regel teureren) Markenwerkstätten angewiesen, oder haben da auch freie Werkstätten genug Expertise?
Geht ja auch um kostspielige Diagnosegeräte und Schulungen.
Mal ein Reifen-, Bremsen-oder Stossdämpferwechsel sollte eine freie Werkstatt ja auch machen können, oder?
Es ist eigentlich ganz einfach. Alles was nicht mit dem HV-System zu tun hat, kann problemlos auch eine andere unabhängige Werkstatt machen, da gehören die von dir genannten Sachen auch dazu, sowie Karosseriearbeiten, Lack, Innenraumluftfilter, uvm. Dazu muss man nur eine EuP Schulung haben (Elektrisch unterwiesene Person), um sich der Gefahren von HV-Systemen bewusst zu sein (Kernpunkt: Finger weg von orangenen Kabeln).
Heißt aber nicht unbedingt, dass sie das auch tun, da gibts schon auch einige Haudegen unter den Werkststtbetreibern, die einem dann erzählen beim Aufbocken des Autos gibts nen Knick in die Batterie und dann brennt alles ab, daher machen sie das nicht. Ist völliger Schwachsinn, aber Anti-E-Auto Propaganda kommt auch bei den Leuten an.
Gehts an das HV-System, so müssen die Werkstätten ihre Mitarbeiter schulen und fortbilden (Elektrofachkraft (EFK), ggf, mit Arbeiten unter Spannung (AUS) Zertifikat) dass sicheres Arbeiten möglich ist. Ich habe für meinen Job als Ingenieur in der Automobilindustrie alle diese Schulungen, um sicher an den Autos arbeiten zu können. Wenn eine Werkstatt das macht, weil sie es für lukrativ/zukunftsfähig halten, dann können auch Arbeiten an HV-Systemen vorgenommen werden und somit mehr oder weniger das gesamte Auto warten/reparieren.
Ggf. also Einfach vorher mit der entsprechenden Werkstatt sprechen, wie sie da aufgestellt sind. Meine Mutter z.B. bringt ihr BEV seit Jahren zur unabhängigen Werkstatt im Ort zum Reifen/Räder wechseln. Ich mache das bei meinem einfach selbst. HV-Themen hatten wir noch nie.