Verdacht auf Kungelei im Bundesinnenministerium

Interessanter Artikel

Es geht um die OZG Digitalisierungsprojekte im Innenministerium und enge Beziehungen zwischen der verantwortlichen Person im BMI MinDir Bürger (Abteilung DV) und einem ehemaligen Senior Consultant von McKinsey.

X Profil von Ernst Bürger: https://x.com/ernstbuerger

Durch eine Compliance-Untersuchung von McKinsey wurde der Berater entlassen und somit auch von BMI Projekten.

„Über eine neu gegründete Firma des ex McKinsey Berater konnte er doch wieder für das BMI arbeiten.
„Das Ministerium beauftragte das neue Unternehmen nicht direkt. Es kam als Subunternehmer eines Berliner IT-Dienstleisters zum Zuge.“

Der Berliner IT-Dienstleister ist die Firma init AG.
Siehe

Die Beauftragung der neu gegründeten Firma erfolgte wohl auf expliziten Wunsch des BMI, wie die Firma init AG (der Dienstleister) dem Spiegel gesagt hat.

„In einer E-Mail des Dienstleisters heißt es, die Unterbeauftragung sei »auf expliziten Wunsch des Kunden BMI« erfolgt. Wer diesen Wunsch äußerte, ist bisher nicht bekannt. »Der Themenkomplex ist Gegenstand der eingeleiteten Prüfung durch die Interne Revision des BMI«, teilt das Ministerium dazu mit.“

Zur Neugründung der Firma gab es von der Frau von Herrn Bürger (ebenfalls im BMI tätig) Glückwünsche.

„Eine Führungskraft des Unternehmens machte die Gründung auf dem Karriereportal LinkedIn publik. Die Frau von Ernst Bürger schrieb darunter: »Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.« Sie arbeitet als Referentin ebenfalls an Digitalthemen, allerdings in einer anderen Abteilung.“

Ist nicht ganz klar, ob die Firma des Beraters über das Projekt Germany 4 Ukraine beauftragt wurde, oder? Das Projekt wird am Anfang des Spiegel-Artikels genannt, aber nicht mehr im Zusammenhang mit dem Berliner IT-Dienstleister. Das BAMF als Projektträger von Germany 4 Ukraine wird im Artikel auch erwähnt, aber im Zusammenhang mit der Beauftragung von McKinsey, der ehemalige Auftraggeber des Beraters.

Frau Faeser hat den Award für das Projekt entgegengenommen

Inzwischen wurde das Hilfe-Portal vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übernommen.

Doch tatsächlich.

Das Ministerium beauftragte das neue Unternehmen nicht direkt. Es kam als Subunternehmer eines Berliner IT-Dienstleisters zum Zuge. Pikant: In einer E-Mail des Dienstleisters heißt es, die Unterbeauftragung sei »auf expliziten Wunsch des Kunden BMI« erfolgt. Wer diesen Wunsch äußerte, ist bisher nicht bekannt. »Der Themenkomplex ist Gegenstand der eingeleiteten Prüfung durch die Interne Revision des BMI«, teilt das Ministerium dazu mit.

Subunternehmer eines Berlin IT-Dienstleisters (= init AG; Hauptsitz ist Berlin Impressum | ]init[ AG).

Die verschiedenen Projekte wurden über einen Rahmenvertrag vom BMI abgewickelt

Die Arbeiten im BMI seien »als Abruf aus einem Rahmenvertrag« erfolgt, um den sich die Firma »erfolgreich in einer öffentlichen Ausschreibung beworben« hätte.

Das Germany 4 Ukraine Projekt lief offiziell über das BMI

Ich vermute es wurde nach Fertigstellung dem BAMF übergeben.

Ich verstehe die Herleitung, aber es steht in dem Artikel nicht explizit, in welchem Projekt der Berater als Subunternehmer eines Berliner IT-Dienstleisters beauftragt wurde. Sollte es das in der Einleitung des Artikels erwähnte Projekt „Germany 4 Ukraine“ sein, dann wird es an der relevanten Stelle nicht nochmal erwähnt.

Das „Portal Germany 4 Ukraine“ scheint im März 2022 veröffentlicht worden zu sein:

Laut Spiegelbericht ist jedoch die neue Firma des Beraters erst danach gegründet worden: „Doch Mitte 2022 gründete der ehemalige Mitarbeiter zusammen mit weiteren McKinsey-Leuten, die ebenfalls am OZG gearbeitet hatten, eine neue Beratungsfirma.“

Das heißt natürlich nicht, dass er nicht trotzdem in dem Projekt noch einen Auftrag hätte kriegen können.

Worauf ich hinaus will: Name und Firma des Beraters lassen sich über den Anhaltspunkt „Germany 4 Urkaine“ nicht finden, daher könnte es eine falsch Fährte sein.

Stimmt, gebe ich dir absolut recht.

Schon 2021 gab es einen Bericht bei Business Insider zu der Thematik:

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„Alle McKinsey-Berater wenden im Durchschnitt rund fünf Prozent ihrer jährlichen Arbeitszeit für Pro-Bono-Projekte auf“, sagt Matthias Daub, Partner bei McKinsey in Berlin. Der promovierte Betriebswirt stieg 2002 bei McKinsey ein und engagiert sich hier stark für benachteiligte Kinder: „Ich habe meinen Zivildienst in einem rumänischen Kinderheim abgeleistet, seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen“, sagt er.

„Auf der anderen Seite stand jener Topberater von McKinsey. Er wird von einem ehemaligen Weggefährten als »etwas geekig« – streberhaft – beschrieben. Im Internet tritt er als gläubiger Christ auf, zudem engagiert er sich für soziale Projekte in Osteuropa.“ (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesinnenministerium-verdacht-auf-kungelei-a-939b384f-9da3-4131-9d91-93bb9e549214)

Guter Fund / Triangulierung, danke!

Matthias Daub und Firma Societec, könnten fraglicher Berater und Dienstleister sein.

Societec gegründet im Juni 2022: https://www.companyhouse.de/societec-GmbH-Berlin
Laut Spiegel: „Doch Mitte 2022 gründete der ehemalige Mitarbeiter zusammen mit weiteren McKinsey-Leuten, die ebenfalls am OZG gearbeitet hatten, eine neue Beratungsfirma.“