Unterfinanzierung von Forschung über Frauenkrankheiten

In der letzten Folge LdN455 hat Philip Banse die Frage an Anja Nielsmann gestellt, ob Endometriose besser erforscht wäre, wenn die Krankheit mehr Männer als Frauen betreffen würde. Die Frage wurde nicht ganz eindeutig beantwortet.

Es gibt durchaus Daten, die nahelegen, dass Forschung an Frauenkrankheiten und insbesondere an Endometriose unterfinanziert ist. Grundlage für dieses Argument ist die Annahme, dass Krankheiten Forschungsgelder erhalten sollten entsprechend der Anzahl der Betroffenen und der Schwere der Einschränkungen, die sie für die Betroffenen bedeuten. Gemessen an diesem Kriterium ist die Erforschung von Frauenkranheiten unterfinanziert, Forschung von Männerkrankheiten überfinanziert. Endometriose ist eine der Krankheiten, deren Erforschung gemessen an dem Schaden, den sie verursacht, unterproportional finanziert wird.

Das ist in diesem Artikel genauer erklärt und sehr schön visualisiert: Women’s health research lacks funding – these charts show how

Vielleicht würde es sich lohnen, das als kleinen Nachtrag in der nächsten Folge zu erwähnen?

Liebe Grüße und vielen Dank für Eure Arbeit!

Tom-Felix Berger

3 „Gefällt mir“

Der verlinkte Artikel ist so eindeutig aber nicht. Dargestellt wird nur NIH Funding, also staatliche Förderung in den USA. In der Grafik werden unter den Top 10 Förderungen 5 eher Frauen betreffende Krankheiten dargestellt, also erstmal kein klares Missverhältnis. Unter den 5 angeblich übermäßig mit Fördermitteln ausgestatteten Männerkrankheiten in den Top 10 wird dann noch als Beispiel HIV hervorgehoben, wovon weltweit aber mehr Frauen als Männer betroffen sind.

HIV/AIDS Aktuelle Entwicklungen 2025 - Statistisches Bundesamt

Gibt es denn keine Studie, die einfach vergleicht, wie viele Menschen in Deutschland von einer Krankheit betroffen sind, wie groß der finanzielle Schaden ist und wie viel Geld in Forschung investiert wird? Das müsste sich doch relativ einfach erfassen lassen. Überhaupt verstehe ich nicht, warum die Entscheidung der Finanzierung von offensichtlich sehr kurzsichtigen Menschen getroffen wird, denn diese Krankheit können zwar nur Frauen haben, der Schaden trifft aber doch auch Männer, wenn z.B. die eigene Partnerin weniger arbeiten kann, weniger Geld verdient, weniger Carearbeit erledigen kann usw. Und es betrifft uns alle, wenn 2 Millionen Frauen weniger Geld verdienen und dadurch weniger Steuern zahlen und gleichzeitig auch noch das Gesundheitssystem stärker belasten.