Falls es noch nicht hier aufgeführt war,Open Desk ist auch ein interessantes
Projekt:
Natürlich kann auf Social Media verzichtet werden. Aber weil es die Demokratie nicht stärkt? Was ist, wenn es den Nutzern einfach Spaß macht? Ansonsten gebe ich Dir Recht: Aber das Fehlen von SM wären tatsächlich Probleme die, gegenüber den anderen, von Dir genannten Aspekten, keine Rolle spielen.
dass die meisten Behörden Windows verwenden, da lässt sich gar nicht in den Source Code schauen
Was bringt dir Open Source, wenn es niemand versteht? Das Beispiel von Linux ist sehr schön. Klar könnte da jeder jeder Zeit reinschauen. Aber verstehen wird man da nicht viel. Man muss wirklich extrem viel Zeit investieren, um da mal etwas zu verstehen. Es sind eben nicht die Hobby-Entwickler, die nach der Arbeit da bisschen rumbasteln, sondern hauptsächlich Angestellte von großen US-Unternehmen, einfach weil diese Projekte eine solche Komplexität haben, dass man da nicht mal eben einsteigen kann.
Microsoft könnte via Windows jeden Nutzer ausspionieren oder einen Killswitch haben, um Windows für gewisse Nutzer unbrauchbar zu machen. Selbst wenn sie das aktuell noch nicht drin haben, könnten sie das auf Druck der US Regierung per Update ganz einfach drauf spielen.
Klar wäre es vermutlich auch möglich für einen bad actor was in Linux einzuschleusen, da Linux aber eines der größten Open Source Projekte der Welt ist, wäre das schon deutlich schwerer. Von daher ist es schon extrem unwahrscheinlich das sowas in Linux existiert. Und selbst wenn es jemanden gelänge bei Linux einen Killswitch einzubauen, wäre es einfach möglich zurück zu einer älteren Linux Version zu wechseln.
Also zusammengefasst: Microsoft zu unterwandern wäre trivial für die US Regierung, Linux zu unterwandern ein hoch komplexes unterfangen. Und allein das ist schon ein Vorteil, selbst wenn man den Source Code nicht versteht.
Es gibt sowohl für die Abhängigkeit von großen Unternehmen als auch für die Unterwanderung von quelloffenen Projekten mahnende Beispiele:
Unlängst war zu bestaunen, was geschieht, wenn etwa Personen des Internationalen Strafgerichtshofs von den Vereinigten Staaten mit Strafmaßnahmen belegt und zumindest vorübergehend aus dem digitalen Leben ausgesperrt werden.
Es hat aber auch schon den Fall gegeben, dass sich ein Maulwurf in eine quelloffene Code-Bibliothek eingeschlichen hat, die fast überall zum Einsatz kommt. Beinahe wäre es ihm gelungen, eine Bombe zu zünden, die weltweit verheerenden Schaden angerichtet hätte. Aufgedeckt wurde die Unterwanderung übrigens von einem Microsoft-Mitarbeiter. (Quelle)
Insofern wäre mein Fazit: Proprietäre und quelloffene Technologie haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Aus meiner Sicht spricht nichts gegen eine Koexistenz. Wichtiger finde ich, dass wir uns von zentralen Strukturen lösen und dezentrale Strukturen stärken. Aus zentralen Strukturen wie WhatsApp (und auch Signal, das aus meiner Sicht immer etwas zu laut gepriesen wird, nur weil es nicht von Meta stammt) können Menschen auf Knopfdruck ausgesperrt werden. Aus dezentralen Strukturen wie E-Mail ist das deutlich schwieriger.
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